Ruth Byrne

 4,5 Sterne bei 12 Bewertungen
Autor*in von Ungebremst.

Lebenslauf

Ruth Anne Byrne, 1975 in Innsbruck geboren, reist gerne, hat fast jeden Kontinent betreten und ist durch alle Weltmeere getaucht. Zuerst war sie Meeresbiologin und arbeitete mit Oktopussen und karibischen Riff-Kalmaren, dann unterrichtete sie mitten im Amish Country Ökologie und Evolution an einer amerikanischen Universität. Später baute sie in der medizinischen Forschung 3D-Kulturen aus humanen Zellen. Nun wohnhaft in Wien, geht nicht nur sie gerne auf Wanderschaft, sondern auch ihre Gedanken, die in Form von Geschichten für Kinder, Jugendliche und jung gebliebene Leser zu Papier gebracht werden.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ruth Byrne

Cover des Buches Ungebremst (ISBN: 9783641329204)

Ungebremst

(12)
Erschienen am 01.08.2024

Neue Rezensionen zu Ruth Byrne

Cover des Buches Ungebremst (ISBN: 9783864295416)
lillylenas avatar

Rezension zu "Ungebremst" von Ruth Byrne

lillylena
herzerwärmend und einfach nur stark

Nina sitzt im Rollstuhl- und das ist natürlich total ätzend. Aber sie möchte nicht nur darauf reduziert werden und kämpft sich nach ihrem Unfall bärenstark zurück ins Leben. Einige Mitschüler machen ihr diesen Weg besonders schwer aber Nina wäre nicht Nina, wenn sie nicht dennoch zeigt, was in ihr steckt. Als sie eines Tages auf eine Sportart namens WCMX stößt, möchte sie unbedingt selber ausprobieren, wie es ist, mit dem Rollstuhl durch den Skaterpark zu düsen.

Wow, Ruth Anne Byrne hat hier ein geniales (Kinder)buch geschrieben. Mit purer Charakterstärke zeigt Nina, dass ein Schicksal noch so schlimm sein kann, mit eigener Willenskraft und einer großen Portion Mut schafft man es zurück ins Leben. Doch natürlich muss Nina all dies nicht alleine schaffen. Besonders gefallen hat mir die Beziehung zwischen Daniel-ihrem Bruder- und Nina. Er ist immer für sie da, eng sie aber nicht ein und unterstützt sie in allen Lebenslagen. Auch die Beziehung zu ihrer Freundin ist nicht perfekt sondern komplett lebensnah beschrieben, genauso wie die zauberhaften ersten Schmetterlinge im Bauch.

Mit einer ganz subtilen Art zeigt die Autorin die alltäglichen Probleme für Rollstuhlfahrer*innen und regt damit zum Nachdenken an. Meiner Meinung nach eignet sich "Ungebremst" hervorragend als Schullektüre. Ich bin komplett überzeugt und lege dieses Buch jedem wärmstens ans Herz.

Cover des Buches Ungebremst (ISBN: 9783864295416)
✗

Rezension zu "Ungebremst" von Ruth Byrne

Ein LovelyBooks-Nutzer
Ungebremst

Ich fand das Buch ganz gut. Es gab ein paar Stellen wo ich anders gehandelt hätte und anfangs konnte ich mich nicht so gut in Nina hineinversetzen. Doch sie wurde mir später schon sympathischer. Die Protagonistin fand ich authentisch und nett. Ich habe das Buch gern gelesen. Der Schreibstil gefiel mir auch gut. 

Cover des Buches Ungebremst (ISBN: 9783864295416)
Literaturgalaxiens avatar

Rezension zu "Ungebremst" von Ruth Byrne

Literaturgalaxien
Wenn der Rollstuhl zum Skateboard wird

Nina sitzt nach einem Reitunfall im Rollstuhl. Seitdem hat sich nicht nur ihr eigenes Leben verändert, sondern auch das ihrer Eltern und ihres Bruders. Vor allem Frau Sprung, Ninas Mutter, macht sich Sorgen. Permanent will sie der Tochter helfen, sei es beim Anziehen der Hose oder auch beim Überwinden einer Gehsteigkante. Vor allem aber sammeln sich in Frau Sprungs Augen ganz schnell  Tränen. Zum Beispiel, wenn jemand fragt, ob Nina wieder wird gehen können.

Auch an der neuen, barrierefreien Schule hat es Nina nicht leicht. Ihr skatender Klassenkollege Fabian und sein Freund Max albern nur allzu gern auf der Rollstuhlrampe rum und machen sich in jeder nur möglichen Situation über Nina lustig. Zwar hat Nina eine beste Freundin (Fiona,), die immer zu ihr hält, auch wird sie von Daniel beschützt – aber wer freut sich schon darüber, wenn der große Bruder den Bodyguard mimt? Viel lieber würde Nina sich selbst wehren. 

Eines Nachmittags – Nina und Daniel sind gerade beim Basketballspiel – läutet es an der Tür. Und wer steht da?  Fabian, der Coole, der Mädchenschwarm. Der Nina um ihr Mathebuch bittet, weil er seines in der Schule vergessen hat. Schuld an Fabians Auftauchen ist Fabians Mutter, die Frau Sprung  von der Arbeit kennt. Und Ninas Mutter hat natürlich keine Ahnung, dass der Sohn ihrer Kollegin ihre Tochter mobbt.

Fabian steht also auf einmal neben Nina. Und verliert dann auch gleich mal gegen sie beim Basketball. Und dann auch noch beim Armdrücken. Denn starke Arme hat Nina, allein schon vom Pushen (so nennt man das Drehen der Greifräder nämlich.) Mit wachsendem Respekt gesteht sich Fabian ein: So lahm ist sie gar nicht, die Sprung.

Fabian ist es dann schließlich auch, der Nina das Video  von dem Rollstuhl-Typen im Skaterpark zeigt.  WCMX nennt sich die Sportart –  Wheelchair Motocross. Und Nina weiß sofort: Das will sie auch probieren. Nicht, um die Beste darin  werden, sondern  um ein paar Kniffe zu lernen, die ihr dabei helfen sollen, etwa die Haydngasse ohne Hilfe zu meistern. Dort gibt es nämlich Stufen – und genau diese Stufen verhindern, dass Nina den Weg zur Schule alleine schafft.

Ruth Ann Byrne erzählt die Geschichte eines querschnittgelähmten Mädchens, das um mehr Unabhängigkeit und Selbstbestimmung kämpft. Dass die Autorin ihre Protagonistin  dabei auf die Skaterbahn schickt, macht dieses Buch so wahnsinnig cool. 

Und genauso rasant wie die Fahrt  ist dann auch die Handlung. Denn Ninas Eltern dürfen natürlich nichts  von Ninas heimlichen Ausflügen in den Skaterpark wissen.

Auf 180 Buchseiten, in denen nur die wichtigsten Momente herausgepickt werden (das Dazwischen fasst die Autorin nur soweit zusammen, als es wirklich wichtig ist), agieren und kommunizieren die Teenager derart authentisch, dass man das Gefühl hat, mit dabei zu sein. Und ja, natürlich geht es auch um das erste Verliebtsein. Und um Freundschaft – mit all ihren Höhen und Tiefen. Denn in erster Linie ist Nina  Teenager.

"Ungebremst" erzählt aber auch von Solidarität. Denn dass Nina am Ende sogar bei einem WCMX-Wettbewerb teilnehmen kann, hat sie vielen zu verdanken – allen voran  ihren besten Freunden und ihrem Bruder Daniel.

Notiz am Rande: Was es auch für Ninas Eltern heißt, plötzlich eine behinderte Tochter zu haben – nicht nur in psychischer, sondern auch in finanzieller Hinsicht (vom Wohnortwechsel bis zum heiß ersehnten Rollstuhlmodell, das die Krankenkasse nicht finanziert) – erzählt Ruth Anne Byrne ganz nebenbei, in wenigen Sätzen, ohne sich erzähltechnisch auch nur einen Schritt von Nina zu entfernen. Das ist gerade wenn man für junges Publikum schreibt schon große Kunst!

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