Ruth Kinet

 4.6 Sterne bei 8 Bewertungen
Ruth Kinet

Lebenslauf von Ruth Kinet

Ruth Kinet ist Autorin und Journalistin. Sie schreibt und denkt für öffentlich-rechtliche Hörfunksender und Zeitschriften. Von 2008 bis 2013 hat sie in Tel Aviv gelebt und als freie Korrespondentin des Netzwerks "Weltreporter.net" für deutschsprachige Medien aus Israel und den palästinensischen Gebieten berichtet. Sie beobachtet die Geschehnisse dort weiterhin und reist regelmäßig in ihr früheres Berichtsgebiet. Ruth Kinet studierte Geschichte, Politik und Philosophie in Augsburg und Berlin. Sie promovierte über das koloniale Unternehmen Belgiens im Kongo. Sie kommt ursprünglich aus Belgien und hat auch in Frankreich und Italien gelebt. - Ihr Portfolio finden Sie unter www.torial.com/ruth.kinet

Alle Bücher von Ruth Kinet

Ruth KinetIsrael
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Israel
Israel
 (8)
Erschienen am 15.03.2017
Ruth KinetLicht in die Finsternis
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Licht in die Finsternis
Licht in die Finsternis
 (0)
Erschienen am 26.08.2011

Neue Rezensionen zu Ruth Kinet

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Rezension zu "Israel" von Ruth Kinet

Ein grossartiges Buch!
peedeevor 2 Jahren

Reihe Länderporträts, Israel: Was wusste ich bisher über Israel? Juden, Kibbuz, Konflikt mit Palästinensern, Jerusalem, Klagemauer, Wehrpflicht für Männer und Frauen... Also eigentlich wusste ich nichts. Die Autorin hat zusammen mit ihrer Familie während fünf Jahren in Israel gelebt.

Erster Eindruck: Ein zweigeteiltes Cover; oben sieht man zwei Männer in einem Eingang eines Geschäftes stehen; unten nur den Buchtitel und Autorenname – gefällt mir.

Ein grossartiges Buch – ich muss dies schon vorabnehmen; ich habe eine Fülle von Informationen über Land und Leute erhalten! Ich habe mir unwahrscheinlich viele Details notiert, aber dies würde den Rahmen einer üblichen Rezension sprengen (und zudem soll ja jede/r angehalten werden, das Buch selbst zu lesen). Es hat sehr viele hebräische Ausdrücke, die aber fortlaufend im Text erklärt werden (was ich als sehr angenehm empfinde); am Ende des Buches finden sich zudem ein Glossar und eine Landkarte.

Hier ein paar meiner Gedanken, Highlights, Bemerkungen:

- „Israelis verstossen mit grösster Natürlichkeit gegen das in Europa gängige comme il faut.“ Das muss für jemanden aus Europa wirklich sehr ungewohnt sein. Oder auch: „Sie sind erschütternd selbstbezogen und pflegen zugleich eine hochentwickelte Kultur der Selbstironie.“

- Die ultraorthodoxen Juden werden Charedim, die Gottesfürchtigen, genannt. Bei ihnen ist z.B. Fernsehen verboten; Internet nur erlaubt, wenn es entsprechend gefiltert und als koscher gilt. Handys dürfen weder SMS-Funktion, Kamera noch Radio haben. „Für religiöse Juden ist es eine Mitzvah, ein religiöses Gebot, Kinder zu haben.“ Es gibt sogar eine Formel für den familiären Mindeststandard: „Wenn zwei sich fortpflanzen wollen, müssen sie mindestens drei Kinder in die Welt setzen.“ Charedische Familien haben durchschnittlich acht Kinder – säkulare Familien knapp drei. Erstaunlich ist jedoch, dass es einen Bildungsnotstand gibt und z.B. in vielen Stadtteilen Tel Avivs die durchschnittliche Klassengrösse bei 42 Kindern liegt.

- Wenn in Europa jemand heiraten will, tut er das auf einem Standesamt (und heiratet ohne kirchlichen Bezug). In Israel ist das nicht möglich: Da wird nach religiösen Regeln geheiratet. Wer sich diesen nicht unterordnen will, kann dort nicht heiraten. Dann weichen sie in andere Länder aus, wo sie sich zivilrechtlich trauen und die Heirat anschliessend in Israel anerkennen lassen.

Was ich von diesem Buch mitnehme? Es gibt unwahrscheinlich viele Feier- und Gedenktage; zuhauf Regeln; es gibt atheistische, säkulare, traditionelle, nationalreligiöse oder streng religiöse Juden; jüdische Israelis und arabische Israelis; viele Einblicke in das Leben in Israel. Weitere sehr interessante Erklärungen zu den Themen Abtreibung, Gentests, Mischehen (wer nicht jüdisch ist, darf keinen jüdischen Partner heiraten), Rassismus, Wehrpflicht für Mann und Frau, Holocaust, Politik. Meinen herzlichen Dank an die Autorin.

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G

Rezension zu "Israel" von Ruth Kinet

Israel hinter der Fassade
Gernot_Vierbuechervor 5 Jahren

Endlich! Endlich gibt es ihn: Den Blick auf das heutige Israel, so wie es morgens aufwacht: Ungeschminkt und faszinierend. Authentischer kann man wohl kaum berichten vom Land mit seinen unzähligen überraschenden Facetten.

Hier erfährt der Leser viel mehr über Israel als in den Reiseführern oder den Abhandlungen Israelreisender. Das Buch zeigt auf, was dieses Land der Gegensätze zusammenhält. Es beschreibt, wie die ganz normalen Menschen in diesem aufregenden Land leben und zu leben gelernt haben mit den ganz normalen und den speziellen israelischen Widrigkeiten des Lebens.

Nur der Titel „Israel, ein Länderporträt“ lässt leider nicht erkennen, welch eine brillante Darstellung des Gemeinwesens Israel der Autorin gelungen ist.

Das Buch verleiht einen ungewohnt tiefen Einblick in die israelische Gesellschaft, weil es spannende Geschichten erzählt, so wie man sie erlebt, wenn man mitten drinnen steckt. Das Tschik-tschak des Lebensrhythmus kündet vom harten Kampf ums tägliche Brot, das Twittern der Ministerialbeamten am Schabbat vom überbordenden Tatendrang, der zum israelischen Alltag gehört. Die anonyme Bekanntschaft mit der Familie des Nachbarhochhauses sagt mehr über die Offenheit in der Enge aus als alle Statistiken. Wo Fenster wegen der Hitze offen stehen, ergeben sich Einblicke, wird Fremdes vertraut.

Fünf Jahre lebte die Autorin als Journalistin und Mutter in Tel Aviv, lernte fließend Hebräisch, schloss Freundschaften und erkundete mit Eifer den bewegenden Alltag und die faszinierenden Geschichten, die das heutige Israel ausmachen. So erfährt der Leser, dass seine gängigen Vorstellungen von Israel genau von den Menschen widerlegt werden, die im heutigen Israel leben.

Wer nach Israel reist, sollte neben einem Reiseführer unbedingt auch das Länderportät Israel von Ruth Kinet lesen, um zu verstehen, was er in Israel vorfindet. Ein Lesegenuss ist das Buch obendrein. Ruth Kinet kann spannend schreiben.

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S

Rezension zu "Israel" von Ruth Kinet

"Unbedingt lesen!"
Sharonbackvor 5 Jahren

Als Israelin schätze ich dieses Buch über die Maßen. Es ist aus einer Haltung der Liebe gegenüber Israel geschrieben. Jedem meiner Freunde in Deutschland, der Israel verstehen will, lege ich das Buch von Ruth Kinet ans Herz.

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