Ruth Zimmermann-Heckmann Verlassenes Ostpreußen

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Inhaltsangabe zu „Verlassenes Ostpreußen“ von Ruth Zimmermann-Heckmann

Ostpreußen im 19. Jahrhundert. Politische Reformen lassen sich unter der preußischen Monarchie nur schlecht umsetzen, dennoch verändert sich mit der fortschreitenden Industrialisierung auch das gesellschaftliche Bild. Dem größten Teil der Bevölkerung geht es schlecht; besonders im ländlichen Raum leben die Menschen in Armut und leiden Not. Viele verlassen ihre Heimat und flüchten aus den ländlichen Regionen in die industriellen Zentren, in der Hoffnung dort auf ein besseres Leben und eine besser bezahlte Arbeit zu treffen. Die Landflucht erreicht in diesem Jahrhundert ihren Höhepunkt.
Die kleinbäuerliche Familie Habermann lebt im ostpreußischen Kreis Labiau im Regierungsbezirk Königsberg. Es sind einfache Leute, hart arbeitende Landarbeiter, die in armen und bescheidenen Verhältnissen ihr Dasein fristen. Der Verdienst ist schlecht und da eine Verbesserung der Missstände nicht in Sicht ist, entscheiden auch sie sich ihre Heimat zu verlassen. Anno 1898 machen sich die Habermanns auf den Weg vom Kurischen Haff ins Ruhrgebiet. Ihr Ziel ist Mülheim an der Ruhr und die Reise dorthin ist beschwerlich und voller Überraschungen…

Deutsche Geschichte - kurz und prägnant dargestellt in Form eines Romans.

— Eulenspiegelchen

Wirkte wie das Resultat eines Brainstormings: Schnell und hintereinander weg geschrieben, wie einem die Gedanken durch den Kopf flogen.

— Igelmanu66

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    Verlassenes Ostpreußen

    Eulenspiegelchen

    06. December 2017 um 13:20

    Die Autorin fast auf 230 Seiten die Erlebnisse eines ganzen Jahrhunderts zusammen. Ihr Augenmerk liegt dabei auf der Sozialgeschichte: Die Menschen werden in ihren Lebens-und Arbeitswelten des 19. Jhds.  beschrieben. Dabei verliert sie sich nicht in überflüssigen Details.

    Hier wird deutsche Geschichte vermittelt, kurz und prägnant.

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    Verlassenes Ostpreußen

    Igelmanu66

    Ostpreußen im Jahr 1856. Die junge Jette hat ein Problem. Arm, unverheiratet und schwanger von einem Mann, der nicht vorhat, sich zu ihr zu bekennen, sieht sie keine Hoffnung mehr für sich. Ihr verzweifelter Selbstmordversuch wird vereitelt und in der kommenden schlaflosen Nacht denkt sie über ihr Leben nach. In vielen Rückblenden verfolgen wir ihre Kindheit und frühe Jugend und erfahren, wie sie in die Situation gekommen ist, in der sie nun steckt. Wie soll es jetzt mit ihr weitergehen? Kürzlich las ich in einer anderen Rezi den Satz „Ich wollte dieses Buch mögen“. Genau mit dieser Einstellung ging ich auch an dieses Buch heran, war aber leider nicht erfolgreich. Zwei grundlegende Dinge hätte dieses Buch gebraucht. Erstens: Jemanden, der es gründlich Korrektur gelesen hätte. Und zweitens lockere 600 Seiten mehr. Ich glaube, die Autorin wollte zu viel in dieses Werk stecken. Neben der Geschichte von Jette sollte ganz viel geschichtliches Wissen rein, sie wollte viele interessante Fakten erzählen und hat damit das kleine Buch völlig überladen. Ein Thema jagte das nächste, wodurch es mir wirklich nicht möglich war, eine Nähe zu der Protagonistin aufzubauen. Ich fand das sehr schade, denn mit ihrem Schicksal – das ja nun wirklich nicht außergewöhnlich war – stand sie für viele junge Frauen ihrer Zeit. Aber wenn sie beispielsweise ihre Schwester in Königsberg besuchte, wurden die Empfindungen des Mädchens vom Lande, das erstmals eine richtige Stadt betritt, nur gestreift. Schließlich musste noch eine komplette Stadtführung durch Königsberg in das Kapitel passen, die so umfangreich war, dass sie einem Reiseführer der damaligen Zeit entsprungen sein könnte. Diese Art der Erzählung zieht sich durch die gesamte Handlung. Detailverliebt berichtet die Autorin über einen Pferdemarkttag (Ostpreußisches Warmblut mit Trakehner Abstammung), die Bernsteinnutzung auf der Nehrung und über die Verordnung, welche Größe und Farbe der Flagge regelte, die in den fischereiberechtigten Ortschaften der preußischen Haffe bei allen Fischerkähnen bindend war. Das sind nur Beispiele. Der geschichtliche Exkurs fehlt natürlich auch nicht (Wer war Bismarck, was hat er wann gemacht und wie war das noch mit der Industrialisierung?) An sich mag ich solche Infos, aber leider galt auch hier: Es werden auf wenig Platz möglichst viele Fakten aufgezählt, ohne richtig in die Tiefe gehen zu können. Und was das Korrekturlesen angeht – es kommt mir so vor, als wäre es überhaupt nicht erfolgt. Es gab eine ganze Reihe Logikfehler und Widersprüche im Text und dazu wirklich viele Fehler in Sachen Rechtschreibung, Satzbau und Interpunktion. Ich bin da ganz bestimmt nicht perfekt und setze so manches Komma „nach Gefühl“, aber Dinge wie „Jette stutze für einen Moment und ihre Schwester fragend an“ oder „…deshalb übertrug er diese grausame Aufgabe übertrug er dem Stallmeister, Der gnädige Herr durfte so handeln…“ sollten wirklich auffallen, wenn man das Geschriebene noch mal liest. Im Fazit wirkte das ganze Buch wie das Resultat eines Brainstormings: Schnell und hintereinander weg geschrieben, wie einem die Gedanken durch den Kopf flogen. Wirklich schade. Ach ja: Ich muss noch ein Stück aus dem Klappentext zitieren. Da heißt es: „Die kleinbäuerliche Familie Habermann lebt im ostpreußischen Kreis Labiau im Regierungsbezirk Königsberg. Es sind hart arbeitende Landarbeiter, die in bescheidenen Verhältnissen ihr Dasein fristen. Da eine Verbesserung der Missstände nicht in Sicht ist, entscheiden auch sie sich ihre Heimat zu verlassen. Anno 1898 machen sich die Habermanns auf den Weg vom Kurischen Haff ins Ruhrgebiet. Die Reise dorthin ist beschwerlich und voller Überraschungen…“ Ich möchte mich nicht noch länger mit dieser Rezi aufhalten. Nur so viel noch dazu: Diese Geschichte um die Familie Habermann und ihre Reise ins Ruhrgebiet bis in die Zeit des 2. Weltkriegs hinein findet auf den letzten 20 Seiten statt.

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