Die Geschichte einer schwierigen Familie, oder die Geschichte einer Familie in schwierigen Zeiten?
Das bleibt bis zum Ende der Handlung unklar.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Ruth, aus der nachfolgenden Generation, berichtet, beginnend von Erinnerungen an ihre Kindheit bis zur Pflicht als Erwachsene für die Beisetzung der Urnen von Mutter und Großmutter zu sorgen.
Erzählungen der Mutter aus ihrer Jugend in Litauen, der Zeit in Israel und der Eingliederung in Deutschland sind sehr persönlich gehalten, Bezug zu realen Ereignissen und belegbaren historischem Geschehen sind ausgespart.Es ist die Geschichte einer Familie, einer Sichtweise ohne Reflektion. Legitim in einem Buch der Erinnerung, der persönlichen oder fiktiv gedehnten Erinnerung.
Resigniert, erschöpft, ausgelaugt, ist die Erzählerin, überfordert mit ihren Aufgaben.Positive Betrachtungsweise, ein Rückblick in Zufriedenheit wird nicht ermöglicht.Eine Lebensführung des Reagierens, nicht des Agierens prägt die Handlung.Der versöhnlich klingende Ausgang wirft eher Fragen auf, als das sie beantwortet werden.
Das ist durchaus nicht realitätsfern, spiegelt den Alltag der Migration,, unabhängig von Land und Nationalität.
Es gehört zu aus meiner Sicht, zu den Büchern, bei denen die Lektürezeit nicht zu bedauern ist. Ist es ein Buch, das unbedingt auf den Nachtschrank gehört? Das bleibt der persönlichen Beurteilung vorbehalten.
















