Ruprecht Günther

 3.9 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Das Bild der Zeit, Der Botschafter des Teufels und weiteren Büchern.
Ruprecht Günther

Lebenslauf von Ruprecht Günther

Ruprecht Günther studierte an der FH München Grafik-Design und arbeitete jahrelang als Grafiker und Illustrator. 1997 entdeckte er seine Liebe zu Brasilien. Seine Aufenthalte wurden jedes Jahr ein wenig länger, bis er 2002 den Sprung wagte und zu seiner Frau nach Salvador da Bahia zog. Er vermietet hin und wieder an Touristen und betreibt einen kleinen Post- und Kunstkarten-Verlag. In Brasilien widmet er sich drei Leidenschaften: dem Schreiben, der Fotografie und der Musik. Im Lauf der Jahre entstanden einige Romane und viele Kurzgeschichten. Auf dem Motorrad und mit Kamera zieht er durch die Favelas, durchs Landesinnere und dokumentiert die afrobrasilianische Naturreligion »Candomblé«.

Neue Bücher

Napoli

Neu erschienen am 29.10.2018 als Hardcover bei SALON LiteraturVerlag.

Alle Bücher von Ruprecht Günther

Das Bild der Zeit

Das Bild der Zeit

 (11)
Erschienen am 17.03.2015
Der Botschafter des Teufels

Der Botschafter des Teufels

 (3)
Erschienen am 06.11.2015
Die Lüchsin

Die Lüchsin

 (1)
Erschienen am 20.10.2016
Zwischen Sternen und Schutt

Zwischen Sternen und Schutt

 (0)
Erschienen am 01.05.2016
Im Zeichen der Götter

Im Zeichen der Götter

 (0)
Erschienen am 01.03.2015
Napoli

Napoli

 (0)
Erschienen am 29.10.2018
LISBOA

LISBOA

 (0)
Erschienen am 10.11.2017

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Ruprecht Günther

Neu
Kapitel94s avatar

Rezension zu "Das Bild der Zeit" von Ruprecht Günther

Verwirrender Körpertausch
Kapitel94vor 8 Monaten

Nach Freaky Friday und anderen diversen Disney-Filmen, in denen Mutter und Tochter oder Freund und Freundin die Körper tauschen und die komplette Handlung eher einer Komödie gleicht, fand ich es sehr spannend, einmal eine ernstere Auffassung dieser Zauberei zu lesen. Das Bild der Zeit beinhaltet zwar nur wenige lustige Szenen, fokussiert dafür aber eher auf die Frage nach Identität (Kann ich trotzdem ich selbst sein, obwohl ich in dem Körper eines anderen stecke?) und wahrer Kunst (kann man den Wind, die Macht, die Zeit malen?).

Es ist das Jahr 2010: Sigi, ein begabter, aber weniger erfolgreicher Maler, und sein Freund Karl-Heinz, ein Antiquitätenhändler, tauschen ihre Körper nachdem sie sich über ihr eigenes Leben beklagt haben: wie viel schöner wäre es doch, wenn sie einmal in die Haut des anderen schlüpfen könnten? Ein Zaubererassistent hört diesen Wunsch und führt sie in einen abgelegenen Keller. Dort ergreift Maria Mulambo, der Geist einer früheren Hexe, Besitz von seinem Körper und tauscht die Seelen der beiden Freunde aus. Eine Woche müssen sie unter der Identität des anderen auskommen, erst dann können sie sich zurückverwandeln.

Am Anfang sind Sigi und Karl-Heinz etwas geschockt und finden sich nur schwer in ihr neues Leben ein, doch je mehr Zeit verstreicht, desto einfacher fällt es ihnen. Nach nur wenigen Tagen gehen sie in ihren neuen Rollen förmlich auf: Karl-Heinz verkauft Sigis Bilder für eine Unmenge an Geld; für die Summe, die die Bilder auch wirklich wert sind, aber die Sigi nie gefordert hat, und sein Freund macht dafür in seinem Antiquitätenladen bessere Geschäfte als Karl-Heinz selbst schaffte. Während Sigi jedoch anfängt seine Frau und sein altes Leben zu vermissen, findet sein Tauschpartner immer mehr Gefallen am Leben des Malers – endlich hat er eine Frau, die ihn scheinbar liebt, an seiner Seite und kann mit den Bildern seines Freundes ein Vermögen machen. Die Woche nähert sich dem Ende, doch nur noch einer möchte in seinen alten Körper zurück. Könnten Sigi und Karl-Heinz auch in ihren neuen Leben glücklich werden?

Zur gleichen Zeit im Jahr 1941 steht Kamila im Mittelpunkt der Geschichte. Sie ist eine Polin, die als Arbeiterin in einer deutschen Fabrik Feldstechergehäuse für die Soldaten anfertigen muss. Zwischenzeitlich muss sie außerdem als Begleitung und vielleicht sogar Inspiration für den anwesenden Doktor dienen, in dem sie ihm, während er seiner Arbeit nachgeht, Gesellschaft leistet.

Die Geschichte, die hinter Das Bild der Zeit steckt, fand ich sehr spannend, doch war es teilweise etwas schwer zu durchschauen, in welchem Verhältnis die Charaktere zueinander stehen. Auch der Spannungsbogen beginnt erst recht spät im Buch, sodass alle offenen Verknüpfungen auf nur ein paar Seiten erklärt werden. Hier habe ich mich dabei ertappt, wie ich die ein oder andere Seite noch einmal lesen musste, um die verschiedenen Beziehungen der Charaktere untereinander auch richtig zu verstehen. Für mich hätte das Buch ruhig noch fünfzig Seiten länger sein können, auf denen der Autor die unterschiedlichen Verbindungen mehr im Detail beschreibt.

Die Darstellung der Charaktere und die der Magie fand ich allerdings sehr gut gelungen. Keine Person im Buch glich einer anderen – jede hatte seine eigenen Wesenszüge und Eigenheiten. Auch wie der Autor das Thema Zauberei im Buch eingebunden hat, fand ich gelungen. Hier und da habe ich beim Lesen überlegt, ob es diesen geheimnisvollen Keller wirklich gibt oder ob nicht doch irgendwo auf der Welt eine Person lebt, die solch einen Zauber vollführen könnte. Das Bild der Zeit ist ein Drama, aber auch Fantasy-Roman, der seine Leser fordert und an bestimmten Stellen zum Nachdenken anregt.

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Schizothekares avatar

Rezension zu "Die Lüchsin" von Ruprecht Günther

Erfrischend andere Gesellschaftsdystopie mit Mehrwertd
Schizothekarevor 9 Monaten

Man stelle sich vor man lebt in einer Ära des Elitarismus. Staaten wie wir sie kennen, existieren nicht mehr. Die Regierungen wurden zerstört und es herrscht ein Kreis von Wenigen, die die Geschicke Europas lenken.

Die im Übrigen auch niemand so wirklich kennt und greifen kann.

Weiterhin stelle man sich vor, dass das Äußern von Kritik dazu führen kann, dass sein Leben zerstört wird und man den Boden unter den Füßen verliert.

Furchtbare Vorstellung. Hatten wir ja leider in der Vergangenheit schon mal. Hier geht es aber auch so weit, dass die Leute auf besondere Art und Weise verschwinden...ihnen wird das Gedächtnis gelöscht und sie vegetieren unter den Augen des Staates weiter vor sich hin.

Intelligenz und Talent werden in einem beunruhigendem Maß gefördert und Kinder erfahren in den Institutionen, welche sie durchlaufen müssen, eine erschreckende Indoktrinierung.

Sie durchlaufen einen Test und landen abgeschottet auf der "Insel". Nur die Personen, die es dorthin schaffen, haben auch ein gutes Leben nach dem Abschluss und können in der Gesellschaft was werden.

Wenn man sich also all das vorgestellt hat, ist man mittendrin in Ruprecht Günthers Gesellschaftsutopie "Die Lüchsin".

Utopie würde ich das Ganze aber nun wirklich nicht nennen, liebe Apos. Dystopie trifft es wohl eindeutig besser.

Ich denke, darüber kann man sich vortrefflich streiten. Nur leider würde das hier den Rahmen sprengen. Einigen wir uns doch auf eine Dutopie!

Wie gesagt, die Menschen, die ganz normal sind, bleiben auf der Strecke. So auch unsere genial gezeichneten Charaktere in der Geschichte. Klumpe, Klotze, Keule und Kalle leben nach einigen Schicksalsschlägen auf der Straße. Niemand kümmert sich um sie und dennoch sind sie zufrieden mit ihrem Dasein. Der einzige Lichtblick ist ihr Sozialarbeiter und die Abenteuer, die sie erleben. Unter anderem das Auffinden einer "Lüchsin"

Auch genannt Lu. Ein Genexperiment aus Mensch und Luchs wird von den Freundeneines Nachts nicht weit entfernt vom zerbombten Bundestag gefunden. Die Rettung, der Verbleib und die Zukunft dieses einzigartigen Geschöpfes fesselt den Leser und treibt ihn von einer Seite zur nächsten.

Dieses Buch hat uns wirklich umgehauen. So wirklich wussten wir gar nicht was uns erwartet. Aber, dass was wir erleben durften war einfach ein absolutes Highlight. Man erlebt nicht nur eine Episode der Protagonisten.

Kurz sei hier noch dazwischen geworfen, dass die Perspektive zwischen den verschiedenen Figuren wechselt und die Geschichte so noch plastischer und vielschichtiger wird.

Auch erfährt man um die Hintergründe des Staates und der wissenschaftliche Aspekt kommt ebenfalls nicht zu kurz.

Alles in Allem wird man von Beginn an in eine Geschichte geworfen, die einen nicht mehr loslässt und deren Auflösung ein fulminantes Ende bereithält.

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annlus avatar

Rezension zu "Der Botschafter des Teufels" von Ruprecht Günther

die Vergangenheit holt Peter ein
annluvor 3 Jahren

Plötzlich überfiel ihn wieder die Verzweiflung, die seit dem Fund der DVD mit kalten Händen nach seinem Leben griff. Wo er sich auch hinwandte, überall begegneten ihm Schatten, die sich, wenn er nach ihnen greifen wollte, geschickt entzogen.

Peter Becher ist erster Sekretär der deutschen Botschaft in Lissabon und führt ein geordnetes Leben. Einzig bei seinen heimlichen Treffen mit seinen schwarzen Affären bricht er aus diesem Leben aus. Doch das ändert sich, als er eine DVD findet, die seinen Tod zeigt. Überzeugt davon, die Zukunft zu sehen versucht er alles, um diesem Schicksal aus dem Weg zu gehen. Zunächst noch glaubt er an die Schuld seines Konkurrenten, findet sich aber immer merkwürdigeren Ereignissen gegenüber: ein geheimnisvolles Museum, das immer wieder verschwindet; Fotos, die er sich nicht erklären kann und Zeugen, die getötet werden. Als ihm die Sekretärin des Botschafters zu Hilfe eilt um das Geheimnis zu lüften, scheinen immer mehr Hinweise auf die Zeit seiner Kindheit hinzudeuten.


In der idyllischen Umgebung Lissabons begegnet Peter den dunklen Seiten der Stadt. Dem entsprechend empfand ich den Schreibstil des Autors: einerseits nutzt er Umschreibungen von Farben, die die schönen Seiten der Stadt zeigen, während er sich andererseits kurzer Andeutungen bedient, um ein ungutes Gefühl entstehen zu lassen. Dazwischen liegen Abschnitte, die in ihrer Sprachwahl im Vergleich eher banal und alltäglich erscheinen. Diese werden dann genutzt, wenn die Handlung sich direkt mit Peter beschäftigt und passen zu seinem Charakter. Den geordneten, pflichtbewussten Peter bekommt der Leser nicht zu Gesicht, der verschwindet auf Grund der Ereignisse. Dafür sieht der Leser die Seite an ihm, die bei seinen geheimen Eskapaden hervorkommt – eine Gefühl der Überlegenheit, leichte Arroganz und Macht, die er wohl als Ausgleich von der freundlichen Maske braucht, die er in der Botschaft aufzusetzen pflegt. Diese Maske bröckelt sehr schnell, als er mit der DVD und den darauf folgenden Ereignissen konfrontiert wird. Warum er den Film nicht als Farce abtut und sich sicher ist, darin seine Zukunft zu sehen, habe ich lange nicht verstanden – das hat aber meine Meinung zur Geschichte nicht wirklich getrübt. Im zweiten Teil verschlägt es Peter nach Angola, das sehr realistisch als Land zwischen Armut mit all seinen Wehen und neuem Reichtum mit all seinen Möglichkeiten beschrieben wird. Tatsachen aus dem ersten Teil, die ich als gegeben angesehen hatte, werden nun hinterfragt, die Vergangenheit nimmt immer mehr Einfluss auf Peters Leben. Das Buch ist nicht darauf aus, den Leser dauernd unter Hochspannung zu halten, einige Szenen entwickeln sich erst langsam, die Grundstimmung wird dabei aber immer aufrechterhalten: geheimnisvoll, leicht bedrohlich mit dem Gefühl, dem dafür Verantwortlichen immer einen Schritt hinterherzuhinken. Gespickt ist das Ganze mit einer Reihe an geschichtlichen Details zur Diktatur in Portugal und zum Bürgerkrieg in Angola.

Fazit: Der Beginn gefiel mir sehr gut, die Mischung aus unerklärlichen Ereignissen und Thriller war nach meinem Geschmack. Zur Mitte hin flachte die Spannung etwas ab und ein etwas langatmiger Teil wird zum Ende hin wieder besser, indem er überraschende Wendungen bringt und damit Ereignisse des ersten Teils anders interpretieren lässt.

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Gespräche aus der Community

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Liebe Lovelybooker, ich möchte eine Leserunde starten für meinen Roman "Das Bild der Zeit." Der Adakia-Verlag spendet dazu zehn Bücher. 
Worum geht es? Berlin 2010: Sigi Schnitzler, ein mittelloser, aber inspirierter Künstler, malt so merkwürdige Gemälde wie "Das Bild der Macht" oder "Das Bild des Windes." Das seltsamste von allen ist "Das Bild der Raumes." Es zieht den Betrachter in seine inneren Räume und konfrontiert ihn mit seinen Geheimnissen und Untiefen. Sigi ist wie besessen von der Idee, auch das Pendant zu malen: Das Bild der Zeit. Gemeinsam mit seinem Freund Karl-Heinz überlegt er im Spaß, wie es wäre, für eine Weile Leben und Körper zu tauschen. Ein dunkelhäutiger Gast lauscht ihrem Gespräch, bietet an, er könne helfen und entführt sie in einen verwahrlosten Keller. Von dem Tag an stellt sich das Leben der beiden Männer von den Füßen auf den Kopf. Es dauert lange, bis sie begreifen, dass sie Figuren sind in einem tödlichen Spiel, dessen Wurzeln bis in das Berlin und Lissabon des Zweiten Weltkriegs reichen. Auch Joana, Sigis brasilianische Frau, nimmt unfreiwillig Anteil an dem Spiel und wird eingeholt von den Schatten ihrer Kindheit im Nordosten Brasiliens. Währenddessen ringt Sigi mit seinem geheimnisvollen "Bild der Zeit." Doch um es zu malen, muss er eine schreckliche Aufgabe erfüllen ... 


Zu meiner Person: Ich komme aus München, habe in  den 1990er Jahren meine Liebe zu Brasilien entdeckt und lebe seit 2002 in Salvador da Bahia. Ein- bis zweimal im Jahr komme ich nach München, um bayerische Luft zu schnuppern und den Geschmack von dunklem Weißbier zu genießen.

Ich freue mich auf euch! 
Hier für alle, die noch ein bisschen mehr schnuppern wollen, eine Leseprobe auf youtube:


https://www.youtube.com/watch?v=-aLHefolE3M




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