Ruta Sepetys Und in mir der unbesiegbare Sommer

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Inhaltsangabe zu „Und in mir der unbesiegbare Sommer“ von Ruta Sepetys

Litauen, Sommer 1941: Die fünfzehnjährige Lina trägt noch ihr Nachthemd, als man sie, ihre Mutter und ihren jüngeren Bruder Jonas abholt. Sie weiß noch nicht, dass die sowjetische Geheimpolizei auch ihren Vater an der Universität verhaftet hat. Und auch nicht, dass sie - wie zehntausende andere Balten - nach Sibieren deportiert wird. Von einem Tag auf den anderen ist Lina konfrontiert mit unvorstellbarem menschlichem Leid, mit Hunger, Krankheiten und furchtbarer Gewalt. Doch Lina fängt an zu zeichnen, in den Staub, auf jedes kleinste Stück Papier, das sie finden kann. Und sie verliebt sich in Andrius. Lina kämpft um ihr Leben und um das ihrer Familie. Doch wird sie stark genug sein?

Entsetzlich, fürchterlich und schonungslos schön. Eine Geschichte von Hoffnung wie Verzweiflung, voller Grausamkeit und kleinen Lichtblicke.

— cherrytomate
cherrytomate

Manchmal muss man sich die Unmenschlichkeit mancher Leute vor Augen führen, um die eigene Menschlichkeit wirklich zu spüren. LEST ES!

— Tasmetu
Tasmetu

Der Funke ist nicht ganz auf mich übergesprungen - trotzdem ein gutes Buch mit einem ausdrucksstarken Schreibstil.

— Bellchen
Bellchen

Packend und bedrückend, mit einer wichtigen Botschaft! Sehr empfehlenswert!

— WordLover
WordLover

Wer dieses Buch gelesen hat, weiß das tägliche Brot zu schätzen.

— The_Mentalist
The_Mentalist

so tieftraurig, so gefühlsvoll und so aufklärend über die damalige Situation.

— deepbooklove
deepbooklove

Ein Buch über die Unterdrückung und den Willen zu überleben! Sehr empfehlenswert!

— jojolove
jojolove

Es hat mir nicht ganz gefallen, da meine Erwartungen nicht erfüllt worden sind, doch es ist an sich ein super Buch

— JULiA1021
JULiA1021

Super Buch. Sehr empfehlenswert.

— LeselieseKlara
LeselieseKlara

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  • Und in mir der unbesiegbare Sommer | Rezension

    Und in mir der unbesiegbare Sommer
    vivreavecdeslivres

    vivreavecdeslivres

    16. April 2017 um 15:42

    "Ich war im Nachthemd, als man mich holte."Ich interessiere mich selten für historische Romane, und wenn ich dann zu einem solchen greife, spielt er grundsätzlich im zweiten Weltkrieg. Ich habe schon unzählige Bücher über den Holocaust gelesen, natürlich Anne Franks Tagebuch und, ein anderer grosser Favorit von mir, 28 Tage lang von David Safier. Aber in 'und in mir der unbesiegbare Sommer' geht es um die Deportation von Litauer, Estländer und Lettländer nach Sibirien, unter Stalins Herrschaft. Wenn man Klappentext durchliest, hört sich das Buch vielleicht härter an als andere, aber man erkennt definitiv Linas Silberstreifen am Horizont, das Zeichnen und die Liebe, zwei Themen, die mich natürlich sehr beschäftigen. Es fängt an, wahnsinnig bedrückend, weil sofort die Aussichtslosigkeit  der Lage klar wird, und weil die Deportation so plötzlich kommt. Vorher hat sich Lina noch nie grosse Gedanken über Stalins Herrschaft gemacht, über seinen Psuedo-Kommunismus, und wenn, dann war sie sich dem Ernst der Lage nicht bewusst.Mutter nähte nachts Schmuck in das Futter ihres Mantels ein. Ich begriff erst im Nachhinein, dass sie und Vater mit uns hatten fliehen wollen. Doch wir schafften es nicht. Aber das nicht aus dem Grund, dass Lina nicht reflektiert ist, nicht nachdenkt, denn das Gegenteil ist der Fall. Ihr werden die Gedanken, ihre Bitterkeit über die eindringenden Russen verboten, weil sie gefährlich ist. Aber schlussendlich ist es wohl egal, ob sie diese äussert oder nicht, denn zu Beginn des Buches kommen die Soldaten, und innerhalb zwanzig Minuten muss Lina, im Nachthemd, mit ihrem verängstigten Bruder und ihrer starken Mutter vor der Türe stehen, bereit, um ihr zu Hause womöglich für immer hinter sich zu lassen, ohne eine Ahnung, wo sich der Vater, Universitätsleiter aufhält, ob er überhaupt noch am Leben ist. Doch das ist nicht alles, schnell wird klar, dass das, was folgt, noch schlimmer wird, die Luft in meiner Kehle noch mehr zuschnürt. Mit vielen Menschen auf engem Raum zusammengedrückt beginnen sie also ihre Reise, aber es ist nicht das schöne Reisen, das aufregende, auf das man sich freut. Nicht nur, weil die Zieldestination unbekannt ist, sondern weil sie in einem Viehwagen ohne Licht und ausreichender Luft mit Frauen, Kindern und alten Menschen stecken, alle verängstigt sind, sich nicht kennen und sich nichts trauen. Linas Mutter dagegen ist wahnsinnig stark und liebevoll, sie kämpft für ihre Kinder, aber auch für alle anderen Menschen, und ich habe sie, wie fast alle Personen, sofort in mein Herz geschlossen. Ihre Gefühle waren so stark und zeigten sich doch vielleicht nur durchscheinend durch ihre solide wirkende Hülle, aber wie Ruta Sepetys diese Emotionen ausgedrückt hat, hat mich wahrlich fasziniert und gehört für mich zu einem der wichtigsten Details und Fähigkeiten beim Schreiben.Die Reise dauert länger und länger, wenn sie glauben, angekommen zu sein, werden sie wieder aufgescheucht, wirklich wie Viehe behandelt und auch wieder zurück in diesen Abort von Viehwagen gesteckt, welcher jedoch neu mit 'Diebe und Huren' beschriftet wurde. Ich liess den Blick über die Menschen gleiten. Die Gesichter verrieten etwas über die Zukunft der jeweiligen Person. Ich sah Mut, Wut, Angst, Verwirrung. Andere hatten schon keine Hoffnung mehr. Sie hatten aufgegeben. Und ich? Seite 39Ich weiss nicht, was dieses Buch zu so einer unglaublichen Erfahrung für mich  gemacht hatte. Vielleicht, weil mich Ruta Sepetys, deren zweites Buch, welches ich jedoch vor ihrem Debüt geleesen habe, schon so fasziniert und begeistert hat, so packen konnte, wie noch niemand zuvor. Aber vielleicht ist es auch nicht das, sondern Linas greifbare Hoffnung, die sie im Zeichnen und in ihrem Umgang mit den Menschen deutlich gemacht hat, und diese Hoffnung bei diesem Leid, vielleicht war das zu viel für mich. Lina ist ein solch wunderbarer Mensch, wie so ziemlich alle Personen in dem Buch, die Soldaten natürlich nicht mitgezählt. Aber auch wenn Leute verbittert waren, mit jeglichem Recht, schloss ich sie in mein Herz, denn ich weiss nicht, wie ich in einer solchen Situation gehandelt hätte. Ich habe vor allen beschriebenen Charakteren solchen Respekt, dass sie, ihre Taten, ihre Zitate mir schon seit einigen Wochen nur so im Kopf herumschwirren. Ich musste meine Gefühle für dieses Buch wirklich zügeln, um eine Rezension zu verfassen. Ich weiss nicht, ob ich jemals schon was gelesen habe, das mir so nahe ging. Ich kann es mir irgendwie auch nicht erklären, weil ich vielleicht schon von härteren Schicksalen gelesen habe. Die Wortwahl hat dazu beigetragen, und, wie ich schon vermehrt erwähnt habe, die Charaktere natürlich auch. Und die Schilderungen vom Zeichnen und Malen, von Bildern und aufs Papier gebrachten Gedanken gab mir den Rest, etwas, mit dem ich mich auch sehr verbunden fühlte, wenn auch bisher immer auf eine völlig andere Art und Weise. Beim Zeichnen musste ich  daran denken, dass Schmerz, Liebe und Verzweiflung die Glieder einer endlos langen Kette waren. Seite 158Bevor wir zu dem Teil kommen, den ich während dem Lesen geschrieben habe und der wahnsinnig emotional ist, ich aber unbedingt in der Rezension behalten möchte, da es meine Gedanken und Gefühle dadurch natürlich am besten wiedergibt, möchte ich noch auf zwei Dinge zu sprechen kommen, die ich abseits vom Inhalt noch selber loben möchte. Das ist zum einen der Titel, definitiv einer der poetischsten, ehrlichsten, hoffnungsvollsten Titel in meinem Bücherregal. Nach dem Lesen bekommt er auch eine gewisse andere Bedeutung, die man anfangs erahnen konnte, aber vielleicht anders interpretiert hat. Und dann möchte ich noch das Cover ansprechen, denn, ganz ehrlich, auch dieses ist absolut atemberaubend. Schlicht, einfach, und doch steckt ziemlich viel darin. Über die Typographie bin ich mir noch nicht im Klaren, ob mir die jetzt gefällt oder eher nicht so, aber alleine wie sie gesetzt ist, lässt mich meine Gedanken zur Schriftart sofort vergessen. Das Bild, der Rahmen und doch das überwiegende Weiss - und nein, ich bin nicht nach dem Lesen voreingenommen, all das dachte ich schon, bevor ich überhaupt wusste, worum es in dem Buch ging. Zum Glück ist das schon länger vorbei. So oft habe ich während dem Lesen das Buch weggelegt, um Nachzudenken, manchmal las ich halbe Seite um halbe Seite, mit minütigen Pausen, in denen ich meine Vorstellungen zum eben gelesenen aufblühen liess. Diese Pausen waren da, um den Platz in mir zu schaffen, den sich das Buch verdient hat, den ich  sofort bereitwillig gegeben hätte, aber dieses Worte brauchen nicht nur Platz, sondern auch Zeit. Mein Kopf musste plötzlich verdauen und mein Bauch sich leeren, damit er das Buch aufsaugen konnte, die Zeilen voller Schmerz und Elend und die wenigen, bei denen das Glück und die Freude durchschimmerte. Aber das Buch hat mich nicht nur dazu gebracht, über sich nachzudenken, sondern über so ziemlich alles. Ich habe viel in Frage gestellt, denn meine Gedanken sind abgeschweift und ich habe mich mit anderen Augen umgesehen. 'Und in mir der unbesiegbare Sommer' hat mir soviel gegeben, soviel geschenkt, dass ich, wenn ich davon hören würde, sofort den Kopf schütteln würde und meinen, dass kein Mensch solche Worte zusammentragen könnte. Und natürlich waren es auch nicht nur die Worte im Buch, sondern diese neue Sichtweise, diese Erkenntnisse, die ich für mich persönlich ausmachte und nicht im Entferntesten etwas mit dem Buch gemeinsam haben. Und doch werden sie für mich immer mit diesem Meisterwerk zusammenhängen, das wirklich mein Leben verändert hat. Vielleicht im Kleinen, aber wenn man später zurückschaut, sind die kleinen Sachen die bedeutenden, oder?Klirren von Glas und Porzellan hallte in rascher Folge durch  das Haus. Wir liefen in das Esszimmer und stellten fest, dass Mutter  ihr bestes Geschirr au den Fussboden ward. Ihr Gesicht war schweissbedeckt, und ihre goldenen Locken fielen ihr in die Augen. "Mama! Nein!", rief Jonas und lief auf die Scherben zu, die den Boden bedeckten. Ich hielt ihn auf, bevor er das Glas anfassen konnte. "Warum schmeisst du deine schönsten Sachen kaputt, Mama?", fragte ich. Sie starrte die Porzellantasse in ihrer Hand an. "Weil ich sie so liebe."Seite 19http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2015/10/und-in-mir-der-unbesiegbare-sommer.html   

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  • Litauen, 1941

    Und in mir der unbesiegbare Sommer
    dia78

    dia78

    21. January 2017 um 15:27

    Das Jugendbuch "und in mir der unbesiegbare Sommer" wurde von Ruta Sepeetys verfasst und 2011 erschien es im Carlsen Verlag. Der Originalverlag des Buches ist Philomel Books, ein Imprint der Penguin Group, dort erschien es ebenfalls 2011 unter dem Titel Between Shades of Gray.1941 wird Lina, ihr Bruder und ihre Mutter von der sowjetischen Geheimpolizei abgeholt. Da haben sie noch keine Ahnung, was mit ihnen passieren wird. Doch immer klarer wird, dass es sich um eine Deportation unliebsamer Litauer in den Norden Russlands nach Sibirien handelt. Lina und ihre Familie erleben unvorstellbare Qualen und auch Krankheiten sucht die Familie heim, doch am schlimmsten ist das Nichtwissen, wo sich der Vater befindet und ob er die Schikanen überlebt.Der Autorin ist eine sehr mitreißende Geschichte gelungen, denn diese 300 Seiten lasen sich so schnell, als wären es nur 100 gewesen. Man kann mit den Hauptprotagonisten miterleben, wie man sich fühlt, wenn man nicht weiß, was genau mit einem passiert, wenn man der Willkür anderer Menschen gnadenlos ausgesetzt ist und auch schon einfache Krankheiten einen Menschen töten können, nur weil einem das nötige Essen oder Vitamine fehlen.Lina, eine sehr selbstständige, ehrgeizige aber auch ihre Meinung vertretende 15-jährige Litauerin, lässt sich nicht gerne verbieten, ihre Meinung zu vertreten und weicht dann aus auf die Kunst, die malt ihre Gedanken, ihre Erlebnisse auf und verarbeitet so einiges an der Willkür der russischen Geheimpolizei. Doch, dass sie sich auch mit Zeichnungen in Probleme bringen kann, da sie die Fähigkeit hat sehr wirklichkeitsgetreu zu malen, wird ihr erst später klar. Lina sieht schnell, dass sie mit ihrer Kunst Nachrichten senden kann, die nicht wirklich erkannt werden können. Aber die Extraration Essen, welche sie dadurch ab und zu im Lager erhält, ist schwer erkämpft.Der Schreibstil und die Wortwahl sind sehr gut gewählt und die Geschichte liest sich dadurch sehr flüssig und locker. Obwohl die Botschaft im Buch, welche vermittelt werden sollte sehr hart und unbarmherzig kommt, kann man teilweise mit den Hauptprotagonisten nicht nur sich fürchten oder weinen, auch für die Liebe und die Freude ist noch Platz.Ich kann dieses Buch nur jeden empfehlen zu lesen, denn es ist Geschichte aus einem anderen Blickwinkel. Währen wir Mitteleuropäer eher nur die Geschichte der Juden verfolgen, kann man hier einmal die Geschichte von Russland aus betrachten und sich in die Annektierung Lettlands, Estlands und Litauens durch die Russen miterleben. Auch das ist Geschichte, und ich fand diese Geschichte aus diesem Blickwinkel betrachtet sehr interessant und ich bin froh es gelesen zu haben.

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  • Das schlimmste Lieblingsbuch.

    Und in mir der unbesiegbare Sommer
    cherrytomate

    cherrytomate

    13. August 2016 um 23:10

    Entsetzlich, fürchterlich und schonungslos schön. Eine Geschichte von Hoffnung wie Verzweiflung, voller Grausamkeit und kleinen Lichtblicke.
    Diese Buch verwandelte mich in ein Meer voller Tränen und hinterliess trotzdem ein seltsames Gefühl der Zuversicht.

    Ein Must-Read!

  • Lest dieses Buch. Ihr alle. Lest es. Es wird euch verändern.

    Und in mir der unbesiegbare Sommer
    Tasmetu

    Tasmetu

    01. March 2016 um 21:05

    Ich bin sprachlos. Ich bin absolut sprachlos und weiß überhaupt nicht, was ich zu diesem Buch sagen soll. Seit ich begonnen hatte es zu lesen, ging es mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich denke die ganze Zeit an dieses Buch, an Lina, an die verschleierte Geschichte und an die Unmenschlichkeit und Menschlichkeit in einem Krieg der glücklicherweise ein Ende gefunden hat. Ich denke an die Toten, an die Überlebenden, ich denke an die Hoffnung zwischen den Zeilen dieses Buches und an das Leid, dass einem förmlich ins Gesicht schreit. An die Ungerechtigkeit und daran, dass egal wie diese Rezension geschrieben ist, ich niemals alles dazu gesagt habe, was ich sagen könnte, sollte, wollte. Ich werde mich noch sehr lange mit diesem 300 Seiten Buch beschäftigen. Ich glaube es wird mich mein Leben lang nicht mehr loslassen, denn es hat mich und mein Leben und mein Verständnis von der Welt für immer geprägt und verändert. Wer eine ganz kurze Zusammenfassung meiner Gefühle zu diesem Buch haben will: Ich wollte nur noch heulen, fluchen und noch mehr heulen. Wer mehr in die Tiefe gehen möchte, darf jetzt gerne weiter lesen: Ruta Sepetys schreibt mit einer Empathie und einer Feinfühligkeit für ihre Charaktere, dass man das Gefühl hat wirklich dabei zu sein. Und endlich zu verstehen. Ich habe so viele Jahre lang in der Schule Fakten über den 2. Weltkrieg gelernt. Zahlen und geschichtliche Hintergründe. Die Untaten der Nazis. Und klar, mir war immer bewusst wie schlimm das war, doch ich habe es nie völlig verstanden. Wie auch? Woher soll ich, die glücklich in einem friedlichen reichen Land aufgewachsen ist, auch verstehen wie sich das wirklich anfühlt? Die Folter, die Verachtung, die Schmerzen? Doch ich glaube, jetzt habe ich es endlich verstanden. Und es ist grauenvoll. Dabei habe ich es nur fiktiv erlebt und nicht am eigenen Leib. Es ist unfassbar, wie viele Menschen anderen Menschen solche brutalen, unmenschlichen Dinge angetan haben. Was hunderttausende durchstehen mussten und es danach nicht einmal erzählen durften. Hier gab es so viel Gewalt, so viel Ungerechtigkeit, über die bis heute nie gesprochen wurde. Hier wird eine riesige historische Tatsache einfach totgeschwiegen. Beim Lesen bin ich jeden Abend schlafen gegangen und war unsagbar dankbar für mein Bett, meine Decke, meine Heizung, mein Essen, mein Dach über dem Kopf. Alles Selbstverständlichkeiten, die die 15jährige Lina auch hatte bevor sie plötzlich und ohne Grund nach Sibirien deportiert und mit ihrer Familie versklavt wurde. Von einem Moment auf den anderen hatte sie nichts mehr. Außer ihre Liebe und ihre eigene, innere Stärke. Dieses Buch hat mich erschüttert, berührt und eine Wissenslücke gefüllt, die ich vorher selbst nicht kannte. Lina und alle anderen Charaktere waren sehr authentisch und vor allem inspirierend. Auch inmitten der Unmenschlichkeit bewahrten sie ihre Würde und vor allem ihre Liebe. Wenn ich an Andrius und Linas Mutter denke möchte ich am liebsten nur noch weinen, weil sie so gute Menschen waren. Aber auch Nikolai, der die andere Seite symbolisiert. Was Sepetys hier geschaffen hat ist einfach nur beeindruckend. Jeder sollte dieses Buch lesen. Jeder. Nicht nur weil es wichtig ist über solche Dinge Bescheid zu wissen und solche historischen Ereignisse in ihrer ganzen Grausamkeit zu begreifen, sondern auch weil es ja aktuell ganz ähnlich passiert. Nur nicht in Litauen, Estland und Lettland. Sondern in Afrika. Die Flüchtlinge kommen schließlich nicht hier her weil sie so gerne zu Fuß gehen. Wir dürfen unsere Augen vor so etwas nicht verschließen. Wir müssen solche Probleme bekämpfen damit sich die Geschichte nicht wiederholt. Wann lernen wir endlich aus den Fehlern der Vergangenheit? Das Buch ist auch ohne die Nachricht zwischen den Zeilen lesenswert. Sepetys Schreibstil und die Ausarbeitung der Charaktere und des Plots sind großartig gelungen. Die Recherche der historischen Tatsachen ist ebenfalls einwandfrei. Sie gibt den Verstummten eine Stimme. Eine Stimme, die gehört werden sollte. Doch das, was dieses Buch mit mir angerichtet hat, wird mich für immer begleiten und dafür bin ich dankbar. Ich bin jetzt jeden Tag dankbar für alles was ich habe und vor allem dafür, dass ich ein Mensch bin und das andere auch so sehen. Manchmal muss man sich die Unmenschlichkeit mancher Leute vor Augen führen, um die eigene Menschlichkeit wirklich zu spüren. Lest dieses Buch. Ihr alle. Lest es. Es wird euch verändern.

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  • Eine mitreißende und sehr authentische Geschichte!

    Und in mir der unbesiegbare Sommer
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. July 2014 um 14:05

    In ,,Und in mir der unbesiegbare Sommer" von Ruta Sepetys wird die Geschichte der 15-jährigen Lina erzählt, die im 2. Weltkrieg mit ihrem 11-jährigen Bruder und ihrer Mutter von den Sowjets aus Litauen deportiert wird.Auf dem langen Weg durch Sibirien müssen sie in verschiedenen Arbeitslagern arbeiten.Sie kämpfen jeden Tag um ihr überleben,denn das Essen ist knapp und durch die unhygienischen Zustände gibt es oft lebensbedrohliche Krankheiten,die zu überwinden sind. Lina lernt den 17-jährigen Andrius kennen.Und obwohl sie ihn kaum kennt,verliebt sie sich in ihn. Lina zeichnete schon vor der Deportation viel.Sie möchte gerne Künstlerin werden und auch während sie in den Arbeitslagern schuftet hat sie alles gezeichnet. Das Cover ist sehr schlicht gehalten,was aber überhaupt nicht negativ ist.Es macht das Buch interessant.Auf dem Cover ist eine einzelne leicht verschwommene Person in dicken Winterklamotten.Dies passt sehr gut zu der Reise durch das kalte Sibierien. Die Kapitel sind kurz gehalten und die Sprache ist sehr ,,flüssig".Man liest sich sofort in die Geschichte ein,was zum Teil auch an der Ich Perpektive,aus Linas sicht,liegt.Es gibt auch einige Rückbicke,die aus Linas Leben vor der Deportation stammen,diese sind durch die kursive Schrift gut hervorgehoben. Das Thema dieses Buches ist sehr ernst.Trotzdem hat die Autorin hier eine sehr authentische Geschichte verfasst.Man kann sehr gut mit Lina mitfühlen.Auch die anderen Protagonisten waren mit viel Gefühl beschrieben und dargestellt,was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Die Beziehung zwischen Lina und Andrius ist nicht im Fokus,das ist aber in Ordnung,denn sonst wäre eventuell das Hauptthema in den Hintergrung gerrückt.Mir hat die Bezihung zwischen den Beiden auch so gereicht. Besonders gut haben mir auch die unterschiedlichsten Entwicklungen gefallen,die die einzelnen Personen durchlaufen haben. Alles in allem hat die Autorin hier eine mitreißende und authentische Geschichte geschrieben.Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.Es hat mich zu Tränen gerührt.

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  • Lektüre zum Mitreis(s)en

    Und in mir der unbesiegbare Sommer
    gst

    gst

    28. August 2013 um 10:56

    Dieses Buch ist ein Schatz! Auch wenn der Inhalt nicht gerade erbaulich ist. Immerhin erlebt die Protagonistin so einige Grausamkeiten. Gerade deswegen hilft die Lektüre, unausbleibliche Schwierigkeiten im eigenen Leben zu relativieren. In kurzen, prägnanten Sätzen und Kapiteln wird die Deportation von Litauern nach Sibirien beschrieben. Dabei sieht man, dass um 1940 nicht nur in Deutschland unter Hitler Menschen verachtet und abgestempelt wurden. Mir fiel es sehr schwer, diesen Roman aus der Hand zu legen. Der Inhalt zog mich wie ein Strudel immer tiefer in Linas Geschichte. Als Leserin erfuhr ich, wie eine litauische Familie aus ihrer Wohnung geholt und mit vielen anderen Menschen zusammen in Zügen Richtung Sibirien gebracht wurden. Was die Deportierten als vorübergehend ansahen, wurde ihr Leben: sie mussten in einem abgelegenen Dorf in windschiefen Holzhütten hausen und für den "NKDW" arbeiten. Sie litten Hunger und wurden gedemütigt. Man glaubte, schlimmer könne es nicht werden. Doch das täuschte ... Auch wenn dieses Buch als Buch für junge Erwachsene geführt wird, sollten Ältere es nicht verschmähen! Hier begreift man, wie kostbar die Freiheit ist und dass Groll und Hass nur Unheil bringen. Kommentar Kommentar | Kommentar als Link

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  • "Und in mir der unbesiegbare Sommer", Ruta Sepetys

    Und in mir der unbesiegbare Sommer
    Bissfan

    Bissfan

    16. June 2013 um 19:51

    (rezensiert von Shiku) Litauen, 1941: Es geht alles sehr schnell. In einem Moment schreibt Lina an einem Brief für ihre Cousine, im nächsten Moment stehen sowjetische Soldaten vor der Tür, die der Familie einige Minuten zum Packen geben und sie dann zusammen mit anderen Litauern wegbringen – niemand weiß wohin. Linas Familie geht es wie vielen zu dieser Zeit; jeder, bei dem der Ansatz des Widerstandes erahnt wird, wird deportiert und viele überstehen allein die Zugfahrt, über lange Zeit hinweg eingepfercht in Viehwagons mit nur wenig zu essen und zu trinken, nicht. Weit fernab der Heimat aber klammert sich das junge Mädchen an die vage Hoffnung, eines Tages ihren Vater wiederzufinden, nach Hause zurückkehren zu können, zu überleben – trotz des Hungers, trotz der Kälte, trotz der Unmenschlichkeit. Wenn wir an die Zeit des Zweiten Weltkrieges denken, geht es immer entweder um Deutschland oder die Alliierten. Auch wenn die Rollenverteilung längst nicht mehr so klar ist wie einst – auf deutscher Seite die bösen Nazis gegen die Guten –, so ändert sich der Fokus selten allzu sehr. Immerhin zieht nicht mehr jeder fragend die Augenbrauen hoch, wenn über Gulags gesprochen wird, die zwar nicht das Gleiche wie deutsche Konzentrationslager, aber doch sehr ähnlich sind. Dies ist auch das Schicksal, das Lina erwartet und damit rückt Ruta Sepetys den Blick auf ein Land, das hierzulande, und sicherlich auch an vielen anderen Orten, gern übersehen wird. Litauen ist klein, was kümmert uns Litauen? Der Geschichtsunterricht ist bereits überfüllt, vor allem mit der deutschen Seite des Zweiten Weltkrieges, so dass man es kaum in die Neuzeit schafft und kurz nach dem Mauerfall enden muss. Doch wird Litauen erwähnt? Wird das Vorgehen Stalins behandelt? Trotz guter Lehrer kann ich das nicht bejahen; und auch wenn ich es gut finde, dass man sich wenigstens in manchen Schulen sehr ausführlich mit dem Thema und seinen Schrecken auseinandersetzt, und ich dem zustimme, dass wir hier besonders über dieses Land Bescheid wissen sollten, so gehen manche Aspekte verloren, obwohl sie angesprochen werden müssten. Die Autorin greift einen dieser Aspekte auf, und das tut sie aus der Sicht eines 15-jährigen Mädchens, mit dem sicherlich viele Leser zurechtkommen können. Dazu gehört allerdings auch, dass mir Lina auf den 300 Seiten stets ein wenig fern blieb – ganz so, als wäre sie einer der anderen Charaktere, die immer in der dritten Person erwähnt werden. Man lernt sie alle nur ansatzweise kennen; nicht so wenig, dass mir egal wäre, was mit ihnen passiert. Unter den gegeben Umständen ist das eigentlich unmöglich, und sollte es doch der Fall sein, liegt der Fehler beim Leser, nicht der Autorin. Aber es ist doch etwas anderes, wenn man sich um jemanden allgemein als Mensch sorgt, einfach weil man niemandem solche Qualen wünscht, oder ob man tatsächlich um jemanden bangt, mit dem man sich identifizieren kann, dem man nahe gekommen ist. Auch was die Zustände während der Reise und in den Lagern angeht, hatte ich ab und an das Gefühl, dass das Buch bisweilen gar zurückhaltend ist. Ruta Sepetys vermittelt einen Eindruck, doch manchmal war ich beinahe überrascht, als sie bestimmte Dinge als Konsequenz der Behandlung nannte, obwohl sie logisch sind. Dass die Menschen beispielsweise abmagern, weil sie kaum Nahrung erhalten, sollte nicht überraschend sein und ist es auch nicht im eigentlichen Sinne. Allerdings kam es im Text zuvor nicht so deutlich rüber wie es könnte – auch ich fordere nicht, dass en detail das Leid der Menschen dargelegt wird, und die Schrecken kommen herüber, das ja. Trotzdem gab es wenige Szenen, die mich in dieser Hinsicht ein wenig aus der Bahn warfen. Das ist aber auch alles, was ich Negatives über das Buch sagen kann, und allzu sehr fällt es nicht ins Gewicht. In einem sehr schlichten, aber auch sehr schönen Schreibstil präsentiert uns Ruta Sepetys eine furchtbare Geschichte, und das Wissen, dass all das echt ist, macht es durch seine Grausamkeit nur irrealer. Schon zu Beginn gibt es Szenen, die mich schlucken ließen und wütend machten ob des Unsinns des Verhaltens, das an den Tag gelegt wurde. Auch später musste ich immer wieder innehalten, weil „Und in mir der unbesiegbare Sommer“ sehr, sehr traurig macht, besonders wenn man versucht zu verstehen, warum so etwas geschehen kann. Es gab aber auch durchaus Szenen, die mich zum Lächeln brachten – letzten Endes ist es auch ein Buch über Menschen, die tatsächlich, manchmal auf ihre ganz eigene Art und Weise, gut sind oder es zumindest sein wollen, auch wenn sie ab und an stolpern sollten. Es könnte bei der Thematik so schnell gehen, dennoch gibt es hier kein Schwarz und Weiß. Der Originaltitel umschreibt es am besten: „Between Shades of Gray“. Es gab Gefangene, die mit der Sowjetunion zusammenarbeiteten, doch sind sie deswegen böse? Haben sie vielleicht nicht ihre Gründe, die weniger egoistisch sind, als manch einer glaubt? Genauso gibt es hier Russen, die helfen, wenn sie können, die im System gefangen und doch keine Monster sind. Dagegen gibt es Amerikaner, sonst oft die gefeierten Helden, die nicht helfen – weil sie das Leid nicht sehen oder nicht sehen wollen? Es gibt etliche Grauschattierungen, und jeder, bis auf weniger Ausnahmen, hat hier seine eigene, und manche davon sind sehr nahe am Weiß daran. Linas Mutter zum Beispiel, die mir mit ihrem Mut und ihrer Kraft ein wenig das Herz gebrochen hat. Das Ende ist interessant. Es ist weder abgeschlossen noch offen, weder hoffnungsvoll noch hoffnungslos – eigentlich ist es alles zusammen. Das Allerwichtigste wird geklärt, doch genauso viel bleibt verborgen, und in mancher Hinsicht mag man seinen Glauben in die Menschheit behalten, in anderer geht er aber verloren. Diese Zweischneidigkeit macht es letzten Endes so übel, denn genau so war es, ist es und wird es immer sein mit uns Menschen. Schlimme Dinge werden geschehen und manch einer wird nie wissen, was mit den Geliebten geschehen ist. Danach wird es weitergehen, sowohl mit den kleinen Wundern als auch den Enttäuschungen. Und genau das weiß „Und in mir der unbesiegbare Sommer“, trotz seiner kleinen Fehler, zu zeigen. „Und in mir der unbesiegbare Sommer“ von Ruta Sepetys ist ein berührendes Werk, das mir nicht ganz so nahe ging wie es hätte können. Die Autorin widmet sich einem Teil der Geschichte, der oft übersehen wird, aber nicht werden sollte. Für mich war es ein Buch über Gut und Böse, oder vielmehr die Vermischung von beiden, sowohl was Menschen als auch die Menschheit an sich betrifft. Jeder sollte aber selbst mal hineinlesen und sehen, was das Buch einem zeigen kann, denn ohne Erkenntnis – und ohne Tränen – wird man hier nicht zurückgelassen.

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  • Eine Geschichte die zu Tränen rührt...

    Und in mir der unbesiegbare Sommer
    Breathless_Books

    Breathless_Books

    21. May 2013 um 12:37

    Meine Meinung: Vorweg: Wenn ich an dieses Buch zurückdenke treten mir immer wieder Tränen in die Augen... Das Cover ist sehr schlicht gestaltet. Auf einem weißen Hintergrund sieht man ungefähr im oberem drittel eine graue Person die einsam und verlassen dort steht. Ihr Blick ist auf den Boden gerichtet und sie wirft einen langen Schatten hinter sich auf den Boden. Den Rest des Covers macht der Titel "und in mir der unbesiegbare Sommer" aus. Es ist ein Titel mit sehr viel tiefe, Hoffnung und Sehnsucht.. "unbesiegbar" und "Sommer" sind Wörter die auf etwas positives und starkes schließen lassen.  Ich finde dieses Cover- obwohl nicht viel zu sehen ist- wirklich toll! Es lenkt den Betrachter nicht ab und fokosziert ganz auf die Geschichte.. Der Titel ist mit bedacht gewählt und bleibt noch lange im Gedächtnis. TOP! Die Charaktere haben mich tief im Innern berührt. Lina und ihre Familie werden von dem sowjetischen Geihemploizei deportiert und nach Sibirien gebracht. Lina und ihr Bruder sind gerade mal 15 und 11 Jahre alt und lebten bis zu dem Schicksalhaften Tag mit Vater und Mutter in Litauen. Sie haben keinen blassen Schimmer warum sie so aprupt aus ihrem normalem Leben gerissen werden. Sie werden mit vielen anderen Leuten in ein Viehanhänger gepfercht und werden mithilfe einer Lokomotive nach Sibierien verfrachtet. Hunger, Krankheiten und Gewalt bestimmen von nun an Linas Alltag. Sie zeichnet al das was ihr passiert auf, obwohl sie weiß, dass sie getötet wird, wenn sie auffliegt. Lina macht sich große Sorgen um ihren Vater, denn der wurde auch deportioert, nur nicht mit ihnen zusammen...er ist in einem ganz anderem Zug.  Lina und ihre "Mitreisenden" werden behandelt wie Tiere, sie magern, werden Krank und wenn man nicht das tut was man von ihenen fordert, werden sie kaltherzig erschossen. Irgendwann ereichen sie ein Arbeitslager, wo alle an ihrer körperlichen Grenzen stoßen. Jonas ist mit seinen 11 Jahren viel zu schnell erwachsen geworden. Ihm bleibt auch nichts anderes übrig. Er ist jetzt der "Mann im Haus", da sein Vater nicht mehr da ist. Er versucht sich so gut wie möglich um seine Mutter und Lina zu kümmern, dabei helfen tut ihm Andrius, der mit im gleichem Abteil eingeschlossen war. Andrius ist älter als Lina, hat ein hübsches Gesicht und wird gemeinsam mit seiner Mutter nach Sibirien deportiert. Sein Vater war Offizier in der Armee von Litauen und ist seit einiger Zeit verschwunden. Andrius geht davon aus das er tot ist. Lina verliebt sich während dieses horrorvollen Reise in Andrius, und er sich in sie. Sie unterstützen sich gemeinsam, geben sich Hoffnung und Halt. Es scheint als könnte ihre innige Liebe diese schlimmen Zeiten überstehen und ihnen Hoffnung und Zuversicht geben, doch irgendwann werden die beiden getrennt und sind auf sich allein gestellt... Ruta Sepetys hat mich gefangen und lässt mich nicht mehr los. Ihre Worte sprechen Bände. Ihr Schreibstil ist nur so geladen von Trauer, Hass und Liebe. Die Geschichte ist in drei Teile eingeteilt die  aus Linas Sicht in der Ich-Perspektive erzählt werden. Da die Geschichte aus der Sicht eines fünfzehnjährigem Mädchens geschildert wurde, kommt einem das ganze noch viel schrecklicher vor. Wenn ich mich in Linas Rolle versetze und diese schrecklichen Dinge durchmachen müsste, die sie erlebt, dann wäre ich wahrscheinlich traumatisiert.  Frau Septeys zeigt keine Hemmungen, knallhart schildert sie die Grausamkeiten die die NKWD an den Tag legt. Das Leiden der einzelnen Personen hat sie so detalliert geschildert, mir stehen immer noch die Nackenhaare zu berge. Man fällt in eine Art Trance, liest da ganze und wenn man dann das Buch zur Seite legt und aus diesem "Lesekoma" wieder aufwacht und über die Geschehenen Situationen näher nachdenkt, dann prasseln die unterschiedlichsten Emotionen auf einen ein. Die Autorin spielt mit diesen Empfindugen, es ensteht ein engmaschiges Netz aus Gefühlen geblagt von Trauer, Angst, Sehnsucht; Hoffnung und Liebe. Man kann sich einfach nicht mehr befreien.  Dieser historische Roman ist absolut der beste den ich je gelesen habe. Ich sitze hier und tippe meine Rezenion und dabei laufen mir unentwegt Tränen über die Wangen. Mein Herz krampft sich zusammen wenn ich an diese Geschichte zurückdenke. Ich bewundere Ruta Sepetys für ihren Schreibstil. Ein so schwieriges Thema in ca. 300 Seiten zusammen zufassen ist wirklich beeindruckend. Ihre Charaktere wirken so Lebensecht, wenn ich wollte könnte ich sie mit den Fingern berühren. Dieses Buch hat mir wieder einmal vor Augen geführt, wie gut es uns in der heutigen Gesellschaft geht. Wir werden lediglich geplagt von unseren Schulnoten und anderen "unwichtigen" Dingen. Eine Welt in der Lina gelebt hat wirkt unerreichbar und fern, obwohl das ganze gerade mal über 70 Jahre her ist. Wir können so froh sein das wir in der heutigen Zeit leben und Ruta Sepetys drückt genau das mit ihrem fesselnden und wunderbarem Buch aus. 5 von 5 Sterne. 

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  • Eine andere Seite des Zweiten Weltkriegs

    Und in mir der unbesiegbare Sommer
    Shiku

    Shiku

    01. April 2013 um 19:09

    Litauen, 1941: Es geht alles sehr schnell. In einem Moment schreibt Lina an einem Brief für ihre Cousine, im nächsten Moment stehen sowjetische Soldaten vor der Tür, die der Familie einige Minuten zum Packen geben und sie dann zusammen mit anderen Litauern wegbringen – niemand weiß wohin. Linas Familie geht es wie vielen zu dieser Zeit; jeder, bei dem der Ansatz des Widerstandes erahnt wird, wird deportiert und viele überstehen allein die Zugfahrt, über lange Zeit hinweg eingepfercht in Viehwagons mit nur wenig zu essen und zu trinken, nicht. Weit fernab der Heimat aber klammert sich das junge Mädchen an die vage Hoffnung, eines Tages ihren Vater wiederzufinden, nach Hause zurückkehren zu können, zu überleben – trotz des Hungers, trotz der Kälte, trotz der Unmenschlichkeit. Litauen, 1941: Es geht alles sehr schnell. In einem Moment schreibt Lina an einem Brief für ihre Cousine, im nächsten Moment stehen sowjetische Soldaten vor der Tür, die der Familie einige Minuten zum Packen geben und sie dann zusammen mit anderen Litauern wegbringen – niemand weiß wohin. Linas Familie geht es wie vielen zu dieser Zeit; jeder, bei dem der Ansatz des Widerstandes erahnt wird, wird deportiert und viele überstehen allein die Zugfahrt, über lange Zeit hinweg eingepfercht in Viehwagons mit nur wenig zu essen und zu trinken, nicht. Weit fernab der Heimat aber klammert sich das junge Mädchen an die vage Hoffnung, eines Tages ihren Vater wiederzufinden, nach Hause zurückkehren zu können, zu überleben – trotz des Hungers, trotz der Kälte, trotz der Unmenschlichkeit. Wenn wir an die Zeit des Zweiten Weltkrieges denken, geht es immer entweder um Deutschland oder die Alliierten. Auch wenn die Rollenverteilung längst nicht mehr so klar ist wie einst – auf deutscher Seite die bösen Nazis gegen die Guten –, so ändert sich der Fokus selten allzu sehr. Immerhin zieht nicht mehr jeder fragend die Augenbrauen hoch, wenn über Gulags gesprochen wird, die zwar nicht das Gleiche wie deutsche Konzentrationslager, aber doch sehr ähnlich sind. Dies ist auch das Schicksal, das Lina erwartet und damit rückt Ruta Sepetys den Blick auf ein Land, das hierzulande, und sicherlich auch an vielen anderen Orten, gern übersehen wird. Litauen ist klein, was kümmert uns Litauen? Der Geschichtsunterricht ist bereits überfüllt, vor allem mit der deutschen Seite des Zweiten Weltkrieges, so dass man es kaum in die Neuzeit schafft und kurz nach dem Mauerfall enden muss. Doch wird Litauen erwähnt? Wird das Vorgehen Stalins behandelt? Trotz guter Lehrer kann ich das nicht bejahen; und auch wenn ich es gut finde, dass man sich wenigstens in manchen Schulen sehr ausführlich mit dem Thema und seinen Schrecken auseinandersetzt, und ich dem zustimme, dass wir hier besonders über dieses Land Bescheid wissen sollten, so gehen manche Aspekte verloren, obwohl sie angesprochen werden müssten. Die Autorin greift einen dieser Aspekte auf, und das tut sie aus der Sicht eines 15-jährigen Mädchens, mit dem sicherlich viele Leser zurechtkommen können. Dazu gehört allerdings auch, dass mir Lina auf den 300 Seiten stets ein wenig fern blieb – ganz so, als wäre sie einer der anderen Charaktere, die immer in der dritten Person erwähnt werden. Man lernt sie alle nur ansatzweise kennen; nicht so wenig, dass mir egal wäre, was mit ihnen passiert. Unter den gegeben Umständen ist das eigentlich unmöglich, und sollte es doch der Fall sein, liegt der Fehler beim Leser, nicht der Autorin. Aber es ist doch etwas anderes, wenn man sich um jemanden allgemein als Mensch sorgt, einfach weil man niemandem solche Qualen wünscht, oder ob man tatsächlich um jemanden bangt, mit dem man sich identifizieren kann, dem man nahe gekommen ist. Auch was die Zustände während der Reise und in den Lagern angeht, hatte ich ab und an das Gefühl, dass das Buch bisweilen gar zurückhaltend ist. Ruta Sepetys vermittelt einen Eindruck, doch manchmal war ich beinahe überrascht, als sie bestimmte Dinge als Konsequenz der Behandlung nannte, obwohl sie logisch sind. Dass die Menschen beispielsweise abmagern, weil sie kaum Nahrung erhalten, sollte nicht überraschend sein und ist es auch nicht im eigentlichen Sinne. Allerdings kam es im Text zuvor nicht so deutlich rüber wie es könnte – auch ich fordere nicht, dass en detail das Leid der Menschen dargelegt wird, und die Schrecken kommen herüber, das ja. Trotzdem gab es wenige Szenen, die mich in dieser Hinsicht ein wenig aus der Bahn warfen. Das ist aber auch alles, was ich Negatives über das Buch sagen kann, und allzu sehr fällt es nicht ins Gewicht. In einem sehr schlichten, aber auch sehr schönen Schreibstil präsentiert uns Ruta Sepetys eine furchtbare Geschichte, und das Wissen, dass all das echt ist, macht es durch seine Grausamkeit nur irrealer. Schon zu Beginn gibt es Szenen, die mich schlucken ließen und wütend machten ob des Unsinns des Verhaltens, das an den Tag gelegt wurde. Auch später musste ich immer wieder innehalten, weil „Und in mir der unbesiegbare Sommer“ sehr, sehr traurig macht, besonders wenn man versucht zu verstehen, warum so etwas geschehen kann. Es gab aber auch durchaus Szenen, die mich zum Lächeln brachten – letzten Endes ist es auch ein Buch über Menschen, die tatsächlich, manchmal auf ihre ganz eigene Art und Weise, gut sind oder es zumindest sein wollen, auch wenn sie ab und an stolpern sollten. Es könnte bei der Thematik so schnell gehen, dennoch gibt es hier kein Schwarz und Weiß. Der Originaltitel umschreibt es am besten: „Between Shades of Gray“. Es gab Gefangene, die mit der Sowjetunion zusammenarbeiteten, doch sind sie deswegen böse? Haben sie vielleicht nicht ihre Gründe, die weniger egoistisch sind, als manch einer glaubt? Genauso gibt es hier Russen, die helfen, wenn sie können, die im System gefangen und doch keine Monster sind. Dagegen gibt es Amerikaner, sonst oft die gefeierten Helden, die nicht helfen – weil sie das Leid nicht sehen oder nicht sehen wollen? Es gibt etliche Grauschattierungen, und jeder, bis auf weniger Ausnahmen, hat hier seine eigene, und manche davon sind sehr nahe am Weiß daran. Linas Mutter zum Beispiel, die mir mit ihrem Mut und ihrer Kraft ein wenig das Herz gebrochen hat. Das Ende ist interessant. Es ist weder abgeschlossen noch offen, weder hoffnungsvoll noch hoffnungslos – eigentlich ist es alles zusammen. Das Allerwichtigste wird geklärt, doch genauso viel bleibt verborgen, und in mancher Hinsicht mag man seinen Glauben in die Menschheit behalten, in anderer geht er aber verloren. Diese Zweischneidigkeit macht es letzten Endes so übel, denn genau so war es, ist es und wird es immer sein mit uns Menschen. Schlimme Dinge werden geschehen und manch einer wird nie wissen, was mit den Geliebten geschehen ist. Danach wird es weitergehen, sowohl mit den kleinen Wundern als auch den Enttäuschungen. Und genau das weiß „Und in mir der unbesiegbare Sommer“, trotz seiner kleinen Fehler, zu zeigen. „Und in mir der unbesiegbare Sommer“ von Ruta Sepetys ist ein berührendes Werk, das mir nicht ganz so nahe ging wie es hätte können. Die Autorin widmet sich einem Teil der Geschichte, der oft übersehen wird, aber nicht werden sollte. Für mich war es ein Buch über Gut und Böse, oder vielmehr die Vermischung von beiden, sowohl was Menschen als auch die Menschheit an sich betrifft. Jeder sollte aber selbst mal hineinlesen und sehen, was das Buch einem zeigen kann, denn ohne Erkenntnis – und ohne Tränen – wird man hier nicht zurückgelassen.

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  • Rezension zu "Und in mir der unbesiegbare Sommer" von Ruta Sepetys

    Und in mir der unbesiegbare Sommer
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    25. February 2013 um 16:31

    Dieser Roman ist erschütternd und grausig in den Details, so grausig Kriege und deren tragische Auswirkungen seit jeher waren und bis heute sind. Nicht nur junge Leser können einem Stück wenig bekannter Weltgeschichte hautnah nachspüren, da die Rolle der drei Baltenstaaten Litauen, Lettland und Estland während und nach dem Zweiten Weltkrieg kaum von der Öffentlichkeit beachtet wurde. Sehr hilfreich sind die Karten im Buch, die den Weg und den zeitlichen Ablauf der Deportation der Protagonisten-Familie nach Sibirien veranschaulichen. Die sorgfältige Recherche Ruta Sepetys' lässt ein so berührendes Bild entstehen, dass man in einigen Abständen das Gelesene sacken lassen muss und sehr junge Leser vielleicht dabei begleiten sollte. Die Sprache ist dabei fein und schlicht, als würde sie Raum zum Luftholen und Fühlen lassen wollen . Wortfülle kann Emotionen zerreden. Ein ganzes Menschenalter liegt zwischen Heute und den historischen Ereignissen, die dem fiktiven Roman die Basis verleihen und einige Jugendliche möchten mit dieser Thematik nicht mehr konfrontiert werden, weil sie der irrigen Meinung sind, sie hätte keine Bedeutung mehr für unser aktuellen Alltag. Aber allen Veröffentlichungen zum Trotz, beweisen wir tagtäglich, was für unbeschreibliche Schmerzen, Qualen, Folter, Leid und Erniedrigungen ein Mensch einem anderen zuzufügen vermag. Toleranz, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, Zivilcourage haben auch in unserer modernen “Daumen-hoch-Daumen runter-Gesellschaft” keinen hohen Stellenwert. Ein Zeitalter, in dem rein konsumorientiertes Privatfernsehen nicht an einer Niveausteigerung, sondern nur noch an der Befriedigung bildungsbedürftiger junger Zuschauer interessiert ist, verlangt von Verlagshäusern in hohem Maß Courage, Bücher zu verlegen, die einen deutlichen Kontrapunkt dazu setzen. Medien dürfen nie müde werden, Berichte, Reportagen (oder Bücher wie dieses) mit politischen, historischen, gesellschaftskritischen oder wissenschaftlichen Inhalten für nachwachsende Generationen unterschiedlicher Altersgruppen zu verlegen. Sie gleichen dem Samen des Löwenzahns: Eine winzige Böe weht ihn vielleicht auf einen fruchtbaren Boden, auf dem er keimen kann und zu einer neuen Pflanze heranwächst. Die Menschheit braucht kann ganze Felder davon! Auch wenn DIESE Lina mit ihrer Familie nicht existierte, so gab es tausende und abertausende ähnlicher Schicksale, deren traumatische Erlebnisse sich kaum jemand wirklich vorzustellen vermag. Der Roman ist nicht nur eine schmerzvolle Erzählung, sondern zugleich mahnendes Gedenken an die unfassbar vielen Kriegs- und Terroropfer und deren Stimme, der immer wieder aufs Neue Gehör verschafft werden MUSS. Dass es der Autorin gelingt, schlussendlich noch einen Bogen zu Allmacht der Liebe zu schlagen, sei der jungen Zielgruppe geschuldet. Ich bin älter und leider deutlich pessimistischer. Fazit: Lesen!! (T)

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  • Rezension zu "Und in mir der unbesiegbare Sommer" von Ruta Sepetys

    Und in mir der unbesiegbare Sommer
    Sunny Rose

    Sunny Rose

    18. February 2013 um 10:07

    Die Deportation . Die 15-jährige Lina Vilkas wohnt mit ihrer Familie in Kaunas in Litauen. Ihre große Leidenschaft ist das Malen, sie möchte eine große Künstlerin werden. Am Abend des 14. Juni 1941 hat sich Lina bereits ihr Nachthemd angezogen und möchte noch einen Brief an ihre Cousine und beste Freundin Joana schreiben, als es plötzlich sehr laut an der Tür klopft. Vor der Tür steht die sowjetische Geheimpolizei, die sie, ihre Mutter und ihren 10-jährigen Bruder Jonas mitnehmen wollen. Sie haben nur 20 Minuten Zeit, ein paar Sachen zusammen zu suchen und werden dann auf einen großen Lastwagen gescheucht, in dem schon einige andere Personen sitzen. Lina ist zu Tode erschrocken, darüber, wie brutal die bewaffneten Männer vorgehen und wie sie behandelt werden. Sie werden zu einem abgelegenen Bahnhof gebracht und mit vielen anderen Leuten in einen Viehwagon gesperrt. Lina ist sehr rebellisch und möchte unbedingt wissen, wo ihr Vater ist. In dieser Nacht steigt sie gemeinsam mit ihrem Bruder und dem 17-jährigen Andrius heimlich aus dem Wagon und versucht ihren Vater in einem der anderen Wagons des Zuges zu finden. Lina malt mit allem was ihr zur Verfügung steht, im Sand, auf Papierfetzen und auf Taschentüchern, die Hauptsache ist, dass sie überhaupt malen kann. Lina ahnt noch nichts von den ihr bevorstehenden Schrecken, die diese brutale Deportation mit sich bringt und was ihr in Sibirien alles geschehen wird. Doch sie weiß, das wichtigste ist das Überleben… . Das Cover ist sehr schlicht und wirkt gerade dadurch interessant. Die unscharfe kleine Person ist sehr dick angezogen, was zu Sibirien passt. Die Schrift finde ich schön. Die Figuren sind sehr liebevoll und lebendig gestaltet. Die Charaktereigenschaften der Protagonisten kommen gut zu Geltung und auch die Veränderung der Menschen im Laufe der Gefangenschaft und der Zwangsarbeit sind sehr realistisch. Das Buch ist in Ich-Form aus Linas Sicht beschrieben und enthält immer wieder einige Erinnerungen aus der Zeit vor der Deportation, die dann kursiv gedruckt sind. Das Buch ist emotional, aber Linas Bericht ist auch recht sachlich. Das Buch ist in 3 große Kapitel eingeteilt, die wiederum in viele kleine Kapitel eingeteilt sind, deren ersten Wörter jeweils in der Schrift gedruckt sind, die auch auf dem Cover ist. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Vorne im Buch sind zwei Landkarten abgedruckt, in die die Reiserute abgebildet ist, was ich sehr gut fand. Damit lässt sich die Reise gut nachvollziehen. Die Geschichte ist sehr erschreckend und erschütternd, die Protagonisten werden brutal und unmenschlich behandelt. Sie beruht auf wahre Tatsachen, auch wenn die Figuren erfunden sind. Die Handlung des Buches kann sich millionenfach genau so abgespielt haben. Ein bewegendes düsteres Buch, über ein Mädchen, das auch in den dunkelsten und schwersten Zeiten, die Hoffnung nicht aufgibt.

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  • Rezension zu "Und in mir der unbesiegbare Sommer" von Ruta Sepetys

    Und in mir der unbesiegbare Sommer
    TheresaRosa

    TheresaRosa

    14. January 2013 um 00:03

    Erster Satz: "Ich war im Nachthemd, als man mich holte." Klappentext: Litauen, 1941 Es ist ein lauer Sommerabend, als die fünfzehnjährige Lina und ihre Familie von der sowjetischen Geheimpolizei abgeholt werden. Noch ahnen sie nicht, dass man sie - wie Zehntausende andere Balten auch - nach Sibirien deportieren wird. Von einem Tag auf den anderen ist ihr Leben bestimmt von unvorstellbarem menschlichen Leid, von Hunger, Krankheiten und furchtbarer Gewalt. Doch Lia fängt an zu zeichnen, in den Staub, auf jedes kleinste Stück Papier, das sie finden kann. Und sie verliebt sich in Andrius. Lina kämpft um ihr Leben und um das ihrer Familie. Doch wird sie stark genug sein? Meine Meinung: Oh wow, dieses Buch hat mich wirklich beeindruckt. Man kennt ja die unterschiedlichsten Aufarbeitungsformen von Geschichten jüdischer Kinder und Familien, und anderer verfolgter Minderheiten im zweiten Weltkrieg. Doch in diesem Buch geht es um eine mir bisher kaum bewusste Gruppe an Opfern: die Tausenden von Balten, die während der russischen Besetzung verschleppt wurden. Es geht um die fünfzehnjährige Lina, die mit zusammen mit ihren Eltern und mit ihrem kleinen Bruder Jonas deportiert wird. Sie werden von ihrem Vater getrennt, was Lina sehr zu schaffen macht. Es beginnt für sie eine Reise unter unvorstellbaren Zuständen. Vom ersten Moment an hat mich dieses Buch gefesselt. Immer wieder will man es zur Seite legen, weg sehen, und muss doch weiter lesen. All das Grauen ist so schonungslos und doch so einfühlsam geschrieben. Und Lina ist eine so bewundernswerte Person. Sie sieht, wie alle Menschen, die ihr wichtig sind, um sie herum zu Grunde gehen und bleibt dennoch so stark und versucht, sie zu retten. Sie gibt die Hoffnung nie auf, wieder nach Hause zu kommen und ihren Vater wider zu finden. Die ganze Zeit über hofft sie auf kindliche Art, von ihm gerettet zu werden, und muss dennoch erwachsen werden. Um all den Schrecken um sie herum zu verarbeiten, malt Lina alles, was sie sieht. Ihre Zeichnungen sind wunderschön und detailreich beschrieben und geben ihr wie auch einem als Leser immer wieder Hoffnung und Schutz. Und dann ist da noch diese wunderbare Liebesgeschichte, die sich trotz all des Elends durch das Buch windet und an den unerwartetsten Stellen aufblüht. Den Schreibstil mochte ich sehr. Er war so nüchtern und ehrlich, aber manchmal auch so naiv oder malerisch, sodass sich das Buch sehr gut lesen lies. Und das Cover mag ich auch sehr, auch wenn es sehr leer ist. Das zeigt gut die Trostlosigkeit, die Lina umgibt und die einen ebenfalls umfängt, wenn man das Buch liest. Fazit: Oh wow, das ist so ein schönes Buch! Und auch die Thematik ist wirklich interessant, also bitte bitte lest es!

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  • Leserunde zu "Der Himmel so fern" von Kajsa Ingemarsson

    Der Himmel so fern
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu und auch im November haben wir für Euch ein neues Buch in der LovelyBooks Lesechallenge: "Der Himmel so fern" von Kajsa Ingemarsson. Wir vergeben für Euch wie immer 50 Exemplare des Romans, für den Ihr Euch mit Eurer Anmeldung bewerben könnt (Gewinnspielteilnahme möglich bis einschl. 07.11.2012). Ausserdem spielt Ihr mit Eurer Teilnahme um weitere tolle Preise wie einen Amazon Kindle sowie große Buchpakete und könnt mit vielen weiteren Lesern Aufgaben zum Buch lösen, zusammen diskutieren und Euch austauschen! Alle Informationen zur Lesechallenge 2012 findet Ihr hier: LeseChallenge 2012 - alle Infos Eine Frau steht allein am Rande eines Abgrunds. Hinter ihr liegen eine Ehe, Karriere, Erfolg und Geld. Vor ihr glitzern die Lichter der Großstadt. Das ist das Ende, doch im Fall zieht ihr Leben noch einmal an ihr vorbei. Rebecka erhält noch einmal die Chance, ihr Leben zu betrachten und zu erkennen, was falsch lief. Warum es für sie so schwer war, Liebe und Nähe zu ertragen, warum sie den Menschen, den sie am meisten liebte, auf Distanz halten musste.  Kajsa Ingemarsson hat einen ungemein berührenden Roman über eine Liebe geschrieben, die über den Tod hinausgeht; er handelt von Reue und Vergebung und von der Aussöhnung mit der eigenen Vergangenheit. Die Autorin Kajsa Ingemarsson war zunächst Übersetzerin und Radiomoderatorin, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte. Ihre Bücher erscheinen regelmäßig auf den Bestsellerlisten und werden von der Kritik hoch gelobt. Seit Jahren ist sie auch ein gefragter Gast im schwedischen Fernsehen. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in einem Vorort südlich von Stockholm. "Der Himmel so fern" ist bereits der neunte Roman von ihr, der in Deutschland veröffentlicht wurde und nimmt den Leser mit auf eine sehr traurige und dennoch auch berührende und Hoffnung bringende Reise.  Weitere Infos zu Buch und Autorin findet Ihr beim Fischer Verlag. Hier ein Interview mit der Autorin:

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  • Rezension zu "Und in mir der unbesiegbare Sommer" von Ruta Sepetys

    Und in mir der unbesiegbare Sommer
    DieKirsche

    DieKirsche

    06. August 2012 um 13:43

    Linas Leben ändert sich von einem Tag auf den anderen grundlegend. Plötzlich stehen NKWD-Beamte vor der Tür und verlangen, dass Lian, ihr Bruder Jonas und ihre Mutter innerhalb von zwanzig Minuten packen und anschließend mitkommen. Wo der Vater ist, weiß zu diesem Zeitpunkt niemand. Schnell wird klar, dass Lina zusammen mit vielen anderen Letten von den Sowjets deportiert wird. In einem Arbeitslager in einem kargen sibirischen Landstrich muss sie schuften, um am Leben zu bleiben. Ihr einziger Lichtblick zu diesem Zeitpunkt sind ihre Mutter und ihr kleiner Bruder mit denen sie trotz allem zusammen bleiben konnte. Auch gibt sie die Hoffnung nicht auf, ihren Vater, der ebenfalls deportiert wurde, mittels ihrer Zeichnungen wieder zu finden. In einer einfachen, wie eingänglichen Sprache schildert Ruta Sepetys aus Linas Sicht ein Schicksal, welches um 1941 nicht nur viele Letten, sondern auch Esten, Finnen und andere Balten getroffen hat. Die Sprache ist eher einfach, wirkt aber dadurch sehr realistisch. Man fühlt von der ersten Seite an mit Lina mit. Emotionen werden glaubhaft dargestellt, ohne dass das Buch aufdringlich emotional ist. Von der ersten Seite an ist man gefesselt und es fällt schwer, nicht weiter zu lesen, da man so sehr wissen möchte, wie es Lina ergeht. Die Handlung ist nie vorhersehbar und bleibt über das gesamte Buch hinweg konstant spannend. Die dargestellten Charaktere lernt man schnell näher kennen. Es wird gut beschrieben, wie sich Menschen in einer Notsituation verhalten und welche Facetten menschlichen Handelns es in diesen Momenten gibt. Mehr als einmal fragt man sich, ob man selbst in einer ähnlichen Situation so oder so handeln würde. Trotz oder gerade wegen der dargestellten Makel wirken die Figuren so lebensnah. Die Brutalität der NKWD Offiziere ist hierbei ebenso erschreckend, wie der Zusammenhalt der Deportierten einen berührt. Ihre Hoffnung ist das, was ihnen in dieser schweren Zeit eine Zuflucht bietet. Dadurch, dass die Autorin ihren Roman gut recherchiert hat, erhält er viel Authentizität. Auch dadurch, dass die Brutalität nicht geschönt wird und die Ereignisse sehr real geschildert werden, fesselt er so sehr. Neben Trauer und Grauen empfindet man beim Lesen aber auch immer wieder Hoffnung, da die Figuren die Hoffnung nicht aufgeben. Diese Stärke macht sie wirklich besonders. Fazit: Ich finde es sehr schwer diesem Buch in einer Rezension gerecht zu werden. Empfehlen kann ich es jedem, der sich gerne in einen Roman vertiefen möchte, der den Opfern der Sowjets eine Stimme gibt und durch klare, deutliche Beschreibungen überzeugt. Eine wirklich gute Darstellung der Ereignisse, vor denen man die Augen nicht verschließen sollte. Wertung: Volle 5 Punkte Auf jeden Fall lesen!

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  • Rezension zu "Und in mir der unbesiegbare Sommer" von Ruta Sepetys

    Und in mir der unbesiegbare Sommer
    splitterherz

    splitterherz

    25. June 2012 um 21:57

    «Wir vergaßen, wie lange wir schon unterwegs waren. Ich sah nicht mehr zu, wenn man Tote aus den Waggons warf. Beim Anfahren des Zuges blieben jedes Mal viele Leichen zurück. Was würden Fremde bei ihrem Anblick denken? Würde man sie begraben oder tatsächlich für Diebe und Huren halten? Ich hatte das Gefühl, auf einem Pendel zu sitzen. Manchmal schwang es über einen Abgrund der Hoffnungslosigkeit, und manchmal, wenn es einen Lichtblick gab, schwang es wieder zurück.» [aus "Und in mir der unbesiegbare Sommer" // Ruta Sepetys // S. 75] Erster Satz: Ich war im Nachthemd, als man mich holte. Inhalt: Als die sowjetische Geheimpolizei Lina und ihre Familie abholt, steckt die Fünfzehnjährige im Nachthemd und weiß nicht, was auf sie zukommen wird. Gemeinsam mit hunderten von anderen Litauern und getrennt von ihrem Vater, wird sie mit dem Zug quer durch Russland nach Sibirien deportiert und muss auf ihrer Reise die schlimmsten erdenklichen Qualen erleiden. Demütigung, Krankheit und Gewalt quälen die Litauer bis zum Letzten, doch Lina gibt die Hoffnung nicht auf und zeichnet auf allem, was sie findet, um ihren Vater auf ihre Spur zu bringen und ihr Leid zu verarbeiten. Dabei verliebt sie sich nicht nur in Andrius, sondern muss auch schmerzlich lernen, wieviel Leid ein Mensch ertragen kann und die Kraft aufbringen, um all die Qualen zu überstehen... Schreibstil: Ein Buch mit einem Thema, wie diesem, verlangt nach einem zarten und einfühlsamen Schreibstil, der das Leid, aber gleichzeitig auch die Hoffnung wiederspiegeln kann. Und genau das gelingt Sepetys mit einer Mischung aus Poesie, knallharter Realität und diesem leichten Schimmer Wärme, der trotz der eisigen Kälte Sibiriens immer zu finden ist. Zart wie eine Schneeflocke und doch so hart wie Stein erzählt Sepetys von Leid und Qual und dennoch von Hoffnung und Liebe und genau das schafft sie, mit ihrem Schreibstil, zu vermitteln. Atmosphärisch dicht und mit Gefühl nimmt der Schreibstil den Leser an die Hand und führt ihn stützend durch diese Geschichte. Kurz gesagt ist der Schreibstil genau das, was die Geschichte braucht: Nicht blumig, aber dennoch poetisch und nicht umgangssprachlich, aber dennoch auf den Punkt gebracht. Meinung: "Bitte nicht schon wieder der Zweite Weltkrieg und die Judenverfolgung." - Diesen Satz hörte ich in meiner Schulzeit seit der 4. Klasse in jedem Jahr in Geschichte. Natürlich ist die Thematik der Deportation der Juden bereits ein plattgetretenes Thema: Eine Millionen Mal durchgekaut, runtergeschluckt und wieder hochgewürgt kommt es einem manchmal vor. Dennoch hat mich das Schicksal dieser Menschen in all den Jahren immer wieder geschockt und mitgenommen, weswegen die Thematik für mich in keinem Fall langweilig oder nervig wurde - und ich finde, das darf sie auch nicht, denn es ist wichtig, an all das erinnert zu werden. "Und in mir der unbesiegbare Sommer" ist eines dieser Bücher, die sich mit einem ähnlichen Thema beschäftigen, denn es geht um die Deportation tausender Litauer, Finnen, Esten und Letten, deren Schicksal nicht minder grauenvoll als das der Juden ist. Müsste ich die Geschichte um Lina mit einer Sache vergleichen, wäre sie für mich eine kleine, zerbrechliche Blume im tiefsten Winter (so wie auf dem UK-Coer), die sich durch die dicke Decke aus Eis kämpft, immer wieder verliert und sich dennoch wieder aufrappelt. Denn genau so wirkte diese gleichermaßen berührende und schockierende Geschichte auf mich. Trotz der ständigen Gänsehautschübe, die über meine Haut jagten, schlich sich in manchen Szenen diese Hoffnung in mein Herz, die auch Lina ergriff. Es ist einfach eines jener Bücher, die tausend Emotionen im Leser auszulösen wissen und dieses löst eine ganze Palette an Gefühlen aus: Wut, Hass, Verzweiflung, Trauer, Verständnislosigkeit, Angst, Hoffnung, Liebe, Leid und das sind noch nicht alle. Unvermeidbar ist auch die ein oder andere Träne, ausgelöst von jedem der eben aufgezählten Gefühle. Das wichtigste Detail dieser Geschichte sind zweifellos die Charaktere, allen voran Lina, die Protagonistin, die dem Leser schon mit den ersten Sätzen ans Herz wächst. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, die sich trotz ihrer Angst nicht kontrollieren lässt und für sich und ihre Nation einsteht. Sie lässt sich nicht unterkriegen, ganz egal, wie oft sie zu Boden geworfen wird. Das macht sie zu einer unverwechselbaren Figur, für die man hofft und betet, mit der man mitfiebert und leidet. Eine absolute Sympahtiefigur gibt es nicht, denn obwohl manche der Deportierten rau und hart sind, möchte man sie alle beschützen und retten. Daher hatte jede Figur (ganz abgesehen von der sowjetischen Geheimpolizei - obwohl es da eine Ausnahme gibt) ganz besondere Seiten, die sich mit der Zeit im Leid natürlich veränderten. Jeder Charakter stand für sich selbst und hatte seine eigene Handschrift, was der Autorin wirklich ausgezeichnet gelungen ist. Tiefe und Dreidimensionalität findet man hier in jeder Figur, was die Geschichte auch braucht. Gemeinsam mit Lina lernt man die Menschen und ihre Schwächen und Stärken kennen und wie sie in Extremsituationen reagieren. Man beobachtet die Kälte und Herzlosigkeit einiger, denen man mit Verständnislosigkeit entgegengeht und man findet in all der Machtlosigkeit Hilfe und Hoffnung. Glaubhaft und Realistisch zeigt Sepetys, wie sich Menschen im Leid verändern, wie der Wahnsinn und der Tod beieinanderliegen und wie auch vermeintlich durch und durch schlechte Menschen Herz beweisen. "Und in mir der unbesiegbare Sommer" erzählt von der Kraft der Liebe, vom Zusammenhalt und einer Stärke, die man nur bewundern kann. Außerdem schießt die Geschichte mit Pfeilen in Bauch und Herz und spült den Leser mit einer Welle nach der anderen immer wieder um und zeigt die knallharte Realität, die man sich nie und nimmer richtig vorstellen kann. Dennoch ist es ein erster Schritt, zu versuchen das Leid dieser Menschen nachzuvollziehen und sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, was mit ihnen geschehen ist. Genau wegen diesen Tatsachen war das Ende für mich eher enttäuschend, denn plötzlich ging es ganz abrupt zu Ende, was ich einerseits nachvollziehen kann, andererseits aber auch sehr schade finde, denn hier hätte man nach all dem, was passiert ist, noch ein wenig weiter ausholen können. Das Buch endet zwar mit Hoffnung und führt so sicherlich auch dazu, dass ein bittersüßer Nachgeschmack und eher das Leid in Erinnerung bleibt, jedoch hätte ich mir einfach gewünscht, die Menschen, die mir während der Lektüre derart ans Herz wachsen konnten, endlich frei zu sehen. Ich hätte mir gewünscht von der Befreiung zu lesen und dem Wiedersehen zwischen Lina und Andrius. Ich hätte gerne gesehen, wie es allen nach der Sklaverei ergeht, auch wenn das Leid natürlich nie ganz verschwinden wird. Nachdem man so viel mit den Figuren erlebt hat, hätte ich mir letzten Endes einfach ein wenig mehr erhofft. Allerdings ändert das Ende auch nicht sehr viel an der Geschichte, denn letztendlich erzählt es von Hoffnung und das ist schon einmal etwas sehr Wichtiges. Den Rest kann man sich selbst zusammendenken, auch wenn es mir Schwarz auf Weiß noch besser gefallen hätte. Fazit: Trotz der unendlichen Kälte, weiß Lina, dass sie einen unbesiegbaren Sommer in sich trägt und von dieser unbesiegbaren Wärme und Kraft erzählt die Geschichte um eine Thematik, die sicherlich nie wirklich plattgetreten ist, ganz gleich, wie oft man auf ihr herumtrampelt. "Und in mir der unbesiegbare Sommer" ist eine Geschichte, die den Leser mit Emotionen überrollt und von der Kraft der Menschen erzählt, den Leser an der Hand nehmend und ihm Leid und Schicksal zeigend, weiß sie zu berühren und mit sich zu reißen, denn das Buch lässt einen nicht einmal dann wirklich los, wenn man die letzte Seite umblättert und die letzten Sätze verschlingt. Poetisch und dennoch knallhart, mit tiefgründigen Figuren und einer Geschichte, die unter die Haut geht, ist "Und in mir der unbesiegbare Sommer" ein Buch, dass ich sicherlich nicht so schnell vergessen werde und dass ich jedem ans Herz lege. 4,5 Sterne.

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