Rudolf Nährig Die Schweinedärme kullerten platschend auf den glitschigen Boden

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Inhaltsangabe zu „Die Schweinedärme kullerten platschend auf den glitschigen Boden“ von Rudolf Nährig

Als Oberkellner hat er 35 Jahre lang die Gäste im altehrwürdigen Hamburger `Hotel Vier Jahreszeiten´ aufs Höflichste umsorgt. Seine Erinnerungen `Gern hab ich Sie bedient´ wurden zum Bestseller. Jetzt zeigt der Kultkellner, dass er auch anders kann. Ganz anders! Böse, brutal, bissig. Schonungslos blickt er zurück auf seine Kindheit in einem Hundert-Seelen-Kaff im niederösterreichischen Weinviertel. Ein Abgrund! Mit ungestümer Direktheit und einer gehörigen Portion vom besten schwarzen Wiener Humor makaber erzählt, tut sich ein Höllentor auf. Schamlos aufgetischt: unerhörte Beobachtungen und schaurige Tatsachen. Alles `Nein! Nein!´ nutzt der Ursula gar nichts, wenn der Anton zu viel Wein intus hat. Der alte Schickler liegt beinlos in seiner Siechkammer und brüllt. Emma zieht auf dem Dachboden ihre Bluse aus, der Pfarrer will alle Sünden ganz genau wissen. Adi möchte der Rosl sein neues Fahrrad zeigen, doch die Dorfbuben haben ganz andere Pläne mit ihm. Wenn die Sali mit einem Geliebten allein ist, schminkt sie sich sogar die Lippen rot.

Ein großartiges, bewegendes Buch. Wirklich sehr empfehlenswert. Erschütternde Erlebnisse, unterhaltsam u. literarisch niveauvoll geschrieben

— Weigert
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  • "Eine gewisse Hinterhältigkeit steckte in jedem Dorfbewohner."

    Die Schweinedärme kullerten platschend auf den glitschigen Boden
    R_Manthey

    R_Manthey

    03. August 2015 um 11:58

    Wenn in der Stadt schlimme Dinge passieren, dann ist die Nachbarschaft in der Regel entsetzt, weil sie den freundlichen Mitmenschen so etwas nie im Leben zugetraut hätten. Auf dem Dorf kann man sich dagegen kaum verstecken. Verhaltensabgründe offenbaren sich völlig ungeschminkt. Wer also etwas über menschliches Verhalten lernen möchte, der kann es hier wohl am besten studieren. Nährigs Kindheitserinnerungen sind in diesem Zusammenhang eine vortreffliche Lektüre, insbesondere für alle, die nicht auf dem Dorf groß geworden sind und denen deshalb diese Lektionen entgangen sind. Ob man darüber traurig sein muss, steht auf einem ganz anderen Blatt. Wenn man nämlich Nährigs Buch gelesen hat, dann bedauert man ihn wohl eher wegen seiner wenig glücklichen Kindheit, auch wenn das inzwischen ziemlich sinnlos ist. Nährig wuchs in einem kleinen Dorf in der Nähe von Wien auf. Als lebendiges Ergebnis eines Seitensprungs seiner Mutter wurde er vom Stiefvater fortwährend gedemütigt. Wahrscheinlich rettete ihn nur die Tatsache, dass die ganze Familie von den Alimenten seines Vaters lebte, vor schlimmeren Torturen. Neben den Familienverhältnissen erfährt man zahlreiche Episoden, die das mitunter wahrhaft drastische Dorfleben und die Verhältnisse unter den Einwohnern veranschaulichen. Wer wen wie vögelt und wie Nährigs erste eigene sexuelle Erlebnisse verliefen, wird genau so thematisiert, wie die Prügelorgien zu Hause und in der Schule oder Siechtum und Tod auf dem Dorfe. Jüngere Leser werden sich viele Gegebenheiten von damals kaum vorstellen können, weil die Zeit, in der Nährig aufwuchs von Not und Armut der meisten Menschen gekennzeichnet war. Natürlich fehlt einer episodenhaften Schilderung immer eine gewisse Grundspannung, zumal man die auftretenden Personen kaum richtig vorgestellt bekommt, obwohl sich Nährig durch permanente Wiederholungen sehr bemüht, diesen Mangel auszugleichen. Über die Schilderungen der nirgends so offen wie auf dem Dorfe sichtbaren menschlichen Triebe und Abgründe hinaus bietet Nährigs Buch so etwas wie illustrierte Zeitgeschichte einer längst vergangenen Epoche. Wer sich für beides interessiert, dem wird dieses Buch bestimmt gefallen.

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