Ruthild Kropp

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Unbekannte Mitbewohner

Unbekannte Mitbewohner

 (2)
Erschienen am 01.03.2018

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Rezension zu "Unbekannte Mitbewohner" von Ruthild Kropp

Ein wundervoll gestaltetes Sachbuch rund um die Tiere in und ums Haus
Buchraettinvor 7 Monaten

Es ist ein faszinierendes und informativ- unterhaltsam geschriebenes Sachbuch rund um Tiere mit 2 und mehr Beinen, die uns Menschen in und ums Haus begleiten.
Tiere, vor allem die mit mehr als 4 Beinen, die finden einige Menschen nicht so ansprechend. Aber wenn man sich mal genauer mit genau diesen Tieren beschäftigt, bekommt man ganz neue Eindrücke in die Vielfalt, die unsere Natur hervorgebracht hat.
Es gibt Kreaturen, die scheinen mit ihrem Verhalten wirklich einer Art Horrorfilm entsprungen zu sein.  Aber auch Tiere, die faszinieren mit ihrer Art zu überleben.
Insekten, die ihren Nachwuchs bemuttern, regelrechte Brutpflege betreiben. Insekten, die eine Art architektonische Niedrigenergiebauweise entwickelt haben für ihre Häuser.
Das ist schon sehr spannend zu lesen wie gerade die Insektenwelt eine unheimliche Vielfalt entwickelt.
Dass Milben Bienen befallen, das war mir schon bekannt, aber hier kann der interessierte Leser noch mehr Hintergrundwissen erlangen. Ich fand diesen „Dominoeffekt“, der durch invasive Arten entsteht, sehr gut erklärt und deutlich gemacht. Insofern regt das Buch auch zum Nachdenken an.
Aber eine kleine Warnung. Es kann manchmal schon sein, dass man beim Lesen ein gewisses Unwohlsein und eine Art Juckreiz empfindet, denn es gibt auch Tierchen aus dem Reich der Insekten, die erzeugen doch ein wenig Unwohlsein beim Leser und da möchte wohl niemand mit in Kontakt kommen (z.B. Läuse).
Die Einleitung der Autorinnen (beide sind Biologinnen) zeigt dem Leser schon ein wenig einen Ausblick auf dieses Buch und auch auf spannende Welt, die sich manchmal so heimlich und versteckt mitten in unserem Leben abspielt.
Zu Beginn des Buches bietet das Inhaltsverzeichnis dem Leser eine gute Übersicht über die Themen im Buch. Aufgeteilt in verschiedenen Gebieten unterteilt es sich in „Zimmergenossen“. Hier werden Tiere wie Fliege, Mücke, Laus usw. vorgestellt. Nun folgen „Untermieter“. Dazu zählen Tiere wie Spinnen, Mäuse und auch Motte. Im letzten Abschnitt werden die Nachbarn behandelt. Tiere wie Schnecken, Regenwurm, Ameise, Meise. Insgesamt sind es 28 Porträts.
Im Anhang findet der Leser noch eine Übersicht über Zitatnachweise, Bildnachweis und auch ein Register.
Je ein Tier wird nun auf einigen Seiten vorgestellt. Hier gefiel mir sehr, dass diese Abschnitte immer sehr gut unterteilt sind. Eine Art Lebenslauf des Tieres. Lebensweise, Fortpflanzung, Besonderheiten. Das Ganze wird zu dem wunderbar mit Zeichnungen und Fotos in Schwarz- Weiß unterlegt und für mich als Leser wird das Ganze so sehr plastisch dargestellt.
Im Text tauchen auch immer mal Anekdoten auf, Sprichwörter, in denen das vorgestellte Tier vorkommt.
Das ist kein Text, der den Leser mit Fachbegriffen und einer langweiligen Berichterstattung erschlägt, sondern es ist ein geniales Sachbuch.
Es informiert, es unterhält, es weckt die Neugier auch bei Kindern an dieser Welt, die manchmal so unsichtbar neben uns existiert. Es öffnet seinem Leser die Augen und lässt einen neugierig und offen die Natur entdecken. Und es macht total Spaß das Buch zu lesen.
Manchmal liest es sich wie eine Art Krimi, spannend.
 Manchmal gruselig wie eine Art Horrorfilm, wenn es um einige Wespenarten und ihre Art der Fortpflanzung geht.
Manchmal liest es sich auch ein wenig mit einem gewissen Unwohlsein, wenn es um Läuse geht.
Manchmal auch faszinierend, wenn man die Fähigkeiten einiger Tiere erliest.
Ein wundervoll gestaltetes Sachbuch rund um die Tiere in und ums Haus und ihre spannenden fasziniernden Fähigkeiten.

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Igelmanu66s avatar

Rezension zu "Unbekannte Mitbewohner" von Ruthild Kropp

Tiere, die im Schatten stehen
Igelmanu66vor 8 Monaten

»Man muss keine großen Reisen unternehmen, um spektakulären Tierarten zu begegnen, denn sie sind mitten unter uns: Jeden Tag begegnen wir in unseren Wohnungen, auf Balkonen, in Gärten und Parks einer Vielzahl von höchst unterschiedlichen tierischen Zimmergenossen, Untermietern und Nachbarn.«

 

Die Tiere, um die es in diesem Buch geht, gehören – ob wir wollen oder nicht – zu unserem Leben dazu. Trotzdem wissen wir erstaunlich wenig über sie, wollen das oft auch gar nicht. Denn obwohl manche von ihnen faszinieren, stoßen andere ab, ekeln und stören uns. Es geht um fliegende, krabbelnde und kriechende Mitbewohner in Wohnung, Haus und Garten, um Stechmücken und Blattläuse, um Silberfischchen, Marienkäfer und Nacktschnecken.

Nicht wenige Leser werden jetzt sagen, dass Marienkäfer ja ok und nett sind. Aber der Rest? Wer will sich damit beschäftigen? Ich durfte mich zusammen mit diesem Buch mit 28 Porträts von Tieren dieser Art auseinandersetzen und habe dabei festgestellt, dass zum einen die netten Marienkäfer auch eine dunkle Seite haben (Kannibalismus) und dass die anderen es wirklich verdient haben, mehr über sie zu erfahren.

 

Jedes Porträt ist recht ausführlich gehalten, umfasst Abbildungen und Beschreibungen der Tiere, ihre Besonderheiten, ihre Entwicklung, Lebensweise, Ernährung und Fortpflanzung. Es wird darauf eingegangen, wie sie gewöhnlich angesehen werden und es wird beleuchtet, inwiefern dies der Wahrheit entspricht. Da zeigt so mancher vermutete Schädling plötzlich auch nützliche Seiten oder stellt sich statt gefährlich als vollkommen harmlos heraus.

Die Autorinnen sind Biologinnen und werben mit Recht um etwas mehr Verständnis und Rücksichtnahme. Niemand muss aber befürchten, dass hier jedes Tier als schutzbedürftig dargestellt wird. Kopfläuse dürfen natürlich vernichtet werden, die Gefährlichkeit der Zecke wird nicht verharmlost und es werden in solchen Fällen auch Tipps zur Bekämpfung gegeben. Ein Gärtner muss auch nicht die Blattläuse dulden, die seine Pflanzen bedrohen, aber er bekommt Ratschläge, wie er ihnen ökologisch stimmig beikommen kann.

 

Tatsächlich haben mich manche Porträts wirklich fasziniert und überrascht. Sicher geht es mir nicht allein so, dass ich viele Tierarten völlig unterschätzt habe. Wir haben es hier in einigen Fällen mit regelrechten Überlebenskünstlern zu tun, mit Tieren, die planvoll arbeiten, sozial sind und überhaupt erstaunliche Fähigkeiten aufweisen.

Wenn ich ehrlich bin, werde ich mich vermutlich auch weiter vor Kakerlaken ekeln. Aber wenn ich künftig einzelne Silberfischchen in meinem Bad entdecke, werde ich sie in Frieden lassen. Denn sie fressen unter anderem Schimmelpilze und Hausstaubmilben, und das ist doch ziemlich nett von ihnen, nicht wahr?

 

Fazit: Unsere unbekannten Mitbewohner faszinieren und überraschen – sie haben einen genaueren Blick wirklich verdient!

 

»Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht.« (Christian Morgenstern)

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