Ruth Cerha

 4.3 Sterne bei 40 Bewertungen
Autorin von Bora, Zehntelbrüder und weiteren Büchern.
Ruth Cerha

Lebenslauf von Ruth Cerha

Ruth Cerha wurde in Wien geboren. Nach einer klassischen musikalischen Ausbildung und einem Studium der Psychologie arbeitete sie als Musikerin und Komponistin mit verschiedenen Bands. Seit 2004 schreibt sie Prosa. Sie unterrichtet Klavier, Gesang und Creative Writing und lebt als freie Schriftstellerin in Wien. Nach ihren Romanen »Kopf aus den Wolken« (2010), Zehntelbrüder (2012 / FVA 2018) und »Bora. Eine Geschichte vom Wind« (FVA 2015) erscheint ihr neuer Roman »Traumrakete« bei der FVA.

Alle Bücher von Ruth Cerha

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Bora

Bora

 (20)
Erschienen am 01.07.2015
Zehntelbrüder

Zehntelbrüder

 (10)
Erschienen am 21.09.2012
Traumrakete

Traumrakete

 (3)
Erschienen am 12.03.2018
Kopf aus den Wolken

Kopf aus den Wolken

 (3)
Erschienen am 24.06.2010
Der Gesang der Räder in den Schienen

Der Gesang der Räder in den Schienen

 (2)
Erschienen am 06.08.2007
Zehntelbrüder

Zehntelbrüder

 (1)
Erschienen am 31.08.2018
Zehntelbrüder: Roman

Zehntelbrüder: Roman

 (0)
Erschienen am 21.09.2012
Kopf aus den Wolken: Roman

Kopf aus den Wolken: Roman

 (0)
Erschienen am 16.11.2012

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Neue Rezensionen zu Ruth Cerha

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Corsicanas avatar

Rezension zu "Bora" von Ruth Cerha

Ein langer Sommer auf einer kroatischen Insel
Corsicanavor 2 Jahren

Der Bora ist ein kalter Fallwind, der aus den Bergen herunter aufs Meer weht. Wir haben ihn dieses Jahr in Kroatien selbst erlebt. Der Himmel ist strahlend blau, die Sonne scheint - und der Wind ist kalt.

So ist es auch auf der kroatischen Insel, die den Schauplatz dieses Buches bildet. Und eigentlich die Hauptperson ist. Denn im Buch gibt es viele Beschreibungen der Insel, der Landschaft, der Menschen und des Alltagslebens. 

Protagonisten im Buch sind Mara, eine Schriftstellerin aus Wien, die die Sommer stets auf der Insel verbringt, um dort zu schreiben und Andrej, ein Fotograf aus Hoboken / New Jersey, dessen Eltern von der Insel stammen (und in die USA emmigriert sind).

Es wird viel erzählt von der Emmigration aus Kroatien bzw. damals noch Jugoslawien, von Heimatlosigkeit und Sehnsucht nach einem Ort, an dem man bleiben möchte. Aber die Menschen in diesem Roman sind seltsam heimatlos und ruhelos. Und sie haben Bindungsängste - was sicherlich zusammenhängt. Deshalb entwickelt sich die Liebesgeschichte zwischen Mara und Andrej auch nicht kitschig-romantisch - sondern eher schwierig. Und irgendwann ist der Sommer zu Ende....

Mir haben an diesem Buch besonders die Beschreibungen des Insellebens und die schönen Zwischentöne gefallen, dieses leicht melancholische, das über der Insel und der Geschichte liegt, obwohl Sommer ist. Und irgendwie scheint dies zu meinem persönlichen Eindruck von Kroatien zu passen.

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Buecherschmauss avatar

Rezension zu "Bora" von Ruth Cerha

Bora und Jugo
Buecherschmausvor 3 Jahren

Es ist ein merkwürdiger Sommer auf der kleinen Insel in der kroatischen Adria. Statt der endlosen sonnengeschättigten, träge machenden Tage herrscht abwechselnd die Bora, der kalte, raue, vom Land kommende Fallwind und der Jugo, der heiß, feucht und staub- und sandgesättigt von Süden weht. Beide Winde wechseln sich in kurzer Folge ab und wirbeln Meer, Land und Inselbewohner gehörig durcheinander.
Touristen sind eher selten auf der noch eher unerschlossenen Insel, keine Hotels, wenig Einkaufsmöglichkeiten und ein beschaulicher Tagesablauf. Das ist es, was Menschen wie die Wiener Schriftstellerin Mara oder den Bildhauer Harry schon seit Jahren jeden Sommer hierher zieht. Mit den Inselbewohnern bilden sie bereits eine eingeschworene Inselgemeinschaft, die lediglich im August durch die vielen „Rückkehrer“, die zum Emigrants Day zurück zu ihren Wurzeln, ihrem Ursprung kehren, ansonsten über die Welt verteilt leben, aufgemischt wird.
Über viele Jahrzehnte, besonders auch zu Zeiten der kommunistischen Regierung, waren viele Bewohner mehr oder weniger gezwungen, ihr Glück im Ausland zu suchen. Zu wenig Möglichkeiten boten sich hier auf dem kargen, karstigen Eiland, zu wenig Freiheit, zu wenig Zukunft.
Dass die Meisten dieser Auswanderer aber auch in der neuen Heimat nicht wirklich glücklich, zumindest nie ganz heimisch geworden sind, ist bekannt. Bis in die nächsten Generationen zieht sich das Gefühl, nirgends ganz zuhause zu sein, nirgends ganz dazuzugehören, zwischen den Kulturen zu stehen.
Auch Andrej geht es so und seiner Mutter. Auch sie verbringen den Sommer auf der unbenannten kleinen Insel, leben ansonsten in den USA.
Andrej trifft auf Mara, boy meets girl, es kommt wie es kommen muss. Beide sind um die vierzig, haben etliche Beziehungen, Erfahrungen und Verletzungen hinter sich, beide sind nicht wirklich beziehungswillig und sehnen sich doch nach Nähe, Geborgenheit.
Ruth Cerha schildert eine nicht ganz einfache Liebesgeschichte, und ihr gelingt das überraschend und beglückend unsentimental und unkitschig. Dass es ihr ebenso gelingt, die Atmosphäre des Inselsommers, die karge Natur, die Faszination des Meeres, die Launen der Winde einzufangen und wunderbar zu beschreiben, macht „Bora oder Eine Geschichte des Windes“ zu einem schönen, verzaubernden Sommerroman. Aber eben nicht nur.
Als Schriftstellerin in einer momentanen Schreibkrise findet Mara über die Geschichten der Emigranten und der Einheimischen Zugang zur Geschichte der Insel, zu der Heimatlosigkeit der Weggegangenen, der Resignation der Zurückgebliebenen. Und wird daraus, zurückgekehrt nach Wien, einen Roman schreiben. Wünschen wir ihr, dass er ebenso glücken wird wie Ruth Cerha der vorliegende.

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TinaLiests avatar

Rezension zu "Bora" von Ruth Cerha

Tolle Sommerlektüre mit Niveau: "Bora. Eine Geschichte vom Wind"
TinaLiestvor 3 Jahren

Es gibt Bücher, in die möchte man einfach nur hineinschlüpfen, die Atmosphäre aufsaugen und die Geschichte mit allen Sinnen genießen. Ein solches Buch ist "Bora. Eine Geschichte vom Wind" von Ruth Cerha, erschienen bei der Frankfurter Verlagsanstalt.

"Bora. Eine Geschichte vom Wind" erzählt von Mara, einer österreichischen Schriftstellerin, die ihre Sommer auf einer kleinen, namenlosen kroatischen Insel verbringt. Ihre Zeit dort ist genauso turbulent wie die Bora, ein kalter Fallwind, der laut den Inselbwohnern von Senj über Rijeka nach Triest zieht. Die Bora kommt und geht, umspielt die Insel und ist der rote Faden, der sich durch das Buch und durch den Sommer zieht.

Ebenso wie mit der Bora, die den Sommer über kommt und geht, verhält es sich mit Andrej, Sohn kroatischer Auswanderer. Es entspinnt sich eine zarte und doch turbulente Liebesgeschichte zwischen ihm und Mara, eine Sommerromanze par excellence. Doch eigentlich stehen weniger Mara und Andrej im Mittelpunkt des Romanes: Es ist vielmehr die Insel selbst, die Atmosphäre dort, die Geschichte und natürlich die Bora, die den Roman ausmachen und die Hauptrolle spielen statt nur Kulisse zu sein (worauf man allein schon beim Titel recht schnell kommen kann). Maras Zeit auf der Insel ist Mittel dazu, die Geschichte der Insel zu erzählen, von den Auswanderern im letzten Jahrhundert, von der Natur, den Traditionen und den Gepflogenheiten. Man versinkt förmlich in der Geschichte, will nicht mehr auftauchen, will mehr erfahren - letztendlich auch von Mara und Andrej und ihrer vielleicht großen Liebe.

Doch genau diese Tatsache, dass die Insel die Hauptperson ist, macht den Roman zu einem so unkitschigen, atmosphärischen und absolut empfehlenswerten Sommerroman. Die Sehnsucht nach dem Meer, der Ruhe und Ausgeglichenheit, dem Abschalten vom Alltag - all das findet man in "Bora". Man kann sich herrlich von der U-Bahn oder der heimischen Couch auf diese kleine kroatische Insel träumen, mit Mara den Erzählungen der Einheimischen lauschen oder mit Andrej über die Insel streifen.

Zwischendurch habe ich die Insel, die Natur für ein paar Seiten vermisst - Mara und Andrej und ihr Versuch des Zusammenseins waren zeitweise doch übermächtig. Doch ganz schnell findet man sie wieder, ist versöhnt und möchte auch nach dem Zuklappen des Buches weiter schwelgen im Sommer auf der Insel und in der warmen Luft, die man beim Lesen fast schon selbst spüren kann - dank dem bildhaften, bezaubernden Schreibstil der Autorin.

Um es kurz zu machen: Lest dieses Buch, wenn ihr Lust auf Sommer habt, auf Meer, auf einen leisen Roman. Lasst euch von der Bora durch die Geschichte tragen und von Ruth Cerhas sprachlicher Gewandtheit verzaubern. Und bucht am besten direkt danach Urlaub auf einer kleinen kroatischen Insel (oder fahrt am besten einfach los ans Meer).

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Gespräche aus der Community

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diewortklauberins avatar

Sprachgewaltige Traumbilder 

Ruth Cerha schickt ihren sympathischen Helden auf eine spannende Spurensuche in die eigene Psyche. Sein Weg führt durch geheimnisvolle Traumwelten, über die Brücke zwischen Bewusstem und Unbewusstem bis in den toten Winkel der eigenen Familiengeschichte. Der Roman "Traumrakete" kreist um luzide Träume und blinde Flecken, führt von Wien bis nach New York und damit zum Ursprung verdrängter Wahrheiten, die weit über die Generationen hinweg ihre Wirkung entfalten.  

An diesem Fragefreitag habt ihr die Gelegenheit, der Autorin Ruth Cerha alle Fragen stellen, die ihr schon immer stellen wolltet. Also ran an die Tastatur! Zu gewinnen gibt es 5 Exemplare von "Traumrakete".  

Mehr zum Inhalt
Eine geheimnisvolle Unbekannte in beigem Trenchcoat, eine schöne Frau in einem zerrissenen weißen Kleid, eine schimmernde Stadt am Horizont, jenseits eines Abgrunds – was haben diese Traumbilder zu bedeuten, die Dave allnächtlich heimsuchen? Mit seiner Frau Janet, einer Chirurgin an einem Wiener Krankenhaus, kann er nicht mehr offen reden, seine Tochter Mel hat er an die Pubertät und seinen Sohn Max an die fantastischen Welten von Computerspielen verloren. Nur mit Nobbs, seinem Jüngsten, der nachts eine Freundschaft mit einem geträumten Roboter auf einem fremden Planeten pflegt, fühlt er sich verbunden. Seine Träume führen ihn ins New York der 1970er Jahre, zurück in seine Kindheit, überschattet von der Dominanz seines Vaters und der Verlorenheit seiner österreichischen Mutter, deren Eltern vor den Nazis geflüchtet waren. Dave fliegt nach New York, trifft Bill, den Bruder seines Vaters, einen Vietnam-Veteranen, der ihm ein Familiengeheimnis offenbart. 

»Ruth Cerhas Erzählstil zeugt von virtuoser Leichtigkeit bei gleichzeitig großer Sprachgewalt, mit der sie wunderbare Bilder projiziert.« – Tobias Nazemi, Blog Buchrevier 

Mehr zur Autorin
Ruth Cerha wurde 1963 in Wien geboren. Nach einer klassischen musikalischen Ausbildung und einem Studium der Psychologie arbeitete sie als Musikerin und Komponistin mit verschiedenen Bands. Seit 2004 schreibt sie Prosa. Sie unterrichtet Klavier, Gesang und Creative Writing und lebt als freie Schriftstellerin in Wien. 

Gemeinsam mit der Frankfurter Verlagsanstalt  verlosen wir   5 Exemplare  von   "Traumrakete"   unter allen Fragestellern! Einfach auf den  blauen "Jetzt bewerben"-Button klicken und fleißig Fragen stellen!

Wir freuen uns, dass  Ruth Cerha  Zeit gefunden hat und wünschen euch und natürlich der Autorin ganz viel Spaß beim Fragen stellen und Fragen beantworten!



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