Rujana Jeger

 3.8 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Darkroom.

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Darkroom
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 (5)
Erschienen am 25.02.2004

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Rezension zu "Darkroom" von Rujana Jeger

Rezension zu "Darkroom" von Rujana Jeger
Hallogenvor 8 Jahren

Ich kann nicht begreifen, wieso dieses Buch so gelobt wird. Da ist von 'Granatensplittern der Erinnerung', dem 'Darkroom als Jugoslawien' (immerhin eine interessante Lesart) und ähnlichem Unsinn die Rede, doch ist es in Wirklichkeit so geschrieben, wie es wohl jeder Mensch könnte: einfach das, was einem gerade einfällt in den PC gehämmert, und wenn die Gedanken abschweifen, schön brav einen Absatz einfügen. Sprunghaft trifft es wohl eher. Dennoch glaube ich, dass diese Art von Literatur auch vielen Menschen gefällt, sonst gäbe es diese Setzbausteinbücher nicht immer und immer wieder.

Dieses Buch hat die klassischen Versatzstücke der aktuellen Literatur und ist so bemüht cool, dass es einen nur anödet, wie da die üblichen Drogenexzesse, Sexpraktiken und Fäkalepisoden abgearbeitet werden. Es gibt seltene Augenblicke, in denen Jeger tolle Bilder gelingen, etwa vor der Moschee in Nordafrika mit der US-Amerikanerin, doch ich hatte die meiste Zeit den Eindruck, sie wolle unbedingt wie Dubravka Ugresic und Edo Popovic schreiben, hat dabei aber vergessen, auch so etwas wie einen Roten Faden einzubauen, der erkennen lässt, dass die Autorin hier nicht nur wahllos Anekdötchen aneinanderreiht. Wohlwollend könnte man sagen, dass es ihr gelingt, einen Szenetypus in seinen Facetten auszuleuchten, ein Milieubild zu kreieren, aber da bin ich schon sehr zuvorkommend, denn es ist ein winziger Ausschnitt. Im Gegensatz zu Stanisic ('Wie der Soldat das Grammofon repariert'), der ganz ähnlich schreibt, aber im zweiten Teil seines Buches auch was daraus macht, und überaus heikle Themen anspricht, ist das hier nur Stückwerk. Weil ich ihn nach ihr las, hätte ich sein Buch fast nicht zuende gelesen, denn da kamen sehr ungute Erinnerungen hervor. Das nehme ich ihr ein wenig übel ;-)

Den zweiten Stern verdient sie nur, weil sie manche ihrer über 70 Personen durchaus bewegend schildert, und weil sie Perspektivwechsel verwendet (nur weiß ich nicht recht, ob bewusst oder zufällig). Zudem ist sie nicht immer um Anerkennung bemüht, und ihre zweite Hauptfigur Kristijan nennt z. B. die Wahlheimat München 'den Arsch des dritten Reiches'.

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