Ruth Dugdall Die leere Wiege

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Inhaltsangabe zu „Die leere Wiege“ von Ruth Dugdall

Alles ist friedlich, als Rose gegen vier Uhr morgens das Haus ihrer Freundin verlässt und sich eine Zigarette ansteckt. Die Küchenuhr tickt leise, Emma, die junge Mutter, liegt wie ein blonder Engel schlafend im Bett, und Baby Luke schlummert sanft in seiner Wiege. Wenige Stunden später steht das Haus in Flammen. Der kleine Luke erstickt im Rauch. Auf dem Boden neben seiner Wiege: eine Zigarettenkippe ...

was geht in einer Frau vor, die ihr Kind verloren hat? Wie krank wird man da -- seelisch?

— anja_bauer
anja_bauer

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  • Krankhaft oder eine normale Reaktion auf ein totes Kind?

    Die leere Wiege
    anja_bauer

    anja_bauer

    25. September 2014 um 16:33

    Gegen vier Uhr morgens verlässt Rose, die Freundin von Emma heimlich das Haus. Stunden Später stirbt Baby Luke bei einem Feuer in seiner Wiege. Neben dem Kinderbettchen wird eine Zigarette gefunden - die gleiche Marke wie Rose sie raucht. Die leere Wiege erzählt hauptsächlich von Rose, die ihr kleinen Sohn Joel verloren hat. Angefangen wird die Geschichte mit dem Tod von Luke und der Verurteilung. Dann kommt der Abschnitt Heute. Darin geht es um die Bewährungshelferin Cate, die eine Beurteilung über Rose anfertigen soll, ob Rose frei kommen soll. Sie lernt schnell Rose besser kennen und auch deren Geschichte. Die einezelnen Abschnitte werden abwechselns Von Cate erzählt oder von Rose. Daneben gibt es immer noch die Einträge von Rose in ihr schwarzes Buch. Cates Abschnitte sind in der dritten Art geschrieben, Roses dagen in Ich Form. Man lernt beide Protagonisten gut kennen und kann sich in beide hineinversetzten. Auch in ihren Gedanken von Rose. Das Buch baut eine gewisse Spannung auf, denn man will wissen, was mit Luke nun wirklich geschehen ist und auch wie Rose tickt. Man taucht völlig in das Leben von Rose ein. FAZIT: Dieses Buch ist ein guter Lesestoff für verregnete und kalte Tage, denn wenn man sich einmal reingelesen hat, kann man das Buch nur schwer aus der Hand legen. Außerdem hatte ich hier immer ein gewisses Kopfkino.

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  • Ein Buch mit Sogwirkung

    Die leere Wiege
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. March 2013 um 09:05

    Hätte ich nicht andere, dringendere Dinge erledigen müssen, so hätte ich das Buch in einem Rutsch ausgelesen. Klappentexte versprechen ja leider sehr häufig mehr, als das Buch halten kann, bzw. versprechen eine ganz andere Handlung, als die, die dann tatsächlich im Roman erzählt wird. Bei "Die leere Wiege" trifft das zum Glück nicht zu. Ganz im Gegenteil. Rose hat ihr Baby verloren und nun sieht alles danach aus, als hätte sie absichtlich oder versehentlich Feuer im Haus einer anderen Frau gelegt und so deren kleinen Sohn umgebracht. Rose wird verurteilt und kommt ins Gefängnis. - Zu Recht oder Unrecht? Kapitel für Kapitel enthüllt die Autorin immer mehr über Rose und fügt in Rückblenden und in aktuellem Geschehen ein Mosaiksteinchen nach dem anderen hinzu, macht sie zu einer Person mit mehr als einem Gesicht. Ruth Dugall macht es dem Leser dabei nicht leicht, ich war immer wieder hin- und hergerissen zwischen Mitleid und Ablehnung, fand Rose manchmal unausstehlich, manchmal hätte ich ihr am liebsten geholfen. Das war es auch, was mich von Seite zu Seite gezogen hat. Immer wollte ich wissen, wie es in Rose aussieht, was ihr in ihrer Vergangenheit noch alles widerfahren ist, was sie noch alles getan hat (wobei Manches sie ziemlich unsympathisch macht) und ob sie wirklich das Haus angezündet hat. Ihre Unschuld beteuern ja die meisten Täter - aber wie ist es bei Rose? Mir hat das Buch hervorragend gefallen. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und konnte auch keine Durchhänger oder Längen feststellen, die mein Lesevergüngen getrübt hätten. Das Ende verrate ich selbstverständlich nicht, nur so viel: ich habe damit nicht gerechnet. Das einzige, was mir an dem Buch nicht gefällt, ist das Cover, da es nichts mit dem Buch zu tun hat. Es hat mich vom ersten Moment an den Film "Die Hand an der Wiege" erinnert, da die abgebildete Frau der Hauptdarstellerin Rebecca de Mornay ähnelt (blond, lange glatte Haare). Aber das ist wirklich eine Nebensächlichkeit, die nichts mit der Story zu tun hat.

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  • Rezension zu "Die leere Wiege" von Ruth Dugdall

    Die leere Wiege
    mamenu

    mamenu

    11. March 2013 um 23:41

    Zum Buch Alles ist friedlich, als Rose gegen vier Uhr morgens das Haus ihrer Freundin verlässt und sich eine Zigarette ansteckt. Die Küchenuhr tickt leise, Emma, die junge Mutter, liegt wie ein blonder Engel schlafend im Bett, und Baby Luke schlummert sanft in seiner Wiege. Wenige Stunden später steht das Haus in Flammen. Der kleine Luke erstickt im Rauch. Auf dem Boden neben seiner Wiege: eine Zigarettenkippe … Meine Meinung Dieses Buch hat mich doch mal richtig gefesselt. Zum einen ist der Schreibstil sehr flüssig, sodass man die Seiten nur so dahin Blättert und zum anderen ist die Geschichte doch sehr interessant und manchmal auch etwas düster. Man muss an manchen stellen schonmal das Buch an die Seite legen, um sich erstmal einige Gedanken machen, warum Menschen so Handeln. Irgendwie bekommt man einsichten in die Seele eines Menschen und ich finde, an manchen stellen tun sich extrem viele Abgründe auf, die mich sehr zum Nachdenken gebracht haben. Auch wenn der Schreibstil sehr flüssig war, empfand ich, das man dieses Buch nicht mal so nebenbei lesen kann, denn dafür ist die Geschichte zu ernst. Am Anfang empfand ich, das alles sehr vorhersehbar erscheint, doch ich bin in der Geschichte eines besseren belehrt worden. Ich dachte erst, das Ende zu kennen, doch ich bin dann doch nochmal richtig überrascht worden. Also ich kann nur sagen, das mir dieses Buch ganz gut gefallen hat und ich hoffe, das ich noch mehr von dieser Autorin lesen kann.

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  • Rezension zu "Die leere Wiege" von Ruth Dugdall

    Die leere Wiege
    sabatayn76

    sabatayn76

    27. January 2013 um 22:44

    'Es gab kein Wunder. Nur einen leeren Abgrund. Nichts hatte mehr Bedeutung.' Inhalt: Als der Sohn von Rose Wilks kurz nach seiner Geburt stirbt, fällt Rose zunächst in ein tiefes Loch. Doch dann freundet sie sich mit Emma Hatcher an, die gerade Mutter des kleinen Luke geworden ist. Als eines Nachts das Haus der Hatchers brennt und Luke erstickt, wird Rose für seinen Tod verantwortlich gemacht. Sie beteuert immer wieder ihre Unschuld, doch wird schließlich zu einer achtjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Mein Eindruck: 'Die leere Wiege' hat mir sehr gut gefallen. Nach einem fesselnden Einstieg kann Ruth Dugdall auch im weiteren Verlauf die Spannung halten, so dass das Buch meiner Meinung nach keinerlei Längen aufweist. Dabei ist der Roman sehr flüssig lesbar und in einfacher Sprache geschrieben, jedoch nicht ohne Anspruch. Die Protagonisten wurden komplex und überzeugend gezeichnet, obgleich mir jede einzelne Figur (trotz durchaus positiver Eigenschaften) letztendlich unsympathisch war. Die Auflösung fand ich wenig überraschend, so dass ich die recht vorhersehbare Handlung etwas enttäuschend fand. Mein Resümee: 'Die leere Wiege' ist ein ebenso unterhaltsamer wie spannender Roman, den ich für Zwischendurch empfehlen kann.

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  • Rezension zu "Die leere Wiege" von Ruth Dugdall

    Die leere Wiege
    kubine

    kubine

    28. September 2012 um 20:13

    Cate Austin ist Bewährungshelferin, die gerade ihre neue Stelle im Gefängnis Bishops Hill angetreten hat. Dort soll sie Gutachten über Insassen erstellen, die für eine frühzeitige Haftentlassung mit Bewährungsauflagen in Frage kommen. Gleich ihr erster Fall hat es in sich: Rose Wilks, verurteilt wegen Totschlag an dem Baby ihrer besten Freundin. Aber ist Rose wirklich schuldig? Ruth Dugdall hat mit ihrem Erstling, der mit dem Dagger-Award in der Kategorie „Bestes Debüt“ ausgezeichnet wurde, ein sehr bewegendes und psychologisch interessantes Buch vorgelegt. Das Buch ist in drei verschiedene Erzählstränge gegliedert. Zwei der Erzählstränge sind in der Ich-Perspektive von Rose geschrieben, die dabei ihre Vergangenheit schildert und ihre Zeit im Gefängnis. Beim dritten Erzählstrang bekommt der Leser Einblick in Cate`s Suche nach der wahren Rose. Nach und nach wird so aufgedeckt, wie es zur Tat kam und ob Rose schuldig ist oder nicht. Dabei erstellt die Autorin ein beeindruckendes und schlüssiges Psychogramm ihrer Hauptprotagonistin. Nach dem Tod der Mutter von ihrer Familie zu einer Tante abgeschoben, später, nach dem Tod der Tante, in einer Beziehung mit einem Mann, der sie nicht liebt, wird klar, dass Rose eigentlich nur eins im Leben sucht: Wärme, Geborgenheit, die Sicherheit einer Familie. Diese Suche wird noch unterstrichen durch ein verlassenes Vogelnest, das für Rose für all diese Dinge steht und an das sie sich in schweren Stunden ihres Lebens klammert. Als Rose schwanger wird und Jason, ihr Mann, erklärt, dass er sie nie richtig lieben wird, dafür aber das Kind, scheint für Rose ihr langgehegter Wunsch in Erfüllung zu gehen. Doch Joel wird zu früh geboren und stirbt noch im Krankenhaus. Kurze Zeit später, trifft sie Emma wieder, eine Frau die zur gleichen Zeit entbunden hatte. Emma hat all das, was Rose sich sehnlichst wünscht – und ist doch unzufrieden. Sie ist überfordert mit dem Baby und weiß ihre Ehe nicht zu schätzen. Rose beschließt, ihr mit dem Baby zu helfen. Doch bald sieht sie Luke als ihren Sohn und macht einen verhängnisvollen Fehler. Das mag klischeehaft klingen, aber mir tat Rose leid. Das einzige, was sie möchte, ist ihr kleines Stückchen Glück, was jeder von uns möchte und verdient hat. Aber das ist ihr nicht vergönnt. Trotzdem ist nichts wie es scheint – Rose ist sowohl schuldig als auch wieder nicht. An diesem Zwiespalt droht vorallem sie selbst zu zerbrechen. Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen. Es ist spannend geschrieben und bringt einem zum Nachdenken. Da es der Debütroman von Ruth Dugdall ist, hat er natürlicherweise auch ein paar kleinere Schwächen. Aber alles in allem ist es ein sehr bewegendes Buch einer Autorin, von der hoffentlich noch viel zu hören sein wird.

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  • Rezension zu "Die leere Wiege" von Ruth Dugdall

    Die leere Wiege
    abuelita

    abuelita

    17. September 2012 um 20:07

    Liebe oder Obsession? Ein Rätselraten um die Wahrheit… …durchaus spannend, durchaus „leicht“ zu verstehen….kann es so einfach sein? Das konnte ich von Anfang nicht glauben und ich hatte durchaus - ja nicht stöhnen! – Mitleid mit der „Mörderin“ Rose, Mitgefühl mit ihrem schweren Leben ----aber-----konnte ich wirklich meiner Wahrnehmung trauen? Wohl eher doch nicht, im Laufe der Seiten verwandelten sich meine Emotionen – doch eine Stalkerin der schlimmsten Sorte? Rose hat auf jeden Fall mein ganzes Denken beherrscht das Buch über – die Bewährungshelferin Cate hat mich dagegen fast gar nicht interessiert, obwohl sie ja eine mehr als wichtige Rolle spielt. Nur, der Charakter von ihr ist blass und bedeutungslos gezeichnet und schlicht und einfach nicht interessant. Wie ich anfangs schrieb: zuerst spannend, dann aber folgen jede Menge „fetter Hinweise“ der Autorin, so dass vieles auf einmal recht durchsichtig ist…. Zudem gibt es einige doch recht realitätsferne Szenen in dem Buch . Ausserdem war mir, wie gesagt, bald klar, was denn nun passiert ist in dieser Todesnacht von Baby Luke, nur: richtig ge-klärt und auf-geklärt wird das letztendlich nirgends. Und das ist doch recht frustierend….. Schade – ein guter Ansatz leichtfertig vergeben.

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  • Rezension zu "Die leere Wiege" von Ruth Dugdall

    Die leere Wiege
    glasperlenraum

    glasperlenraum

    03. September 2012 um 21:12

    Wer schon einmal für etwas beschuldigt wurde, das es nicht getan hat, oder unabsichtlich jemanden verletzt hat, weiß wie schlecht sich dies anfühlt. Wie muss sich wohl Rose vorkommen, die des Nachts das Haus ihrer Freundin verlässt, das kurze Zeit später in Flammen aufgeht? Der Brandauslöser? Eine Zigarette der Marke, die Rose raucht. Bereits der Klappentext von Ruth Dugdalls „Die leere Wiege“ hat mich ergriffen und mich dazu veranlasst, dieses Buch unbedingt lesen zu wollen. Selten hat mich ein solch kurzer Abriss so neugierig auf ein Buch werden lassen. Im Original trägt Ruth Dugdalls Buch den Titel „The woman before me“, was im Deutschen so viel bedeutet wie „die Frau vor mir“. Der Titel passt meiner Meinung nach besser zum Inhalt des Buches, auch wenn ich die deutsche Variante genauso aufmerksamkeitserregend finde. In diesem Buch geht es um viel mehr, als um den Tod von Baby Luke, dem verstorbenen Kind. Rose muss sich für den Tod des Babys verantworten, denn alle Beweise sprechen gegen sie. Dies macht einen äußerst wichtigen Punkt aus, doch es gibt noch eine nachvollziehbare Handlungsebene auf Gefühlsbasis, die mindestens genauso erkundungswert ist. Packend beschreibt Ruth Dugdall Roses Leben und stellt dar, wie schwer die Suche nach der Wahrheit sich gestalten kann. Die Vergangenheit der Protagonistin könnte man durchaus als nicht leicht beschreiben. Sie hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich und klammert sich an eine Hoffnung auf Liebe, die schlichtweg aussichtslos scheint. Wie sehr ihre Situation Rose jedoch wirklich beeinflusst hat und ein mögliches Motiv für eine vorsätzliche Tat bietet, die Baby Lukes Leben zu früh beendet hat, lässt sich nur erahnen. Jedes weitere Wort zum Plot wäre zu viel verraten und würde den Bann des Buches brechen, daher verzichte ich an dieser Stelle darauf. Vielleicht genügt es bereits zu wissen, dass die Autorin selbst jahrelang als Bewährungshelferin gearbeitet hat, um nachzuvollziehen, wie es ihr gelingt, den Plot so atemberaubend natürlich und gleichzeitig spannend zu erzählen. Es gab bei „Die leere Wiege“ keine Seite, bei der ich nicht vollkommen der beeindruckenden Wirkung des Buches erlegen wäre. Das Beziehungsgeflecht der einzelnen Charaktere zueinander gestaltet sich in diesem Buch als äußerst interessant. Es gibt verschiedene Persönlichkeiten, die mal mehr, mal weniger sympathisch sind. Dabei wird bezüglich des Charakterdesigns deutlich, dass nicht nur die Schwierigkeiten von Rose thematisiert werden, sondern auch die der anderen Spieler in diesem Rätselraten um die Wahrheit. Auf diese Weise wird einem jeden Charakter Leben verliehen und ihre Handlungen gewinnen umso mehr an Authentizität. Dies wiederum gab mir als Leser das Gefühl, die Storyline nahezu mitzuerleben, denn die Charaktere wirkten so real, als könne man sie greifen. Mich berührte „Die leere Wiege“ und hinterließ gewisse Emotionen bei mir. Ein Buch, das es schafft, den Leser emotional mitzunehmen, ist in meinen Augen eine Menge wert und dieses Prädikat konnte Ruth Dugdalls Werk aus meiner Sicht mit scheinbarer Mühelosigkeit für sich gewinnen. Dabei blieb der Erzählstil meiner Meinung nach stets flüssig. Die gewählten Worte waren angenehm zu lesen und erzeugten eine wirkungsvolle Atmosphäre. Aufgefallen ist mir auch, dass Ruth Dugdall stellenweise nicht zu sehr ins Detail gehen musste, um Wirkung zu erzielen, was der doch eigentlich schwerwiegenden Thematik dennoch eine gewisse Leichtigkeit gibt. Wer sich also vor allzu blutigen oder ausgeschmückten Beschreibungen bezüglich des Todes von Luke fürchtet, kann beruhigt sein. Es wird nicht mehr beschrieben, als nötig. Hier wird eine Tatsache, eine Katastrophe, wiedergegeben und keine Zurschaustellung betrieben. Das Ende des Buches ist nun schließlich genauso aufwühlend, wie überraschend. Es gibt einige Momente, in denen man sich beim Lesen selbst nah an der Wahrheit glaubt, doch es gelingt Ruth Dugdall nur zu gut, immer neue Wendungen einzubauen, um einen an der eigenen Meinung zweifeln zu lassen und erneute Motivation zur Hinterfragungen der gesammelten Hinweise zu schaffen. Das Cover des Buches zeigt eine Frau, die in ein edles, rosafarbiges Kleid trägt. Sie ist umgeben von Schwärze und ihr Gesicht ist nicht erkennbar, doch sie steht mit geneigtem Haupt dar. Dies trifft die Darstellung von Rose gemäß meinem Ermessen nach sehr gut. Ansonsten kann ich zu meinem Leseexemplar sagen, dass es mir im Taschenbuchformat vorliegt und 368 Seiten umfasst. Es handelt sich dabei um die deutsche Erstausgabe 2012. „Die leere Wiege“ zeugt von Spannung und Gefühl. Dieses Buch zeichnet sich durch ein großes Maß an Authentizität aus und wird von einer mitreißenden Atmosphäre getragen. Ich kann es jedem, der etwas für spannende Bücher und menschliches Mitgefühl übrig hat, nur wärmstens ans Herz legen.

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  • Rezension zu "Die leere Wiege: Roman" von Ruth Dugdall

    Die leere Wiege
    marion_gallus

    marion_gallus

    26. August 2012 um 19:39

    Rose Wilks, eine eher unscheinbare Frau wird nach einem heftigen Sturz ins Krankenhaus eingeliefert. Ihr Baby überlebt als Frühgeburt, und wird in einem Brutkasten auf der Intensivstation am Leben erhalten und langsam aufgepäppelt. Als die Beatmungsmaschine des Babys dann nach einigen Tagen abgeschaltet ist und Rose beginnt, den kleinen Joel zu stillen, geschieht das Schreckliche: Der Junge stirbt und die Ärzte können nichts mehr für Joel tun. Jegliche Wiederbelebungsversuche bleiben erfolglos. Für Rose bricht eine Welt zusammen und sie verfällt in eine tiefe Depression. Auch ihr Lebenspartner Jason schafft es nicht, sie dort raus zu holen. Erst als Rose zufällig Emma Hatcher (eine schöne Frau, die Rose im Krankenhaus kennengelernt hat, weil sie ihren Sohn zur gleichen Zeit entbunden hat) wieder trifft, beginnt Rose wieder einen Sinn in ihrem Leben zu entdecken. Emma ist überfordert mit dem kleine Luke und so kommt es, dass Rose immer öfter bei Emma zu Besuch ist und sie unterstützt. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine enge Freundschaft und Rose wird zu Lukes regelmäßiger Babysitterin. Sie liebt den kleinen Luke wie einen eigenen Sohn, abgöttisch, fast schon krankhaft. Als im Haus der Hatchers ein Feuer ausbricht, kommt der kleine Luke ums Leben. Emma kann aus dem Haus gerettet werden, der Ehemann war zu dem Zeitpunkt gar nicht zu Hause. Das Feuer wurde durch eine brennende Zigarette ausgelöst. Dieselbe Marke, die Rose auch raucht: Silk Cut. Durch ihre extreme Bindung zu dem kleinen Luke fällt der Verdacht sofort auf Rose. Diese bestreitet immer wieder, etwas mit dem Brand zu tun zu haben, liebte sie den kleinen Luke doch wie ihren eigenen Sohn. Doch keiner glaubt Rose und sie geht ins Gefängnis …. *** Der Roman beginnt mit der Nacht des Feuers und schwenkt dann aber in die Gegenwart. Die Autorin erzählt den Roman in mehreren Handlungssträngen. Da ist einmal Rose und ihre Zeit im Gefängnis. Dann kommt die neue Bewährungshelferin Cate hinzu, selber Mutter und noch ein Greenhorn in der Knastszene. Sie ist damit beauftragt, ein Gutachten über Rose Wilks zu verfassen. Dann gibt es noch den Erzählstrang, in dem Rose in ihr „schwarzes Buch“ schreibt. Sie beginnt hier mit ihrer Kindheit und erzählt ihr Leben bis in die heutige Zeit, nach dem Feuer. Mir hat der Roman sehr gut gefallen und die verschiedenen Handlungsstränge haben die Lektüre auch sehr kurzweilig werden lassen. Die Figur der Rose Wilks hat die Autorin sehr gut beschrieben und auch intensiv ausgearbeitet. Die Einflüsse ihrer Kindheit und Verbundenheit zu geliebten Menschen war gut erzählt. Der Roman ist kein Thriller á la „Die Hand an der Wiege“. Eher ein spannender Gefängnisroman, der neben den groben Knastmomenten aber auch sehr viel mit Gefühl zu tun hat und dies auch toll rüberbringt. Psychologisches gibt es genauso, wie kleine erotische Momente und auch die Toten aus der Geisterwelt spielen keine unwichtige Rolle. Das Ende war für mich einerseits recht früh absehbar, aber andererseits gab es eine „Auflösung“, die ein gut gelungener Überraschungsmoment war. Damit hatte ich dann doch nicht gerechnet. Der Roman wird vom Verlag als Taschenbuch präsentiert, mit einem Cover, dass mich eben genau an o.g. Film erinnert hat. Mein Fazit: 4,5 von 5 Sternen für das Debüt der Autorin, die einen sehr spannenden, dunklen aber auch anrührenden Roman geschaffen hat, der kurzweiliges Lesevergnügen bietet. Geschrieben in unterschiedlichen Schreibstilen und gut ausformuliert. Der halbe Punkt Abzug beruht lediglich auf die relativ schnelle Vorhersehbarkeit. Das können andere Leser allerdings vollkommen anders sehen als ich. © Buchwelten 2012

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  • Rezension zu "Die leere Wiege: Roman" von Ruth Dugdall

    Die leere Wiege
    rumble-bee

    rumble-bee

    25. August 2012 um 11:20

    Für dieses Buch spricht ganz klar, dass ich es, obwohl nur zufällig als "literarische Zwischenmahlzeit" zur Hand genommen, innerhalb kürzester Zeit gelesen hatte. Die Sprache ist klar und einfach, vielleicht manchmal etwas zu schnörkellos, der fortlaufenden Handlung ist leicht zu folgen, die Personen sind im Wesentlichen glaubhaft, und die Spannung ausreichend. Doch eben nur "ausreichend". Rückblickend muss ich sagen, dass ein guter Lesefluss leider noch keine überragende Qualität bedeutet. Ich habe hier viele gute Ansätze vorgefunden, die jedoch meiner Ansicht nach oft im luftleeren Raum endeten, ohne zu etwas zu führen. Der Klappentext verspricht Spannung pur. Hat Rose nun den Tod des Babys verursacht? Und das mit Absicht? Ist sie der Mutter absichtlich über Monate gefolgt, ist sie gestört, ist sie eine "Perverse", wie es im Gefängnis-Jargon heißt? All diesen Fragen wäre ich gerne gefolgt. Doch im Verlaufe des Buches fragte ich mich öfters, was das Ganze eigentlich sollte. Das Buch beginnt in der Tat geschickt. Es gibt einen Prolog in der Ich-Form, von Rose erzählt. Er schildert die Nacht des Unglücks, und lässt dabei angenehm viele Punkte offen. In den folgenden Kapiteln, die im "Heute" spielen, wechselt die Perspektive zunächst - überraschenderweise zur Erzählweise in der dritten Person, welche von der Bewährungshelferin Cate Austin handelt. Cate soll Rose treffen und beurteilen, und insofern ist sie natürlich wichtig für die Handlung. Dieser Erzählstrang wechselt ab mit Tagebuch-Einträgen von Rose, die sie in ihr "schwarzes Buch" schreibt. Das ist dann wiederum gesplittet in die Schilderung des Gefängnisalltags und die Begegnungen mit Cate, sowie in Rückblenden, die Schilderung von Roses Leben. Und genau hier fängt das Buch an, schwerfällig und unwahrscheinlich zu werden. Es scheint mir einfach, als wäre das Projekt der Autorin ein wenig "aus dem Ruder gelaufen". Sie konnte sich nicht entscheiden, ob sie lieber die Konfrontation Cate/Rose in der Gegenwart, oder Roses eigene Rückblicke in den Fokus rücken sollte. Es beginnt regelmäßig geplottet, wird aber immer unausgeglichener. Die Tagebucheinträge werden immer häufiger und länger, ja, sie nehmen am Ende überhand. Die Abschnitte um Cate in der Gegenwart scheinen am Ende bloße Staffage zu sein, und das fand ich immens schade. Wozu wird ihr Charakter dann überhaupt aufgebaut, wozu erfahren wir, dass sie alleinerziehende Mutter mit Schuldgefühlen ist? Wozu wird angedeutet, dass Rose sie von einer Mitinsassin mit Freigang ausspionieren lässt, wenn alle diese Fäden am Ende im Sande verlaufen?? Ich fühlte mich schon ein wenig verschaukelt. Auch Roses Einträge in ihr "schwarzes Buch" lassen einen roten Faden vermissen. Anfangs klingen sie wie eine Lebensbeichte, dann wieder wie ein Brief an ihren Lebensgefährten, dann wieder wie ein Versuch, sich vor der Bewährungshelferin zu rechtfertigen - der sie das Buch am Ende ja auch übergibt. Doch keiner dieser Aspekte ist eindeutig. Zudem fallen die Kapitel-Unterteilungen manchmal mitten in die Einträge, was ich umständlich und ungeschickt fand. Das hat den Lesefluss und die Logik gestört. Am Ende ist mir einfach nicht klar, was das Buch mir sagen wollte. Rose hatte eine tragische Kindheit, sicher, aber die las sich auch wieder wie zusammengeschustert aus allerlei Krimis und Dramen. Nichts Besonderes. Jedenfalls nichts, was Roses Verhalten letztlich rechtfertigen würde. Zudem wage ich an manchen Aspekten der Handlung zu zweifeln. Manche Handlungsweisen waren mir einfach zu konstruiert, zu unwahrscheinlich - was ich hier aber, neuen Lesern zuliebe, nicht näher schildern möchte. Zudem konnte man sich den wahren Hergang jener Nacht als Leser bald denken - aber letztlich geklärt wird dies nicht. Nur angedeutet. Frustriert wird also auch der Krimi-Fan aus diesem Buch hervorgehen. Abschließend möchte ich der Autorin durchaus Talent bescheinigen. Aber sie sollte in Zukunft zu weniger "literarischem Firlefanz" wie Perspektivenwechsel, Rückblenden etc. greifen. Ich glaube, sie hätte durchaus Talent, einen reinen Briefroman zu schreiben, oder ein Buch, das allein (!) aus der Rückblenden-Perspektive geschrieben ist. Weniger ist eben manchmal doch mehr.

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  • Rezension zu "Die leere Wiege: Roman" von Ruth Dugdall

    Die leere Wiege
    WildRose

    WildRose

    "Die leere Wiege" von Ruth Dugdall ist nicht nur ein Thriller, nicht nur ein Krimi. In erster Linie ist es eine Geschichte um Freundschaft, Liebe, Verlust und Verrat. Es geht um eine junge Frau, die verdächtigt wird, den Tod des Sohnes ihrer besten Freundin verschuldet zu haben. Dabei hat Rose wenige Monate zuvor selbst erst ihren Sohn verloren... Erzählt wird nicht nur aus Roses Sicht, sondern auch aus der Perspektive einer jungen Bewährungshelferin. Ich denke, dass die Idee für das Buch wirklich gut ist. Teilweise ist es auch sehr spannend und lebendig erzählt - doch gelegentlich gibt es dann Stellen, an denen das Buch einiges an Spannung einbüßt. Der Charakter der Protagonistin, Rose, wirkte manchmal irgendwie künstlich. Die Geschichte driftete gelegentlich ins Unrealistische ab (welche Frau, die ihren Ehemann betrügt, ist dann so dumm, ein rotblondes Haar ihres Liebhabers, das anscheinend sehr gut zu sehen ist, einfach auf dem Ehebett herumliegen zu lassen?). Etwas mehr Tiefgang und etwas weniger aufgesetzte Dramatik hätte dem Buch gutgetan. Ich konnte mich leider mit keiner der Figuren identifizieren. Natürlich hatte Rose eine schwierige Kindheit, doch dass sie später so furchtbar passiv ist und nur für ihren Partner lebt, der ja auch nicht gerade der tollste Fang ist, fand ich beim Lesen schon ziemlich furchtbar, obwohl es so etwas in Wirklichkeit ja durchaus auch gibt. Aber die Charaktere waren mir einfach nicht "lebendig" genug, und das finde ich schade. Wie also bereits oben erwähnt: Die Idee für die Geschichte ist gut, man hätte aber etwas mehr daraus machen können. Hundert, zweihundert Seiten mehr, und die Geschichte hätte mich vielleicht völlig überzeugen können. Ich glaube, wenn z.B Jodi Picoult dieses Buch geschrieben hätte, dann wäre sie auch mehr auf die einzelnen Charaktere eingegangen und hätte für mehr Tiefgang, mehr Emotion beim Leser gesorgt. Dennoch ist das Buch eine gute Lektüre für zwischendurch und ich würde Ruth Dugdall durchaus noch eine Chance geben und ein weiteres Buch von ihr lesen.

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