Rudolf Pabel

 3,7 Sterne bei 3 Bewertungen

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Cover des Buches Die Astronauten (ISBN: 9783518369418)

Die Astronauten

 (11)
Erschienen am 01.05.1978

Neue Rezensionen zu Rudolf Pabel

Cover des Buches Die Astronauten (ISBN: 9783518369418)E

Rezension zu "Die Astronauten" von Stanisław Lem

Science Fiction Klassiker
Emilivor 5 Monaten

Über den Autor:

Stanisław Lem wurde am 12. September 1921 in Lwów (Lemberg) geboren, lebte zuletzt in Krakau, wo er am 27. März 2006 starb. Er studierte von 1939 bis 1941 Medizin. Während des Zweiten Weltkrieges musste er sein Studium unterbrechen und arbeitete als Automechaniker. Von 1945 bis 1948 setze er sein Medizinstudium fort, nach dem Absolutorium erwarb Lem jedoch nicht den Doktorgrad und übte den Arztberuf nicht aus. Er übersetzte Fachliteratur aus dem Russischen und ab den fünfziger Jahren arbeitete Lem als freier Schriftsteller in Krákow. Er wandte sich früh dem Genre Science-fiction zu, schrieb aber auch gewichtige theoretische Abhandlungen und Essays zu Kybernetik, Literaturtheorie und Futurologie. Stanisław Lem zählt heute zu den erfolgreichsten Autoren Polens. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, verfilmt und in 57 Sprachen übersetzt.

Kurzbeschreibung:

"Im Jahre 1908 geht in Sibirien ein Riesenmeteor nieder und vernichtet weite Gebiete der Taiga. Mehrere Expeditionen werden ausgesandt, um nach seinen Überresten zu forschen. Sie kehren ohne Erfolg zurück. Hundert Jahre später wird bei Bauarbeiten in der Taiga ein Fund gemacht, der beweist, dass der »Meteor« eine Weltraumrakete gewesen ist, die zu Erkundungszwecken von der Venus kam und einer Katastrophe zum Opfer fiel. Ein geheimnisvoller ›Rapport‹ lässt eine Bedrohung der Erde vermuten. Das erste Raumschiff der Erde sollte ursprünglich nach dem Mars starten. Nun aber wird dieser Plan geändert; das neue Ziel heißt Venus."

Meine Meinung:

Dieser Roman ist zum ersten Mal 1951 erschienen, 1954 wurde er ins Deutsche übersetzt. Es werden noch mehrere Auflagen folgen. "Die Astronauten" ist ein wahrer Klassiker der Science Fiction Literatur. Sehr interessant fand ich das Vorwort des Autors, in dem er sich quasi dafür entschuldigt, dass der Roman nicht auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand ist, was eigentlich unmöglich ist, da er den in 50ern schrieb. Stanislaw Lem spielte mit dem Gedanken den Roman vollständig zu überarbeiten, doch entschied sich letztendlich dagegen, was ich persönlich auch begrüße. Wenn man alles, was man früher geschrieben hat, überarbeiten würde, würden wir gar keine Zeugnisse mehr davon haben, wie und was die Menschen in früheren Jahren gedacht haben.
In der Geschichte geht es um den Tunguska-Meteorit, der im Jahre 1908 in der sibirischen Taiga heruntergefallen ist. Viele Expeditionen und Nachforschungen finden statt, bis eines Tages entdeckt wird, dass der Meteorit ein Raumschiff von der Venus war, und die Besatzung feindliche Absichten den Erdbewohnern gegenüber hatte. Die Daten, die gefunden werden, werden entschlüsselt und ausgewertet, anschließend wird beschlossen einen Erkundungsschiff zum Venus zu startet. In dem mittleren Teil der Geschichte geht es um die Reise zur Venus, und im dritten und letzten Teil um die abenteuerlichen Erlebnisse auf dem Planeten. Um die Hindernisse und Rätseln, die sich der Besatzung in Wege stellen.

„Die Bewohner der Venus besaßen eine hochentwickelte Kultur; aber alle die vorzüglichen Konstrukteure und Baumeister unter ihnen hatten sich und ihr ungeheures Können in den Dienst der Vernichtung gestellt. Eine solche Gemeinschaft von Lebewesen musste sich früher oder später gegen sich selbst kehren.“

Anfang der Geschichte gestaltet sich zögernd und zieht sich recht lange. Die Sprache des Autors ist klar, nüchtern, emotionslos, fast schon wie ein wissenschaftlicher Bericht. Im mittleren Teil kommt etwas Leben auf, doch richtig spannend und interessant wird es erst auf dem Planeten Venus im dritten Teil der Geschichte. Dennoch, die Erzählart des Autors ist für den gesamten Roman durch Trockenheit und Distanziertheit kennzeichnet. Auch die Charaktere kommen kaum zur Geltung, denn Stanislaw Lem beschäftigt sich mehr mit der wissenschaftlichen und technischen Ausführungen. Menschliche Beziehungen geraten zu kurz. Dennoch ist es durchaus interessant zu erleben, welche Vorstellungen ein Autor 1950 über die Zukunft hatte.

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Cover des Buches Die Astronauten (ISBN: 9783518369418)E

Rezension zu "Die Astronauten" von Stanisław Lem

Wie viel reale Physik braucht gute Science-Fiction?
EliasBohstvor 5 Jahren

Dass Lem sich gerne schon mal den Kopf über die menschliche Psyche zermartert, ist ja bekannt, Dass er aber auch die physikalischen Gesetze bis über die Grenzen des erträglichen hinaus beugt, ist hingegen weniger bekannt.
In "Die Astronauten" wird etliche Jahre nach dem "Tunguska-Ereignis", bei dem zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der russischen Taiga nahe dem Fluss "Steinige Tunguska" etliche Quadratkilometer Wald und Bäume sprichwörtlich umgeknickt wurden, ein langer und schier unzerstörbarer Metalldraht entdeckt, der sich als Datenspeicher einer außerirdischen Intelligenz entpuppt. Nach dessen fast vollständiger Entschlüsselung steht zumindest fest, woher die außerirdischen Wesen kamen: von der Venus. Da ihre Motive bezüglich der Erde zunächst unklar sind, wird eine Expedition zur Venus gestartet. So weit, so simpel die einführende Geschichte in diesem Buch. Doch Lem wäre nicht Lem, wenn bis hierher nicht schon etliche wissenschaftliche Theorien und Thesen in die Geschichte mit eingeflossen wären. Und genau dies passiert auch. Die Geschichte ist einmal mehr als Gedankenstrom geschrieben und die Einführung der einzelnen, genialen Charaktere geschieht über deren Erzählungen während der langen Reise zu Venus. Und das ist grundsätzlich eine gute Idee. Wären da nicht einige Stereotype wie die Position des Piloten unter all den wissenschaftlichen Genies.
Zu allem Überfluss verwirren die Geschehnisse auf der Venus den Leser sehr bald. Was Spannung erzeugen soll, zieht sich leider viel zu lange hin und so fragt man sich irgendwann zwischen all den Paradigmen und der Quantenphysik eines Stanislaw Lem, was eigentlich noch einmal die Mission der Astronauten war. Am Ende gehen die wissenschaftlichen Erklärungen der verschiedenen Phänomene dann so weit, dass es ohne explizite Zeichnungen des Autors nicht mehr verständlich ist. Und das macht die Geschichte sehr trocken.
Wer eine Hausarbeit in Physik schreiben muss und circa eine Woche dafür Zeit hat, kann gerne als einführende Literatur diesen Lem lesen. Für Science-Fiction-Liebhaber dürfte dieses Buch etwas schwer im Magen liegen. Zu seiner Zeit jedoch war dieses Werk visionär. Deshalb: 4 von 5 Sternen.

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Cover des Buches Der Planet des Todes (ISBN: B0000BKVX1)H

Rezension zu "Der Planet des Todes" von Rudolf Pabel

Rezension zu "Der Planet des Todes" von Rudolf Pabel
hartelvor 13 Jahren

auch als Film

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