Ruth, Werner Der Gong Des Porzellanhändlers , Drei Erzählungen

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Inhaltsangabe zu „Der Gong Des Porzellanhändlers , Drei Erzählungen“ von Ruth, Werner

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    Der Gong Des Porzellanhändlers , Drei Erzählungen
    Heike110566

    Heike110566

    10. July 2010 um 20:16

    Die Autorin Ruth Werner war eine außergewöhnliche Frau: Geboren wurde sie, Ruth Ursula Kuczynski, als Tochter jüdischer Eltern in Schöneberg. Ihr Bruder war der später sehr bekannte DDR-Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler Jürgen Kuczynski. 1926 trat sie der KPD bei. 1930 lernte sie in Shanghai Richard Sorge kennen und wurde von ihm für den sowjetischen Militärgeheimdienst GRU angeworben. Sie wurde als "Sonja" eine der Top-Agentinnen des Zweiten Weltkrieges. Im Zuge der Enttarnung des für die UdSSR arbeitenden Atom-Spions Klaus Fuchs musste sie aus England, wo sie mit ihrem Mann lebte, fliehen und ging in die DDR. 1950 schied sie auf eigenem Wunsch aus dem russischen Geheimdienst GRU aus und dies im Rang eines Oberst der Roten Armee der UdSSR. Im Jahr 2000 verstarb sie in Berlin. Trauerredner bei der Beerdigung war ein Gesandter der russischen Regierung. In dem Band "Der Gong des Porzellanhändlers", veröffentlicht 1976, sind drei Erzählungen enthalten, in denen sie eigene Erlebnisse aus ihrem Leben darstellt. Die Handlungsorte sind die japanisch besetzte chinesische Mandschurei in den Jahren 1934/35, die Freie Stadt Danzig 1937 und die Schweiz 1938/39. An allen drei Orten war sie im Auftrag der GRU tätig. Aber: wer nun Spionage-Berichte erwartet, liegt falsch. Natürlich spielt auch ihre Kundschaftertätigkeit immer wieder eine Rolle, aber im Mittelpunkt steht immer der Mensch, die Frau. In den genannten Zeiten hatte sie erst einen Sohn und später dazu noch eine Tochter. Die Kinder waren immer bei den Einsätzen dabei. Und sie ist, trotz sie Kommunistin ist oder besser gesagt sogar gerade deshalb eben auch Mensch. Ein Mensch der liebt, leidet, fühlt, lacht, weint ... Über ihre Agententätigkeit hat sie später in dem autobiografischen Werk "Sonjas Rapport" 1977, nach Ende ihrer Schweigeverpflichtung, berichtet. Das Buch wurde damals in der DDR ein Bestseller. Dieser Erzählungsband ist aber auch ein sehr empfehlenswertes Buch. Es ist sehr gefühlvoll und einfühlsam geschrieben. Die Episoden sind interessant, unterhaltsam und auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Auch wenn das Buch heute leider nicht mehr neu aufgelegt erhältlich ist, so kann man es über ebay, auf Flohmärkten oder in Antiquariaten sicher hin und wieder finden. Und dann ist meine Empfehlung: Zugreifen!

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