Nach dem überraschenden Tod ihres Mannes möchte Ruth Harkness dessen Vermächtnis weiterführen und macht sich nach China auf, um ein Exemplar der sagenumwobenen Pandas zu finden. Gemeinsam mit dem Fotografen Richard und dem Abenteurer Quentin wandert sie in die entlegenen Berge Tibets. Es dauert nicht lange, bis sie ein Neugeborenes finden, dessen Mutter durch die menschliche Anwesenheit verjagt ist. Um die Welt davon zu überzeugen, dass Trophäenjagd grausam ist, nimmt Ruth das Tierkind mit, das sie von nun an Su Lin nennt. Aber der Wunsch nach Ruhm ist stärker als die Moral. Und so muss die New Yorkerin bald erkennen, welche Kräfte sie freigesetzt hat.
Die Geschichte um die Designerin Ruth Harkness basiert auf wahrer Begebenheit, was von Beginn an Betroffenheit erzeugt. Dieses Gefühl soll während der Lektüre nicht mehr verschwinden, denn jede*r kann sich denken, was in den 1930er Jahren geschieht, wenn ein Tier, dessen Existenz damals noch als Mythos galt, gefunden und in die Zivilisation verfrachtet wird.
Aufgrund dieser Tatsache entsteht auch keinerlei Empathie mit der Protagonistin. Vielleicht mochten ihre Ambitionen moralisch gut gewesen sein. Nichtsdestotrotz handelt sie egoistisch, säuft wie ein Loch, ist Opium gegenüber nicht abgeneigt und schwelgt in einem gewissen Luxus, wobei sie den Panda in nur jede verfügbare Kamera hält. Wer einmal ihren Namen googelt, findet genau das.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und meist ohne Schnörkel. Nur selten bedient sie sich sprachlicher Stilmittel. Allerdings lässt der Text auch einen Spannungsaufbau vermissen. Er liest sich stattdessen wie eine Chronologie von Ereignissen in Romanform.
Fazit
Trotz der leider zu flachen Erzählweise und der Abneigung gegen Ruth Harkness handelt es sich bei dem Buch um eine Lektüre, die bewegt und zum Nachdenken anregt. Wie häufig bei großen Entdeckungen stellt sich die Frage: Welche Konsequenzen hat eine Veröffentlichung derjenigen?



















