Salt to the Sea

von Ruta Sepetys 
4,5 Sterne bei18 Bewertungen
Salt to the Sea
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TinaLiests avatar

Eine berührende Geschichte, die sich zu lesen lohnt!

W

Eins der besten und schlimmsten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe! Öffnet die Augen und ist wunderschön geschrieben

Alle 18 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Salt to the Sea"

It's early 1945 and a group of people trek across Germany, bound together by their desperation to reach the ship that can take them away from the war-ravaged land. Four young people, each haunted by their own dark secret, narrate their unforgettable stories. Fans of The Book Thief or Helen Dunmore's The Siege will be totally absorbed. This inspirational novel is based on a true story from the Second World War. When the German ship the Wilhelm Gustloff was sunk in port in early 1945 it had over 9000 civilian refugees, including children, on board. Nearly all were drowned. Ruta Sepetys, acclaimed author of Between Shades of Grey, brilliantly imagines their story.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9780141347400
Sprache:Englisch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Puffin
Erscheinungsdatum:04.02.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Weltensuchers avatar
    Weltensuchervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Bewegender historischer Roman über ein selten erwähntes, tragisches Ereignis.
    Authentisch, differenziert, bewegend

    Joana – eine Krankenschwester aus Litauen, verfolgt von der Schuld, von ihrem Gewissen.

    Florian – Ostpreuße, Fälscher, Dieb. Verfolgt vom Schicksal, Träger eines Geheimnisses.

    Emilia – aus Polen, ein junges Mädchen noch, schon so viel erlebt. Verfolgt von der Scham.

    Alfred – deutscher Matrose, er dient dem Führer. Ihm folgt die Angst.

    Vier junge Menschen, vier verschiedene Schicksale, verschlägt es im Jahr 1945 auf die „Wilhelm Gustloff“. Inmitten des Kriegsgeschehens verspricht das deutsche Schiff den Fliehenden Schutz, Sicherheit, Freiheit – das mögliche Ende eines langen Kampfes.

    Ruta Sepetys verarbeitet in ihrem historischen Roman „Salt to the sea“ eine der größten und tragischsten Schiffskatastrophen der Geschichte. Am 30. Januar 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde das ehemalige NS-Kreuzfahrschiff zusammen mit nahezu neun tausend Menschen an Bord – die meisten davon auf der Flucht vor der Roten Armee – von den sowjetischen Booten versenkt. Die fiktiven Charaktere Joana, Florian, Emilia und Alfred sind Teil des Geschehen – aus vier unterschiedlichen Perspektiven werden die historischen Tatsachen von Sepetys getreu erzählt. Ihre Geschichten stehen somit stellvertretend für ein Schicksal, das viele tatsächlich so ereilt hat.

    Gerade durch die häufigen Perspektivwechsel und allgemein durch das Konzept, die Geschichte aus vier verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, durch die Augen von vier jungen Menschen unterschiedlicher Nationen, Herkunft und Position, gelingt der Autorin eine sehr authentische Darstellung der Geschichte. Man erkennt die intensive Recherche-Arbeit, die hinter dem Buch steckt, genauso wie die differenzierte Betrachtungsweise, da eben nicht alles schwarz-weiß gezeichnet wird, sondern alle Seiten zu Wort kommen. Auch das Thema allgemein ist gut gewählt, erhält es für das Maß an Tragik, welches es enthält, meiner Meinung nach zu wenig Erwähnung.

    Jede der Personen und darüber hinaus auch noch mehrere Nebenfiguren zeichnen sich ebenfalls durch viel Authentizität aus. Ruta Sepetys gibt jeder Figur eine eigene Hintergrundgeschichte mit, sie verarbeitet die Vergangenheit, geschichtliche Fakten, in wahre Menschenschicksale, wie sie andere zu tragen hatten, und vermittelt auf diese Weise ein besseres Verständnis für die Geschichte im Allgemeinen. Die Charaktere wachsen dem Leser (größtenteils) ans Herz, zumindest werden sie sehr menschlich dargestellt, das Mitgefühl oder wenigstens Verständnis des Lesers gelungen geweckt.

    Dazu trägt auch der Schreibstil bei: häufige Perspektivenwechsel, Cliffhanger, eine ausgewählte, prägnante Sprache gestalten das Buch nicht nur spannend, sondern auch gefühlvoll und eindringlich. Mit eher kurzen und knappen Sätzen wird die Aussage eigentlich immer perfekt getroffen, das Wesentliche kunstvoll zum Ausdruck gebracht.

    Mir hat „Salt to the sea“ sehr gut gefallen, es hat jede meiner Anforderungen an einen historischen Roman erfüllt: Nähe zu den geschichtlichen Tatsachen, Authentizität, differenzierte Darstellung. Gleichzeitig erschlägt es den Leser nicht mit einer Vielzahl an Fakten und Daten, sondern erzählt gekonnt eine Geschichte mit allem, was dazugehört: eine gute Personenkonstellation, spannende Handlung, poetischer Schreibstil, nachdenklich stimmend, bewegend.

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    Zeit_zu_Lesens avatar
    Zeit_zu_Lesenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wunderschön geschriebenes Buch, dessen Balanceakt zw. Trauer & Grauen sowie Mut & Stärke, es zu einer unvergesslichen Lektüre werden lässt.
    Eindringlich. Erschütternd. Tragisch. Ermutigend. Unbedingt lesen!

    Worum geht es in Salt to the Sea?
    Wir schreiben das Jahr 1945 - die Welt wird erschüttert von den letzten heftigen Kämpfen des zweiten Weltkrieges, Tausende Menschen flüchten, den winterlichen Temperaturen trotzend, vor der heranrückenden, gefürchteten Roten Armee aus Preußen. Unter ihnen befindet sich auch Joana, eine Krankenschwester aus Litauen, die junge Polin Emilia, sowie der Deserteur Florian. Ihr Ziel: auf eines der rettenden Schiffe zu gelangen, die im Hafen (der polnischen Stadt) Gotenhafen eingetroffen sind, um die Flüchtlinge zu evakuieren.

    Doch der Weg bis zum Hafen ist weit und hart. So entsteht schließlich eine kleine Zweckgemeinschaft, die von Angst und Misstrauen, aber auch von Hoffnung und Liebe geprägt ist. Jeder von ihnen hat bereits die Grausamkeiten des Krieges auf seine Art und Weise zu spüren bekommen. Es ist ein täglicher Kampf - die Furcht vor der Entdeckung durch die Rote Armee beständig im Nacken - gegen die eigenen Traumata, eisige Temperaturen und Erschöpfung, angefacht von dem unbändigen Wunsch, auf ein Leben in Sicherheit, ohne Schrecken.

    Ihnen gegenüber steht Alfred, ein vom eigenen Stolz getriebener Nationalsozialist, auf der Suche nach Anerkennung, bereit, alles für den Aufstieg und das Deutsche Reich zu tun.

    Geschichtlicher Hintergrund
    In Gotenhafen lagen mehrere Schiffe, darunter die Wilhelm Gustloff, ein Kreuzfahrtschiff der nationalsozialistischen Organisation Kraft durch Freude (KdF). Die Gustloff wurde während des 2. Weltkrieges als Lazarettschiff und Truppentransporter der Kriegsmarine eingesetzt und sollte am 30. Januar 1945 der Evakuierung der Flüchtlinge nach Kiel dienen. Ausgelegt war sie für knapp 2.000 Personen, doch an jenem schicksalhaften Tag soll sie mehr als 10.000 Personen an Bord gehabt haben.

    Die letzte Fahrt der Wilhelm Gustloff dauerte nur mehr 8 Stunden, als 4 Torpedos eines sowjetischen U-Bootes sie innerhalb von nur einer Stunde zum Sinken brachten. Herbei eilende Schiffe konnten insgesamt lediglich 1.252 Menschen retten - damit zählt der Untergang der Gustloff zur größten Schiffskatastrophe der Geschichte. Etwa 9.000 Personen fanden in der Nacht vom 30. Januar 1945 den Tod in den eisigen Gewässern, mehrheitlich Zivilisten, darunter eine große Anzahl Kinder.

    Meine Meinung
    Salt to the Sea ist definitiv keine leichte Lektüre. Eindringlich, ernsthaft, nachdenklich, traurig, berührend, ermutigend. Erschütternd. Ich muss gestehen von dem tragischen Ereignis des gesunkenen Schiffs vorher nichts gehört zu haben. Ich bin froh, daß es nun anders ist. So etwas darf nie in Vergessenheit geraten, gleichsam wie die Grausamkeiten des 2. Weltkrieges, von denen die Protagonisten und ihre Reisebegleiter berichten.

    “The Wilhelm Gustloff was pregnant with lost souls conceived of war.” (Emila, S. 218)

    Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive der verängstigten Emilia, der warmherzigen Krankenschwester Joana, dem verzweifelten Deserteur Florian sowie dem nationalsozialistischen Schiffsmitarbeiter Alfred. Dadurch werden dem Leser einzigartige Perspektiven in die Wünsche, Ängste und Sorgen der kriegsgebeutelten Protagonisten ermöglicht. Gekonnt verwebt Ruta Sepetys ihre Schicksale nicht nur untereinander, sondern auch mit dem Herzen des Lesers. Einzig und allein Alfred bleibt dem außen vor, was seinem durch und durch abstoßendem Wesen geschuldet ist. Und dennoch … hat mich das Einfühlungsvermögen und die Detailliertheit, mit der Ruta Sepetys auch seine Geschichte Stück für Stück offenbart, absolut fasziniert.

    Ihr oft poetisch anmutender Schreibstil verstärkt nicht nur die Charaktere und ihre Erlebnisse sondern lässt dieses tragische Ereignis im Scheinwerferlicht neu geschehen.

    “Guilt is a hunter. My conscience mocked me, picking fights like a petulant child.” (Florian; S. 1)

    “I became good at pretending. I became so good that after a while the lines blurred between my truth and fiction. And sometimes, when I did a really good job of pretending, I even fooled myself.” (Emilia, S. 147)

    “I wanted to stay locked away from the pain and destruction. I didn't want to be strong. I didn't want to be the 'smart girl'. I was so very tired. I just wanted it all to be over.” (Joana; S. 224)


    Fazit
    Ein wunderschön geschriebenes Buch, dessen Balanceakt zwischen Trauer und Grauen sowie Mut und Stärke, es zu einer unvergesslichen Lektüre werden lässt.

    Ruta Sepetys zeigt eindringlich, wie wichtig das Erinnern ist. Vor allem im Hinblick auf die aktuellen politischen Ereignisse.
    Kopfschüttelnd frage ich mich, wie Menschen so viel Leid so schnell vergessen können und somit Gefahr laufen, die Katastrophen, die Tragödien der Vergangenheit auf ein Neues heraufzubeschwören?

    “Salt to the Sea” berichtet nicht nur von einem der größten und verlustreichsten Unglücke auf See, sondern verdeutlicht auch, wie wichtig es ist, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Wohin sinnloser Hass führt, zeigen uns die Geschehnisse des zweiten Weltkrieges. 
    Doch scheinen wir Menschen nicht in der Lage zu sein, zu lernen, so dass blinder Hass weiterwütet, wie wir täglich auf ein Neues den unterschiedlichsten Brandgebieten dieser Erde entnehmen können.
    5 von 5 Sterne

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    FrauNightingales avatar
    FrauNightingalevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sepetys gewährt erschütternden Einblick in die größte maritime Katastrophe. Eine atemberaubende Geschichte, die lange nachhallt!
    "Salt to the Sea" geht wahnsinnig unter die Haut und erschüttert zutiefst

    Meine Meinung

    Historische Romane erkennt man oftmals schon am Umfang der Seiten und der damit verbundenen Dichte an geschichtlichen Informationen. Für mich daher generell etwas abschreckend, mich näher mit der Sparte zu beschäftigen. Für andere Leser dagegen liegt gerade in der Masse der Reiz und die Freude.
    Und obwohl Ruta Sepetys historische Jugendbücher doch sehr dünn für diese Sparte sind, scheute ich mich auch diese zu lesen. Bis jetzt.

    Als Schauplatz wählt Ruta Sepetys in ihrem dritten historischen Jugendbuch den bitterkalten Winter des Jahres 1945. Vier junge Menschen unterschiedlicher Herkunft treffen in den Schnee verwehten Wäldern Ostpreußens und später auf der Wilhem Gustloff aufeinander. Fast alle tragen seelische und körperliche Narben des Krieges an sich. Sie alle haben ihr eigenes grausames Geheimnis. Und doch verbindet sie so viel mehr, als sie glauben. Aber vor allem verbindet sie die Hoffnung auf Sicherheit und Frieden.

    Über die Geschichte und die Fakten der Wilhelm Gustloff wusste ich, im Vergleich zu jetzt, nur einen Bruchteil. Obwohl mein Vater sich aus persönlichen Gründen immer mit der Marine sehr verbunden fühlte und er einiges zu erzählen gehabt hätte, wusste ich kaum über die wahre Tragweite des Untergangs des Passierschiffes bescheid. Hier fehlen meinem Vater nach all der Zeit noch immer die Worte. Wir alle kennen den Mythos der Titanic. Doch kaum jemand weiß, dass nicht sie Teil des größten Maritimen Unglücks war. Auch ich wusste es nicht. Weit über 10,000 Menschen befanden sich auf der hoffnungslos überladenen Wilhelm Gustloff. Unbegreiflich, denn sie ist eigentlich nur für den Transport von ca. 1,500 Menschen gebaut worden.

    Über das gesamte Ausmaß drang Ruta Sepetys bis tief in den Kern vor. Sie ist bekannt für ihre akribische Recherche. Für die Arbeit an „Salt to the Sea“ reiste sie quer durch Europa, wo sie sich intensiv mit Historikern und Zeitzeugen zusammen setzte. Ereignisse, die wirklich geschahen, wurden mit der fiktiven Geschichte um Joanna, Florian und Emilia verwebt. Nahtlos fügt sie die Perspektiven so zusammen, dass ihre Geschichten zu einer verschmilzt. Bis auf Adolf (welche Ironie) gingen mir viele Figuren sehr nahe. Ebenso der Schuhmacher und der kleine wandernde Junge. Sie brachen mir mit ihren Charakterzügen und ihren Geheimnissen das Herz.

    Ihre Worte wählt Sepetys in „Salt to the Sea“ sorgfältig. Der Schreibstil ist temporeich und makellos. Sie vermittelt die Not, Furcht und Grausamkeit so eindringlich, dass mir unbewusst beim lesen der Atem stockte. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, aber enden jeweils immer unheimlich stark und mit einem gewissen Schlag. So wird man quasi zum weiter lesen gedrängt.

    SALT TO THE SEA ist daher und aus weiteren schwer greifbaren Gründen ein sehr intensives Highlight, mit dem ich absolut nicht gerechnet habe. Ich möchte, dass es jeder liest und nie wieder vergisst.

     

    Fazit

    Ruta Sepetys drittes Werk SALT TO THE SEA war mein erstes Leseerlebnis von ihr. Trotz der Thematik traf es mich unvorbereitet bis ins Mark. Die Autorin überwältigte mich mit ihrer akribischen Recherche zur Katastrophe der Wilhelm Gustloff und einem Erzählstil, der mich an die Seiten knotete. Die Figuren und ihr jeweiliges Schicksal lassen mich selbst lange nach beenden der Geschichte nicht los. Überwältigend, atemberaubend, erschütternd und unverzichtbar. Nicht verpassen!

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    Rukhis avatar
    Rukhivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Important. Touching. Shocking. This books is everything.
    Important read. Touching. Shocking. Everything.

    "How foolish to believe we are more powerful than the sea or the sky."

    You might have seen this book around lately, quite a lot, on BookTube and Blogs. But what you might not have seen, is THIS video interviewing the author, Ruta Sepetys, about the book and the history behind it. I did not want to pick up „Salt to the Sea“ before I’ve seen the video. I thought it was an over hyped kind of book, a hype I did not want to be part of, especially because historical fiction is usually not my genre.

    But to hear Ruta Sepetys talk about a tragedy that took 9.343 lives, that took place so close to Germany and is part of our history as well as everyone else’s… yet I had never heard of it before. I needed to know more. I had to read „Salt to the Sea“ and I think you should too. Because:

    "These souls were desperate for someone, anyone, to know their story. […] We know the villains names. We teach the villains names. But we don’t know the victims names. 9.343 people perished on the Wilhelm Gustloff. Each one had a story."

    Ich weiß was ihr denkt. Ein Buch in dem es um Flüchtlinge geht, braucht man das gerade jetzt auch noch? Ja, braucht man! Ich traue mich aber fast gar nicht, darüber zu schreiben. Traue mich fast gar nicht zu schreiben, dass manchen Menschen, die man z.B. in den Nachrichten sieht, ein Buch wie „Salt to the Sea“ mal gut tun würde. Um zu sehen wie dumm ihre Denkweise ist. Dass Flüchtlinge auch „nur“ Menschen sind. Söhne, Krankenschwestern, Müttern,… Menschen mit Geschichten.

    "Birds squawked overhead, issuing a warning. I knew the legends of the birds. Seagulls were the souls of dead soldiers. Owls were the souls of women. Doves were the recently departed souls of unmarried girls. Was there a bird for the souls of people like me?"

    Ruta Sepetys wollte die Geschichte der Menschen erzählen, die bei dem Schiffsunglück der Wilhelm Gustloff ums Leben kamen. Oder nein, Unglück ist das falsche Wort. Schließlich wurde die Wilhelm Gustloff von drei Torpedos eines russischen U-Boots versenkt. „Einfach so“, fast 10.000 Seelen, verloren auf See. Denkt mal darüber nach, ob ihr schon mal von dem Schiff „Wilhelm Gustloff“ gehört habt? Was etwa zur gleichen Zeit in Berlin passiert, weiß bestimmt jeder. Dass die meisten von uns (ich nehme mich da nicht aus) von 10.000 Unschuldigen, die am Ende des zweiten Weltkriegs ums Leben kamen, noch nie etwas gehört hat, ist traurig und schockierend zugleich. Jeder sagt immer, es ist wichtig dass wir in der Schule etwas über die Kriege lernen, aber wieso lernen wir nur etwas über die Monster, nicht aber über die Opfer?

    "So it had happened. Evacuation orders had been issued. Germany was finally telling people what they should have said months ago. Run for your lives."

    Vielleicht sind historische Romane also doch was für mich. „Salt to the Sea“ war auf jeden Fall der richtige Einstiegspunkt in das Genre. Wir begleiten vier Personen auf ihrem Weg zur „Wilhelm Gustloff“, drei davon Flüchtlinge, die unterschiedlicher nicht sein können, aber mit vielen anderen zusammen arbeiten um sicher und lebendig zum Schiff zu gelangen. Was sich unheimlich mutig und rührend anhört (und auch liest) macht einem aber auch das ganze Buch lang Bauchschmerzen. Denn man schließt die Menschen ins Herz, obwohl man genau weiß dass sie in ihr verderben rennen. Habt ihr schon mal Titanic geguckt, und für Kate und Leo gehofft, dass die Titanic es doch irgendwie noch an dem Eisberg vorbei schafft? Das ist das „Grundrauschen“ von „Salt to the Sea“, nur etwa 10.000-mal schlimmer.

    "Everyone knew the story of the big ships, Titanic and Lusitania. I looked toward the thousands of corpses floating in the water. This was so much larger. More than ten thousand people had been on board the Gustloff. The gruesome details of the sinking would be reported in every world newspaper. The tragedy would be studied for years, become legendary."

    Darüber hinaus stecken starke Figuren in dem Buch, Menschen, Seelen, mit denen man leidet, jubelt und weint. Die Handlung von „Salt to the Sea“ berührt, die Geschichte und die 10.000 Seelen wird man so schnell nicht vergessen. Wer jetzt gerne noch etwas über Schreibstil etc… wissen möchte, der ist (es tut mir leid) verrückt. Darüber möchte ich bei einem solchen Buch nicht reden.

    Denn die Geschichte ist wichtig, vielleicht heute noch wichtiger, als sie noch vor 1-2 Jahren gewesen wäre. Jeder sollte sie lesen, jeder sollte mit dem Begriff „Wilhelm Gustloff“ etwas anfangen können, und jeder sollte mal durch die Augen der Flüchtlinge sehen, wenigstens auf diesen 400 Seiten.

    p.s.: for an awesome English review, check out what Maggie Stiefvater had to say HERE

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    TinaLiests avatar
    TinaLiestvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine berührende Geschichte, die sich zu lesen lohnt!
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    W
    WordLovervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eins der besten und schlimmsten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe! Öffnet die Augen und ist wunderschön geschrieben
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    anells avatar
    anellvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Und was hab ich geheult ;_; Jetzt ist das Meer noch salziger ... Danke auch
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    Icemariposas avatar
    Icemariposavor 2 Monaten
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    bookishflavorvor 2 Monaten
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    ceceboovor einem Jahr

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