Ryan Bartelmay

 3.4 Sterne bei 53 Bewertungen

Alle Bücher von Ryan Bartelmay

Voran, voran, immer weiter voran

Voran, voran, immer weiter voran

 (53)
Erschienen am 13.06.2016
Onward Toward What We're Going Toward

Onward Toward What We're Going Toward

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Erschienen am 02.10.2014

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Rezension zu "Voran, voran, immer weiter voran" von Ryan Bartelmay

Das Leben fragt nicht nach deinen Plänen
Buchstabenliebhaberinvor 3 Monaten

"Er sah seine frisch angetraute Ehefrau an. Der Zorn in ihr arbeitete sichtbar wie ein rotierender Bohrer."(S.11)

Das Buch beginnt grandios mit der Hochzeitsnacht von Chic und Diane. Beide haben hohe Erwartungen und werden bitter enttäuscht. Eine Nackenmassage der neuen exotischen Frau des Bruders während der Hochzeitsfeier verdirbt der Braut die Laune, sie rächt sich dafür mit lieblosem, unromantischem ersten Sex.

Die Brüder Chic und Buddy haben es nicht leicht. Stigmatisiert durch den Selbstmord des Vaters werden sie zu Außenseitern. Buddy sucht so schnell wie möglich das Weite, kehrt aber zurück nach Middleville, als Chic den Highschool-Schwarm Diane heiratet. Alle Zeichen deuten darauf hin: Chic und Diane bekommen die Kurve, sie sind bodenständig, sie träumen von einem bescheidenen Leben mit Haus, Hund und Kindern.
Im Gegensatz zum unsteten Buddy, der nervlich ein Wrack merkwürdige  Selbstgespräche führt und für seine indische Ehefrau nicht wirklich ansprechbar ist.

Allerdings, Chic begehrt Lijy, die Frau seines Bruders. Diese nutzt die Situation für ihre Zwecke aus und verwickelt ihn in einen fiesem Komplott.

In einem Nebenstrang erzählt Ryan Bartelmay die Lebensgeschichte von Mary, Bardame und talentierte Billardspielerin. Ihre erste große Liebe Lyle erwischt sie in flagranti, eine Enttäuschung, die sie nicht überwindet. Die große Karriere als Poolspielerin bleibt aus, die Männer kommen und gehen, es geht abwärts mit Mary.

Bis Mary Chic trifft und eine letzte Chance auf ein bisschen Glück wittert.

Ryan Bartelmay hat ein Händchen für skurrile Situationen, unerwartete Wendungen und die Unberechenbarkeiten des Lebens. Langsam, Schritt für Schritt, passieren die Dinge, die das weitere Leben der Figuren unauslöschlich prägen und verändern. Und die Menschen werden dabei älter, manche weiser, erfolgreicher, andere kränker und hoffnungsloser.  Es geht voran, voran, immer weiter voran. Im Leben. Und manche schaffen es, andere nicht. Hat man es in der Hand? Diese Frage bleibt für mich nach diesem Buch offen. Bei manchen Entscheidungen sind die Folgen erst Jahre später ersichtlich. Und dann muss man damit leben. Oder das Beste daraus machen. Oder auch nicht.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es trotz seiner Schwere sehr unterhaltsam ist.

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S

Rezension zu "Voran, voran, immer weiter voran" von Ryan Bartelmay

...und irgendetwas lässt dich die Hoffnung nicht aufgeben!
Simoneeinfachichvor 2 Jahren

Was für ein Buch!
Es wird die tragische, teils lustige und groteske Geschichte von Chic,  Diane, Buddy, Lijy und all den anderen erzählt. Mal sind die Situationen zum Lachen komisch, und mal tief traurig. Und durch alles zieht sich die Frage, wohin man eigentlich will im Leben, und auch was ein Leben überhaupt wert ist. 
Das Buch hat mich sehr nachdenklich gestimmt, man fängt an sich über Dinge Gedanken zu machen, die man bisher für selbstverständlich gehalten hat. Es lässt einen so schnell nicht mehr los!
Und trotz aller Tragik behalten die Figuren immer auch noch eine große Portion Hoffnung.
Alles in allem ist es ein wirklich gelungener Roman, den man gelesen haben sollte!

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Rezension zu "Voran, voran, immer weiter voran" von Ryan Bartelmay

Perspektivlosigkeit
AenHenvor 2 Jahren

Voran, voran immer weiter voran erzählt die Lebensgeschichte in erster Linie von Chic Waldbeeser und Mary Geneseo. In einem – oder eigentlich zwei – Handlungsstrang /-strängen wird voranschreitend berichtet, wie deren Erwachsenenleben verlief: Hochzeit, Ehe, Schicksalsschläge, Enttäuschungen. Ein wichtiger Part ist dabei die Beziehung Chics zu seinem Bruder Buddy und dessen Frau Lijy, sowie die von Beginn an zerrüttete Ehe mit Diane. Chic ist ein sehr einfacher Charakter, der in einem einfachen, problemlosen, glatten Leben ein sehr glücklicher Mensch hätte werden können. Aber so ist es in der Realität eben selten. Er findet seine persönlichen Fluchten, doch im Großen und Ganzen scheint für ihn nicht wirklich die Sonne. Mary hingegen ist ständig auf der Flucht, unstet, häufig verheiratet, sie führt ein Leben als billardspielende Nomadin. Zwischen diesen Rückblenden erfährt der Leser, wie sich im Frühjahr 1998 die Lebenswege der beiden kreuzen und es stellt sich die Frage, ob daraus ein gemeinsamer wird, wobei ich finde, dem Leser ist von Beginn an relativ klar, dass daraus nichts Gutes werden kann. Und so findet diese Episode ihr Ende, einfach so, irgendwie genauso unverbindlich wie sie begann. Und dann endet das Buch.

Tja. Irgendwie nicht einfach. Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich den Roman schlecht fand, ganz sicher nicht. Aber ein fesselnder Brüller ist es auch nicht wirklich. Gut erzählt, gut geschrieben ist er in jedem Falle. Was ich gut fand waren die recht übersichtlichen Kapitel, auch die beiden Erzählstränge – einmal fortschreitend von 1953 an und einmal die Geschehnisse im Frühjahr 1998 – fand ich nicht verwirrend oder unübersichtlich, dafür sorgen schon die speziellen Überschriften (handelnde Personen + Datum). Es gibt kein Happy-End, brauche ich auch nicht zwingend. Aber ich denke, es könnte vor allem die Perspektivlosigkeit sein, die mich am Ende irgendwie so „zurückgelassen“ hat. Wie schon ihr ganzes Leben lang, wird es für Mary oder Chic nicht plötzlich anders laufen. Ihr Leben war unspektakulär, verkorkst, nicht ideal und so bleibt’s auch. Das besondere muss aus dir selbst kommen, das Leben bringt es dir nicht….

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