Russ Harris

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Rezension zu "Raus aus der Glücksfalle" von Russ Harris

Erfrischend anders in der Form
michael_lehmann-papevor 5 Jahren

Erfrischend anders in der Form

Wenn auch die Basis-Inhalte der „Botschaft“ von Russ Harris nicht neu sind (ACT – Akzeptanz- und Commitment-Therapie ist inzwischen durchaus breit bekannt und mit viel Literatur bereits versehen), so ist es in diesem Buch die andere, grafisch gestaltete Form, in der Harris die Basis von ACT und, dem folgend, viele Hilfen für den Alltag fassbar vorlegt.

Ebenso wichtig und gut ist es, dass Harris selbst (anders als viele andere „Ratgeber“) in der Einleitung darauf hinweist, dass dieses Buch, so eingängig es Inhalte an den Leser bringt, nur dann Wirkung entfalten kann, wenn die (ebenfalls anregend gestalteten) praktischen Übungen umgesetzt werden. Wie er auch (zumindest indirekt) darauf verweist, dass das Buch als Begleitung (oder Auffrischung) einer professionellen Therapie oder Beratung sicherlich den größten Nutzen entfaltet.

In einer Mischung sodann zwischen comichaften Grafiken (ohne Sprechblasen!) und kurzen, prägnanten Sätzen bietet Harris eine motivierende Einführung in das „Lebensthema“, wie schwierig es faktisch ist, einfach zufrieden (und hier und da auch glücklich) zu sein.

Die Teufelskreise, in denen das innere Wesen oft steckt, die Prinzipien der ACT, die Arbeit an negativen Gedanken und Gefühlen durch die Methode der „Nicht-Vereinnahmung durch Geschichten“ unter deutlicher Wahrung des „Sein Dürfens“ all dieser Gedanken und Gefühle, mithin eines deutlichen Hinweises darauf, dass ein „Kampf gegen sich selbst“ nicht der Weg zur Gelassenheit und Akzeptanz sein kann, weist die ersten, grundlegenden Schritte für einen akzeptierenden und gelassenen Weg zu sich selbst und durch das eigene Leben.

Ein Ausbrechen aus eigenen, alten, festgefahrenen Denkmustern und „Sündenregistern“, der schon bei der Lektüre befreiend wirkt, auch wenn sich ein längerer Weg natürlich in all dem bereits ankündigt.

Der eigenen Intuition Vertrauen schenken, andere Bilder von sich selber entdecken und zulassen können und damit dann auch die notwendige, innere Haltung auch für schwierigere Wege in sich finden auf dem Weg zu einem erfüllten Leben, all dies findet sich Schritt für Schritt, übersichtlich und oft mit einem Blick zu erfassen im Buch.

Eine Art der Darstellung, die durch die Verankerung in Wort und Bild auch das nachschlagen, das „wieder auffrischen“ einzelner Inhalte deutlich vereinfacht.

Inhaltlich bedarf es so eigentlich keiner anderen Literatur zum Thema, die wesentlichen Elemente der ACT und des daraus folgenden „Weges zu sich und mit sich selbst“ sind im Buch enthalten. Andererseits kann es auf Dauer schon ein wenig viel werden, immer nur in Kernsätzen und mittels einer solchen Bilderflut Inhalte aufzunehmen. Da wäre es anzuraten, so man sich für das Thema stärker interessiert, zeitgleich oder im Nachgang mit einem der grundlegenden Bücher zur ACT zu beschäftigen und dieses Werk von Harris zur Vertiefung, zur übenden Praxis oder zur Auffrischung von Inhalten griffbereit zu lassen.

In der Form eines „halben Bilderbuches“ und den griffig formulierten Inhalten eine empfehlenswerte Lektüre zur ACT und zur Gewinnung einer anderen, unangestrengten Haltung sich selbst und seinem Leben gegenüber. Auch wenn das ein nicht unbedingt kurzer Weg sein wird.

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Rezension zu "Wer vor dem Schmerz flieht, wird von ihm eingeholt" von Russ Harris

Den Schmerz als Brücke zum Herz anderer Menschen sehen lernen und ihn in Poesie verwandeln
WinfriedStanzickvor 6 Jahren

In seinem ersten ebenfalls bei Kösel in München erschienenen Buch „Wer dem Glück hinterher rennt, läuft daran vorbei“, hatte der Therapeut Russ Harris mit vielen Beispielen und Übungen seine Akzeptanz-  und Commitment-Therapie (ACT) vorgestellt und nicht nur mich persönlich sehr von diesem Ansatz überzeugt. Sie fußt in der Erkenntnis, dass niemand gegen sich selbst leben kann.  Hat man aber gelernt und geübt, mit sich und seinen Stärken und Schwächen(!) zu leben, sie also zu akzeptieren, ergeben sich konstruktive Verhaltensänderungen fast von selbst und man gelangt zu einer positiven Lebensgrundhaltung. Das erinnert stark an die bedingungslose Akzeptanz im Rahmen der Gesprächstherapie nach Carl Rogers.  Russ Harris arbeitet hauptsächlich mit der Fähigkeit des Organismus, durch Akzeptanz der Dinge und Verhältnisse seine Kraft zur Veränderung zu entwickeln. Dazu braucht es eine Haltung der Achtsamkeit, die das eigene Innere wert schätzt.

 

In vier Schritten leitet er die Leser seines neuen Buches, das sorgsam durchgearbeitet werden will, an, mit schwierigen Zeiten und Schicksalsschlägen so umzugehen, dass auch daraus etwas Wertvolles entstehen bzw. wachsen kann:

 

1.     Freundlich mit sich umgehen

2.     Den Anker werfen und nach hause kommen

3.     Eine klare Haltung einnehmen

4.     Den Schatz finden

 

Den Schmerz als Brücke zum Herz anderer Menschen sehen lernen und ihn in Poesie verwandeln, darum geht es letzten Endes. Denn jeder Mensch hat die „Fähigkeit, Anteil zu nehmen, Verbindungen herzustellen und einen Beitrag zu leisten, mit Präsenz und einem Lebenszweck zu leben. Ein  größeres Privileg kann es nicht geben.“

 

 

 

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Rezension zu "Wer dem Glück hinterherrennt, läuft daran vorbei" von Russ Harris

Rezension zu "Wer dem Glück hinterherrennt, läuft daran vorbei" von Russ Harris
michael_lehmann-papevor 8 Jahren

Umdenken und Glück ernten

Russ Harris, Arzt, Coach, Psychotherapeut und weltweit tätiger Ausbilder für Psychologen und Therapeuten legt mit seinem Buch einen deutlichen und erkennbaren Gegenentwurf zu den vielen, gängigen und oft sehr kurz gegriffenen Glücksratgebern vor.

Vor allem die, zu Zeiten weit verbreitete, Form des „positiven Denkens“ war Anlass für ihn, sch mit der Materie fundiert und, vorweg gesagt, äußerst kompetent auseinander zu setzen.

Die gängige Vorstellung, dass der Mensch selber „seines Glückes Schmied“ sei, letztlich nur die „richtige“ Methode zu finden und zu verfolgen habe, setzt den Erkenntnissen Russ zu Folge vor allem das Risiko in den Raum, für jedes Scheitern auch wiederum sich selber die Schuld geben zu müssen.
Ein Vorgang, der nicht nur kontraproduktiv ist, sondern, vor allem, nicht nötig im Raume steht. Ganz im Gegenteil zu weit verbreitet behaupteten Konzepten, dass Glück zunächst Arbeit im Sinne der Ausmerzung eigener Schwächen und Fehler bedeutet, entwickelt Russ (und legt dies im buch dar), ein Konzept, das vor allem darauf beruht, die eigenen Fehler und Schwächen, das eigene Versagen und die eigenen Unzulänglichkeiten anzunehmen und auf diesem eher indirekten Wege zum Glück zu finden, statt es zwingen zu wollen.

ACT (Akzeptanz und Commitment Therapie) folgt der Erkenntnis, dass niemand gegen sich selbst zu leben vermag. Lebt man aber mit sich und den eigenen Stärken und Schwächen, folgen konstruktive Verhaltensänderungen fast von selbst und eine positive Lebensgrundhaltung stellt sich ein. Ähnlich wie die Variable der bedingungslosen Akzeptanz im Rahmen der Gesprächstherapie nach Carl Rogers setzt Russ somit vor allem auf die konstruktive Entwicklungsrichtung des Organismus, die durch Akzeptanz des Standes der Dinge ihre Kraft zur Veränderung beginnt, frei zu setzen. Dies basiert auf der, mittlerweile durchaus breiter bekannten, Haltung der Achtsamkeit, die sich zum Ziel setzt, oft unbewusste Vorgänge im eigenen Inneren ins Bewusstsein zu heben und achtsam wert zu schätzen.

Erst wenn, oft unnötiger und künstlich erzeugter, Stress mit sich selbst befriedet wird, ist der Weg für ein sinnvolles und erfülltes Leben offen. Dies die Kernthese des Buches.
Eine These, die Russ in vielfacher Hinsicht praktisch nutzbar zu gestalten versteht.

Beileibe keine theoretische Abhandlung ist es, die er vorlegt, sondern in Form und Stil ein einfach verständliches und zur Eigenarbeit anregendes Buch. Die erläuternden Teile des Buches sind in einfacher und leicht verständlicher Sprache gehalten, die „Glücksfalle“ moderner Ratgeber wird in wenigen Sätzen entzaubert, die eigene Methode in ebenso einfachen Formulierungen einprägsam vorgestellt.

Eine Vielzahl von erläuternden Fallbeispielen, von prägnanten Texten, gelungenen Zusammenfassungen und Arbeitsmaterialen führen fast spielerisch zur Erkenntnis dessen, wie man selbst die eigene „Glücksfalle“ baut, wie man dieser entkommt und sich selbst Schritt für Schritt auf eine andere, konstruktivere Spur setzt. Bedeutsam für die eigene Spur des Lebens ist das „Drang Surfen“, die Möglichkeit, im eigenen Inneren zu spüren, wohin die eigene Person möchte, welcher Drang entsteht und wie man, im Bilde, auf diesem Drang entspannt „surft“, statt ihn entweder zu bekämpfen oder zwanghaft umsetzten zu wollen.

Das eigene Wollen zu spüren, dabei entspannt zu bleiben und dann dem eigenen Wollen zu folgen, dafür setzt Russ eine Vielzahl von Erkenntnissen, Übungen, Möglichkeiten und, vor allem, den Mut, ganz eigene Wege zu finden ohne sich durch vermeintliche Ratgeber oder Normen beirren zu lassen. Ein gesundes Gleichgewicht wird entstehen, in dem der persönliche „Drang“ seinen Weg findet, ohne die zwanghafte Kontrolle zu übernehmen.

Ein tatsächliches „Umdenkbuch“ ist Russ gelungen, in dem er verständlich und mit vielen Übungen und Beispielen versehen, mit der geprägten Vorstellung von Glück ausführlich aufräumt und Wege aus zwanghaften Glücksfallen eröffnet, die einfach umzusetzen und zu erproben sind. Fundiert und kompetent weist Russ auf diese Art und Weise eine Vielzahl von vermeintlichen Glücksratgebern deutlich in die Schranken und eröffnet eigene und sinnvollere Wege.

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