Ruggero Leò

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Große Geschichten vom kleinen Volk

Große Geschichten vom kleinen Volk

 (5)
Erschienen am 24.04.2017

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Rezension zu "Große Geschichten vom kleinen Volk: Fantasy" von Ruggero Leò

Austauschbare Protagonisten.
Admiralvor 4 Jahren

Einleitung

In 15 Kurzgeschichten werden die Hobbits im Buch "Grosse Geschichten vom kleinen Volk" von Ruggero Leo herausgegeben aus verschiedensten Standpunkten heraus in Kurzgeschichten behandelt.

Zusammenfassung

Obwohl alle Geschichten von einem einzigen Moment verbunden werden, nämlich im Vorkommen der "Hobbits" (auch mal Wichte oder Halblinge oder anderes genannt), sind die Themenspektren doch sehr breit gefächert. So bettet die Kurzgeschichte "Shloko Holmser & Der unsichtbare Armbrustschütze" von Bernd Perplies (137-159) wie der Name bereits verrät das Volk der Hobbits in das Krimigenre und folgt gewissermaßen Doyles traditioneller Methodik. Die erste Kurzgeschichte andererseits ("Wenn einer eine Reise tut" von Christoph Hardebusch; 9-16) erinnert evtl. eher an eine Soap, wo Nichtigkeiten zu faktischen Skandalen aufgebauscht werden. Ein drittes Beispiel will ich noch bringen: Die Kurzgeschichte von Stephan Russbült "Zur Toten Krähe" (435-482) geht in ihren Erzählungselementen doch ein wenig in das Horrorgenre ein mit ihren plastischen Beschreibungen der Untoten und dem Spannungsaufbau.

Ein interessanter Versuch ist auch "Das Herz der Finsternis" von Alexander Lohmann (53-110), indem der Autor versucht hat 2 Literatur"größen" zu verknüpfen. Evtl. schien mir das nur so, doch mit der Herrin vom See ist ein Element aus dem Werk Bradleys aufgegriffen und die Gesamtkonzeption der Erzählung ist stark angelehnt an Tolkiens großes Werk.


Fazit

Die Anthologie ist geprägt von einer überraschenden, unteren Durchschnittlichkeit, wobei aber ehrlicherweise kein Geschichte besonders positiv auffällt. Andererseits fielen mMn einige dann doch aber negativ auf. So ist bspw. der Handlungsverlauf von Claudia Kerns "Die Hütte" (207-224) kaum nachvollziehbar und oft unplausibel, da einige Geschehnisse völlig sinnentfremdet sind (war der Hobbitsöldner die ganze Zeit in dem Haus ? Was ist mit dem Kampf vor der Hütte ? etc.).  Die Geschichte "Der Dolch des Ritters" (Prisca Burrows; 411-434) hat so, neben der vorangehenden Kritik, die hier ebenso wieder gilt, auch einen Charakte, der eher an eine strenge Mutter mit erhobenem Finger erinnert und es überhaupt nicht schafft (bei mir zumindest nicht) irgendwelche Sympathiegefühle zu wecken. Zuletzt war eine besonders negative Überraschung Wolfgang Hohlbeins "Ruhe sanft" (483-503), wo mit so amateurhaften Momenten Spannung aufzubauen versucht wird, dass es auf ein "Sag es mir !" "Nein." "Komm schon !" "Auf keinen Fall !" etc. hinausläuft. Geschweige denn von der fehlenden Charaktertiefe und dem völlig inexistenten Kontext der Handlung.

Aber ein paar positive Worte will ich auch sagen. Rebecca Hohlbeins "Lorrich" konnte dann doch mit netten Charakteren und einer interessanten Story trumpfen. Auch hat sie subtil eine Welt aufgebaut, die allein mit Andeutungen schon meine Vorstellungskraft erforderte. Ihre Helden bleiben völlig konturlos, doch durch einzelne Details und sporadische Erwähungen ist es gut möglich gewesen, sie sich vorzustellen.

Was auch fast allen Geschichten gleich ist, ist die weite Definition des "Hobbits". In allen Geschichten ist das Konstrukt des "Hobbits" austauschbar gegen andere Völker, was dann den Anthologietitel irgendwie überflüssig macht. Nur Stephan Russbült hat hier Ansätze gegeben, einer gewissen Hobbitdefinition (HdR) gerecht zu werden, indem er seine Halblingsprotagonisten völlig locker mit JEDER Situation umgehen lässt und hier eine artspezifische Gelassenheit durchschimmert. Bei ihm geht sie jedoch stark ins Satirische, wenn die Brüder sogar angesichts untoter und halbverfaulter Pferde/Hühner nur lachen können.

Befremdlich ist auch ein wenig, dass der Hg. keine Geschichte geschrieben und mitabgedruckt hat.

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