Ruth Olshan

 4.1 Sterne bei 105 Bewertungen
Ruth Olshan

Lebenslauf von Ruth Olshan

Ruth Olshan wurde 1970 in Moskau geboren. Ein Jahr später emigrierte die Familie nach Israel, 1974 kam sie nach Deutschland. Aufgewachsen in Berlin studierte Olshan über ein Stipendium in Leeds (UK) und Köln Filmregie und Drehbuch. Sie arbeitet als freie Autorin und Filmemacherin für Dokumentar- und Spielfilm. Für ihr Werk wurde Olshan mehrfach ausgezeichnet. Ihre Erfahrung als Drehbuchautorin und Filmemacherin bereichert ihr Schreiben von Kinder- und Jugendliteratur.

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All die schönen Dinge

All die schönen Dinge

 (105)
Erschienen am 22.02.2016

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Rezension zu "All die schönen Dinge" von Ruth Olshan

Erwartungen leider weit untertroffen.
Stinsomevor einem Jahr

Worum geht es?

Mit 10 Jahren erfährt Tammie, dass sie ein Aneurysma hat. 6 Jahre später treibt sie sich auf Friedhöfen herum, um Anregungen für ihren eigenen Grabsteinspruch zu sammeln, der besonders und aussagekräftig sein soll. Dabei begegnet sie Fynn, der einer ähnlich merkwürdigen Tätigkeit nachgeht: Er rüttelt an Grabsteinen und zieht damit Tammies Aufmerksamkeit auf sich. Direkt und offen nimmt Fynn sie bereitwillig und nur allzu gerne in seine Welt auf, macht sie mit seinem heißgeliebten Hund Okay vertraut und entdeckt mit ihr die erste große Liebe...

Meine Meinung

Mich hat dieses Buch um ehrlich zu sein stark enttäuscht. Ich bin mit relativ hohen Erwartungen an das Buch gegangen (wie immer ein großer Fehler), da ich Bücher wie dieses normalerweise liebe. Tiefgründige und eventuell auch traurige Jugendbücher, die einen berühren. Hier jedoch wurde ich leider bis zur letzten Seite nicht abgeholt.

Der Schreibstil ist im Grunde nicht schlecht, hat aber hier und da einige Schwachstellen, die mit anderen Elementen des Buches zusammenhängen. So wirkte Tammie auf mich anfangs sehr farblos und nüchtern. Ich hatte das Gefühl, dass sie keinerlei Emotionen zeigt - oder zumindest kamen durch den Schreibstil diese nicht bei mir an. Das hat mich natürlich vor den Kopf gestoßen, denn wer kann sich mit einer Protagonistin identifizieren, die irgendwie leer wirkt? Das wurde im weiteren Verlauf des Buches zwar etwas besser, war am Anfang jedoch so präsent, dass ich nicht einfach darüber hinwegsehen kann.

Fynn dagegen wirkte auf mich von Anfang an offen, lebensfroh und witzig. Er hat das Buch mit seinen kecken Sprüchen oder Aktionen (wie mit dem Lippenstift - ich musste sehr lachen) aufgelockert und mich dazu gebracht, doch noch weiterzulesen. Da wir es mit einem Jugendbuch und keinem New-Adult-Roman zu tun haben, ist Fynn natürlich auch kein Bad-Boy oder Womanizer, sondern ein lieber, einfühlsamer und verständnisvoller Junge, den man einfach nur sympathisch finden kann.

Die Story wirkte auf mich etwas ziellos, ohne roten Faden, denn es plätscherte einfach ein bisschen vor sich hin. Der Alltag wurde geschildert, kleine Etappen der ersten Liebe und einige Nebenepisoden, die wohl etwas Unterhaltung und Spannung einbringen sollten, bei mir jedoch eher Verwirrung verursacht haben. Denn diese Elemente wirkten auf mich wie die Elemente eines Kinderbuches, was im direkten Gegensatz dazu stand, dass auch immer wieder von Sex die Rede war. Eben noch spielen Tammie und Fynn Detektiv, jagen aus Neugier einigen Personen nach, um etwas in Erfahrung zu bringen, und einige Seiten später reden sie über ihr erstes Mal. Ich konnte das nicht miteinander übereinbringen.

Ebenfalls störend fand ich die rasche Entwicklung so ziemlich alles betreffend. Einerseits wäre da die Annäherung von Jens, dem Mädchenschwarm in Tammies Schule, ganz zu Anfang des Buches, die keinerlei Sinn in dieser Geschichte erkennen lässt und einfach viel zu schnell und merkwürdig beschrieben wird. Da hat das Buch schon ganz zu Anfang so viele Minuspunkte eingeheimst, dass es diese gar nicht wieder gutmachen konnte. Andererseits ist auch die Entwicklung von Tammies und Fynns Beziehung viel zu schnell und wirkt deshalb nicht unbedingt nicht authentisch, aber wieder kindisch. Sie spricht schon nach zwei Treffen von Verliebtsein... es geht einfach alles zu schnell.

Das Ende fand ich ganz in Ordnung, da ich irgendwann keine Erwartungen mehr an das Buch hatte. Trotzdem ging es mir auf den letzten Seiten wirklich zu sehr um Fynns Hund, was wieder zeigt, dass hauptsächlich Nebengeschichten statt dem eigentlichen Hauptthema - Fynn und Tammie oder zumindest Tammies Aneurysma - thematisiert werden, sodass ich leider schnell das Interesse verloren habe.

Fazit

Insgesamt ist das Buch ganz in Ordnung. Man kann es mal lesen, muss man aber wirklich nicht. Höchstens vielleicht, um sich durch Fynns lockere, lustige Art erheitern zu lassen.
Tiefgründig war es leider nur in geringem Maße, unterhaltsam und spannend stellenweise. 3 Sterne - wegen Fynn.

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rainbowlys avatar

Rezension zu "All die schönen Dinge" von Ruth Olshan

Hm...
rainbowlyvor 2 Jahren

Fakten

Autor: Ruth Olshan

Verlag: Oetinger

Erscheinungsdatum: 22.02.2016

Genre: Jugendbuch

Seiten: 288

 

Inhalt

Tammie hat ein Aneurysma. Und deshalb dreht sich natürlich alles um ihre Krankheit - das Familienleben, ihre Gedanken, ihre Zukunftspläne, ihre Hobbies… Doch als sie auf dem Friedhof Fynn kennenlernt ändert sich plötzlich alles

 

Gestaltung

Obwohl ich ein völliger Cover-Liebhaber bin, habe ich dieses Buch nicht aufgrund des Covers, sondern der Thematik ausgewählt. Soll heißen mir gefällt das Cover nicht :D Die Farben sind nicht mein Ding, die angeklebten Zettel finden sich in der Geschichte leider nicht wieder, einzig das Pistazieneis spielt eine Rolle. Für mich auf jeden Fall kein Lieblingscover.

 

Sprache

Ich finde den Schreibstil schön - humorvoll und doch voller Tiefe. Man taucht in Tammies Gedanken ein und begleitet sie auf einer wichtige Reise durchs Leben. Leider gibt es allerdings immer wieder Lücken in der Geschichte, die mich dann irgendwann genervt haben. Die Freundin übernachtet bei Tammie, am nächsten morgen geht Tammie ins Bad und verlässt danach das Haus. Und was ist mit der Freundin? Fynns Mutter bringt Tammie nach Hause. Fynn begleitet sie rein… und übernachtet bei ihr - und was ist mit der Mutter?? Tammie geht nur ein einziges Mal morgens zur Schule… und nachdem man einmal über den Friedhof gelaufen ist wird es auch schon wieder abends… Es geht mehrfach um Verhütung, doch als es dann soweit ist, ist davon keine Rede mehr (bedenklich bei einem Jugendbuch, wie ich finde…) Das sind vielleicht Kleinigkeiten, stören aber für mich absolut den Lesefluss.

 

Charaktere

Tammie ist ein starkes Mädchen. Sie geht mit ihrer Krankheit mit viel Humor um und lässt sich das Leben nicht verderben. Trotzdem schränkt die Krankheit sie natürlich auch stark ein. Und genau diese Schranken sprengt sie im Buch weg. Auf der einen Seite ist das schön, denn sie soll ihr Leben ja genießen, auch wenn es eventuell kurz sein wird, aber gleichzeitg wird sie in meinen Augen dadurch auch sehr leichtsinnig. Das Aneurysma könnte bei einem Orgasmus platzen? Egal, ich schlafe trotzdem mit meinem Freund (den ich übrigens gerade einmal ein paar Tage kenne, aber schon weiß es ist die große Liebe…) und probiere es einfach aus.

Außerdem stellen die Eltern in diesem Buch nie Fragen, wo ihre Kinder hingehen oder wo sie herkommen, wer ihr Freund ist oder was sie so machen. Und sie lassen sie auch einfach Sex miteinander haben, obwohl die Tochter dabei möglicherweise sterben könnten (denn sie hat ja ein Recht darauf….). Dafür dass die Eltern am Anfang des Buches überfürsorglich erscheinen, kümmern sie sich im Laufe der Geschichte reichlich wenig um Tammie.

Fynn ist wirklich ein außergewöhnlich liebevoller Junge und tut Tammie natürlich gut. Er ist so süß und einfühlsam, emotional und trotzdem stark, also der perfekte erste Freund - etwas zu perfekt ;)

 

Fazit

Ein nettes Buch, bei dem die Thematik für mich etwas unterging. Trotzdem gab es emotionale Stellen und eine süße Liebesgeschichte. Für mich aber zu viele Stolpersteine in der Geschichte.

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dreamily1s avatar

Rezension zu "All die schönen Dinge" von Ruth Olshan

"Ich habe eine Zeitbombe im Hirn, von der man nicht sagen kann, wann sie hochgehen wird."
dreamily1vor 2 Jahren

Was macht man und wie lebt man ein Leben mit einer tickenden Zeitbombe im Kopf?

Timmy ist 16 und sie bezeichnet sich selbst als tickende Zeitbombe, denn seit 6 Jahren weiß sie das sie in ihrem Kopf ein Aneurysma hat, das leider jederzeit platzen kann, egal wann, egal wo, einfach so, ohne Vorwarnung oder eben auch nicht...
Um dieses Ding in ihrem Kopf dreht sich in ihrem Leben so gut wie alles. Um den Schaden möglichst klein zu halten hat sie eine gewisse Liste erstellt was sie noch so "erleben" möchte oder besser gesagt kann. Um für den Zeitpunkt einen Grabsprüch für ihren Grabstein zu haben geht sie immer wieder auf den Friefhof und schaut sich um. So lernt sie auch Fynn kennen der auf dem Friedhof arbeitet und lernt das es doch noch so viele schöne Dinge gibt die sie erleben möchte(n).

Sterben werden wir alle mal ja, aber das Buch regt zum grübeln an und zeigt das es noch nicht vorbei ist, wenn man totkrank ist und z.B. in seinem Kopf so ein Ding sitzen hat das jederzeit oder auch nie hochgehen kann. Es zeigt es ist trotzdem lebenswert und das man noch so viele Dinge, schöne Dinge oder auch traurige (wie z.B. das mit Okay), noch erleben kann. Die Autorin schafft es auf eine wirklich schöne Art, sogar finde ich mit ein wenig Humor, von allen ihre Gedanken, ihre Ängste und all ihre Gefühle dem Leser näher zu bringen. Man fühlt mit Tammy und den anderen mit und auch Okay springt einem mitten ins Herz. Es ist flüssig und gut zu lesen und man möchte es ungern aus der Hand legen.

Von mir bekommt es verdiente 5 von 5 Sterne!

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Gespräche aus der Community

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Pistazieneis, Sprüche & ein ungewöhnliches Hobby

Willkommen zur Leserunde "All die schönen Dinge" von Ruth Olshan.
In Kürze erscheint das neue Jugendbuch beim Oetinger Verlag und schon jetzt sind wir gespannt auf eure Meinungen. Daher vergeben wir 20 Rezensionsexemplare für die Leserunde.
Die Autorin wird die Leserunde begleiten.

Empfohlenes Lesealter: ab 13 Jahren

Tammie hat eine Vorliebe für Pistazieneis. Und für Sprüche. Genauer gesagt: für Sprüche, die auf Grabsteinen stehen. Ein etwas ungewöhnliches Hobby für eine 16-Jährige. Weniger ungewöhnlich wird es, wenn man weiß, dass Tammie ein Aneurysma im Kopf hat. Es hat sich dort inmitten ihrer Synapsen bequem gemacht und kann jeden Moment explodieren. Oder eben nicht. Das ist die entscheidende Frage und um die kreist ziemlich viel in Tammies Leben. Erst als Tammie eines Tages auf dem Friedhof einen Jungen kennenlernt, der an Grabsteinen rüttelt, ändert sich von Grund auf alles für sie.

"All die schönen Dinge" von Ruth Olshan ist die ideale Lektüre für alle, die John Green & Co lieben.

Ruth Olshan wurde 1970 in Moskau geboren. Ein Jahr später emigrierte die Familie nach Israel, 1974 kam sie nach Deutschland. Aufgewachsen in Berlin studierte Olshan über ein Stipendium in Leeds (UK) und Köln Filmregie und Drehbuch. Sie arbeitet als freie Autorin und Filmemacherin für Dokumentar- und Spielfilm. Für ihr Werk wurde Olshan mehrfach ausgezeichnet. Ihre Erfahrung als Drehbuchautorin und Filmemacherin bereichert ihr Schreiben von Kinder- und Jugendliteratur.


Ich suche für diese Leserunde Leser, die gemeinsam in der Leserunde das Buch besprechen & anschließend das Buch rezensieren möchten. Gerne auch Leser/innen im entsprechenden Alter! (ab ca 13 Jahren)

Hierfür stellt der Verlag 20 Bücher zu Verfügung, wobei wir uns auch über einige Blogger freuen würden.
Solltet ihr also bloggen, dann schreibt uns bei der Bewerbung eure Blogadresse bei.

Bewerbungfrage: Was glaubt ihr, erwartet euch bei diesem Buch?

Schaut euch doch mal auf der Verlagsseite um, da warten weitere, interessante Neuerscheinungen auf euch.

*** Wichtig ***

Ihr solltet Minimum 2-3 Rezension in eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie ihr eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig/aktuell sie sind. Der Erhalt eines Rezensionsexemplares ist verpflichtend für die Teilnahme an der Leserunde. Dazu gehört das zeitnahe Posten in den Leseabschnitten und das anschließende Rezensieren des Buches

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