Ruth Ozeki Geschichte für einen Augenblick

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Inhaltsangabe zu „Geschichte für einen Augenblick“ von Ruth Ozeki

Ruth Ozeki erkundet, was es heißt, in diesem Augenblick, genau jetzt, ein Mensch zu sein – »bezaubernd, klug und herzzerreißend« (Junot Díaz). »Hallo! Ich heiße Nao, und ich bin ein Zeitwesen. Weißt du, was ein Zeitwesen ist? Wenn du einen Moment hast, erzähl ich es dir.« So beginnt das Tagebuch des japanischen Teenagers Nao, das eines Tages am Strand einer kanadischen Pazifikinsel angespült wird. Nao schreibt von Einsamkeit und Mobbing, vom depressiven Vater, von ihrer schillernden Urgroßmutter Jiko und den Geheimnissen des Zen. Die Autorin Ruth, die das Tagebuch gefunden hat, ist bald wie gebannt von Naos Notizen und beginnt zugleich um ihr Leben zu fürchten – hat Nao letztlich Selbstmord begangen? Ist sie im Tsunami gestorben? Die Suche nach Antworten gerät für Ruth zu einer magischen Reise durch die Gegenwart, die am Ende auch den Blick auf ihr eigenes Leben verwandelt.

Großartiger Roman mit etwas Längen aber einer gewaltigen Thematik, Dramatik und vielen Lebensweisheiten. Sehr zu empfehlen.

— Buecherwurmanja
Buecherwurmanja

Wunderbares Buch, sehr zu empfehlen

— Bibliofilia
Bibliofilia

Eine anspruchsvolle, nachdenkliche, teilweise schockierend genaue Geschichte über die wahren Superhelden

— melo0289
melo0289

Ein Stück anspruchsvolle Literatur, in dem sich die japanische Seele wiederspiegelt.

— Nespavanje
Nespavanje

Abwechslungsreich und unterhaltend! Mein Buchclub letzte Woche kam gar nicht mehr aus dem Diskutieren heraus!

— Lutra
Lutra

Zen als Buch.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Stilistisch wunderschön, aber die Grundstimmung war mir zu depressiv und verstört.

— Clairchendelune
Clairchendelune

literarischer Hochgenuss, am besten wie eine Praline auf der Zunge schmelzen lassen. genießen. Ich bin gerne in Naos Welt eingetaucht. Mehr!

— Buchstabenliebhaberin
Buchstabenliebhaberin

Philosophische, weise und wunderbar geschrieben!

— Petris
Petris

Ozekis "Geschichte für einen Augenblick" inspirierte und berührte mich tief. Jede Seite wurde zu einem kostbaren Augenblick für mich.

— Alexandra_vom_Buecherkaffee
Alexandra_vom_Buecherkaffee

Stöbern in Romane

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  • Japanische Gegenwartsliteratur per excellence

    Geschichte für einen Augenblick
    Nespavanje

    Nespavanje

    04. June 2015 um 11:19

    „Geschichte für einen Augenblick“ ist wohl einer dieser Romane, die mir lange nach dem Lesen, noch in meinen Gedanken herum gespukt sind und die es mir nicht gerade einfach machen, eine anständige Rezension zu schreiben ohne zu viel zu erzählen, gerade wenn ein Buch so von der Sprache und den Details lebt, wie es eben diesem der Fall ist. Erzählt wird die ganze Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln und Ruth wäre dann auch eine der zentralen Figuren. Sie lebt mit ihrem Mann Oliver und ihrem Kater Schrödinger auf einer Pazifikinsel, und versucht ein Buchprojekt über die Memoiren ihrer Mutter, die an Alzheimer verstorben ist, zu Ende zu bringen. Geschichte für einen Augenblick, der auf der Shortlist des Man Booker Prize 2013 stand und der erste ist, der von Ruth Ozeki in deutscher Sprache erschienen ist, beginnt mit einer anderen Frauenfigur: Nao, die eigentlich Naoko heißt und ein sechzehnjähriges Mädchen ist, das sich in Japan nicht sehr wohl fühlt. In der Schule wird sie entweder ignoriert, oder bis auf das Äußereste gedemütigt und gemobbt. Den einzigen Halt findet sie bei ihrer hundertvierjährigen buddhistischen Urgroßmutter, die trotz ihres unglaublich hohen Alters einen Computer bedienen kann und mit ihrer Urenkelin auch mal per SMS in Kontakt tritt. Ruth weiß nur deswegen von Naoko, weil sie bei einem Spaziergang am Strand, ihr wasserdichtverpacktes Tagebuch findet, dass höchstwahrscheinlich während des Tsunamis ins Meer gefallen und nun an die kanadische Insel, auf der Ruth wohnt, gespült worden ist. In einem Interview des S. Fischer Verlages sprach die talentierte Schriftstellerin über ihre erste Fassung des Romans und darüber, wie sie sich selbst in diesen Roman eingeschrieben hatte. Der Vorschlag kam von ihrem Mann Oliver der meinte, dass sie unmittelbar auf die Katastrophe in Fukushima reagieren könnte und den Rahmen des Romans dadurch aufbrechen und der Realität mehr Raum geben würde. Das ist ihr auch sehr gut gelungen und auf diese Weise wurde Rutz Ozeki ein ganz eigener Teil des Romans und schließlich hat auch Oliver, genauso wie ein wenig Surrealismus, einen Platz in „Geschichte für einen Augenblick“ erlangt. Als Naoko im ersten Kapitel gleich darüber schreibt, dass sie ihre Tagebucheinträge aus einem bestimmten Grund vor ihrem Tod macht, wurde in mir die Befürchtung wach, dass diese Geschichte vielleicht nicht gut ausgehen könnte. Tatsächlich hat der Tod in dieser Geschichte viele Gesichter und dennoch bleibt die Erzählung leichtfüßig, was sich aber gegen Mitte und Ende des Romans verändert und einer Bedeutungsschwangeren Atmosphäre Platz macht. Wenn man die Erzählweise und den Stil bedenkt, die vielen Anekdoten und Querverweise, könnte man sehr wohl sagen, dass dieser Roman sehr wohl anspruchsvoll ist. Geht man aber mit Geduld an das Lesen heran, entfaltet sich meiner Meinung nach ein großer Teil der japanischen Seele. Belletristisch gesehen, habe ich bisher nur eine sehr karge und einseitige Sicht auf die japanische Gegenwartsliteratur, aber spätestens mit Ruth Ozeki hat sich das verändert und sie bekommt in meinem Bücherregal, neben Haruki Murakami einen Ehrenplatz und wird wahrscheinlich nicht die Letze sein die bei mir Einzug hält.

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  • Große Verlosung zum Leserpreis 2014: 5 Buchpakete mit je 50 Büchern!

    Die Seiten der Welt
    Daniliesing

    Daniliesing

    Lust auf eins von 5 riesigen Buchpaketen zum Leserpreis 2014? Bestimmt hat es der ein oder andere von euch schon entdeckt: Seit gestern suchen wir beim Leserpreis 2014 wieder eure Lieblingsbücher des Jahres. In insgesamt 16 Kategorien könnt ihr die Bücher und Autoren nominieren, die euch 2014 am meisten begeistert haben, ganz egal, ob euch das Buch vor Spannung bis mitten in die Nacht wachgehalten hat, ihr Tränen gelacht oder aber mitgefühlt und -gefiebert habt. Nominiert ab sofort eure persönlichen Lieblingsbücher & -autoren und ermöglicht es ihnen so, es auf unsere Shortlists für die Abstimmungsphase zu schaffen, die am 20. November beginnt. Die Bücher und Autoren, die dann wiederum die meisten Stimmen erhalten, bekommen den Leserpreis in Gold, Silber und Bronze, der am 28.11. vergeben wird! Also schnell nominieren / abstimmen / Gewinner anschauen! ---- Unsere große Verlosung für euch! Da der Leserpreis für uns jedes Jahr wieder etwas ganz Besonderes ist, möchten wir unsere Freude daran mit euch teilen. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen verlosen. Fünf Gewinner dürfen sich also über eine ordentliche Ladung neuen Lesestoff freuen! Und wer kann nicht schöne neue Bücher gebrauchen? 1. Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten - 3 der 5 Buchpakete verlosen wir unter allen Bloggern, die auf ihrem Blog über den Leserpreis berichten und darauf verlinken. Bitte teilt uns den Link zu eurem Blogbeitrag hier in einem Kommentar mit (wer mir schon eine E-Mail mit dem Link geschickt hat, muss dies nicht doppelt tun). http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ Grafiken zum Einbinden in den Blog findet ihr hier. 2. Wenn ihr keinen Blog habt, könnt ihr alternativ auf den Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter, Google + usw. auf den Leserpreis hinweisen. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 2 Buchpakete mit 50 Büchern. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt und ihn uns hier verlinkt. Bitte verlinkt in eurem Kommentar hier direkt auf eurer Posting und nicht auf euer gesamtes Profil. Außerdem müssen in eurem Social-Media-Posting unbedingt der und der Hashtag #Leserpreis enthalten sein. http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ 3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns hier in einem Kommentar das beste Buch, das ihr in diesem Jahr gelesen habt. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 5 einzelne Bücher, die die jeweiligen Gewinner auf ihren Wunschzetteln haben. Ihr dürft natürlich auch 1 & 2 oder 1, 2 & 3 kombinieren und so eure Chancen steigern :-) Wir wünschen euch ganz viel Spaß & bitte vergesst nicht, eure Lieblingsbücher zu nominieren & später abzustimmen! PS: Die angehängten Bücher und die auf dem Foto sind ein Beispiel, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen :)

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    • 1298
  • ein japanischer Teenager, Mobbing, Selbstmorde, Tsunamis, Fukushima und Zen!

    Geschichte für einen Augenblick
    Buchstabenliebhaberin

    Buchstabenliebhaberin

    08. August 2014 um 18:48

    Was für eine Geschichte! Bin immer noch völlig begeistert von dem Gedanken, dass Leserin und Romanheldin in Beziehung zu einander treten. und sich gegenseitig berühren. verändern. die ältere Schriftstellerin und der mobbing-geplagte japanische Teenager, Plastikmüll der sich als Tagebuch vom anderen Ende der Welt entpuppt, Quantenphysik, Schrödingers Katze, Wölfe, Prostitution und Gewissensbisse, was für ein buntes Potpourri! liebevolle skurille Gestalten - ich liebe den Ehemann der Protagonistin und den Kater Pesto. Nao und ihre Oma sowieso! Ich hätte noch endlos von den beiden weiterlesen können. Ruth blieb für mich ein wenig auf Distanz, aber da konnte ich sie gut stehen lassen, genauso wie die dauerarbeitende Mutter von Nao. Vielleicht macht das auch den Zauber des Buches aus, dass jeder sich seine Lieblingsgestalten aussuchen kann?  Ich fand das Buch bis fast zur letzten Seite spannend, auch wenn ich auf die Mystik am Schluss hätte verzichten können. Stört mich aber nicht weiter, dafür wurde ich mit einer Wendung überrascht, die mir sehr gut gefallen hat. Ich hab mit Ruth und Nao mitgefühlt, als ob auch ich Teil der Geschichte geworden wäre... Für wen sich das Buch wohl eignet? Für alle Menschen, die sich für Zen-Buddhismus interessieren, die einen Einblick in den japanischen Alltag der heutigen Zeit gewinnen wollen, die sich für entwurzelte Teenager, die in Amerika großwerden und dann nach Japan ziehen (müssen), interessieren. Vom erfolgreichen amerikanischen Traum zum armseligen japanischen Alptraum - eine traurige Geschichte voller Herz und Weisheit, die anders ausgehen als erwartet... (mehr verrate ich nicht!)

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  • Ein Buch, dass noch lange nachhallt, eine wahre Perle!

    Geschichte für einen Augenblick
    Alexandra_vom_Buecherkaffee

    Alexandra_vom_Buecherkaffee

    05. July 2014 um 18:22

    Meine Gedanken zu dem Buch: Ich muss gestehen, dass die Covergestaltung dieses Romans mich im ersten Moment nicht so recht angesprochen hat und ich dadurch dieses grandiose Werk beinahe "übersehen" hätte. Aber ich wurde von mehreren Buchliebhabern, deren Meinung mir sehr wichtig ist, darauf aufmerksam gemacht und so wurde ich richtig neugierig. Zum Glück, kann ich da nur sagen, denn jetzt weiß ich: ich hätte eine wahre Buchperle verpasst! Hieran sieht man wieder einmal, wie wichtig die Kommunikation von Buchmenschen untereinander ist. Und so habe ich das Lesen begonnen und war schon nach wenigen Seiten vollkommen überzeugt. Ich wollte mehr! Und ich habe mir für dieses 559 Seiten dicke Werk ausgiebig Zeit gelassen und jede Seite genossen. "Ich greife durch die Zeit und berühre dich ... Du greifst zurück und berührst mich." ~ Zitat Seite 54 Die Halbjapanerin Ruth Ozeki greift in ihrem Werk viele Themen auf und verarbeitet sie geschickt. Zen-Philosophie, japanische Kultur und Alltag, Mobbing, Arm-Reich-Konflikt, Zweiter Weltkrieg bis hin zu aktuellen brisanten Themen wie Klimawandel durch Umweltverschmutzung (Müllkrise im Pazifik) und Fukushima samt der verheerenden Tsunami-Katastrophe. "Ist die Halbwertszeit von Informationen mit dem Zerfall unserer Aufmerksamkeit verknüpft? Ist das Internet eine Art zeitlicher Wirbel, der Geschichten in seine Umlaufbahn zieht wie Trift? Was ist sein Wirbelgedächtnis? Wie misst man die Halbwertszeit seiner Trift?" ~ Seite 155 So breit gefächerte Themen - da denkt man erst einmal: wie kann das alles angemessen verarbeitet werden? Man kann! Besser gesagt: Frau Ozeki kann! Und dies ist ihr auf so eindringliche, intensive Weise gelungen, dass es mich fast sprachlos gemacht hat. In der Tat suche ich schon eine ganze Weile nach den richtigen Worten, um dieses Buch zu umschreiben / beschreiben und dabei dem Werk auch gerecht zu werden. Und so habe geschrieben - wieder gelöscht und das Ganze noch einmal von vorne begonnen. Nur um dann erneut zu löschen... Und zuletzt bin ich soweit, dass ich über den Inhalt gar nicht mehr sagen möchte, als tatsächlich in der Kurzbeschreibung steht. Denn einmal begonnen, kann man sich einfach schlichtweg nicht kurz fassen. Zu viel Gedanken, zu viele wirbelnde Emotionen, die ich so gerne  mitteilen möchte - und mit denen ich doch zuletzt so viel verraten würde, euch vielleicht sogar um diese wunderbare Magie berauben würde, die von mit Besitz ergriffen hat während des Lesens. Ozeki weiß ihre Leser definitiv in ihren Bann zu ziehen. Ihr Schreibstil ist so einvernehmend und fesselnd - und nach wenigen Seiten fühlt man sich selbst beinahe in diesem Strudel, dem Trift, den sie so ausführlich beschreibt. Ihre Charaktere sind stark und voller individueller Persönlichkeit und ich fühlte mich ihnen die ganze Zeit über sehr, sehr nah und ja, ich fühlte mich mittendrin - ich litt und kämpfte mit Naoko Yasutani, kurz Nao, dachte viel über sie nach und genoss besonders die Zeit, als sie ihre Sommerferien im Tempel ihrer Uroma Jiko in Miyagi verbringt. Diese Ruhe ging direkt auf mich über, so kam es mir vor.  Nao's Art zu erzählen - die zynisch-ernsthafte und doch unterhaltsame Art, wie sie ihr Tagebuch führt - faszinierte mich ungemein. Sie verwendet auch viele japanische Wörter, die in Fußnoten erklärt werden. Die ganze Zeit kam es mir so vor, als spricht sie mich direkt an, als sitzt sie mir gegenüber und erzählt mir ihre Geschichte persönlich.Ich kam mir fast vor, als hätte ich ihr Tagebuch selbst gefunden! Die gelungene Verknüpfung unterschiedlicher Erzählebenen, der ständige Wechsel zwischen Naos und Ruths Welt, fordert ganze Aufmerksamkeit und die Geschehnisse regen zum Nachdenken und Mitdenken an. Nach dem lesen dieses Werkes habe ich mich dann auch noch einmal eingehender mit der Cover-Gestaltung befasst - und kann nun mein eigenes anfängliches Zögern nicht mehr nachvollziehen. Wenn man die Geschichte kennt, dann ist es ... einfach völlig stimmig! "Also, was soll ich machen? Ich kann doch gegen Dads psychologische Probleme nichts tun oder gegen die Dot-Com-Blase oder die miese japanische Wirtschaft oder dass mich meine sogenannte beste Freundin in Amerika im Stich gelassen hat oder dass ich in der Schule gemobbt werde oder gegen Terrorismus oder Krieg oder die Erderwärmung oder das Artensterben, oder?" ~ Seite 229 Kurz & gut - mein persönliches Fazit Ozekis "Geschichte für einen Augenblick" inspirierte und berührte mich tief. Jede Seite wurde zu einem kostbaren Augenblick für mich. Ein Buch, dass noch lange nachhallt und definitiv noch ein weiteres Mal gelesen wird. Eine wahre Buchperle, die ich in meinem Regal nicht mehr Meine absolute und ganz klare Leseempfehlung! "Du musst ein bisschen verrückt sein. Verrückt sein ist der Preis, den du für deine Vorstellungsgabe bezahlst. " ~ Seite 423 © Rezension: 2014, Alexandra buecherkaffee.de

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  • Hätte gut sein können, war es aber nicht

    Geschichte für einen Augenblick
    LaLecture

    LaLecture

    05. May 2014 um 23:33

    Inhalt Die Schriftstellerin Ruth findet am Strand der kleinen Insel, auf der sie lebt, ein mysteriöses, in Plastikfolie eingewickeltes Päckchen. Darin befinden sich eine wasserdicht verpackte Frühstücksdose und darin ein paar alte Briefe, eine Armbanduhr, ein Aufsatzheft mit französischen Texten und ein Tagebuch. Neugierig fängt sie an zu lesen. Das Tagebuch gehört der 16-jährigen Nao, einem japanischen Mädchen, das mit ihren Eltern lange Zeit in den USA gelebt hat und sich daher nicht so wirklich wieder in Japan eingelebt hat. In der Schule wird sie gemobbt, ihr Vater ist selbstmordgefährdet und ihre Zeit verbringt sie in einem Dienstmädchencafé in Tokio. Schnell wird klar, das Nao vorhat sich umzubringen. Ruth verfolgt fasziniert Naos Aufzeichnungen und macht sich zur Aufgabe, die Familie des Mädchens zu finden, was jedoch nicht so leicht ist, denn selbst wenn Nao sich nicht umgebracht hat, ist unklar, ob sie den Tsunami 2011 überlebt hat. Auf seltsame Weise verbinden sich die Leben und die Geschichten der beiden... Meinung Ehrlich gesagt hatte ich absolut keine Erwartungen an dieses Buch. Ich fand, dass sich die beiden Perspektiven sowie der Teil über Japan interessant anhörten und nach dem Kommentar auf der Rückseite erwartete ich einen witzigen, philosophischen und berührenden Roman, nicht so eine... langarmige, unstrukturierte und leider kein bisschen mitreißende Qual. Fangen wir mit dem Positiven an: Man erfährt einige interessante Dinge über das Leben in Japan, über die Mentalität der Menschen, über den Buddhismus und Philosophie, wobei besonders letzteres oft interessant war und viel Stoff zum Nachdenken bot . Leider werden viele Dinge, beispielsweise die unglaublich brutalen Mobbingattacken von Naos Mitschülern und sogar ihrem Lehrer, nicht genauer erklärt, was mich mit Unverständnis zurückgelassen hat, weil ich mir nicht sicher war, ob diese Art von Mobbing da nun normal ist oder was die Gründe der Jugendlichen (und vor allem des Lehrers) sind, so etwa zu tun. Auch die philosophischen Aspekte waren leider nicht immer verständlich erklärt. Ich kann nicht genau sagen, ob das daran liegt, dass ich nicht mit fernöstlicher Philosophie aufgewachsen bin, mir kam das Buch aber an vielen Stellen sehr kryptisch, geschwollen und unverständlich vor, was dazu geführt hat, dass mir beim Lesen oft ziemlich langweilig war. Man sollte meinen, dass Naos Schicksal den Leser wenigstens berühren würde. Das Mädchen ist in ihrer Jugendzeit aus den USA, wo die Familie zeitweilig gewohnt hat, nach Japan gekommen und dort nie richtig angekommen. In der Schule wird sie gemobbt, ihre Mutter arbeitet für den Familienunterhalt und ihr arbeitsloser Vater hat schon einmal versucht sich umzubringen. Ihre einzigen Freundinnen sind ihre hundertvierjährige Urgroßmutter Jiko, eine buddhistische Nonne, und eine fragwürdige Hostess in einem Dienstmädchencafé. Man hat das Gefühl, sie sollte einem leidtun, und ich habe das auch wirklich versucht, aber Nao ist leider trotz allem kein bisschen sympathisch, sodass ich keine wirkliche Bindung zu ihr aufbauen konnte. Die Teile über Ruth waren leider auch nicht viel interessanter. Zwar waren die Beschreibungen des Insellebens und die dort ansässigen Personen eine angenehme Abwechslung, doch insgesamt geht es ziemlich viel um Ruth, ihr Verhältnis zum Schreiben und zu den anderen, insbesondere ihren Mann Oliver, der als einziger einen recht interessanten Charakter hat. Diese ganzen Themen stehen leider oft in keinerlei Verbindung zu Naos Teil der Geschichte, sodass man sich des Öfteren fragt, worum es in diesem Buch eigentlich geht, was das Grundthema ist. Zudem fällt es dadurch schwer zu bestimmen, für welche Leser, das Buch geeignet und gedacht ist: Erwachsene oder Jugendliche? Sehr interessant fand ich die Briefe und das Tagebuch von Naos Großonkel Haruki, der Kamikazepilot im zweiten Weltkrieg war, und einiges erschreckendes aber auch sehr interessantes über die rauen und furchtbaren Methoden beim Militär zu dieser Zeit berichtet. Das Ende war dann wirklich sehr, sehr seltsam und ohne zu viel zu verraten kann man sagen, dass das ganze plötzlich eine eher fantastische Wendung nimmt, die mich verwirrt hat, weil mir nicht klar war, ob das Buch jetzt ein realistischer Roman oder eher Fantasy ist. Zudem ist das Ende wirklich unnormal kitschig und eher unrealistisch. Fazit Obwohl "Geschichte für einen Augenblick" viel Potential für die berührende Geschichte eines Mädchens und einige interessante Lektionen über die Kultur, Geschichte und Philosophie Japans bietet, handelt es sich in meinen Augen leider eher um einen sehr langatmigen, völlig spannungsfreien Roman, dem ein roter Faden und Charaktere, zu denen man eine Bindung aufbauen kann, gutgetan hätten. 2 Sterne

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