Ruth Downie Semper Fidelis

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  • Rezension zu "Semper Fidelis" von Ruth Downie

    Semper Fidelis
    sabisteb

    sabisteb

    26. January 2013 um 18:44

    Eboracum 122 n. Chr. Ruso hat wieder einen Job als medizinischer Offizier bei seiner alten Legion und nach seinem Aushilfsjob als Detektiv in Londinium, will Gaius Petreius Ruso nur noch zwei Dinge, Ruhe und als Arzt arbeiten und Leute zusammenflicken. Tilla steht ihm dabei als Hebamme und Krankenschwester zur Seite, wenn er Privatpatienten behandelt. Da jedoch Kaiser Hadrian seinen Besuch angekündigt hat, beschließt Ruso diesem Stresse einfach aus dem Weg zu gehen, und die Armeekrankenhäuser seines Zuständigkeitsbereiches zu inspizieren, weit weg vom Kaiserlichen Aufgebot. In Eboracum trifft er sogar auf einen seiner ehemaligen Schüler: Pera. Der wirkt aber irgendwie verschreckt, wie das ganze medizinische Personal. Es ist auch nicht wirklich normal, dass Rekruten auf Dächer steigen und damit drohen, sich herunterzustürzen. Ja, die Ausbildung zum Soldaten ist hart, aber 3 Todesfälle in 6 Wochen, das kommt Ruso doch seltsam vor, besonders als die Obduktionsberichte verbrannt werden und der zuständige Offizier ihm sehr direkt zu verstehen gibt (indem er seinem Hund auf ihn hetzt), dass es in Rusos eigenem Interesse liegt, seine Nase nicht in Militärangelegenheiten zu stecken. Die Lage spitzt sich zu, als Hadrian beschließt Eburacum zu inspizieren. Ein Offizier stirbt und Ruso findet einen Schweinekopf mit eindeutiger Warnung in seinem Mansio Zimmer. Wo ist er da nur diesmal wieder reingeraten? Dies ist kein normaler Krimi aus dem alten Rom. Die Kriminalhandlung ergibt sich einfach irgendwie um Rusos allgemeine Probleme herum. Tilla ist ein Sturkopf und will eigentlich nur helfen, sie ist halt eine starke, unabhängige Frau und keine verhuschte Römerin. Dass sie dabei einiges immer nur schlimmer macht, ist ihr nicht klar. Die Ermittlungen sind sehr sauber und nachvollziehbar durchgeführt und irgendwie hat man das Gefühl, dass diesmal die Sozialkritik im Vordergrund steht, denn das Thema dieses historischen Krimis ist kein anderes als Misshandlung von Rekruten durch Vorgesetzte. Auch heute kommt es leider immer noch vor, dass Rekruten schikaniert und misshandelt werden. Es kommt zu Todesfällen und Selbstmorden während der Ausbildung und sicherlich wetten auch heute noch Offiziere auf ihre Rekruten. Alles nur zu ihrem Besten, man will sie abhärten, damit sie für den Kampf gestählt werden. Schikanen, Strafen, Erniedrigungen und Folter, all das muss Ruso ertragen, um andere zu schützen. Er gewinnt das Vertrauen der Rekruten, was ihm beim Reinigen der Latrinen nur wenig tröstet, denn selbst als Offizier ist der den Repressalien und Erniedrigungen seiner Vorgesetzten hilflos ausgeliefert. Römisches Militär mal nicht von der heldenhaften Seite, sondern von seiner grausamen, hässlichen Seite, die wegen Insubordination schon mal jeden zehnten hinrichten lässt und für die Hilfstruppen Ballistafutter sind. Letztendlich frage ich mir noch, hatten römische Soldaten Hundemarken wie die amerikanischen Soldaten und gab es im alten Rom schon Katheder?

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