Rujana Jeger Darkroom

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Inhaltsangabe zu „Darkroom“ von Rujana Jeger

Morana ist in Zagreb geboren und lebt inzwischen in München, ihr Vater ist zum dritten Mal verheiratet und lebt in Amerika, die Stiefmütter werden immer jünger, ihre Mutter ist krank und Kristijan - ihr bester Freund - auch. Moranas Eltern waren Balkan-Hippies, ihre Kindheit und Jugend ein etwas chaotisches, aber liebenswertes Flickwerk aus Tradition und blockfreiem Sozialismus und eher westlich geprägtem Hedonismus, komisch und etwas orientierungslos. Aber dann kamen die Ereignisse der neunziger Jahre, der Zerfall Jugoslawiens und der Krieg, und nichts hat Morana, ihre Familie und ihre Freunde darauf vorbereitet. Heute sind sie in alle Welt verstreut. In kurzen prägnanten Szenen, ironisch, grotesk, klug und voller Mitgefühl, zeichnet Rujana Jeger das Bild einer Generation, die sich jenseits von Familie und Tradition, Staat und Beruf, zwischen Konsum, Krieg, Liebe und Chaos selbst ihren Weg bahnen muß.

«Darkroom» zeichnet das Bild eines Zustandes, wie ihn eine junge Generation überall auf der Welt heute vorfindet, allerdings verschärft durch Erfahrungen und Umbrüche, die anderen erspart geblieben sind. Dafür hat Rujana Jeger eine überzeugende und faszinierende literarische Form gefunden, trotzig, traurig, komisch, schön.

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  • Rezension zu "Darkroom" von Rujana Jeger

    Darkroom

    Hallogen

    Ich kann nicht begreifen, wieso dieses Buch so gelobt wird. Da ist von 'Granatensplittern der Erinnerung', dem 'Darkroom als Jugoslawien' (immerhin eine interessante Lesart) und ähnlichem Unsinn die Rede, doch ist es in Wirklichkeit so geschrieben, wie es wohl jeder Mensch könnte: einfach das, was einem gerade einfällt in den PC gehämmert, und wenn die Gedanken abschweifen, schön brav einen Absatz einfügen. Sprunghaft trifft es wohl eher. Dennoch glaube ich, dass diese Art von Literatur auch vielen Menschen gefällt, sonst gäbe es diese Setzbausteinbücher nicht immer und immer wieder. Dieses Buch hat die klassischen Versatzstücke der aktuellen Literatur und ist so bemüht cool, dass es einen nur anödet, wie da die üblichen Drogenexzesse, Sexpraktiken und Fäkalepisoden abgearbeitet werden. Es gibt seltene Augenblicke, in denen Jeger tolle Bilder gelingen, etwa vor der Moschee in Nordafrika mit der US-Amerikanerin, doch ich hatte die meiste Zeit den Eindruck, sie wolle unbedingt wie Dubravka Ugresic und Edo Popovic schreiben, hat dabei aber vergessen, auch so etwas wie einen Roten Faden einzubauen, der erkennen lässt, dass die Autorin hier nicht nur wahllos Anekdötchen aneinanderreiht. Wohlwollend könnte man sagen, dass es ihr gelingt, einen Szenetypus in seinen Facetten auszuleuchten, ein Milieubild zu kreieren, aber da bin ich schon sehr zuvorkommend, denn es ist ein winziger Ausschnitt. Im Gegensatz zu Stanisic ('Wie der Soldat das Grammofon repariert'), der ganz ähnlich schreibt, aber im zweiten Teil seines Buches auch was daraus macht, und überaus heikle Themen anspricht, ist das hier nur Stückwerk. Weil ich ihn nach ihr las, hätte ich sein Buch fast nicht zuende gelesen, denn da kamen sehr ungute Erinnerungen hervor. Das nehme ich ihr ein wenig übel ;-) Den zweiten Stern verdient sie nur, weil sie manche ihrer über 70 Personen durchaus bewegend schildert, und weil sie Perspektivwechsel verwendet (nur weiß ich nicht recht, ob bewusst oder zufällig). Zudem ist sie nicht immer um Anerkennung bemüht, und ihre zweite Hauptfigur Kristijan nennt z. B. die Wahlheimat München 'den Arsch des dritten Reiches'.

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