Ruth Klüger

 4.1 Sterne bei 98 Bewertungen
Autor von weiter leben, unterwegs verloren und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Ruth Klüger

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weiter leben

weiter leben

 (78)
Erschienen am 06.03.2008
unterwegs verloren

unterwegs verloren

 (17)
Erschienen am 01.09.2010
Ein alter Mann ist stets ein König Lear

Ein alter Mann ist stets ein König Lear

 (1)
Erschienen am 01.09.2004
Frauen lesen anders

Frauen lesen anders

 (1)
Erschienen am 01.10.1996
Was Frauen schreiben

Was Frauen schreiben

 (1)
Erschienen am 01.04.2012
Freuds Ödipus im androgynen Rosenkavalier

Freuds Ödipus im androgynen Rosenkavalier

 (0)
Erschienen am 01.01.2012
Schnitzlers Damen, Weiber, Mädeln, Frauen

Schnitzlers Damen, Weiber, Mädeln, Frauen

 (0)
Erschienen am 01.10.2012
Gelesene Wirklichkeit

Gelesene Wirklichkeit

 (0)
Erschienen am 09.03.2006

Neue Rezensionen zu Ruth Klüger

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dominonas avatar

Rezension zu "Weiter leben" von Ruth Klüger

Reflektion
dominonavor 3 Jahren

Jedes Buch über das Leben in einem Konzentrationslager ist wichtig, aber dieses hier ist noch dazu anders. Die Autorin spricht hier von Kindheitserinnerungen und die unterscheiden sich stark von erwachsenen. Es lohnt sich, über das nachzudenken, was heute für uns zum Allgemeinwissen gehört, auch die eigene Haltung zu reflektieren und dieses Buch hat mir dabei geholfen.

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Rezension zu "Weiter leben" von Ruth Klüger

Wie Kindheit und Jugend das Leben beeinflussen
gstvor 4 Jahren

Ruth Klüger, 1931 in Wien als Kind von Juden geboren, lebte nie im Glauben; trotzdem wurde sie bereits als 7jährige mit dem Beginn der Naziherrschaft aus der Gemeinschaft ausgegrenzt. In diesem mehrfach preisgekrönten Buch erzählt die Autorin in verschiedenen Zeit- und Erfahrungsebenen über ihre Kindheit und Jugend, die sie zum Teil in Lagern (Theresienstadt, Ausschwitz-Birkenau und Christianstadt) verbringen musste. Mit Lyrik versuchte sie sich über Wasser zu halten und den Verlust von Bruder und Vater zu verarbeiten. Erst auf der Flucht (zusammen mit ihrer Mutter und der Nennschwester) ließ der physische Hunger nach. Doch der Hunger nach Leben blieb, denn die Erlebnisse prägten sie und ihre Einstellung zum Leben.

Drei Stufen der Verachtung hatte sie in ihrer Jugend kennengelernt: Erst die der arischen Kinder für die jüdischen, in Theresienstadt die der tschechischen Kinder für die Deutschen und nach dem Krieg die der Männer für die Frauen. In Amerika, wo die Frau, die kaum Gelegenheit hatte, die Schulbank zu drücken, sondern von Privatlehrern nach dem Krieg als 15jährige auf ihr Notabitur in Straubing vorbereitet wurde, bekam sie später ein Professorenamt angeboten. Vorher musste sie noch erleben, wie die ihr eintätowierte KZ-Nummer Menschen aggressiv machte. Das führte auch dazu, dass sich die einst selbstbewusste junge Frau abwertete und in der Freiheit depressiv wurde: „Ich kam mir wertlos vor, sah mich durch fremde Augen, und es gab Stunden, da hatte ich das Gefühl, ich sei nicht befreit worden, sondern ich sei davon gekrochen, wie eine Wanze, wenn das Haus ausgeräuchert wird.“

Erst relativ spät lernte sie durch Freundschaften, „sich die eigenen Lasten vom Buckel zu nehmen und sie zu verwandeln … zu Werkzeugen, mit denen man greift und begreift“. Der Mangel an Freundschaften in der Jugend erschwerte ihr als Erwachsene den Umgang mit anderen. Da sie immer mit der Mutter zusammen lebte, wurde die eifersüchtig, als sie endlich Freundinnen gefunden hatte. So wird das Buch auch zur Abrechnung mit der Mutter, die sie nicht freigeben wollte. Zum Beispiel wirft sie der Mutter vor, dass deren Sprache nicht dem Gedankenaustausch diente, sondern der Manipulation. „Ihre Sprache ist wie die Garderobe der Schauspieler, sie sucht sich aus, was gerade in ihre Rolle passt. Sie verwendet die Wörter wie Schminke.“

Beeindruckt hat mich das Zitat: „Eine Beziehung kann man nicht aufräumen wie eine Küche, wenn die Mahlzeit beendet, das Geschirr gespült ist.“ Genauso ist es wohl nicht möglich, ein Leben aufzuräumen. Wie in diesem Buch deutlich wird, trägt jeder erlebte Lebensabschnitt zu einem Gesamtbild bei. Nichts lässt sich einfach ausradieren, jeder Mensch muss lernen, mit seinen Erlebnissen klar zu kommen. Insofern ist dieses Buch nicht nur eine Beschreibung der Judenverfolgung, sondern beinhaltet Lebensweisheiten, die auch für uns heute Lebenden, die in dieser schrecklichen Zeit noch nicht auf der Welt waren, Gültigkeit haben.


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Sve-n-jas avatar

Rezension zu "Weiter leben" von Ruth Klüger

Rezension zu "Weiter leben" von Ruth Klüger
Sve-n-javor 7 Jahren

Beim Lesen dieses Buches merkt man schnell, welch hohes geistiges Niveau die Autorin ihr Eigen nennen darf. Die Geschichte ist sehr anspruchsvoll geschrieben, hebt sich in ihrer Art stark von anderen Büchern zu diesem Thema ab und der scharfsinnige Verstand der Autorin macht es interessant, zuweilen aber auch anstrengend, der Geschichte zu folgen. Besonders schwierig fand ich jedoch die extremen Gedankensprünge, die die Autorin auf jeder Seite vornimmt und den permanenten Wechsel von Szenario, Zeit, Ort und Handlung. Alles in allem ist "Weiter leben" ein sehr empfehlenswertes Buch, keine leichte Kost und ein Buch, das man gelesen haben sollte, wenn man sich für diese Epoche der Geschichte interessiert.

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