Walt ist ein unscheinbarer Kerl, der als einfacher Angestellter in einem Supermarkt arbeitet, Regale auffüllt, den Boden wischt und Abfalleimer ausleert. Von den Kunden übersehen geht er seiner eigentlichen Leidenschaft nach, dem Sammeln von Einkaufszetteln.
Achtlos weggeworfen, erzählen sie doch so viel über das Leben der Einkaufszettelschreiber und lassen sich wie bei „One Hour Photo“ wie ein Puzzle zusammensetzen. Walt erfährt, wer Liebeskummer hat, wer Besuch erwartet, wer sich aus Einsamkeit eine Katze zulegt. Die junge Alisha fasziniert ihn dabei ganz besonders und so wird aus Interesse schon bald eine gefährliche Obsession…
„Walt“ ist kein klassischer Psychothriller, aber ein Thriller aus der Sicht eines Psychopathen. Er ist sich keines Unrechts bewusst, wenn er anderen Menschen hinterherspioniert und irgendwann sogar in deren Häuser eindringt, sondern fühlt sich noch im Recht und füttert sogar die Katze! Tagebucheinträge von Alisha und die Perspektive eines Polizeiermittlers lassen das Lesevergnügen zunehmend düsterer und beängstigender werden. Immer mehr stellt man sich die Frage, was eigentlich genau mit Walts Frau Mary passiert ist…
Aus anfänglichem Mitleid wurde beim Lesen eine Faszination des Abscheulichen. Gerade weil „Walt“ so unblutig daherkommt, so aus dem Alltag gegriffen ist, war dieses Buch irgendwie besonders verstörend.
Dieses Buch ist auf jeden Fall für Leser empfehlenswert, die eher auf gepflegten Grusel statt auf Splatter stehen!




