Ruth Klüger Weiter leben

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Inhaltsangabe zu „Weiter leben“ von Ruth Klüger

Ausgezeichnet mit dem Rauriser Literaturpreis 1993, dem dem Marie Luise Kaschnitz-Preis 1994 und dem Johann-Jakob-von-Grimmelshausen-Preis 1993 (Quelle:'Fester Einband/01.01.1993')

Dieses Buch zeigt, wie das Leben durch Kindheit und Jugend beeinflusst wird und wie schwer es manchmal ist, diese Zeit zu verarbeiten.

— gst
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    Weiter leben
    dominona

    dominona

    02. August 2015 um 20:48

    Jedes Buch über das Leben in einem Konzentrationslager ist wichtig, aber dieses hier ist noch dazu anders. Die Autorin spricht hier von Kindheitserinnerungen und die unterscheiden sich stark von erwachsenen. Es lohnt sich, über das nachzudenken, was heute für uns zum Allgemeinwissen gehört, auch die eigene Haltung zu reflektieren und dieses Buch hat mir dabei geholfen.

  • Wie Kindheit und Jugend das Leben beeinflussen

    Weiter leben
    gst

    gst

    Ruth Klüger, 1931 in Wien als Kind von Juden geboren, lebte nie im Glauben; trotzdem wurde sie bereits als 7jährige mit dem Beginn der Naziherrschaft aus der Gemeinschaft ausgegrenzt. In diesem mehrfach preisgekrönten Buch erzählt die Autorin in verschiedenen Zeit- und Erfahrungsebenen über ihre Kindheit und Jugend, die sie zum Teil in Lagern (Theresienstadt, Ausschwitz-Birkenau und Christianstadt) verbringen musste. Mit Lyrik versuchte sie sich über Wasser zu halten und den Verlust von Bruder und Vater zu verarbeiten. Erst auf der Flucht (zusammen mit ihrer Mutter und der Nennschwester) ließ der physische Hunger nach. Doch der Hunger nach Leben blieb, denn die Erlebnisse prägten sie und ihre Einstellung zum Leben. Drei Stufen der Verachtung hatte sie in ihrer Jugend kennengelernt: Erst die der arischen Kinder für die jüdischen, in Theresienstadt die der tschechischen Kinder für die Deutschen und nach dem Krieg die der Männer für die Frauen. In Amerika, wo die Frau, die kaum Gelegenheit hatte, die Schulbank zu drücken, sondern von Privatlehrern nach dem Krieg als 15jährige auf ihr Notabitur in Straubing vorbereitet wurde, bekam sie später ein Professorenamt angeboten. Vorher musste sie noch erleben, wie die ihr eintätowierte KZ-Nummer Menschen aggressiv machte. Das führte auch dazu, dass sich die einst selbstbewusste junge Frau abwertete und in der Freiheit depressiv wurde: „Ich kam mir wertlos vor, sah mich durch fremde Augen, und es gab Stunden, da hatte ich das Gefühl, ich sei nicht befreit worden, sondern ich sei davon gekrochen, wie eine Wanze, wenn das Haus ausgeräuchert wird.“ Erst relativ spät lernte sie durch Freundschaften, „sich die eigenen Lasten vom Buckel zu nehmen und sie zu verwandeln … zu Werkzeugen, mit denen man greift und begreift“. Der Mangel an Freundschaften in der Jugend erschwerte ihr als Erwachsene den Umgang mit anderen. Da sie immer mit der Mutter zusammen lebte, wurde die eifersüchtig, als sie endlich Freundinnen gefunden hatte. So wird das Buch auch zur Abrechnung mit der Mutter, die sie nicht freigeben wollte. Zum Beispiel wirft sie der Mutter vor, dass deren Sprache nicht dem Gedankenaustausch diente, sondern der Manipulation. „Ihre Sprache ist wie die Garderobe der Schauspieler, sie sucht sich aus, was gerade in ihre Rolle passt. Sie verwendet die Wörter wie Schminke.“ Beeindruckt hat mich das Zitat: „Eine Beziehung kann man nicht aufräumen wie eine Küche, wenn die Mahlzeit beendet, das Geschirr gespült ist.“ Genauso ist es wohl nicht möglich, ein Leben aufzuräumen. Wie in diesem Buch deutlich wird, trägt jeder erlebte Lebensabschnitt zu einem Gesamtbild bei. Nichts lässt sich einfach ausradieren, jeder Mensch muss lernen, mit seinen Erlebnissen klar zu kommen. Insofern ist dieses Buch nicht nur eine Beschreibung der Judenverfolgung, sondern beinhaltet Lebensweisheiten, die auch für uns heute Lebenden, die in dieser schrecklichen Zeit noch nicht auf der Welt waren, Gültigkeit haben.

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  • Die große LovelyBooks Themen-Challenge 2014

    Daniliesing

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2014? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 20 vorgegebenen Themen mindestens 15 Bücher aus 15 unterschiedlichen Themen zu lesen. 5 Themen können also ausgelassen werden. Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt hier mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag. Diese Challenge läuft vom 1.1.2014 bis 31.12.2014. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Wer am Ende des Jahres die 15 Bücher zu 15 verschiedenen Themen geschafft hat, nimmt automatisch an einer Verlosung eines schönen Überraschungspakets teil. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2014 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Ich habe jedes Thema auch zu einem extra Beitrag hier auf LovelyBooks verlinkt, in dem ihr euch jeweils über die passenden Bücher austauschen könnt. Für jedes Thema hänge ich ein Beispielbuch in der Reihenfolge der vorgegebenen Themen an, ihr könnt aber gern andere lesen! Bücher, die erstmalig vor 2010 erschienen sind Bücher, die Teil einer Reihe sind (alles ab mindestens 2 Bänden) Bücher, die ein vorranging rotes Cover haben Bücher, deren Buchtitel eine Zahl enthalten Bücher, die ausschließlich als Taschenbuch / Broschur erschienen sind (nicht als Hardcover, E-Book zusätzlich ist ok) Bücher, bei denen der Vor- oder der Nachname des Autors mit dem gleichen Buchstaben beginnt, wie der Buchtitel Bücher, die bisher noch keine Rezension auf LovelyBooks haben (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, in denen es ums Essen geht und das auch durch den Buchtitel, das Cover o.Ä. ausgedrückt wird Bücher von deutschsprachigen Autoren Bücher, die weniger als 250 Seiten haben Bücher, auf denen hauptsächlich Schrift und kein vordergründiges Covermotiv zu sehen ist Bücher von Autoren, die schon mindestens 5 Bücher veröffentlicht haben Bücher, die in der Hardcover-Ausgabe einen Schutzumschlag haben Bücher, deren Buchtitel aus mindestens 5 Wörtern bestehen Bücher, die aus einer anderen Sprache als dem Englischen oder Französischen übersetzt wurden Bücher, die in einer Stadt mit mehr als 1 Mio. Einwohner spielen Bücher, die in einem unabhängigen Verlag erschienen sind (keine Verlagsgruppen / Konzerne) Bücher, auf deren Cover mindestens 3 Lebewesen zu sehen sind (es zählen Menschen & alle Tierarten) Bücher, die auf LovelyBooks mit 4,5 - 5 Sternen bewertet sind (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, deren Hauptfigur mindestens 10 Jahre jünger oder älter als ihr selbst ist (wer dieses Thema erfüllen möchte, müsste hier sein Alter verraten - in meinem Fall müsste die Figur 17 oder jünger bzw. 37 oder älter sein) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Antworten auf häufig gestellte Fragen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Wenn es in der Aufgabenstellung keine spezielle Eingrenzung gibt, zählt wirklich alles, was dazu passt. Zahlen zählen also auch als Zahlen, egal ob ausgeschrieben oder nicht usw. * Ich kann diese Challenge nicht in Unterthemen gliedern, da das nur bei Leserunden geht. * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Unabhängige Verlage sind solche, die nicht zu einer Verlagsgruppe / einem Konzern gehören. Wenn ihr unsicher seid, schreibt mir eine Nachricht mit dem entsprechenden Verlag. * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, als auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2014 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Postet euer jeweiliges Buch bitte erst, wenn ihr es wirklich komplett gelesen & eine Rezension oder Kurzmeinung geschrieben habt. * Ein paar Beispiele für Verlage,  die als unabhängig zählen - es gibt aber wirklich ganz viele, fragt mich im Zweifel einfach per Nachricht: Hanser Verlag (und Unterverlage), Aufbau Verlag (und Unterverlage), dtv, Coppenrath Verlag, Diogenes Verlag, usw. * Falls Bücher, die eine ISBN habe, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com * Bei Themen, für die der Stand bei Lesebeginn entscheidend ist (Bücher, die noch keine Rezension haben / Bücher, mit Bewertung zwischen 4,5 - 5 Sternen) vertraue ich einfach darauf, dass ihr wirklich nur welche angebt, wo das stimmt. * Keine Mangas & Comics, außer für Thema 10 - Graphic Novels zählen überall, sofern sie dem Thema entsprechen Teilnehmer: 19angelika63 4cloverleaf 78sunny aba Aduja Ajana Alchemilla AlinchenBienchen allegra Alondria Amara Anendien Aniston81 AnnaMK Anneblogt Annilane Anniu anushka Arizona Asu AuroraBorealis baans Bambi-Nini Baneful battlemaus88 BethDolores BiancaWoe Bluebell2004 bluebutterfly222 bookgirl Bookmarble books_and_senses bookscout brudervomweber BuchblogDieLeserin Bücherwurm Buchgeborene Buchrättin Buecherfee82 Buecherfreak321 Buecherschmaus Buecherwurm1973 callunaful Carina2302 carooolyne CaryLila Cattie christiane_brokate Clairchendelune Clouud coala_books Code-between-lines Curin czytelniczka73 daneegold DaniB83 Daniliesing danzlmoidl darigla Deengla Deirdre dieFlo Dini98 Donata Donauland DonnaVivi Dreamworx Dunkelblau El. 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  • Rezension zu "Weiter leben" von Ruth Klüger

    Weiter leben
    Sve-n-ja

    Sve-n-ja

    06. March 2012 um 21:44

    Beim Lesen dieses Buches merkt man schnell, welch hohes geistiges Niveau die Autorin ihr Eigen nennen darf. Die Geschichte ist sehr anspruchsvoll geschrieben, hebt sich in ihrer Art stark von anderen Büchern zu diesem Thema ab und der scharfsinnige Verstand der Autorin macht es interessant, zuweilen aber auch anstrengend, der Geschichte zu folgen. Besonders schwierig fand ich jedoch die extremen Gedankensprünge, die die Autorin auf jeder Seite vornimmt und den permanenten Wechsel von Szenario, Zeit, Ort und Handlung. Alles in allem ist "Weiter leben" ein sehr empfehlenswertes Buch, keine leichte Kost und ein Buch, das man gelesen haben sollte, wenn man sich für diese Epoche der Geschichte interessiert.

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  • Rezension zu "Weiter leben" von Ruth Klüger

    Weiter leben
    Schmettaling

    Schmettaling

    20. June 2011 um 22:52

    „Erst als ich selbst Kinder hatte, erkennte ich, daß es sich vertreten läßt, seine Kinder in Auschwitz selber zu töten, anstatt zu warten“ . Mit diesen nüchternen und ehrlichen Worten beschreibt die Autorin Ruth Klüger in ihrer Autobiografie „weiter leben“ ihre Erinnerungen an die Kinder- und Jugendjahre zum Zeitpunkt des Nationalsozialismus. Im Alter von acht oder wird ihr untersagt ein Kino zu besuchen oder im Park spazieren zu gehen. Ein Mädchen, das schon kurze Zeit später entwurzelt und die wichtigsten Jahre ihrer Kindheit und Jugend in den Konzentrations- und Arbeitslagern Theresienstadt, Auschwitz- Birkenau und Christianstadt (Außenlager von Groß- Rosen) verbringt muss. Neben der Belastung, die ihre Mutter darstellt, da sie sich zu einer Zwangsneurotikerin entwickelt, die von Paranoia gefährdet ist, prägen auch viele Schicksalsschläge, wie der Verlust des Vaters oder der Tod des Bruders, die junge, gebürtige Wienerin. Um die Transporte in die verschiedenen Lager und die schlechten Bedingungen, darunter Hungernot und Platzmangel ertragen zu können, verfasst Ruth zahlreiche Gedichte. Diese haben einen emotionalen Stellenwert während der Gefangenschaft und dienen ihr als Stütze, Zeitvertreib und als Verarbeitung grausamer Erlebnisse. Die Aussage „Ich würde nicht hier umkommen, ich bestimmt nicht“ zeigt den stetigen Überlebenswillen des Mädchens und lässt den Leser zu keinem Augenblick an ihrem außergewöhnlichen Mut und der Stärke zweifeln. Die Handlung der Geschichte ist linear angelegt und dementsprechend für den Leser gut überschaubar. Da es sich um eine Autobiografie handelt, wird das Geschehen ausschließlich aus der Perspektive der Autorin dargeboten. Diese schildert ihre persönlichen Erlebnisse und ist auf ihre unmittelbare Umwelt fixiert, dabei verwendet sie immer wieder Einschübe, um ihre Meinung und Gedanken zum späteren Zeitpunkt darzustellen. Der Leser erhält die Möglichkeit einen Einblick in die prägendsten Lebensjahre und den Entwicklungsprozess der Autorin zu bekommen. Die Darstellung ist kontinuierlich spannend und kann somit durchaus die Bereitschaft des Lesers zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema wecken. Im Bezug zum Nationalsozialismus sind einige Handlungsfelder oder Situationen, wie die Darstellung des Konzentrationslagers oder die Selektionen exemplarisch für den deutschen Nationalsozialismus und allgemein bekannt. Trotzdem können viele Informationen, wie der Buchstabe A vor den Ziffern bei der Tätowierung der Häftlinge, für den Leser als neu und interessant gewertet werden. Die Distanz von Erzähler und Leser ist vor allem bei Autobiografien gering, da der Autor von sehr persönlichen und emotionalen Geschehnissen berichtet. Ruth Klüger versucht hingegen die Distanz mithilfe einer nüchternen, rationalen und sachlichen Sprache, die sich zum Teil der Fachtermini bedient, zu überbrücken. Es werden in der Lektüre oftmals Informationen über die Zusammenhänge des Nationalsozialismus vermittelt und die Konsequenzen der NS- Diktatur für das Alltagsleben verdeutlicht. Zum größten Teil erklärt und beurteilt der Erzähler das Verhalten der Figuren und die Handlung, dennoch kann der Leser seine eigene Meinung entwickeln und über die Geschehnisse reflektieren. In dieser Lektüre begeistert die Autorin Ruth Klüger den Leser nicht nur mit ihrer ergreifenden Überlebensgeschichte, sondern auch mit ihrem anspruchsvollen und wortgewandten Schreibstil. Die poetischen und gleichzeitig authentischen Worte dieser Zeitzeugin offenbaren ein großes Talent und ihre Liebe zur Literatur.

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  • Rezension zu "Weiter leben" von Ruth Klüger

    Weiter leben
    Huebner

    Huebner

    09. November 2010 um 14:43

    Wer kennt nicht Ruth Klüger, die große Literaturwissenschaftlerin, die ein Leben in Wien begann und es in den USA fortsetzte. Ruth Klüger, geb. am 30.10.1931 in Wien, wird als Jüdin nach Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau und Christianstadt deportiert und erzählt ihre erschütternden Erfahrungen und ihren Überlebenskampf so poetisch und trotzdem authentisch, dass einem das Herz beim Lesen schmerzt. "Der Tod, nicht Sex war das Geheimnis, worüber die Erwachsenen tuschelten, wovon man gern mehr gehört hätte." Eine Aussage so allumfassend und prägnant, mit der die Erinnerungen an eine Jugend beginnen, dass man das, was folgt, kaum glauben mag. Ruth Klügers Jugend ist geprägt vom Verlassenwerden und Verlassenmüssen. Sie erinnert sich an einen Charakter, der Gedichte aufsagte, einer Angewohnheit, die bei ihr "bis zur Manie gedieh" und die Gedichte aus Auschwitz mitbrachte. Rasch wird die Jugendlichen eine unabänderliche Liebe zur Literatur entwickeln und sie brauchen wie ein Stückchen Brot und doch nie satt werden. Philosophisch und unangefochten intensiv wird uns Ruth Klüger eine Zeitzeugin bleiben.

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  • Rezension zu "Weiter leben" von Ruth Klüger

    Weiter leben
    Shopgirl

    Shopgirl

    14. October 2009 um 13:33

    Ruth Klügers autobiographisches Buch nimmt kein Blatt vor dem Mund. Die in Wien geborene Autorin, die seit früher Kindheit den Antisemitismus, die systematische Ausgrenzung der Juden aus dem öffentlichem Leben in ihrer Heimatstadt und schließlich auch den Holocaust in ihrer eigenen Familie miterleben musste, überlebte zusammen mit ihrer Mutter selbst drei Konzentrationslager, darunter auch Auschwitz. Klüger beschreibt mit klarer und eindringlicher Sprache, wie sie bei Kriegsausbruch unter ihrer Einsamkeit in Wien litt, Theresienstadt wegen dem etwas Kontakt zu anderen Kindern schon fast als dankbar/ ja lebensrettend empfand und wie ihr die deutsche Sprache in Form von Gedichten und Versen half, die nie enden wollenden Stehapelle bei Wind und Wetter in den Lagern zu überstehen. Im Zentrum des Buches steht auch die Beziehung der Autorin zu ihrer Mutter. Eine unglückliche Verbindung, die auch Jahrzehnte später - nachzulesen in „Unterwegs verloren“ - kein glückliches Ende nah. Bei Todesmarsch gelingt die Flucht und ein Neuanfang zunächst unter anderer Identität in Bayern, dann in Amerika. Die Anfänge einer großen Literaturwissenschaftlerin...ein Buch für Jeden, der Sprache liebt und Autoren, die sensibel und bewusst ihre Umwelt wahrnehmen, kritisch hinterfragen und geradeaus ihre Meinung sagen.

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  • Rezension zu "weiter leben" von Ruth Klüger

    Weiter leben
    Leserrezension_2009

    Leserrezension_2009

    24. August 2009 um 18:13

    Über Konzentrationslager und den Holocaust, Krieg und Widerstand sind schon viele Bücher geschrieben worden. Und jedes von ihnen bewegt den mitfühlenden Leser aufs Neue bis in die Grundfesten. Auf "Weiter leben: Eine Jugend", die Erinnerungen der in Österreich geborenen Jüdin Ruth Klüger, bin ich im Rahmen der Wiener Gratis-Buch-Aktion "Eine STADT. Ein BUCH" gestoßen. Das Buch ist allerdings bereits im Jahr 1992 erstmals erschienen. Erst ein Unfall mit beinahe tödlichem Ausgang sorgt dafür, dass sich Klüger den Gespenstern der Vergangenheit stellt. Dass sie ihre Geschichte aufschreibt, sie mitsamt ihren im Laufe der Jahre gesammelten Erfahrungen und Lebensweisheiten würzt. "weiter leben" ist nicht die Anklage einer frisch aus dem KZ befreiten Jugendlichen. Hier spricht die Überlebende, die mit dem Überleben leben lernen musste, die sich ihre tätowierte Lagernummer nicht entfernen lässt, geschweige denn versteckt und damit aneckt. Die sich mit dem Selbstmitleid der gebrandmarkten Deutschen auseinandersetzen muss und mit Sätzen wie "Theresienstadt war doch gar kein richtiges KZ. So schlimm kann es gar nicht gewesen sein." Eine starke, selbstbewusste Frau lernt der Leser kennen, die gemeinsam mit ihrer Mutter Ende der 40er Jahre nach New York auswandert und allen Widrigkeiten zum Trotz Germanistik studiert, die Sprache derer, die sie quälten. Sie bringt es bis zur Professorin. Dabei war ihr kein allzu guter Start ins Leben vergönnt. 1931 geboren, erlebte Klüger früh, was es heißt, mit dem Judenstern gekennzeichnet zu sein. 1942 werden sie und ihre Mutter nach Theresienstadt verschleppt, später kommen sie nach Auschwitz-Birkenau, schließlich nach Christianstadt, wo ihnen die Flucht gelingt. In Bayern legt Klüger nach dem Krieg ein Not-Abitur ab, beginnt in Regensburg zu studieren, bevor sie und ihre Mutter im Jahr 1947 in die USA ausreisen. Trotz dieser Erfahrungen gelingt es Klüger, ihre Erlebnisse mit einem Schuss Ironie und Selbstkritik zu unterlegen - selbst die jüdische Religion gerät ob einiger frauenfeindlicher Rituale unter Beschuss der bekennenden Feministin. Zudem ist Klügers Schreibstil, obwohl zuerst gewöhnungsbedürftig, im Verlaufe des Buches äußerst fesselnd. Der Text ist nicht rein chronologisch aufgebaut, sondern wird von kritischen Beobachtungen und zeitlichen Sprüngen immer wieder durchbrochen. Darüber hinaus verdeutlichen ihre Gedichte, die sie in den historischen Kontext stellt, deutet und erklärt, dem Leser die persönliche Bindung Klügers zum Geschehen und ihre Art, dieses Geschehen zu deuten. "Und was kommt nach dem Happyend?" (Madsen) Was passiert mit einem Menschen, der die Hölle durchlebt hat, nach der Befreiung aus dieser Situation? Auch, weil Ruth Klüger in "weiter leben" die Antwort auf diese Fragen gibt, nicht bei der gelungenen Flucht aus dem KZ aufhört zu schreiben, ist dieses Buch unbedingt zu empfehlen. Der sehr persönliche Rückblick einer Überlebenden ruft dem Leser das Grauen ins Gedächtnis und sorgt so für eine - aufgrund der vergangenen Zeitspanne - besonders reflektierte Mahnung gegen das Vergessen. Vor allem aber schafft es die Autorin durch ihre spröden Schilderungen des Lebens als Jüdin in Wien sowie des Überlebens im Lager, außerordentlich eindrücklich und ohne oberflächliche Betroffenheit zu erzeugen, dem Leser die Schrecken eines solchen Schicksals zu vermitteln. In ihrer anschließenden Autobiographie "unterwegs verloren" beleuchtet Ruth Klüger die Jahre in den USA, die Beziehung zu ihren beiden Söhnen, die unglückliche Ehe sowie die Scheidung. Diese Rezension hat eliterator eingereicht.

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  • Rezension zu "weiter leben" von Ruth Klüger

    Weiter leben
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. February 2009 um 12:48

    Dieser Text von Ruth Klüger über die Nazidiktatur mit all ihren Schrecken. Ich bin verunsichert, wenn ich jetzt schreibe: er hat mir gefallen. Dieses Thema! Es ist beklemmend, es macht traurig, es macht wütend, es macht ratlos...aber gefallen? Mir ging es aber so. Mir gefiel die Sprache, der Erzählrytmus, mir gefiel der trotzige Ungehorsam Gott gegenüber, der wenns drauf ankommt, nicht da ist. Ich habe eine Menge Gefühle kennengelernt, die entstanden sind in der Auseinandersetzung mit dem Holocaust, mit dem Nationalsoziallismus. Trauer die sich mit unbändiger Wut abwechselte. Fassungslosigkeit die mit Hilflosigkeit wechselte. Spröde Wut die man sich anfacht in erdachten Gesprächen mit heutigen Nazis. Man möchte sie leise fragen: Hey du, komm tue mir den Gefallen, und zähl langsam mal bis zehn, weil man die Bestätigung sucht: in dem Hirn ist einfach kein Platz für solch ein einfaches Rechenexempel. Beim Lesen dieses Buches kam ein für mich neues Gefühl, oder besser Eindruck, dazu. Ich als Mann, bin vieleicht gar nicht erwüncht als Leser oder zumindest rechnet man nicht mit mir. Das ruft nach Streit, und das schlägt Ruth Klüger ausdrücklich vor. Für mich ein neuer und unerwarteter Aspekt. Auf den Gedanken mit wem auch immer über dieses Thema zu streiten bin ich nie gekommen, wieso auch? Es geht um unmenschliche Verbrechen, bösartige Gesinnungen die Ausmaße erreicht haben, die man mit Denkstrukturen nicht rationalisieren kann. Hierzu gibt es doch nur eine Sichtweise. Nur, überlegt man eine Weile genauer, stellt man fest, dass zumindest Ansätze zu anderem Denken immer noch überall zu finden sind. Ich hoffe, dass sich alle Leser dieses Buches in Zukunft streiten werden, wann immer die Gelegenheit sich bietet und ich hoffe, dass dieses Buch zur Schullektüre gehört, am besten zur freiwilligen...

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