Rudolph Herzog Truggestalten

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Inhaltsangabe zu „Truggestalten“ von Rudolph Herzog

Die Geister von Berlin
»Abgründig, raffiniert und unterhaltsam … Gibt’s noch mehr davon?«
Eva Mattes über Rudolph Herzogs literarisches Debüt.
Eine junge amerikanische Künstlerin sieht Blutflecken am Boden, die spurlos verschwinden. Ein Kreuzberger Hipster ahnt, dass mit seiner Wohnung etwas nicht stimmt. Den Manager eines Start-ups plagt ein Fiebertraum, der sich gespenstisch mit vergangenen Begebenheiten deckt. Nichts in _Truggestalten_ ist so, wie es zu sein scheint.

An der Oberfläche sieht das Berlin der Gegenwart aus wie der Inbegriff der modernen Metropole. Es ist eine Stadt der Neuankömmlinge, Investoren, Partyhungrigen, in der sich Gruppen vermischen, aber auch gegenseitig verdrängen. Doch zugleich ist dies geschichtsträchtiger Boden; die Stadt stand im Zentrum großer historischer Bewegungen
– von den gesellschaftlichen Umbrüchen der Kaiserzeit bis zu den Schrecken des »Dritten Reichs« und den Verwerfungen des Kalten Kriegs.

In sieben Episoden, die sich gegenseitig kommentieren und vervollständigen, werden Menschen des neuen Berlin von der Vergangenheit der Stadt eingeholt. Sie spüren ein
unheimliches Nachwirken, ein Flackern auf der Retina, das sich nicht heilen lässt.

Mit _Truggestalten_ legt der Filmregisseur und Sachbuchautor Rudolph Herzog sein erstes belletristisches Werk vor, ein Berlin-Buch voller Winkelzüge, Absurditäten und düsterer Überraschungen.

Hat bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

— Literaturchaos

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  • Man kann sich diese Geschichten ausnahmslos als Kurzfilme vorstellen.

    Truggestalten

    WinfriedStanzick

    10. April 2017 um 10:16

    Rudolph Herzog, Truggestalten, Galiani 2017, ISBN 978-3-86971-148-5     Nichts ist in den hier vorliegenden sieben Geschichten, dem literarischen  Debüt des bekannten Filmregisseurs Rudolph Herzog, so wie zu zunächst zu sein scheint.  Den Protagonisten der sieben Episoden, die sich gegenseitig kommentieren und vervollständigen, begegnen in ihrem Berliner Alltag Phänomenen und „Truggestalten“, die sie sich nicht erklären können. Diese unterschiedlichen Menschen, die alle im modernen Berlin der Gegenwart leben und arbeiten, werden, für sie zunächst unverständlich und von Herzog dem Leser sukzessive offen gelegt, mit Phänomen und Geschehnissen aus der Vergangenheit konfrontiert. Da sieht eine amerikanische Künstlerin Blutflecken am Boden. Ei n Manager hat einen Fiebertraum, der sich gespenstisch mit vergangenen Begebenheiten deckt. Und wir erfahren in einer Episode, warum der neue Berliner Flughafen immer noch nicht eröffnet wurde.   Es sind Geschichten voller Absurditäten und Überraschungen, die mich immer wieder an die Forschungen von Lloyd de Mause und Ludwig Janus zur Psychohistorie erinnert haben, Aspekte, die man auch in den Büchern von Alice Miller findet.   Wie die Vergangenheit weiter wirkt, in Menschen, in Wohnungen, an Plätzen, wie sich die Geschichte Bahn bricht und manifestiert in zunächst unerklärlichen Phänomenen, das hat der Filmregisseur Rudolph Herzog in seinem Debüt auf eine weniger gruselige als unterhaltsam - nachdenkliche Weise erzählt. Man kann sich diese Geschichten ausnahmslos als Kurzfilme vorstellen.      

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  • Vielfalt einer Großstadt

    Truggestalten

    Girdie

    14. March 2017 um 21:03

    Im Buch „Truggestalten“ von Rudolph Herzog sind sieben sagenhafte Erzählungen versammelt. Wie der Titel bereits andeutet, beinhalten die unterschiedlichen Geschichten Figuren, die unrealistisch sind, teils weil sie ausschließlich unserer Fantasie entspringen, teils weil sie durch Sagen in unsere Köpfe gekommen sind. Keine von ihnen hält einer realen Betrachtung stand. Das Titelbild des Buchs zeigt das East Side Hotel in Berlin, so wie wir es heute besuchen können. Die Kinder auf der Kaimauer passen mit ihrer Kleidung nicht ins Bild, stehen aber für vergangene Zeiten in der Stadt. In jeder Story wird eine Episode aus der Vergangenheit angeschnitten, die mich als Leser dazu veranlasste, mir diese ins Gedächtnis zu rufen und nach weiteren Informationen darüber im Netz zu suchen.Die Erzählungen basieren manchmal auf genau jenen Erinnerungen, die auf unerklärbare Weise sich ihren Weg in das Bewusstsein der Berliner Bewohner, gleich welchen Alters drängen. Da sind beispielsweise polnische Zwangsarbeiter im zweiten Weltkrieg oder auch eine als verrückt erklärte Näherin aus dem 19. Jahrhundert. Erinnerungen an den Hungerwinter nach dem Krieg, aber auch an dem Mauerfall werden wach. Und wer bisher noch nicht wusste, woran es liegt, dass der neue Berliner Flughafen noch nicht fertig ist, wird hier eine Erklärung finden. Doch nicht nur die Vergangenheit dient der Erklärung der trügerischen Gestalten. Hierhinter verbergen sich auch Wiedergänger, Aufsitzer und Dschinn. Immer wieder finden sich Begebenheiten, die zwar weder zur Begründung noch zum Ablauf der jeweiligen Geschichte beitragen, aber interessant und abwechslungsreich sind.Die Schilderungen spielen in unterschiedlichen Teilen der Hauptstadt Berlins, als Leser begegnete ich dort verschiedenen Kulturen. Nicht nur den Zeitgeist, sondern auch die aktuelle gesellschaftliche Lage versteht der Autor einzufangen. Rudolph Herzog schreibt in der allwissenden Erzählperspektive ebenso wie in der Ich-Form aus Sicht einer Frau und eines Manns. Die Gestaltung der Storys in der Verbindung zu historischen Geschehnissen verbunden mit Mystik hat mich sehr angesprochen. Gefehlt hat mir ein wenig die Verbindung zwischen den Geschichten, denn neben dem Handlungsort Berlin findet man nur gelegentlich eine Figur, die einem vage aus einer anderen Erzählung bekannt vorkommt und die vergleichbar mit einem Wimpernschlag auch schon wieder entschwunden ist.Das Buch hat bei mir wohlige Schauer des Gruselns ausgelöst. Es zeigt die Vielfalt einer Großstadt, die Bedeutung des Einzelnen und Flüchtigkeit des Moments. Gerne kann es mehr solcher Geschichten geben.

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  • Die Geister der Vergangenheit in Berlin

    Truggestalten

    michael_lehmann-pape

    09. March 2017 um 15:05

    Die Geister der Vergangenheit in Berlin„Sie haben ein Problem mit einem Ifrit“.Was das ist, warum dafür ein Hahn in der Küche der neu bezogenen Altbauwohnung nötig sein wird und dass ein solcher „Ifrit“, falls es das gibt, ja irgendwoher kommen muss, dass erfährt der junge und frische Mieter nicht so richtig.Wenn aber eine Küchentür einem den Finger bricht, dann läuft Herzog durchaus in „Stephan King“ Richtung auf. Weniger, was den Effekt des Gruselns angeht, wohl aber, was diese „Zwischenwelt“ angeht, die „Geister-Ebene“.Allerdings, das ist nicht die Hauptrichtung dieser einzelnen und doch miteinander verbundenen Geschichten aus und über Berlin, damals und heute und wie das miteinander verbunden sein könnte. Auf dieser Ebene. Es sind „Rand-Geister“, die ihre Rolle spielen, allerdings nur zur Illustration dessen, was an leidvoller Geschichte und aktueller Atmosphäre in Berlin anzutreffen, vorherrschend ist.„Ich habe daher den Frieden, der wieder in meine Wohnung einkehrte, nie mit den Besuchern in Verbindung gebracht“.Wohl aber hat dieser Friede, dauerhaft, auch damit zu tun, dass der junge Mann gegenüber „Rakete“, alt 68er, Yoga Guru, Frauenversteher mit Harem und doch letztlich ein ziemlich kleines Licht, nimmt man die „Anbetung“ durch eine bestimmte Sorte von Leuten mal weg, am Ende sich ganz anders stellen wird. Und nicht nur er als neuer Mieter, auch eine „Szene-gestählte“, nun aber alternde Frau wird einen Strich ziehen können.Solche Geister mögen ihr Unwesen treiben aus den „wilden Jahren“ heraus noch, doch wenn der alte Hausmeister, der der Gentrifizierung einfach trotzt, indem er für „seine Mieter“ auch nach der „Verschönerung“ absolut da ist, nun eben nicht angestellt und kostenfrei für alle, wenn dieser alte Mann mit einer Kerze vor einem Loch im Innenhof steht, das durch den Bau eines Spielplatzes entstanden ist. Eine Kerze für jene, die dort Zwangsinterniert waren, die starben (und das war nicht nur eine Gruppe von Menschen, da starben so manche andere auch) und damit seine Hausmeistertätigkeit, sein Leben beendet, dann kann einem schon ein Schauer über den Rücken fahren, so eindrücklich und sprachlich versiert führt Herzog den Leser in diese Atmosphäre hinein.Da in der dortigen Wohnanlage auch einer der Ich-Erzähler lebt, und dieser in einer dunklen Ecke des Hofes wie von festen Händen gepackt sich gerade noch losreißen kann, bevor er on einen Verschlag gezerrt werden würde, ist klar, dass in diesem Berlin Kräfte vorhanden sind, die eben an der Gegenwart zerren, die nie wirklich beerdigt wurden, die das Leben in der Gegenwart weiterhin, diffus und nicht klar benennbar, mitbestimmen.Was Herzog wunderbar in Symbole zu fassen versteht, was er ganz alltäglich in die Geschichten dieser Leute, miteinander verwoben, zudem spannend und unterhaltsam erzählt und immer einen doppelten bis dreifachen Boden für seine Geschichten in Petto hat.Alles, was da teils auch an skurrilen Charakteren gerade das Leben gestaltet, in einem vordergründig individualistischen Lebensstil, ist doch, bei Lichte betrachtet, gar nicht so schrill und bunt, wie es scheint und ist, vor allem, auf „geschichtsträchtigem Boden“ immer auch angereichert mit dem, was in Berlin war und sich nicht abschütteln lässt.Wunderbare Gestalten, ein anregender, knapper, auf den Punkt treffender Ton, eine „Zwischenwelt“, die nicht ängstigt, sondern eher verblüffend deutlich macht, dass eben nicht immer „alles neu“ ist, im Gegenteil und eine Entzauberung all der rasanten Lebensgeschwindigkeit der Stadt, in der viele der Beteiligten als „Truggestalten“ enttarnt werden und die eine hervorragende Lektüre im Gesamten ergibt.„Es gibt keine Geister“!„Dann nenn es Vergangenheit“!

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  • Berlins rasante Gegenwart trifft auf düstere Vergangenheit ...

    Truggestalten

    Lit-Trip

    20. February 2017 um 22:15

    Berlin versprüht mit seinem angesagten Großstadtcharme ein Gefühl von Freiheit, Lebenslust und Selbstverwirklichung. Glasfassaden zieren die gefüllten Straßen. Geschäftsleute pendeln durch die Stadt, ständig auf der Suche nach dem großen Deal. Tagsüber eine Business-Metropole, nachts ein Paradies verruchter Clubs und wilder Partygänger. Bei solch einem Bild von Modernität und Schnelllebigkeit wird das Vergangene leicht vergessen - bis sie sich wie die Wurzeln einer alten Eiche durch den Asphalt drängt.  In "Truggestalten" erzählt Rudolph Herzog sieben kurze Episoden aus den Leben von Menschen, die sich in ihrer Arbeit verlieren. Die den richtigen Weg erst noch finden müssen. Die gezwungen sind, über ihre Rationalität hinauszuwachsen. Und die sich ihre Zukunft ausmalen und die Vergangenheit verblassen lassen, während andere versuchen, sie mit beiden Händen festzuhalten.  In einem schnörkellosen, auf den Punkt gebrachten Stil beschreibt Herzog wie Spiritualität und Verstand aufeinanderprallen. Er versteht es, die düstere Vergangenheit und unbeglichene Schuld aufleben zu lassen.  Doch obwohl der unverblümte Schreibstil die zeitgenössichen Geschichten geschickt unterstreicht, fehlt das gewisse Etwas. Kleine gefühlvolle Details, die im Kontrast zu der harten und rationalen Arbeitswelt stehen, hätten dem Leser eine nähere Bindung zu den doch sehr kurzen Texten ermöglicht. Auch die Kürze der Geschichten hat oftmals die Spannung abrupt unterbrochen. Der Leser wurde unbefriedigt und mit zu vielen Fragen zurückgelassen. Gerade bei der Begegnung von Vergangenheit und Gegenwart hat es meist an tieferen Einblicken und abgerundeter Erzählung gefehlt.  Insgesamt ist "Truggestalten" ein modern geschriebenes Buch mit interessanten Geschichten, die hier und da einen Feinschliff der Kanten benötigen, um den neugierigen Leser zufrieden zu stellen.

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  • 2,5 von 5 Sternen

    Truggestalten

    Literaturchaos

    16. February 2017 um 16:11

    Es gab einmal eine Zeit, in der das Genre der Schauergeschichten groß in Mode war. Zu Zeiten der englischen Autorin Jane Austen etwa, also zu Beginn des 19. Jahrhunderts las man mit Vorliebe Bücher dieses Inhalts. Heimlich und im stillen Kämmerlein, um die Contenance zu wahren, aber ja, man las sie. Mit dem größten Vergnügen. Der Buchmarkt wuchs und wuchs und viele neuartige Genres kamen mit der Zeit dazu: Psychothriller, Chick Lit, Fantasy oder Dystopie beispielsweise. Die Schauergeschichten gerieten somit in Vergessenheit. Vermutlich waren sie einfach zu seicht - die Leser wollten, dass ihnen bei der Lektüre die Haare zu Berge standen, denn mit einem leichten, gruseligen Erschaudern gab man sich nicht mehr zufrieden. Der Autor Rudolph Herzog hat nun mit seinen "Truggestalten" das Genre der Schauergeschichten wiederbelebt. Allerdings mitnichten im alten England, welches ja wie gemacht für Grusel jeglicher Art ist, sondern im heutigen Berlin. In der Metropole an der Spree, dieser multikulturellen und modernen Stadt voller Baustellen. Und voller Geschichte. Ja, die Geschichte Berlins war nicht immer schön. Im Gegenteil. Hier setzt der Autor an und zeichnet in seinen sieben ineinander übergreifenden Geschichten ein sehr trübes Bild von Berlin. Melancholisch und traurig kommt die Stadt daher. Grau und verbittert, mit einer teils schrecklichen Vergangenheit, die nicht zur Ruhe kommt. Leuten wie du und ich widerfährt in diesen Geschichten Unerklärliches. Geräusche, wo keine sein dürften, Spuren, die plötzlich auftauchen, Menschen, die von jetzt auf gleich verschwinden. Alles zusammen ist dicht mit der Vergangenheit  Berlins verwoben. Mit den Geistern der Vergangenheit, mit Menschen, denen Unrecht angetan wurde und deren Seelen dazu verdammt sind, umherzuwandern.. Habe ich die ersten beiden Geschichten in "Truggestalten" noch sehr gern gelesen, flachte das Buch mit der dritten leider schon ab und dümpelte dann weiter vor sich hin. Manche Geschichten schienen mir künstlich in die Länge gezogen und bei anderen wollte sich mir der Sinn, der dahinter steht, einfach nicht erschließen. Rudolph Herzog hat mit Sicherheit einen angenehmen Erzählstil und "Truggestalten" liess sich auch mit seinen 256 Seiten schnell weglesen, einen bleibenden Eindruck hat es jedoch bei mir nicht hinterlassen.

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