Ich fand die Ausgangssituation sehr spannend: Eine Krebsdiagnose wird wider Erwarten nicht bestätigt – und dennoch gelingt es dem Protagonisten nicht, sich aus dem vorherigen seelischen Tief zu befreien.
Gerade dieser Aspekt hat mich lange beschäftigt – und tut es tatsächlich immer noch. Denn er zeigt eindrucksvoll, dass ein emotionales Tief nicht einfach durch eine gute Nachricht verschwindet. Vielmehr braucht es oft Zeit und den Mut, sich dem Erlebten bewusst zu stellen.
Der Protagonist tut dies schließlich auf nächtlichen Wanderungen. Dabei durchlebt er prägende Momente aus seiner Vergangenheit und gewährt tiefe Einblicke in sein Innerstes. Auch einige Begegnungen während dieser Wanderungen fließen bedeutungsvoll in die Geschichte ein.
Der Schreibstil ist dabei sehr gelungen – angenehm zu lesen, gleichzeitig aber auch tiefgründig. Es ist kein Buch, das man mal eben in einem Rutsch durchliest. Ich brauchte immer wieder Pausen, um das Gelesene wirken zu lassen.
Durch den autobiografischen Anteil wirkt die Geschichte besonders nah und authentisch. Sie ist spannend, berührend und regt zum Nachdenken an.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen – ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.



