Russell Wangersky

 2.9 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Walt.

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Walt

Walt

 (15)
Erschienen am 01.08.2016

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kreszenzs avatar

Rezension zu "Walt" von Russell Wangersky

Stalkingmittel: Einkaufszettel
kreszenzvor 2 Jahren

Walt ist ein unscheinbarer Kerl, der als einfacher Angestellter in einem Supermarkt arbeitet, Regale auffüllt, den Boden wischt und Abfalleimer ausleert. Von den Kunden übersehen geht er seiner eigentlichen Leidenschaft nach, dem Sammeln von Einkaufszetteln.

Achtlos weggeworfen, erzählen sie doch so viel über das Leben der Einkaufszettelschreiber und lassen sich wie bei „One Hour Photo“ wie ein Puzzle zusammensetzen. Walt erfährt, wer Liebeskummer hat, wer Besuch erwartet, wer sich aus Einsamkeit eine Katze zulegt. Die junge Alisha fasziniert ihn dabei ganz besonders und so wird aus Interesse schon bald eine gefährliche Obsession…

„Walt“ ist kein klassischer Psychothriller, aber ein Thriller aus der Sicht eines Psychopathen. Er ist sich keines Unrechts bewusst, wenn er anderen Menschen hinterherspioniert und irgendwann sogar in deren Häuser eindringt, sondern fühlt sich noch im Recht und füttert sogar die Katze! Tagebucheinträge von Alisha und die Perspektive eines Polizeiermittlers lassen das Lesevergnügen zunehmend düsterer und beängstigender werden. Immer mehr stellt man sich die Frage, was eigentlich genau mit Walts Frau Mary passiert ist…

Aus anfänglichem Mitleid wurde beim Lesen eine Faszination des Abscheulichen. Gerade weil „Walt“ so unblutig daherkommt, so aus dem Alltag gegriffen ist, war dieses Buch irgendwie besonders verstörend.

Dieses Buch ist auf jeden Fall für Leser empfehlenswert, die eher auf gepflegten Grusel statt auf Splatter stehen!

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Irves avatar

Rezension zu "Walt" von Russell Wangersky

*+* Russell Wangersky: "WALT" *+*
Irvevor 2 Jahren

„Nach dieser Lektüre werfen Sie Ihren Einkaufszettel garantiert nicht mehr achtlos weg!“,
verspricht der Rückentext des Buches.

Das ist jedoch ein Versprechen, das ich nicht einhalten werde. Und das, obwohl ich weiß, wie es einigen der Kunden, die ihre Liste für die Allgemeinheit zugänglich entsorgt haben, anschließend ergangen ist.

Zugegebenermaßen klingt der Klappentext wirklich sehr spannend und passt daher gut zur Bezeichnung Psychothriller der Geschichte. Der Inhalt des Buch hingegen war eher ein Wirrungsroman mit einigen Spannungs-Inselchen, um meine Lese-Empfindungen kurz und knapp wiederzugeben.

„Er“ hat einen Naren an Alisha gefressen. Er ist WALT und berichtet in der Ich-Form, was den Schilderungen eine gewisse Nähe verleiht. Wer genau WALT aber ist, wie er tickt, wo und wie er arbeitet, welche hellen und dunklen Geheimnisse in seinen Tiefen verborgen liegen, das alles erfährt der Leser nach und nach aus den teils sehr wirren und sprunghaften Gedankengängen des Mannes. So fragte ich mich immer wieder, ob das, was er erzählt, wirklich wahr ist, oder nur seiner großen Einsamkeit und dem großen Bedürfnis nach menschlicher Nähe geschuldet sein könnte.

Bis zum Schluss bleibt mir die Figur des WALT nebulös und nicht greifbar. Immer mehr Mitleid als Angst und Ekel empfinde ich für ihn während des Lesens. Die Schilderungen seiner Rückblicke ergeben eher ein verworrenes Bild in das Innerste eines zutiefst einsamen, kranken Menschen. Leider wirkte sich dies zumindest bei mir sehr spannungsmindernd aus.

WALT interessieren alle Einkaufszettel, die er findet und eingehend studiert. Bei manchen erscheint ihm das Bild des Schreibers aber so intensiv und interessant, dass er einen übergroßen Interessenswahn für diese Person entwickelt….
Wir dürfen neben WALTs erzählenden Passagen auch zwischendurch immer wieder einen Blick in die Tagebucheinträge Alishas werfen, der Frau, die aktuell stark im Fokus des Stalkers steht. Diese Einwürfe werfen zumindest kleinere Spannungs-Spots in das Buch, das ansonsten eher farblos bleibt.

Diese Frau ist nicht das erste Objekt der Begierde der Hauptfigur. Zudem hat es in der Vergangenheit einige Todesfälleim Dunstkreis WALTs gegeben, aber hat er etwas damit zu tun? Ist er nur zufällig in den Fokus geraten, oder will ihm da gar jemand etwas in die Schuhe schieben? Die Polizei ermittelt und auch hier wird ebenso wie in WALTs Erzählparts sehr an einem spannenden Stil gespart, was schade ist. Denn eigentlich wohnt dem Grundgerüst des Thrillers so einiges an Schnappatmungs-Potential inne, das leider überwiegend nicht genutzt wird.

Soweit zu meiner eigenen Meinung. Wer jedoch undurchsichtige Gechichten mag, die von nebulösen Gestalten getragen werden, und gerne miträtselt, wird an WALT sicher Gefallen finden.

Inhalt
Hi, ich bin Walt. Ich sammle weggeworfene Einkaufslisten. Das klingt vielleicht ein bisschen schräg, aber Sie ahnen ja nicht, was man auf diese Weise alles über jemanden erfährt! Das ist fast, als wäre ich selbst Teil der Familie. Ich gebe zu, ich bin einsam, seit meine Frau Mary mich vor ein paar Jahren verlassen hat. Kaum jemand gönnt mir einen zweiten Blick – als wäre ich unsichtbar. Besonders gern sammle ich die Zettel von Alisha. Sie ist noch so jung, jemand sollte auf sie Acht geben, finde ich. Ich mache das gern, auch wenn sie nicht mal ahnt, dass ich existiere …

Autor
Russell Wangersky ist ein kanadischer Schriftsteller. Nach seinem erfolgreichen Debüt „The Glass Harmonica“ gewann er vor allem mit seinem Erzählband „Whirl Away“ zahlreiche Preise und stand auf der Shortlist des renommierten Scotiabank Giller Prize. Wangersky lebt in St. John’s, Neufundland, und arbeitet als Kolumnist für die Tageszeitung „The Telegram“. „Walt“ ist sein erster Psychothriller.
Quelle: Verlagsgruppe Droemer Knaur

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Igelas avatar

Rezension zu "Walt" von Russell Wangersky

Nie und nimmer ein Psychothriller!
Igelavor 2 Jahren

Walt arbeitet in einem Supermarkt und hat ein Hobby...er sammelt weggeworfene Einkaufszettel und versucht so die Persönlichkeit der Menschen zu ergründen. Alleine  lebt er seit seine Frau Mary von einem Tag auf den anderen verschwunden ist, sind diese Zettel zum Lebensinhalt geworden.
Eine junge Kundin, Alisha und ihre Zettel haben es Walt besonders angetan .....

In wechselnden Perspektiven , doch hauptsächlich aus der Sicht von Walt , erfährt man als Leser nach und nach die Story über Walt und seine Einkaufszettel. Was zu Beginn als komischer Spleen eines älteren Herrn beginnt, entwickelt sich durch die Perspektive von den Ermittlern und Alisha zu einer mysteriösen Geschichte.  Ich schreibe bewusst nicht Thriller, denn für mich braucht es schon sehr viel mehr Spannung , psychologische Spielchen und Gänsehaut damit ein Buch Thriller genannt werden kann. Die Ansätze sind da....doch irgendwie schafft es der Autor durch das ganze Geschwafel von Walt die Spannung zu zerreden.

Was gut begonnen hat, nimmt leider gar keine Fahrt auf...so hat sich die Entwicklung der Geschichte in Richtung "Psychothriller " doch sehr viel Zeit gelassen und war nur am Schluss spürbar.Mir reicht das leider nicht!
Zu jedem Kapitelbeginn in dem Walt zu Wort kommt ,sind Einkaufslisten verschiedener Kunden aufgelistet. Und automatisch kamen bei mir Gedanken hoch wie "Oh mein Gott, ich werfe meine Listen auch immer in den Abfall im Supermarkt. Wer könnte diese herausfischen...und WAS würde die Person da hinein interpretieren ?

Interessantes Thema !....für mich nicht befriedigende Umsetzung um den Titel "Psychothriller " zu tragen !

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