Russell Brand

 3.4 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von My Booky Wook, Revolution und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Russell Brand

Revolution

Revolution

 (5)
Erschienen am 14.04.2015
My Booky Wook

My Booky Wook

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Erschienen am 11.08.2008
Booky Wook 2

Booky Wook 2

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Erschienen am 27.09.2011
Russell Brand's Trickster Tales

Russell Brand's Trickster Tales

 (1)
Erschienen am 04.06.2015
My Booky Wook

My Booky Wook

 (0)
Erschienen am 30.10.2008

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Rezension zu "Revolution" von Russell Brand

Lebe die Veränderung
Brivor 2 Jahren

Wir leben in Zeiten des Umbruchs. Politisch, gesellschaftlich und ökologisch. Nur ökonomisch scheint keine Revolution in Sicht zu sein. Der Kapitalismus gilt den meisten Menschen als unausweichlich, ihre Einflussmöglichkeiten nehmen sie nicht wahr. Gut, dass es Menschen gibt, die genügend Präsenz (auf den unterschiedlichsten Kanälen) besitzen und diese nutzen, einige Fragen zu stellen. Kaum zu glauben, aber Russell Brand, der den meisten Menschen hier eher als Enfant terrible der Unterhaltungskunst bekannt sein dürfte, vielleicht auch noch als Kurzzeit-Ehemann von Katy Perry, tut genau das …

Er selbst ist nach eigenen Aussagen seit seinem 14. Lebensjahr Vegetarier – seit 2011 ernährt er sich vegan. Er meditiert, praktiziert Yoga und auf seinem eigenen Youtube-Kanal lässt er sich gewohnt authentisch über all das aus, was ihn beschäftigt. Es reicht ihm offensichtlich nicht mehr, berühmt oder beliebt zu sein, er möchte mit dieser Beliebtheit auch etwas sinnvolles anstellen. Weil er der Überzeugung ist, dass sich ein Umbruch Weg bahnt und es eine Revolution geben muss, hat er ein Buch über genau dieses Thema geschrieben: Revolution. Anleitung für eine neue Weltordnung heißt es.

Das Cover kommt gewohnt charismatisch daher und genauso schreibt Brand auch. Schnell ist man drin, in seinen Gedankengängen, die zunächst einmal relativ lange um ihn und seine Welt kreisen. Allerdings nicht in einer unangenehmen Nabelschau, sondern in witzigem, bissigem Ton, der trotzdem darauf bedacht ist, andere Menschen mitzunehmen. Und darauf kommt es Brand wohl am meisten an. Klar zu machen: Du bist der Herr Deiner Entscheidungen, die Einfluß haben, wenn auch teilweise im Kleinen. Selbst jahrelang schwer drogenabhängig, hat er das Bedürfnis, zu zeigen, dass es immer auch ohne gehen kann. Aber man muss hart bleiben.

Und genau das scheint seine Botschaft für eine Revolution zu sein: Entscheide Dich und stehe dazu. Lass Dich nicht von Äußerlichkeiten beeinflussen, versuche ein besserer Mensch zu werden, als der, der Du im Moment bist. Das nimmt man ihm ab. Ob diese durchaus sinnigen Ratschläge, die er mit amüsanten Anekdoten aus seinem Leben gut und manchmal scharf würzt, allerdings ausreichen, um eine neue Weltordnung zu erschaffen, kann ich nicht beurteilen. Wünschen würde ich es mir.

Sprachlich betrachtet ist das Buch sehr amüsant zu lesen, doch auch teilweise etwas redundant. Eine Pause tut der Lektüre zwischendurch gut, hat man doch die bisher abgehandelten Themen durch ihre bunten Beschreibungen schnell wieder griffbereit. Brand macht seine Vorstellungen eindeutig klar, tritt für sie ein und das auf hohem rhetorischem Niveau. Ob er damit allerdings viele Menschen überzeugen kann, steht in Frage – konkrete Lösungen bietet er nämlich nicht. Und das ist ein Manko bei einem Titel, der eine Anleitung für eine neue Weltordnung in Aussicht stellt. Ist das vor der Lektüre klar, ist die Enttäuschung am Ende nicht so groß, wie sie es wohl bei einigen anderen Lesern war.

Aber wenn man ehrlich ist, ist es auch nicht weiter verwunderlich, denn ein Patentrezept gibt es nicht für die vielen globalen Probleme, die zu lösen sind und das, was Brand hier zeigt sind vor allem Dinge, die jeder Einzelne für sich und die Gemeinschaft tun kann. Eine erfrischende Lektüre ist Revolution alle Mal, Brand ist kein Messias, auch wenn er auf dem äußerst gelungenen Cover als Mischung aus Jesus und Che Guevara erscheinen mag und wir Leser dürfen uns schon ab und an fragen: was sind wir selbst bereit zu tun, damit sich Veränderungen ergeben.

Um es einfach mit Gandhi zu sagen: Be the change in the world you want to see! Transzendentale Meditation und Yoga können dabei sicherlich helfen.

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Haverss avatar

Rezension zu "Revolution" von Russell Brand

Herz-Jesu-Marxist
Haversvor 3 Jahren

Russell Brand, der erfolgreiche britische Stand-up Comedian, hierzulande bekannt durch seine Kurzehe mit der US-Sängerin Katy Perry, polarisiert und sorgt für Schlagzeilen. Leisetreten ist nicht seine Art, er kommt immer mit dem Holzhammer daher. Im Rahmen seiner öffentlichen Auftritte gibt es immer wieder provokante Äußerungen zu gesellschaftspolitischen Themen von ihm. Ob das nun das bin-Laden-Kostüm ist, in dem er unmittelbar nach 9/11 bei MTV erscheint, oder jetzt seine neueste Veröffentlichung in Buchform - Hauptsache, er ist in den Medien präsent und kann dort seinen Drang zur Selbstdarstellung ausleben.

Aber ganz so abwegig sind die Gedanken, die er in seinem als Sachbuch getarnten Selbstdarstellungswerk „Revolution“ entwickelt und ausführt, nun doch nicht. Nur mit den Konsequenzen, die er daraus ableitet, hapert es, so sie denn auch vorhanden sind, gewaltig.

Russell Brand führt aus, was wir schon alle wissen, garniert mit zahlreichen „Anekdoten“ aus persönlicher Sicht: Es ist die kleine Schar der Plutokraten, die die Fäden in unserer Gesellschaft in der Hand halten und nach Belieben daran ziehen. Unterstützt werden sie  von willfährigen Politikern, die deren Interessen durchsetzen und ihnen so den Weg zu immer größerem Reichtum und Einfluss ebnen. Dabei regiert die Rücksichtslosigkeit, nicht nur gegenüber Menschen, sondern auch gegenüber der Natur, die ohne einen Gedanken an die Konsequenzen des Handelns zu verschwenden hemmungslos ausgebeutet und zugrunde gerichtet wird. Niemand hält sie auf, denn das Volk wird mit Konsumgütern ruhiggestellt – gebt jedem sein I-Phone, seinen Flatscreen und seinen All-inclusive-Urlaub, und schon ist Ruhe im Karton.

Soweit kann ich ihm dann ja noch zustimmen, aber die meisten Lösungsvorschläge, die der Autor präsentiert, sind zum einen nicht auf seinem eigenen Mist gewachsen, zum anderen scheinen sie mir nur im Ansatz erfolgversprechend.  Er vermischt eine gehörige Portion Naivität mit Esoterik (was hat diese Thematik hier zu suchen?) und Herz-Jesu-Marxismus, unausgegoren und völlig ohne Logik – aber dennoch: den einen oder anderen Denkanstoß habe ich durchaus während der Lektüre mitgenommen, und gut unterhalten haben mich Russell Brands Gedanken zur „Revolution“ allemal. Man darf sie nur nicht gar zu ernst nehmen…

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