Ruth Ozeki

 4,1 Sterne bei 33 Bewertungen

Lebenslauf von Ruth Ozeki

Ruth Ozeki ist eine sehr vielfältige Frau. Neben ihrer Arbeit als Autorin, ist sie auch als Filmemacherin und Zen-Priesterin tätig. 1956 kam sie in Connecticut zur Welt, als Tochter eines Amerikaners und einer Japanerin. Heute lebt Ruth Ozeki in New York und auf einer kanadischen Insel. In ihrem herzzerreißenden Roman „Geschichte für einen Augenblick“ erzählt sie die Geschichte von Nao und Ruth: Nao, ein japanisches Mädchen, das in seinem Tagebuch von seinem Leben, seinen Sorgen und seiner Urgroßmutter erzählt und Ruth, die das Tagebuch am Strand findet und dem Geheimnis Naos auf den Grund geht.

Alle Bücher von Ruth Ozeki

Cover des Buches Geschichte für einen Augenblick (ISBN: 9783100552204)

Geschichte für einen Augenblick

 (28)
Erschienen am 27.03.2014
Cover des Buches A Tale for the Time Being (ISBN: 9780857867995)

A Tale for the Time Being

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Erschienen am 01.03.2013
Cover des Buches The Book of Form and Emptiness: Ruth Ozeki (ISBN: 9781838855246)

The Book of Form and Emptiness: Ruth Ozeki

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Erschienen am 09.09.2021
Cover des Buches My Year of Meats (ISBN: 9781782111146)

My Year of Meats

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Erschienen am 01.08.2013
Cover des Buches Ozeki, R: All Over Creation (ISBN: 9781782111160)

Ozeki, R: All Over Creation

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Erschienen am 13.09.2004

Neue Rezensionen zu Ruth Ozeki

Cover des Buches Geschichte für einen Augenblick (ISBN: 9783100552204)K

Rezension zu "Geschichte für einen Augenblick" von Ruth Ozeki

Eine Schatzkiste
katzenminzevor 7 Monaten

Die Schriftstellerin Ruth lebt mit ihrem Mann und dem Kater Pesto (eigentlich Schrödinger, aber das ist zu lang) auf einer einsamen kanadischen Pazifikinsel und hat dort mit Stromausfällen und neugierigen Nachbarn zu kämpfen. Ruths demente Mutter ist vor einiger Zeit gestoben und eigentlich will sie die letzten gemeinsamen Jahre schriftstellerisch aufarbeiten, doch der Stapel an Notizen lähmt sie und es will einfach kein gescheiter Text dabei herauskommen.

Dann findet Ruth am Stand ein Päckchen mit einem Tagebuch, einer Uhr und Briefen in japanischer Sprache. Das Tagebuch gehörte der Teenagerin Naoko, die sich hier mit Witz aber auch großer Ernsthaftigkeit ihre Probleme von der Seele schreibt. Und die sind nicht gering: Sie spricht von Mobbing, einem selbstmordgefährdetem Vater, dem traumatischen Umzug von Amerika nach Tokio und einigen Dingen mehr. Ruth beginnt sich Sorgen zu machen: Lebt das Mädchen noch? Hat sie der Tsunami von 2011 getroffen? Oder hat sich jemand all das nur ausgedacht?

Dieser Roman ist ein wahre Schatzkiste! Ozeki verbindet auf natürliche Weise die unterschiedlichsten Themen miteinander. Ich habe etwas über Zen-Buddhismus gelernt, über Physik und japanische Kultur. Über Umweltverschmutzung, Philosophie und Inselleben. Über Krähen, Kampfflieger in Zweiten Weltkrieg und Dienstmädchencafes. Ozeki erzählt furchtbar traurige Dinge, schafft es aber den Humor dabei nicht zu verlieren. 

Dann ist Naoko einfach unheimlich sympathisch und schreibt im teenietypischen, manchmal ungewollt witzigem Stil. Ihr Tagebuch zu lesen ist eine wahre Freude – auch wenn es immer düsterer wird. Ruths Geschichte hat nicht ganz so viel Zugkraft, aber auch sie ist eine gelungene Figur, die man einfach ins Herz schließen muss. Auch wenn natürlich niemand ernsthaft Naokos Urgroßmutter Jiko den ersten Platz der beliebtesten Figuren streitig machen kann! Eine feministisch kommunistische Nonne unbekannten Alters, die nicht viel sagt, aber wenn dann mit wahren Weisheiten aufwartet.

Auch die Form dieses Romans ist so bunt wie sein Inhalt. Es gibt einen Haufen (sinnvolle) Fußnoten, Briefe, Übersetzungen und verschiedene Anhänge. Ganz zu schweigen davon, dass sich die Autorin selbst an prominente Stelle in den Roman hineingeschrieben hat. Wer Spaß an diesen Spielereien hat, kommt hier voll auf seine Kosten! Mein einziger Kritikpunkt ist das Ende, das sich im Gegensatz zum Rest etwas zieht.

„Geschichte für einen Augenblick“ ist ein wunderbarer Roman mit einer Fülle an interessanten Themen und einer spannenden wie abwechslungsreichen Story, der es schafft sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Traurig aber mit Humor. Ernst aber leichtgängig. Die vielen Seiten lesen sich locker weg und am Ende ist man traurig, dass man Ruth, Nao und Co. wieder verlassen muss. Also ein Schmöker, wie er sein soll!

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Cover des Buches Geschichte für einen Augenblick (ISBN: 9783100552204)N

Rezension zu "Geschichte für einen Augenblick" von Ruth Ozeki

Japanische Gegenwartsliteratur per excellence
Nespavanjevor 7 Jahren

„Geschichte für einen Augenblick“ ist wohl einer dieser Romane, die mir lange nach dem Lesen, noch in meinen Gedanken herum gespukt sind und die es mir nicht gerade einfach machen, eine anständige Rezension zu schreiben ohne zu viel zu erzählen, gerade wenn ein Buch so von der Sprache und den Details lebt, wie es eben diesem der Fall ist. Erzählt wird die ganze Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln und Ruth wäre dann auch eine der zentralen Figuren. Sie lebt mit ihrem Mann Oliver und ihrem Kater Schrödinger auf einer Pazifikinsel, und versucht ein Buchprojekt über die Memoiren ihrer Mutter, die an Alzheimer verstorben ist, zu Ende zu bringen. Geschichte für einen Augenblick, der auf der Shortlist des Man Booker Prize 2013 stand und der erste ist, der von Ruth Ozeki in deutscher Sprache erschienen ist, beginnt mit einer anderen Frauenfigur: Nao, die eigentlich Naoko heißt und ein sechzehnjähriges Mädchen ist, das sich in Japan nicht sehr wohl fühlt. In der Schule wird sie entweder ignoriert, oder bis auf das Äußereste gedemütigt und gemobbt. Den einzigen Halt findet sie bei ihrer hundertvierjährigen buddhistischen Urgroßmutter, die trotz ihres unglaublich hohen Alters einen Computer bedienen kann und mit ihrer Urenkelin auch mal per SMS in Kontakt tritt. Ruth weiß nur deswegen von Naoko, weil sie bei einem Spaziergang am Strand, ihr wasserdichtverpacktes Tagebuch findet, dass höchstwahrscheinlich während des Tsunamis ins Meer gefallen und nun an die kanadische Insel, auf der Ruth wohnt, gespült worden ist.

In einem Interview des S. Fischer Verlages sprach die talentierte Schriftstellerin über ihre erste Fassung des Romans und darüber, wie sie sich selbst in diesen Roman eingeschrieben hatte. Der Vorschlag kam von ihrem Mann Oliver der meinte, dass sie unmittelbar auf die Katastrophe in Fukushima reagieren könnte und den Rahmen des Romans dadurch aufbrechen und der Realität mehr Raum geben würde. Das ist ihr auch sehr gut gelungen und auf diese Weise wurde Rutz Ozeki ein ganz eigener Teil des Romans und schließlich hat auch Oliver, genauso wie ein wenig Surrealismus, einen Platz in „Geschichte für einen Augenblick“ erlangt. Als Naoko im ersten Kapitel gleich darüber schreibt, dass sie ihre Tagebucheinträge aus einem bestimmten Grund vor ihrem Tod macht, wurde in mir die Befürchtung wach, dass diese Geschichte vielleicht nicht gut ausgehen könnte. Tatsächlich hat der Tod in dieser Geschichte viele Gesichter und dennoch bleibt die Erzählung leichtfüßig, was sich aber gegen Mitte und Ende des Romans verändert und einer Bedeutungsschwangeren Atmosphäre Platz macht. Wenn man die Erzählweise und den Stil bedenkt, die vielen Anekdoten und Querverweise, könnte man sehr wohl sagen, dass dieser Roman sehr wohl anspruchsvoll ist. Geht man aber mit Geduld an das Lesen heran, entfaltet sich meiner Meinung nach ein großer Teil der japanischen Seele. Belletristisch gesehen, habe ich bisher nur eine sehr karge und einseitige Sicht auf die japanische Gegenwartsliteratur, aber spätestens mit Ruth Ozeki hat sich das verändert und sie bekommt in meinem Bücherregal, neben Haruki Murakami einen Ehrenplatz und wird wahrscheinlich nicht die Letze sein die bei mir Einzug hält.

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Cover des Buches Geschichte für einen Augenblick (ISBN: 9783100552204)B

Rezension zu "Geschichte für einen Augenblick" von Ruth Ozeki

ein japanischer Teenager, Mobbing, Selbstmorde, Tsunamis, Fukushima und Zen!
Buchstabenliebhaberinvor 7 Jahren

Was für eine Geschichte! Bin immer noch völlig begeistert von dem Gedanken, dass Leserin und Romanheldin in Beziehung zu einander treten. und sich gegenseitig berühren. verändern. die ältere Schriftstellerin und der mobbing-geplagte japanische Teenager, Plastikmüll der sich als Tagebuch vom anderen Ende der Welt entpuppt, Quantenphysik, Schrödingers Katze, Wölfe, Prostitution und Gewissensbisse, was für ein buntes Potpourri!

liebevolle skurille Gestalten - ich liebe den Ehemann der Protagonistin und den Kater Pesto. Nao und ihre Oma sowieso! Ich hätte noch endlos von den beiden weiterlesen können. Ruth blieb für mich ein wenig auf Distanz, aber da konnte ich sie gut stehen lassen, genauso wie die dauerarbeitende Mutter von Nao. Vielleicht macht das auch den Zauber des Buches aus, dass jeder sich seine Lieblingsgestalten aussuchen kann? 

Ich fand das Buch bis fast zur letzten Seite spannend, auch wenn ich auf die Mystik am Schluss hätte verzichten können. Stört mich aber nicht weiter, dafür wurde ich mit einer Wendung überrascht, die mir sehr gut gefallen hat. Ich hab mit Ruth und Nao mitgefühlt, als ob auch ich Teil der Geschichte geworden wäre...

Für wen sich das Buch wohl eignet? Für alle Menschen, die sich für Zen-Buddhismus interessieren, die einen Einblick in den japanischen Alltag der heutigen Zeit gewinnen wollen, die sich für entwurzelte Teenager, die in Amerika großwerden und dann nach Japan ziehen (müssen), interessieren. Vom erfolgreichen amerikanischen Traum zum armseligen japanischen Alptraum - eine traurige Geschichte voller Herz und Weisheit, die anders ausgehen als erwartet... (mehr verrate ich nicht!)

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