Ruth Olshan

 3,9 Sterne bei 148 Bewertungen
Autorin von All die schönen Dinge, Immergrün und weiteren Büchern.
Autorenbild von Ruth Olshan (©Anna Caroline Arndt / Quelle: Autor)

Lebenslauf

Ruth Olshan wurde 1970 in Moskau geboren. Ein Jahr später emigrierte die Familie nach Israel, 1974 kam sie nach Deutschland. Aufgewachsen in Berlin studierte Olshan über ein Stipendium in Leeds (UK) und Köln Filmregie und Drehbuch. Sie arbeitet als freie Autorin und Filmemacherin für Dokumentar- und Spielfilm. Für ihr Werk wurde Olshan mehrfach ausgezeichnet. Ihre Erfahrung als Drehbuchautorin und Filmemacherin bereichert ihr Schreiben von Kinder- und Jugendliteratur.

Alle Bücher von Ruth Olshan

Cover des Buches All die schönen Dinge (ISBN: 9783789103711)

All die schönen Dinge

(117)
Erschienen am 22.02.2016
Cover des Buches Immergrün (ISBN: 9783691310078)

Immergrün

(31)
Erschienen am 02.03.2026
Cover des Buches Kiss the Messenger (ISBN: 9783751202275)

Kiss the Messenger

(0)
Erschienen am 11.09.2023

Neue Rezensionen zu Ruth Olshan

Cover des Buches Immergrün (ISBN: 9783691310078)
Monikas avatar

Rezension zu "Immergrün" von Ruth Olshan

Monika
Migration-- und die Bedeutung für die nachfolgenden Generationen

Die  Geschichte einer schwierigen  Familie, oder  die  Geschichte einer  Familie in schwierigen Zeiten?


Das  bleibt bis zum Ende der Handlung unklar.


Die  Geschichte wird aus der Sicht von  Ruth, aus der nachfolgenden  Generation, berichtet, beginnend von Erinnerungen an ihre  Kindheit bis zur  Pflicht als  Erwachsene für die  Beisetzung der Urnen von  Mutter und  Großmutter  zu sorgen.


Erzählungen der  Mutter  aus ihrer Jugend in  Litauen, der Zeit in  Israel und der Eingliederung in Deutschland sind  sehr persönlich gehalten,  Bezug zu  realen Ereignissen und belegbaren historischem Geschehen sind ausgespart.Es ist die  Geschichte einer  Familie, einer  Sichtweise  ohne  Reflektion. Legitim in  einem Buch der Erinnerung, der persönlichen oder fiktiv gedehnten Erinnerung.


Resigniert, erschöpft, ausgelaugt, ist die Erzählerin, überfordert mit ihren Aufgaben.Positive Betrachtungsweise, ein Rückblick in  Zufriedenheit wird nicht ermöglicht.Eine  Lebensführung des Reagierens, nicht des Agierens prägt die Handlung.Der  versöhnlich klingende Ausgang wirft eher  Fragen auf, als das sie beantwortet werden.


Das ist  durchaus nicht realitätsfern, spiegelt  den Alltag der Migration,, unabhängig von Land und Nationalität.


Es gehört zu aus meiner Sicht, zu den Büchern, bei denen die  Lektürezeit nicht zu  bedauern ist. Ist es ein Buch, das unbedingt auf den Nachtschrank gehört? Das bleibt der persönlichen Beurteilung  vorbehalten.

Cover des Buches Immergrün (ISBN: 9783691310078)
Linda_Nicklischs avatar

Rezension zu "Immergrün" von Ruth Olshan

Linda_Nicklisch
Autofiktional? Absolut gut.

Zwei Urnen. Mutter und Großmutter. Beide sollen wieder in ihre Heimat. Die Protagonistin Ruth wird nicht nur mit behördlichen Hindernissen konfrontiert ,sondern nimmt auch eine lange Reise in Kauf, während derer sie zurückblickt auf ihre eigene Biografie. 

Historische Fakten vermischen sich mit einer Familiengeschichte, die Elemente von Hoffnung und Tragik bereithält. Geboren in der damaligen Sowjetunion fühlt sich Ruths Familie mit jüdischem Glauben inmitten des Kommunismus nicht mehr sicher. 

Eine Ausreise ist geplant und führt zunächst nach Israel. Ruths Eltern hält es jedoch auch hier nicht lang und sie siedeln nach Westdeutschland über. 

Jahre später sollte auch mit das Aufnahmelager Marienfelde in West-Berlin ein Begriff werden, als meine Eltern mit uns aus der DDR offiziell ausreisen durften. Ein bisschen fühle ich mit Ruth mit, wenn auch ich damals keine Sprachbarrieren hatte.

Ruth passt sich schnell an. Ihrer Mutter fällt es schwerer. Der Autorin gelingt es wunderbar, dass ich mich als Leserin spielend leicht in das Kind hineinversetze. Ich kann die Stimmung des Aufbruchs mit der gleichzeitigen Unsicherheit so gut spüren. Die kleine Ruth kommt mit manches Mal sehr verloren vor. Die Eltern sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass Ruth viel mit sich selbst beschäftigt ist.

Ein bisschen bestätigt es auch das Klischee, dass Kinder migrantischer Familien irgendwann alles Organisatorische managen. Was für ein Zwiespalt für ein Kind - Kind sein wollen aber oft genug nicht Kind sein können. 

Ruth Olshan schreibt so, als wäre ich direkt dabei. Nicht nur bloße Zuschauerin. Ich fühle mit. Bin so nah dran. Auch bei der Mutter, deren Träume in Deutschland zerplatzen. Manchmal bin ich auch wütend. Muss die kleine Ruth shon die Holocaust Serien sehen? Sich allein uns Essen kümmern. Die Schule managen. Irgendwann wird klar, die Mutter kann nicht anders. 

Ich will auch gar nicht so viel vorweg nehmen, aber ich kann nur sagen, lest dieses Buch. Es ist ein Buch über Träume, über Migration, über verlorene Kindheiten. Was ich sagenhaft finde, trotz der Themen wirkt dieses Buch nie schwer, als wäre das immer auch Licht an Ende des Tunnels.

Cover des Buches Immergrün (ISBN: 9783691310078)
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Rezension zu "Immergrün" von Ruth Olshan

KatMa
Tiefer Schmerz und größter Optimismus

Ruth Olshans Roman „Immergrün“, ist die Familiengeschichte der Autorin, die in einer ruhigen, reflektieren Sprache über Emigration und die Suche nach Identität erzählt. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und insbesondere die beiden Handlungsstränge gemocht.

 Im Mittelpunkt der Handlung steht die Erzählerin Ruth, die sich auf eine Reise nach Litauen begibt und deren Geschichte wir von ihrer Kindheit bis zur Einlösung ihres Versprechens in Litauen verfolgen. Im Auto transportiert sie die Urnen ihrer Mutter und Großmutter, um sie in der alten Heimat der Familie beizusetzen. Während dieser Fahrt blickt sie auf ihre eigene Lebensgeschichte zurück und erinnert sich an die wechselvolle Vergangenheit ihrer Familie. Diese führte sie von Litauen nach Israel und schließlich nach West-Berlin. Besonders prägend ist dabei das Verhältnis zur Mutter Vida, die einst als talentierte Sängerin auftrat, später jedoch zunehmend mit persönlichen Krisen und Depressionen zu kämpfen hatte. Ruth wächst zwischen verschiedenen Kulturen, Sprachen und Erwartungen auf und versucht dabei, ihren eigenen Platz im Leben zu finden.

Der Roman lebt weniger von dramatischen Wendungen als von seinen eindringlichen Erinnerungen, fein beobachteten Momenten und emotionalen Zwischentönen. Ruth Olshan gelingt es, die Themen Migration, Entwurzelung und familiäre Bindung sensibel und nachvollziehbar darzustellen. Gleichzeitig zeigt die Geschichte auch, wie Musik, Kunst und persönliche Stärke helfen können, schwierige Erfahrungen zu verarbeiten.

Mir haben besonders die einfühlsame Sprache und die authentische Darstellung der Familiengeschichte gefallen. Gerade weil der Schreibstil distanziert ist und auch Lücken in der Geschichte bleiben, fühlt sich die Erzählung für mich authentisch und stark an. Ich bin selbst in einem Land aufgewachsen, welches es nicht mehr gibt, musste mich nur innerdeutsch neu orientieren, kann aber deshalb die Gefühle der Autorin gut nachvollziehen. Dieser Teil des Buches, der sich mit der Wende und der Zeit danach beschäftigt, hat mir besonders zugesetzt. Aber allgemein hat mich sehr geschmerzt, wie einsam Ruths Erwachsenwerden mit der depressiven Mutter und dem irgendwie abwesenden Vater und den immerwährenden Streitigkeiten der Beiden war. Der Selbstmordversuch der Mutter hat mir fast das Herz gebrochen! Ich habe auch viel über Sozialhilfe und staatliche Verantwortung nachgedacht, was ist ein Staat seinen Bürgern schuldig und was sollte oder muss jeder Einzelne beitragen.

Insgesamt ist „Immergrün“ ein stiller, aber sehr eindrucksvoller Roman, der emotionale tief, stilistisch jedoch etwas sperrig ist. Ich konnte mich gut auf diese lose Struktur einlassen, habe mit Ruth mitgefühlt, mitgelitten und vieles für mich mitgenommen.

Gespräche aus der Community

Eine scheinbar endlose Fahrt in die lang verlorene Heimat Litauen, Erinnerungen an eine Kindheit in Israel und West-Berlin und an ein neues Leben zwischen Bürokratie und Überlebenskunst: Ruth Olshan erzählt in ihrem Roman vom Leben im Exil, Neubeginnen und von der Kraft der Kunst. 

Für unsere Premiere suchen wir 30 Leser*innen, die das Buch entdecken und auf LovelyBooks, Amazon, Thalia und Hugendubel sowie gerne auf weiteren Seiten rezensieren möchten.

416 BeiträgeVerlosung beendet
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Letzter Beitrag von  KatMa

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, vielen Dank noch einmal, dass ich hier dabei sein durfte. Ich habe es jetzt meiner Mutter ausgeliehen und auch sie findet viel für sich auf den Seiten. Mir hat insbesondere der zweite Teil des Buches sehr gefallen, als von der Kindheit in der Messiwohnung, den wahnsinnigen Streitereien der Eltern und von der Verwahrlosung der Mutter nach der Trennung berichtet wird. Das ist wirklich alles herzzerreißend. Und doch bleibt der Roman immer positiv, das hat mich sehr berührt.

Ich habe meine Rezension veröffentlicht und die Links beigefügt, nur auf den von Amazon warte ich noch.

Pistazieneis, Sprüche & ein ungewöhnliches Hobby

Willkommen zur Leserunde "All die schönen Dinge" von Ruth Olshan.
In Kürze erscheint das neue Jugendbuch beim Oetinger Verlag und schon jetzt sind wir gespannt auf eure Meinungen. Daher vergeben wir 20 Rezensionsexemplare für die Leserunde.
Die Autorin wird die Leserunde begleiten.

Empfohlenes Lesealter: ab 13 Jahren

Tammie hat eine Vorliebe für Pistazieneis. Und für Sprüche. Genauer gesagt: für Sprüche, die auf Grabsteinen stehen. Ein etwas ungewöhnliches Hobby für eine 16-Jährige. Weniger ungewöhnlich wird es, wenn man weiß, dass Tammie ein Aneurysma im Kopf hat. Es hat sich dort inmitten ihrer Synapsen bequem gemacht und kann jeden Moment explodieren. Oder eben nicht. Das ist die entscheidende Frage und um die kreist ziemlich viel in Tammies Leben. Erst als Tammie eines Tages auf dem Friedhof einen Jungen kennenlernt, der an Grabsteinen rüttelt, ändert sich von Grund auf alles für sie.

"All die schönen Dinge" von Ruth Olshan ist die ideale Lektüre für alle, die John Green & Co lieben.

Ruth Olshan wurde 1970 in Moskau geboren. Ein Jahr später emigrierte die Familie nach Israel, 1974 kam sie nach Deutschland. Aufgewachsen in Berlin studierte Olshan über ein Stipendium in Leeds (UK) und Köln Filmregie und Drehbuch. Sie arbeitet als freie Autorin und Filmemacherin für Dokumentar- und Spielfilm. Für ihr Werk wurde Olshan mehrfach ausgezeichnet. Ihre Erfahrung als Drehbuchautorin und Filmemacherin bereichert ihr Schreiben von Kinder- und Jugendliteratur.


Ich suche für diese Leserunde Leser, die gemeinsam in der Leserunde das Buch besprechen & anschließend das Buch rezensieren möchten. Gerne auch Leser/innen im entsprechenden Alter! (ab ca 13 Jahren)

Hierfür stellt der Verlag 20 Bücher zu Verfügung, wobei wir uns auch über einige Blogger freuen würden.
Solltet ihr also bloggen, dann schreibt uns bei der Bewerbung eure Blogadresse bei.

Bewerbungfrage: Was glaubt ihr, erwartet euch bei diesem Buch?

Schaut euch doch mal auf der Verlagsseite um, da warten weitere, interessante Neuerscheinungen auf euch.

*** Wichtig ***

Ihr solltet Minimum 2-3 Rezension in eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie ihr eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig/aktuell sie sind. Der Erhalt eines Rezensionsexemplares ist verpflichtend für die Teilnahme an der Leserunde. Dazu gehört das zeitnahe Posten in den Leseabschnitten und das anschließende Rezensieren des Buches

Erwiesene Nichtleser werden nicht ausgewählt
Gewinner-Adressen werden nach Bucherhalt aus Datenschutzgründen gelöscht.

348 BeiträgeVerlosung beendet
killerprincesss avatar
Letzter Beitrag von  killerprincess
Wo ich das gerade sehe, habe ich mal geprüft, ob ich meine Rezi hier auch verlinkt hatte. Dabei habe ich festgestellt, dass ich sie noch gar nicht auf meinem Profil eingestellt habe - oh Schreck! Ich bitte vielmals um Entschuldigung. Aber hier kommt sie nun mit einiger Verzögerung: http://www.lovelybooks.de/autor/Ruth-Olshan/All-die-sch%C3%B6nen-Dinge-1208341895-w/rezension/1236891498/ Vielen Dank, dass ich mitlesen durfte!

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