Rula Jebreal

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Autor von Miral, Miral und weiteren Büchern.

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Miral

Miral

 (3)
Erschienen am 01.11.2010
Miral

Miral

 (1)
Erschienen am 18.04.2011

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Rezension zu "Miral" von Rula Jebreal

Rezension zu "Miral" von Rula Jebreal
serendipity3012vor 8 Jahren

Frauenleben in Palästina

In Rula Jebreals Roman „Miral“ begegnet der Leser mehreren Frauen, die alle in irgendeiner Form mit dem Waisenhaus Dar Al Tifel in Zusammenhang stehen. Die selbstlose Hind ist diejenige, die das Haus 1948 gegründet hat, nachdem sie 55 junge Waisenkinder aufgelesen hatte, denen sie ein Zuhause geben wollte. Dar Al Tifel und seine jungen Mädchen und Frauen werden von da an zu ihrem Lebensinhalt.

Außerdem begegnen wir Fatima, die wegen eines geplanten Terroranschlags eine Haftstrafe absitzt und Nadia, die sie im Gefängnis kennenlernt und die – meist vergebens – nach Glück und Zufriedenheit in ihrem Leben sucht. Ihre Tochter Miral wird in Hinds Schule gehen, sich politischen Aktivisten anschließen und an Demonstrationen für ein freies Palästina teilnehmen. Sie begibt sich damit in große Gefahr. Hind versucht, sie zurückzuhalten, bevor es zu spät ist.

Jula Jebreal versucht in ihrem Roman, den Nahost-Konflikt aus der Sicht einiger direkt Betroffener darzustellen, ihre Ängste, ihre Wünsche, ihre Beweggründe für ihr Verhalten zu zeigen. Die Lektüre von „Miral“ läßt aber einige Wünsche offen.

Es scheint, als wolle Jebreal zu viel in ihrem Roman erzählen; es sind zu viele Protagonistinnen, zu viel erzählte Zeit, die sie auf 350 Seiten unterzubringen versucht. So passiert es immer wieder, dass ein Handlungsstrang plötzlich fallengelassen oder eine Begebenheit in wenigen Zeilen abgehandelt wird und der Leser sich fragt, wieso diese Stellen so schlagartig abbrechen, während gerade sie eigentlich Potential für interessante Geschichten gegeben hätten. Daher wirkt der Roman an einigen Stellen eher wie eine Aneinanderreihung von Episoden, die nur vage miteinander in Verbindung stehen. Es gibt keine Linie, keinen erzählerischen Bogen, der die Geschichte Mirals und der anderen Frauen zusammenhält.

Auch an anderen Punkten lässt der Roman zu wünschen übrig. Der Stil ist einfach, manchmal sogar plump. Plötzlich eingebrachte Lebensweisheiten der Figuren verwirren den Leser, der mit diesen Ausbrüchen und Stilwidrigkeiten nicht rechnet. Vor allem nimmt sich die Autorin keine Zeit, ihre Figuren glaubwürdig zu zeichnen und ihnen psychologische Tiefe zu geben. Sie bleiben oberflächlich und austauschbar und werden nur an einigen Stellen aus einer scheinbar plötzlichen und unerwarteten Motivation heraus überraschend charakterisiert. Charakterzüge werden dann auch meist eher beschrieben als erzählerisch vermittelt. Daher fällt dem Leser natürlich auch eine Identifikation mit den Figuren schwer.

So gäbe es genug Begebenheiten, die zum Mifühlen einladen würden, aus den genannten Gründen bleiben die Leiden der Protagonistinnen dem Leser aber seltsam fremd und fern. Dabei ist es durchaus interessant zu lesen, was in Miral vorgeht, wenn sie sich dafür entscheidet, an Demonstrationen teilzunehmen, Flugblätter verteilt, sich in Gefahr begibt und wenn im Roman über die Frage diskutiert wird, ob der Weg zu einer Zwei-Staaten-Lösung ein gewalttätiger sein soll oder ob es eine gewaltfreie Lösung geben kann. Freilich lesen wir über den Konflikt im Nahen Osten überwiegend aus palästinensischer Sicht, ausgewogene Argumentationen von beiden Seiten sind daher nur am Rande zu erwarten.

„Miral“ ist ein Roman, der sich recht gut lesen lässt und der durchaus interessante Einblicke in das Leben der Palästinenser und Israelis gibt, die Konflikte auch im Kleinen aufzeigt und anrührende Einzelschicksale erzählt. Wer über literarische Mängel hinwegsehen kann, der wird „Miral“ durchaus gerne lesen. Wer psychologische Tiefe und eine ausgewogene Geschichte sucht, der wird von dem Roman eher enttäuscht sein.

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