Ruth Hoffmann

 4.1 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Stasi-Kinder, Poosie aus Washington und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Ruth Hoffmann

Stasi-Kinder

Stasi-Kinder

 (5)
Erschienen am 09.03.2012
Poosie in Europa

Poosie in Europa

 (1)
Erschienen am 01.01.1972
Poosie aus Washington

Poosie aus Washington

 (1)
Erschienen am 01.12.1978

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Rezension zu "Stasi-Kinder" von Ruth Hoffmann

Informaiv
MissWhiteyvor 20 Tagen

Das Buch ist wirklich interessant. Verschiedene Menschen berichten aus ihrer Kindheit in der DDR. Sie haben alle eins gemeinsam: Ihre Eltern waren bei der Stasi. Das Buch gibt Einblicke in das, oft sehr strenge, Elternhaus, was es für Privilegien für Mitglieder des MfS gab und vieles mehr. Man erfährt, dass die Kinder oft gar nicht oder nur wenig darüber wussten, welche Tätigkeit ihre Eltern nachgingen. Man erhält viele Informationen, wie das Konstrukt Stasi aufgebaut war z.B, dass es Abteilungen gab um die Mitglieder der eigenen Reihen zu kontrollieren. Da ich mich vorher noch nie wirklich mit dem Thema Stasi auseinander gesetzt hatte, habe ich durch dieses Buch viel neues erfahren. Einziger Kritikpunkt ist für mich, dass die Geschichten der Personen immer in Teilstücken erzählt werden. Dadurch kam ich öfters durcheinander und musste wieder zurückblättern, um mir in Erinnerung zu rufen was nochmal davor passiert war.

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Traenenherzs avatar

Rezension zu "Stasi-Kinder" von Ruth Hoffmann

"Stasi-Kinder" von Ruth Hoffmann
Traenenherzvor 5 Jahren

Dass der Staatssicherheitsdienst der DDR die Menschen in Ostdeutschland umfassend observierte, kontrollierte und schikanierte, ist bekannt. Weitgehend unbekannt ist, in welchem Maße das Klima aus Misstrauen, Angst und Kontrolle auch die eigenen Familien der Stasi-Mitarbeiter betraf. Die Journalistin Ruth Hoffmann zeigt auf der Grundlage zahlreicher Interviews und intensiver Recherchen erstmals, wie sich die beklemmende Atmosphäre der Totalüberwachung auf den Familienalltag der Stasi-»Hauptamtlichen«, vor allem auf die betroffenen Kinder ausgewirkt hat. Was wussten, was ahnten diese Kinder von der Tätigkeit ihrer Eltern? Welche Auswirkungen hatte deren geheime Mission auf das Familienleben? Wie gingen sie mit der Tatsache um, dass ihr Vater bei der Stasi war? Diesen Fragen geht Ruth Hoffmann in ihrem bewegenden Buch nach. Ausführlich kommen Betroffene zu Wort. Dabei wird deutlich, wie nachhaltig diese Kinder von der Stasi-Tätigkeit eines Elternteils oder Familienmitglieds geprägt wurden. Von Verdrängung über den Bruch mit den Eltern bis zu schweren psychischen Störungen reichen die Folgen. Es ist Ruth Hoffmanns Verdienst, dieses leidvolle Thema auf behutsame Weise öffentlich zu machen. “Hervorragend geschrieben und spannend von der ersten bis zur letzten Seite.” - Deutschlandfunk

Covergestaltung:

Das Buch ist weiss gehalten, das Frontcover ist allerdings geteilt in schwarz – weiss, was wohl den beschriebenen Ereignissen im Buch entspricht. Im oberen Bereich findet man in schwarzer Schrift Untertitel und Autorenname. Mittig in weiss und orange ist der eigentliche Titel “Stasi-Kinder”. Im unteren Bereich ist ein schwarz weiss Bild, auf dem man den Verlagsnamen lesen kann, und man sieht ein Kind mit einer Fahne, ich schätze mal es ist von einem Geburtstag der DDR, oder ähnlichem, und daneben ein Erwachsener. Auf jeden Fall muss dieses Bild von einem Umzug sein.

Meine Meinung:

Immer wieder bin ich auf der Suche nach Büchern aus meinem ersten Leben. Ich selbst bin ein Kind der DDR, und die ersten Jahre da aufgewachsen, wenn auch nicht sehr viele Jahre, aber denn noch habe ich einiges mitbekommen.

Jeder hat ja so seine Sicht der Dinge, und so sehe ich immer wieder wie Menschen über etwas reden, dass sie nicht mal kannten. Die DDR-Vergangenheit ist eine dieser Sachen. Aber auch wenn ich in diesem Land ein paar Jahre aufwuchs, so weiss ich doch viel zu wenig darüber. Und wenn ich jetzt dieses Buch gelesen habe, verstehe ich teilweise auch die Art meiner Mutter viel besser, auch wenn das keine Entschuldigung ist. Eigentlich sind meine Fragen nach diesem Buch eher mehr als weniger geworden. Das Buch ist ziemlich emotional gehalten, die Geschichten der Kinder sind absolut authentisch, und ich finde es toll das sich jemand an dieses Thema gewagt hat. Hauptsächlich geht es hier um Stasi-Kinder aus der Hauptstadt Berlin, und trotzdem sehe ich Parallelen, womit ich nicht so komplett gerechnet hätte.

Was ich mit einem gewissen Bauchschmerz verfolgt habe, war die Härte die in den Familien zumeist herrschte. Ich frage mich, ob das hinter jeder Tür so war?

Ich frage mich allerdings auch, was aus mir geworden wäre, wenn 1989 nicht die Wende gekommen wäre? Wäre ich auch im Knast gelandet, weil ich mich schlecht unterordnen kann? Hätte ich mich auch irgendwann von meiner Mutter los gesagt?

Ich bin noch sehr in Gedanken, und die letzten Worte der Autorin, und das Fazit der Kinder klingen noch in mir nach.

Mein Fazit:

Eine Absolute Empfehlung für Interessierte.

Zum Autor:

Ruth Hoffmann, geboren 1973 in Hamburg, ist Absolventin der Henri-Nannen-Journalistenschule. Sie schreibt als freie Journalistin für DIE ZEIT, Stern, Brigitte und den Deutschlandfunk.

 

Altersempfehlung:

ab jungen Erwachsenenalter

 

Lesezeit:

ca. 3 Abende

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