Ruth Downie

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Semper Fidelis

Semper Fidelis

 (2)
Erschienen am 08.01.2013
Caveat Emptor

Caveat Emptor

 (1)
Erschienen am 17.01.2012
Terra Incognita

Terra Incognita

 (0)
Erschienen am 03.03.2009
Persona Non Grata

Persona Non Grata

 (0)
Erschienen am 03.08.2010

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Rezension zu "Semper Fidelis" von Ruth Downie

Rezension zu "Semper Fidelis" von Ruth Downie
sabistebvor 6 Jahren

Eboracum 122 n. Chr. Ruso hat wieder einen Job als medizinischer Offizier bei seiner alten Legion und nach seinem Aushilfsjob als Detektiv in Londinium, will Gaius Petreius Ruso nur noch zwei Dinge, Ruhe und als Arzt arbeiten und Leute zusammenflicken. Tilla steht ihm dabei als Hebamme und Krankenschwester zur Seite, wenn er Privatpatienten behandelt. Da jedoch Kaiser Hadrian seinen Besuch angekündigt hat, beschließt Ruso diesem Stresse einfach aus dem Weg zu gehen, und die Armeekrankenhäuser seines Zuständigkeitsbereiches zu inspizieren, weit weg vom Kaiserlichen Aufgebot. In Eboracum trifft er sogar auf einen seiner ehemaligen Schüler: Pera. Der wirkt aber irgendwie verschreckt, wie das ganze medizinische Personal. Es ist auch nicht wirklich normal, dass Rekruten auf Dächer steigen und damit drohen, sich herunterzustürzen. Ja, die Ausbildung zum Soldaten ist hart, aber 3 Todesfälle in 6 Wochen, das kommt Ruso doch seltsam vor, besonders als die Obduktionsberichte verbrannt werden und der zuständige Offizier ihm sehr direkt zu verstehen gibt (indem er seinem Hund auf ihn hetzt), dass es in Rusos eigenem Interesse liegt, seine Nase nicht in Militärangelegenheiten zu stecken. Die Lage spitzt sich zu, als Hadrian beschließt Eburacum zu inspizieren. Ein Offizier stirbt und Ruso findet einen Schweinekopf mit eindeutiger Warnung in seinem Mansio Zimmer. Wo ist er da nur diesmal wieder reingeraten?

Dies ist kein normaler Krimi aus dem alten Rom. Die Kriminalhandlung ergibt sich einfach irgendwie um Rusos allgemeine Probleme herum. Tilla ist ein Sturkopf und will eigentlich nur helfen, sie ist halt eine starke, unabhängige Frau und keine verhuschte Römerin. Dass sie dabei einiges immer nur schlimmer macht, ist ihr nicht klar.
Die Ermittlungen sind sehr sauber und nachvollziehbar durchgeführt und irgendwie hat man das Gefühl, dass diesmal die Sozialkritik im Vordergrund steht, denn das Thema dieses historischen Krimis ist kein anderes als Misshandlung von Rekruten durch Vorgesetzte. Auch heute kommt es leider immer noch vor, dass Rekruten schikaniert und misshandelt werden. Es kommt zu Todesfällen und Selbstmorden während der Ausbildung und sicherlich wetten auch heute noch Offiziere auf ihre Rekruten. Alles nur zu ihrem Besten, man will sie abhärten, damit sie für den Kampf gestählt werden. Schikanen, Strafen, Erniedrigungen und Folter, all das muss Ruso ertragen, um andere zu schützen. Er gewinnt das Vertrauen der Rekruten, was ihm beim Reinigen der Latrinen nur wenig tröstet, denn selbst als Offizier ist der den Repressalien und Erniedrigungen seiner Vorgesetzten hilflos ausgeliefert. Römisches Militär mal nicht von der heldenhaften Seite, sondern von seiner grausamen, hässlichen Seite, die wegen Insubordination schon mal jeden zehnten hinrichten lässt und für die Hilfstruppen Ballistafutter sind.

Letztendlich frage ich mir noch, hatten römische Soldaten Hundemarken wie die amerikanischen Soldaten und gab es im alten Rom schon Katheder?

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Rezension zu "Caveat Emptor" von Ruth Downie

Rezension zu "Caveat Emptor" von Ruth Downie
sabistebvor 6 Jahren

Secret messages and stolen money and mystery men and murders

Nachdem Ruso in „persona non grata“ seiner Familie in Gallien einen Besuch abgestattet hat, ist er nun zurück in Londinium. Sein befristeter Vertrag mit der Armee ist mittlerweile ausgelaufen und eigentlich sollte sein Kumpel Valens ihm zwischenzeitlich einen neuen Job als Arzt besorgen. Valens, der in Londinium mittlerweile eine eigene Praxis führt, hat aber anderes Sorgen, weil seine Frau in verlassen hat und er alleine mit zwei Lehrlingen und einem Küchenjungen irgendwie Praxis und Haushalt schmeißen muss. Alles, was er Ruso organisieren konnte war ein Job als Ermittler für den Praetor.
Camma von den Iceni tauchte Hochschwanger im Büro des Praetors auf und verlangte, dass man nach ihrem Mann Julius Aspers suchen solle, der Steuereintreiber ist. Julius und sein Bruder und wichtiger noch, die Steuereinnahmen von Verulamium, werden vermisst. Ruso kann nicht wählerisch sein, ein Job ist ein Job und er braucht dringend Geld, also nimmt er den Auftrag an, den verschwundenen Ehemann zu suchen, der auch bald tot in einem billigen Hotel gefunden wird. Jemand hat ihm den Schädel eingeschlagen. Zudem ist er gar nicht der Ehemann von Camma, sondern „nur“ der Vater ihres Kindes, der eigentliche Ehemann ist Ratsvorsitzender von Verulamium, was die Lage nicht gerade vereinfacht. Prinzipiell wäre es leicht verdientes Geld gewesen, wenn nicht der Bruder immer noch vermisst würde und wenn der Tote nicht einen ominösen Brief an Raum 27 hinterlassen hätte, den keiner lesen kann, und den doch irgendjemand stehlen wollte. So machen sich Ruso, Tilla und Camma auf den Weg nach Verulamium, das sich als korrupter Kleinstadtsumpf erweist.

Ich war zunächst ein wenig verwirrt, ich dachte, Ruso wäre im letzten Band nur krankgeschrieben gewesen. Ich bin mir nicht sicher, ob Ärzte damals nur Zeitverträge hatten, oder nicht auf Jahrzehnte verpflichtet wurden, wie das im Militärdienst des alten Rom sonst so üblich war. Das hat einen sehr modernen Beigeschmack. Auch dass jemand Nachrichten unter Rusos Tür durchschiebt ist, wenn man weiß wie dick die damaligen Schreibtabletts oder wie hier „thin leaves of wood“ (wobei dünn wohl Definitionssache sein dürfte) waren, eher unglaubwürdig, es sei denn, die Türen hatten einen sehr großen Spalt zwischen Fußboden und Unterkante.
Der Fall an sich ist sehr komplex und verzwickt und sauber ermittelt, obwohl er irgendwie ein wenig überkonstruiert wirkt, wie das teilweise auch bei Agatha Christie der Fall ist. Dennoch bleibt die Spannung so durchweg erhalten und es werden keine Hinweise verschwiegen, jeder hat eine Chance herauszufinden, wer alles mit drinnen steckt und warum.
Prinzipiell ist der Fall in sich abgeschlossen, aber es gibt sehr viele Bezüge zu den früheren Bänden, so dass man die Bücher in chronologischer Reihenfolge lesen sollte, will man verstehen, warum und womit Metellus Ruso erpresst, wer Valens ist und was es mit Tillas und Rusos Beziehung auf sich hat.

Trotzdem einige Dinge historisch ein wenig fragwürdig erscheinen, mag ich den ironisch, bissigen Stil der Autorin. Die Figuren haben Ecken, Kanten und Probleme und Gerechtigkeit gibt es auch nicht immer.

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Rezension zu "Persona Non Grata: A Novel of the Roman Empire" von Ruth Downie

Rezension zu "Persona Non Grata: A Novel of the Roman Empire" von Ruth Downie
sabistebvor 7 Jahren

Medicus Ruso erhält einen allarmierenden Brief von seiner Familie: „Komm nach Hause.“, mehr steht nicht darin. Ruso schwant schlimmes, und da er ohnehin gerade einen gebrochenen Mittelfußknochen hat, lässt er sich beurlauben und reist mit Tilla nach Nemausus zu seinem Bruder und seinen beiden Schwestern, um ihnen, aus welchen Schwierigkeiten auch immer, wieder herauszuhelfen.
Schon bald jedoch wird klar, seine Familie ist alles andere als begeistert ihn zu sehen, denn damit fangen die Probleme gerade erst so richtig an, denn man kann keine Klagen gegen jemanden führen, der in der Armee, im Auftrag des Kaisers fern von daheim weilt. Jetzt jedoch, da Ruso zurück ist, sieht die Angelegenheit ganz anders aus und eine Versteigerung steht ins Haus.
Schon bald wünscht sich Medicus Ruso zurück ins vergleichbar ruhige Britannien, dort war seine Arbeit anstrengend, aber zumindest war klar, was er zu tun hatte. Hier, erwartet man von ihm den Bankrott seiner Familie zu verhindern, während er bei einer politischen Kampagne mithilft und gleichzeitig die Mitgift seiner Schwestern organisiert, den verschollenen Bruder seiner Schwägerin findet, sich um verstopfte Abflussrohre kümmert und an Abendgesellschaften teilnimmt.
Nie hätte Ruso gedacht, dass er sich diese vergleichbar ruhigen Momente seiner Rückkehr zurückwünschen würde, bis Severus, der neue Ehemann seiner ex-Frau Claudia im Hause von Rusos Bruder an einer Vergiftung stirbt und somit Ruso zum Hauptverdächtigen macht.
Nun stellt sich Ruso drei Fragen: Wer hat Severus warum und wie umgebracht und vor allem wie will er irgendwen dazu bringen im irgendwas zu sagen und warum sollte die Leute ihm bei seinen Ermittlungen überhaupt helfen? Schließlich ist er der Arzt mit massiven Schulden und dem Wissen um Gifte, mit einer Stiefmutter, deren Sklaven den Tatort geputzt haben und einem Koch der das verdächtige Geschirr gespült hat.

Ein wunderbarer Krimi aus dem alten Rom. Der Fall ist verwickelt, verzwickt und bis zum Ende ist unklar wer, warum was getan hat. Viele Dinge greifen ineinander, Ruso muss sich seiner Ex-Frau Claudia stellen, mit Tillas Eifersucht klar kommen, den Verkupplungsversuchen seiner Stiefmutter ausweichen und schlimmer noch, ganz allgemein mit seiner absolut unmöglichen Familie klar kommen. Seine Stiefmutter gibt Geld aus, dass sie nicht haben. Seine Schwägerin bekommt ein Kind nach dem anderen, das sie sich nicht leisten können. Sein Bruder hat keine Ahnung von Finanzen. Seine Halbschwestern (ca. 15 Jahre alt) wollen endlich eine Mitgift, ehe sie alt und runzelig sind und sie keiner mehr haben will, wobei eine bereits einen feschen Gladiator ins Auge gefasst hat.

Wunderbar, witzig, rasant und spannend. Ein toller Krimi und viele lustige Seitenhandlungen. Man muss die beiden Vorgängerbände nicht kennen, um diesen Fall genießen zu können.

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