Ryan Bartelmay Voran, voran, immer weiter voran

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Inhaltsangabe zu „Voran, voran, immer weiter voran“ von Ryan Bartelmay

Amerikanischer Mittelwesten, Anfang der Fünfzigerjahre: Chic Waldbeeser hat gerade seine Highschool-Liebe Diane geheiratet und sieht hoffnungsfroh in eine Zukunft als Familienvater und Eigenheimbesitzer. Sein Bruder Buddy ist ein ruheloser Geist, dem es schwerfällt, seinen Platz im Leben zu finden, und der nicht weiß, dass seine Frau Lijy ihr eigenes Geheimnis hütet. Über fünfzig Jahre hinweg werden die beiden Brüder versuchen, trotz aller Schicksalsschläge und Niederlagen immer weiterzumachen. Und Chic wird im Alter noch eine letzte Chance bekommen, sein Glück zu finden.

Das besondere muss aus dir selbst kommen, das Leben bringt es dir nicht….

— AenHen

Ein sehr bedrückendes Buch

— Jonas1704

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Fazit: 5***** von mir für diese gut erfundenen und sehr realistischen Biographien der Protagonistinnen, die mich in den Bann gezogen haben.

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  • ...und irgendetwas lässt dich die Hoffnung nicht aufgeben!

    Voran, voran, immer weiter voran

    Simoneeinfachich

    15. January 2017 um 13:19

    Was für ein Buch!Es wird die tragische, teils lustige und groteske Geschichte von Chic,  Diane, Buddy, Lijy und all den anderen erzählt. Mal sind die Situationen zum Lachen komisch, und mal tief traurig. Und durch alles zieht sich die Frage, wohin man eigentlich will im Leben, und auch was ein Leben überhaupt wert ist. Das Buch hat mich sehr nachdenklich gestimmt, man fängt an sich über Dinge Gedanken zu machen, die man bisher für selbstverständlich gehalten hat. Es lässt einen so schnell nicht mehr los!Und trotz aller Tragik behalten die Figuren immer auch noch eine große Portion Hoffnung.Alles in allem ist es ein wirklich gelungener Roman, den man gelesen haben sollte!

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  • Perspektivlosigkeit

    Voran, voran, immer weiter voran

    AenHen

    02. August 2016 um 13:57

    Voran, voran immer weiter voran erzählt die Lebensgeschichte in erster Linie von Chic Waldbeeser und Mary Geneseo. In einem – oder eigentlich zwei – Handlungsstrang /-strängen wird voranschreitend berichtet, wie deren Erwachsenenleben verlief: Hochzeit, Ehe, Schicksalsschläge, Enttäuschungen. Ein wichtiger Part ist dabei die Beziehung Chics zu seinem Bruder Buddy und dessen Frau Lijy, sowie die von Beginn an zerrüttete Ehe mit Diane. Chic ist ein sehr einfacher Charakter, der in einem einfachen, problemlosen, glatten Leben ein sehr glücklicher Mensch hätte werden können. Aber so ist es in der Realität eben selten. Er findet seine persönlichen Fluchten, doch im Großen und Ganzen scheint für ihn nicht wirklich die Sonne. Mary hingegen ist ständig auf der Flucht, unstet, häufig verheiratet, sie führt ein Leben als billardspielende Nomadin. Zwischen diesen Rückblenden erfährt der Leser, wie sich im Frühjahr 1998 die Lebenswege der beiden kreuzen und es stellt sich die Frage, ob daraus ein gemeinsamer wird, wobei ich finde, dem Leser ist von Beginn an relativ klar, dass daraus nichts Gutes werden kann. Und so findet diese Episode ihr Ende, einfach so, irgendwie genauso unverbindlich wie sie begann. Und dann endet das Buch.Tja. Irgendwie nicht einfach. Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich den Roman schlecht fand, ganz sicher nicht. Aber ein fesselnder Brüller ist es auch nicht wirklich. Gut erzählt, gut geschrieben ist er in jedem Falle. Was ich gut fand waren die recht übersichtlichen Kapitel, auch die beiden Erzählstränge – einmal fortschreitend von 1953 an und einmal die Geschehnisse im Frühjahr 1998 – fand ich nicht verwirrend oder unübersichtlich, dafür sorgen schon die speziellen Überschriften (handelnde Personen + Datum). Es gibt kein Happy-End, brauche ich auch nicht zwingend. Aber ich denke, es könnte vor allem die Perspektivlosigkeit sein, die mich am Ende irgendwie so „zurückgelassen“ hat. Wie schon ihr ganzes Leben lang, wird es für Mary oder Chic nicht plötzlich anders laufen. Ihr Leben war unspektakulär, verkorkst, nicht ideal und so bleibt’s auch. Das besondere muss aus dir selbst kommen, das Leben bringt es dir nicht….

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  • Zwei Brüder

    Voran, voran, immer weiter voran

    hundertwasser

    13. July 2016 um 17:01

    Voran, voran, immer weiter voran“ ist der Titel eines Gedichtbandes und das Debüt von Ryan Bartelmay, der Kreatives Schreiben unterrichtet und nun seinen ersten „großen“ Roman vorlegt. Den Gedichtband hat Chick Waldbeeser verfasst, einer der beiden Hauptprotagonisten des Buches. Er und sein Bruder Buddy sind die Charaktere, um die das Buch beständig kreist. Ein Bilderbogen zweier Leben Immer wieder wild durch die Chronologie und sein Personenverzeichnis springend schlägt Bartelmay einen großen Bogen von der Jugend der Brüder bis hin zum hohen Alter und bringt die verschiedenen Facetten ihres Lebens zum Vorschein. Das Cover stimmt schon auf die Ödnis ein, in der sich die Brüder des Öfteren wiederfinden sollen – von einer Hochzeit, die unter keinem guten Stern stehen sollte bis hin zu den letzten Tagen Tagen Chicks im Altenheim erzählt der amerikanische Autor. Während er sich mit Buddy nicht besonders gut versteht, könnte Chicks Glück seine Familie sein, die jedoch auch schon bald durch ein schweres Schicksal zerrissen wird. In der Folge beobachtet der Leser Chick bei seinem Taumel durchs Leben. Während die Beziehung seines Bruders zu seiner indischen Gattin Lijy auch von Schwierigkeiten und Missverständnissen durchzogen ist, gelingt diesem ein kleiner wirtschaftlicher Erfolg. Chick sucht hingegen sein Glück in der Poesie – „Voran, voran, immer weiter voran“ – ist das Resultat. Ein Bilderbogen zweier Leben entfaltet sich vor dem Leser. Kein neuer Stoner – aber gute Literatur Die hohen Lobpreisungen, die dieser Roman auf dem Klappentext versammelt, kann ich zwar grundsätzlich teilen, die Qualität des „Stoner“ von John Williams, den der Text auflistet, erreicht dieser Debütroman allerdings nicht. Dennoch ein Buch, das gerade durch seine Montagetechnik gut unterhält und zwei gegensätzliche Leben nebeneinanderstellt. Ein amerikanischer Familienroman frei von Glamour und Überzeichnung – aber ein tolles Stück Literatur!Voran, voran, immer weiter voran“ ist der Titel eines Gedichtbandes und das Debüt von Ryan Bartelmay, der Kreatives Schreiben unterrichtet und nun seinen ersten „großen“ Roman vorlegt. Den Gedichtband hat Chick Waldbeeser verfasst, einer der beiden Hauptprotagonisten des Buches. Er und sein Bruder Buddy sind die Charaktere, um die das Buch beständig kreist.Ein Bilderbogen zweier LebenImmer wieder wild durch die Chronologie und sein Personenverzeichnis springend schlägt Bartelmay einen großen Bogen von der Jugend der Brüder bis hin zum hohen Alter und bringt die verschiedenen Facetten ihres Lebens zum Vorschein.Das Cover stimmt schon auf die Ödnis ein, in der sich die Brüder des Öfteren wiederfinden sollen – von einer Hochzeit, die unter keinem guten Stern stehen sollte bis hin zu den letzten Tagen Tagen Chicks im Altenheim erzählt der amerikanische Autor.Während er sich mit Buddy nicht besonders gut versteht, könnte Chicks Glück seine Familie sein, die jedoch auch schon bald durch ein schweres Schicksal zerrissen wird. In der Folge beobachtet der Leser Chick bei seinem Taumel durchs Leben. Während die Beziehung seines Bruders zu seiner indischen Gattin Lijy auch von Schwierigkeiten und Missverständnissen durchzogen ist, gelingt diesem ein kleiner wirtschaftlicher Erfolg. Chick sucht hingegen sein Glück in der Poesie – „Voran, voran, immer weiter voran“ – ist das Resultat. Ein Bilderbogen zweier Leben entfaltet sich vor dem Leser.Kein neuer Stoner – aber gute LiteraturDie hohen Lobpreisungen, die dieser Roman auf dem Klappentext versammelt, kann ich zwar grundsätzlich teilen, die Qualität des „Stoner“ von John Williams, den der Text auflistet, erreicht dieser Debütroman allerdings nicht. Dennoch ein Buch, das gerade durch seine Montagetechnik gut unterhält und zwei gegensätzliche Leben nebeneinanderstellt. Ein amerikanischer Familienroman frei von Glamour und Überzeichnung – aber ein tolles Stück Literatur!

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  • Voran, voran, immer weiter voran

    Voran, voran, immer weiter voran

    Jonas1704

    04. July 2016 um 22:21

    Ein sehr bedrückendes Buch, daß mich leider nicht unterhalten hat wie ich es anfangs dachte. Die Erzählungen waren ziemlich langatmig, die Charaktere langweilig und ich haben mich eher schlecht als recht durch das Buch gequält. Er geht um das Leben zweier Brüder, Chic und Buddy Waldbeeser. Die Ehefrau des Letzteren wird Chic zum Verhängnis als er sich schon seit seiner Ehe mit der für ihn unscheinbaren Diana heimlich in sie verliebt. Ein Zusammenkommen findet nicht statt aber sein Leben kreist um diese Frau, die letztenendes seinen Wunsch nach einem friedlichen Familienleben indirekt zerstört. Im Zeitraum von etwa fünfzig Jahren erfahren wir von den Schwierigkeiten des Lebens der Familien und die glücklichen Moment wollen nicht ans Licht. Dies war mir dann auch ein Touch zu negativ, ich merkte daß ich lustlos nach dem Lesen wurde. Natürlich sollte es nicht immer Bücher mit Happy End geben aber ein ganzen Buch nur mit Schicksalsschlägen und ohne Hoffungnsschimmer ist auch schwer zu lesen und vor allem zu vermarkten. Leider nicht meins und kann es auch daher nicht weiterempfehlen. Zwei Sterne für das schöne Cover und die hochwertige Aufmachung.

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  • Warmherzig und verzweifelnd - der Roman des Jahres!!

    Voran, voran, immer weiter voran

    Callso

    27. February 2016 um 10:51

    Ich lege mich schon Ende Februar fest: Für mich das Buch des Jahres! Ein Roman wie ein Orkan, heftig, intensiv und mit zahlreichen Spuren, die er hinterlässt. Ein beachtliches Werk, dessen Kauf mir mehr durch Zufall geglückt ist. Manchmal muss man nur in die richtige Buchhandlung gehen. "Ein literarisches Meisterwerk über das Scheitern und Weitermachen, die Liebe und den Schmerz", heißt es gant treffend auf dem Buchhrücken. "Was für ein wunderschöner, warmherziger und großzügiger Roman", lautet eine andere Kritik, der ich mich sehr gerne anschließe. Ein Roman voller Schlichtheit, ein Werk aus der Mittelschicht, über normale Menschen, die mit ihren alltäglichen Katastrophen - mal kleiner, mal deutlich größer - klarkommen müssen. Chic Waldbeeser heißt der ungewohnliche Protagonist, den wir fast 50 Jahre in seinem Leben begleiten. Es wird ein Ritt durch den US-Alltag, durch bittere Schicksalsschläge und immer auf der Suche nach Liebe und Zuneigung. So ungewöhnlich der Name, umso gewöhnlicher seine Herausforderungen und seine Herangehensweise, Ryan Bartelmay hat einen vorzüglichen Debütroman abgeliefert, der mir beim Lesen sehr, sehr viele Freude bereitet hat. Keine Effekthascherei, keine aufgeblasenen Dialoge, stattdessen immer wieder Jahressprünge die das Buch noch lebendiger werden lassen. Von möglichen 10 Punkte vergebe ich 10 Punkt, weil das Buch es wert ist...

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  • Familiengeschichte rund um zwei Brüder im amerikanischen Mittleren Westen

    Voran, voran, immer weiter voran

    Arizona

    25. August 2015 um 07:46

    Eine Familiengeschichte, die sich über 50 Jahre erstreckt. Es geht um die zwei Brüder Chic und Buddy Waldbeeser aus dem Mittleren Westen. Das Buch startet 1950 in Middleville/ Illinois, Chic heiratet seine Jugendliebe Diane. Die beiden bekommen einen Sohn, Lomax. Chics Bruder Buddy ist mit Lijy, einer exotischen Inderin verheiratet. Glücklich sind beide Brüder jedoch nicht, zunächst überschattet der Selbstmord ihres Vaters die Familiengeschichte. Dann gibt es auch sonst noch einige Probleme: Chic ist heimlich in Lijy verliebt, Buddy hat ein Alkoholproblem etc. Chic und Buddy streiten sich mit ihren Frauen, und auch die Brüder zerstreiten sich - aber alle versöhnen sich auch wieder. Eigentlich wünscht sich Chic nur eins: "Eine normale Familie. Ein ganz normales Leben" (S. 13) - das hört sich so einfach an, ist aber doch gar nicht so einfach zu erreichen! Also man merkt schon, alles geht recht turbulent zu in dieser Familie, und es gibt auch noch einige Schicksalsschläge. Dadurch wurde es beim Lesen nicht so schnell langweilig. Besonders schön fand ich die Vermischung der Zeitebenen, so gibt es immer mal zwischendrin Kapitel aus dem Jahre 1998, wo man dann eben sehen kann wie es mit Chic weitergegangen ist. Hier tauchen dann auch noch viele andere Personen auf, da sich Chics Lebensgeschichte hier nun mit Mary kreuzt, die wiederum viele Ex-Männer aufzuweisen hat, von denen auch zum Teil berichtet wird. Besonders gefallen haben mir die Personen, alle etwas verschroben, alle mit ihren Macken und Eigenarten, aber trotzdem auf ihre Art liebenswert. Der Titel gibt übrigens Chics Lebensmotto wieder, dass das Leben einfach immer weiter geht, egal was für schlimme Dinge auch geschehen. Es geht hier um Menschen, die auf der Suche sind, die an ihrem Leben verzweifeln, und irgendwie versuchen trotzdem damit klarzukommen oder auch etwas daran zu ändern. Nur leider oft nicht mit so viel Erfolg... Mir hat das Buch gut gefallen, nur einen Abzug für die doch etwas zu pessimistische Einstellung dem Leben gegenüber.

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  • Nun ja...

    Voran, voran, immer weiter voran

    Luc

    15. August 2015 um 16:44

    Ryan Bartelmay beamt uns zurück in die fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, mitten ins aufblühende Amerika, der Nachkriegsjahre. Man kann nicht sagen, dass die Heirat mit seiner High-School-Liebe Diane das Landei Chic Waldbeeser besonders glücklich macht. Schon die Hochzeitsreise gerät zu einer veritablen Pleite. Immerhin wird der junge Konservenprüfer dank der Ehe zu einem passionierten Onanierer. Sein Bruder Buddy glaubt gar Chic hätte seine indische Frau bestiegen, was eine Kettenreaktion aus misslichen Ereignissen auslöst, derer Chic nie mehr so richtig Herr wird. Seine letzte Chance seinem Rentnerleben noch einmal eine Wendung zum Guten zu geben scheint ihm eng mit Mary verbunden, einer nicht mehr ganz taufrischen ehemaligen Billardspielerin, die das Leben von allen Seiten kennengelernt hat. Außer den richtigen Mann zu treffen. Das Buch ist wahrlich unkonventionell, mit skurril anmutenden Menschen, richtig schräg, was die Handlung angeht. Genau wonach ich suche. Zu Chic Waldbeeser, dessen Vorfahren aus Deutschland ausgewandert sind, fallen mir Eigenschaften, wie Sturheit, ein gerüttelt Maß an Dummheit, Durchhaltevermögen und Naivität ein, vielleicht hat der Kerl auch eine autistische Ade, keine Ahnung welche Persönlichkeitsstruktur sich da bei ihm eingenistet hat. Chic ist auf jeden Fall ziemlich abgedreht. Das Handlungsgerüst für den Roman wurde locker zusammengezimmert, munter springt der Autor durch die Jahrzehnte, am Ende klappt diese krude Geschichte leider restlos zusammen. Bis dahin haben sich durchaus komische Passagen mit Sinnbefreiten abgewechselt. Es passiert tragisches, die Lebenswirklichkeit dahinsiechender wird ebenso gezeigt, wie die Aufbruchsstimmung einer Inderin. Allerdings fehlt es auch an vielem. Geschichtliche Ereignisse werden am Rande abgehandelt, bilden aber eine interessante Kulisse für einen traumwandlerisch sicheren Schreibstil. Da will jemand an große literarische Vorbilder anknüpfen. Mir ist da aufgrund des leicht absurden Ambientes John Irving und ja- Jeffrey Eugenides in den Sinn gekommen. Aber deren Klasse verfehlt der Autor bei weitem. Dafür bietet das Ganze zu wenig Projektionsfläche, zu wenig geschichtliche Einbettung, wirklich glaubhafte Figuren und Handlungsweisen, die einem unter die Haut gehen und im Gedächtnis bleiben. Dieses Buch kann man lesen, muss man aber nicht.

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  • Immer weiter voran

    Voran, voran, immer weiter voran

    echidna

    30. July 2015 um 22:01

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Nach einer etwas schleppenden Anfangsphase konnte es mich doch noch überzeugen. Es erinnert mich an amerikanische Klassiker und manchmal hat man auch das Gefühl, dass die Geschichte 50-60 Jahre früher spielen könnte, als sie es eigentlich tut. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass sie größtenteils in einer amerikanischen Kleinstadt spielt, wo es noch nicht ganz so modern zugeht. Diese Atmosphäre hat mir sehr gefallen, da ich sowieso einen kleinen Faible für das Amerika der 50er Jahre habe.  Es treten viele Charaktere auf und es wird erst im späteren Teil des Buches klar, wie die einzelnen Erzählstränge zusammenhängen. Eigentlich läuft es darauf hinaus, dass das Leben von Chic, einem Angestellten in einer Konservenfabrik in der Kleinstadt Middleton, dargestellt wird. Eigentlich ist alles, was er sich seit seiner Kindheit für sein Leben erträumt hat, eine eigene Familie zu haben. Er heiratet schon jung und bekommt auch Nachwuchs, doch durch schwere Schicksalsschläge läuft alles ganz anders als geplant und lange Zeit ist er verbittert und frustriert über das Schicksal, das ihn ereilt hat. Er fragt sich, warum das Leben seines Bruders Buddy, sich so anders entwickelt hat, obwohl es für ihn auch alles andere als einfach war. Doch trotz allem ist sein Motto "Voran voran, immer weiter voran.". Und so erfindet er sich immer wieder neu, jagt jedoch immer noch seinen alten Träumen hinterher.  Es ist eine tragische Geschichte zweier Brüder, die sich eigentlich sehr ähnlich sind, deren Leben sich jedoch durch ihre verschiedenen Sichten auf die Dinge ganz anders entwickeln. Doch trotz der unterliegenden Tragik, ist die Geschichte humorvoll geschrieben und das Buch hat mich wirklich gut amüsiert.

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  • Das alltägliche Unglück

    Voran, voran, immer weiter voran

    shitesite

    06. July 2015 um 22:54

    Die Protagonisten in diesem Roman sind normale Menschen, sogar schlichte Gemüter, aber das bewahrt sie nicht davor, all die Verzweiflung zu spüren, die das Leben bereithalten kann, in all ihrer abgrundtiefen Intensität. Die Wahrheit erkennen, den aufrechten Weg durch das eigene Leben finden, die richtigen Entscheidungen treffen – all dem müssen auch sie sich tagtäglich stellen. Weil es so viele Menschen gibt, denen es so geht, mag das banal erscheinen. Aber das ist es natürlich keineswegs. Das ist vielleicht die größte Stärke in diesem Buch: Es ist gar nicht das Leben, das die Figuren unglücklich macht, sondern die Fantasie, sie könnten ein besonderes Leben führen. http://www.shitesite.de/2015/05/30/durchgelesen-ryan-bartelmay-voran-voran-immer-weiter-voran/

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  • „Jeder Idiot kann eine Krise meistern; es ist der Alltag, der uns zermürbt.“ Tschechow

    Voran, voran, immer weiter voran

    LibriHolly

    03. July 2015 um 08:16

    50 Jahre umspannt die Handlung des Debüt-Romans von Ryan Bartelmay. Ein halbes Jahrhundert in dem wir die Brüder Chic und Buddy Waldbeeser begleiten. Beide sind auf der Suche nach etwas Glück und Zufriedenheit, nach Liebe, Wärme, einem Platz im Leben, einer Familie, einem Punkt der einem Halt gibt. Einen Halt, den sie in ihrer eigenen Familie schmerzlich vermisst haben. Denn ihre Kindheit und Jugend wird überschattet vom tragischen Freitod ihres Depressionskranken Vaters. Ein Ereignis, über das die Brüder nie miteinander gesprochen haben und das vor allem der stille Buddy nie ganz überwunden hat. Wir schreiben das Jahr 1950 als wir die beiden Brüder kennenlernen. Chic hat gerade die High-School abgeschlossen, seine Jugendliebe Diane geheiratet, Arbeit in der Konservenfabrik gefunden, wie vor ihm sein Vater und sein Großvater und steht kurz vor der Gründung einer eigenen kleinen Familie. Der ältere Buddy ist bereits seit geraumer Zeit verheiratet mit der exotischen Lijy, einer indischen Schönheit, die ihn über alle Maßen liebt, stolzer Besitzer eines wunderschönen Eigenheims. Eigentlich die besten Voraussetzungen für die Vier zum glücklich sein. Doch sind sie es wirklich? Ryan Bartelmay hat mit „Voran, voran, immer weiter voran“ ein sprachlich absolut beeindruckendes Debüt über die Suche nach dem Sinn im Leben geschrieben. Mit Figuren, die einem zwar nicht immer sympathisch sind, aber doch im Gedächtnis bleiben, gerade weil sie eben nicht immer so agieren, wie man es als Leser gerne hätte, ja, erwarten würde.  Bezeichnender Weise hat er seinem Roman ein Zitat von Tschechow vorangestellt: „Jeder Idiot kann eine Krise meistern; es ist der Alltag, der uns zermürbt.“ Ein Satz der wie kein anderer den Kern trifft, um den es in diesem Roman geht. Es sind nicht immer die großen Herausforderungen, die uns Menschen scheitern lassen, häufig sind es gerade die kleinen Dinge des Alltags an denen ein Mensch zerbricht. Ein falsches Wort zur falschen Zeit, ein Missverständnis, das nicht rechtzeitig aufgeklärt zu einem noch größeren Missverständnis führt und schließlich zu einer scheinbar unüberwindbaren Hürde wird. Doch wenn uns dieses Buch eines lehrt, dann dass es sich zu kämpfen lohnt immer und überall im Leben. So lässt Bartelmay einen der Brüder im Roman dichten: „Mein Leben ist nichts als ein Loch in der Erde und ich komm nicht raus.“ Als Mensch hat man nur zwei Möglichkeiten, aufgeben, liegenbleiben und daran zugrunde gehen oder aufstehen, sich aus dem Loch herauskämpfen und leben. Scheitern gehört zum Leben nun einmal leider dazu, auf das Aufstehen und weitermachen kommt es an, frei nach dem Motto: Voran, voran, immer weiter voran.

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  • Voran, voran, immer weiter voran

    Voran, voran, immer weiter voran

    Tiffi20001

    29. June 2015 um 09:45

    Klappentext: Ein literarisches Meisterwerk über das Scheitern und Weitermachen, die Liebe und den Schmerz, und die Geschichte zweier ungleicher Brüder. „Im Stil von Jeffrey Eugenides und Richard Russo erzählt Bartelmay von Verlust, Verzweiflung und Versöhnung.“ Booklist „Was für ein wunderschöner, warmherziger und großzügiger Roman!“ Dinaw Mengestu Buchgestaltung: Das Cover zeigt neben dem Titel „Voran, voran, immer weiter voran“ die Zeichnung einer Landschaft und mehrere Schilder und ist überwiegend in hellen Farben gehalten worden. Ich finde die Farbgestaltung generell gesehen ganz schön, dennoch hätte ich mir vielleicht eine etwas farbigere Gestaltung gewünscht, die mehr ins Auge stechen würde. Die Idee, den Titel in die Schilder zu integrieren finde ich dagegen sehr gelungen und ist auch ungewöhnlich, was ich gut finde. Dennoch hätte ich mir auch hier vielleicht eine Zeichnung mit noch mehr Aussagekraft gewünscht. Der Titel an sich ist aber sehr shcön gewählt, da er besonders ist und dadurch neugierig auf das Buch macht. Beim Klappentext auf der Buchrückseite hätte ich mir eine ausführlichere Inhaltsbeschreibung gewünscht und nicht nur eine kurze Einführung mit zwei Lesermeinungen. Alles in allem gesehen eine Buchgestaltung mit Potential, die durchaus noch Lust auf das Buch macht. Eigene Meinung: Die Geschichte hat mir generell gesehen sehr gefallen, da ich die Grundidee einer Familiengeschichte sehr spannend fand, bei der man die Figuren über sehr viele Jahre begleiten kann. Die Handlung wird sehr unaufgeregt und ruhig erzählt, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Die einzelnen Handlungsstränge sind sehr interessant gestaltet und ich fand sie auch durchaus gut beschrieben. Die Figuren waren ebenfalls sehr interessant gestaltet, leider waren sie mir aber auch oftmals etwas zu blass. Ich konnte mich nicht so gut in sie hineinversetzen und auch nicht wirklich eine Beziehung zu ihnen aufbauen, was ich sehr schade fand. Die Sprache fand ich sehr angenehm und ich konnte ihr gut folgen. Auch sie war eher unaufgeregt und dennoch sehr schön gestaltet, was mir auch gut gefallen hat, da es sehr gut zum Buch passte. Fazit: Ein Roman mit einer tollen Grundidee und schönen Sprache, das ich durchaus empfehlen kann. Autor: Ryan Bartelmay, geboren 1975, hat an der Columbia University Kreatives Schreiben studiert. Seine Kurzgeschichten wurden in verschiedenen amerikanischen Literaturmagazinen veröffentlicht. Voran, voran, immer weiter voran ist Bartelmays erster Roman. Er ist Dekan an der erziehungswissenschaftlichen Fakultät des Kendall College in Chicago. Ryan Bartelmay lebt mit seiner Familie in Chicago. Allgemeine Infos: Titel: Voran, voran, immer weiter voran Autor: Ryan Bartelmay Verlag: Karl Blessing Verlag Seitenzahl: 432 Preis: 21,99 EUR ISBN: 978-3896675262

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  • In der Hoffnungslosigkeit kann man Hoffnung finden...

    Voran, voran, immer weiter voran

    czytelniczka73

    17. June 2015 um 18:27

    "Der Hund ist zäh.Einmal hat ihn ein Laster angefahren,und er ist einfach aufgestanden und hat weitergebelt.Wie dieser Hund sind wir alle.Wir bellen immer weiter"(Seite 10)   Inhalt: "Amerikanischer Mittelwesten, Anfang der 1950er-Jahre: Chic Waldbeeser hat gerade seine Highschool-Liebe Diane geheiratet und sieht hoffnungsfroh in eine Zukunft als Familienvater und Eigenheimbesitzer. Sein Bruder Buddy ist ein ruheloser Geist, dem es schwerfällt, seinen Platz im Leben zu finden und sesshaft zu werden, und der nicht weiß, dass seine Frau Lijy ihr eigenes Geheimnis hütet. Über fünfzig Jahre hinweg werden die beiden Brüder versuchen, trotz aller Schicksalsschläge und Niederlagen immer weiterzumachen. Und Chic wird im Alter noch eine letzte Chance bekommen, sein Glück zu finden."   Meinung: Auch wenn unsere Träume zerplatzen und nur ein Scherbenhaufen bleibt,geht das Leben weiter,Tag für Tag...Genau das macht auch der Protagonist Chic Waldbeeser-er macht einfach weiter.Dabei sah anfangs alles noch so gut aus-Chic hat seine große Liebe geheiratet und hatte große Hoffnungen für die Zukunft.Schon während der Hochzeitsfeier passiert etwas,eigentlich sehr unbedeutsam,was doch Jahrelang ein Schatten über Chic`s Leben wirft.Eine kleine,nicht ganz bewusst getroffene Entscheidung,verändert das Leben von zwei Familien. Ich weiß.dass bei diesem Buch die Meinungen weit auseinander gehen,mir hat es wirklich gut gefallen.Zwar neigt die Erzhlung an manchen Stellen zur Langatmigkeit,trotzdem fand ich sehr interessant und eigentlich flüssig zum lesen.Mir hat es gut gefallen wie der Autor die Geschichte erzählt hat-ruhig,lakonisch,fast emotionslos,er präsentiert die Fakten und die Beurteilung überlässt er dem Leser.Sollte man Chic für seine Mut zum weitermachen bewundern?oder doch sein verpatztes Leben bedauern?Mich hat die Geschichte traurig gemacht und Chic war mir zwar nicht sympathisch (Kategorie -liebenswerter Trottel) aber er hat mir wirklich leid getan.Von allen Figuren in dem Roman(und es gibt es ziemlich viele) war Chic für mich die traurigste,weil er eigentlich nichts gemacht hat und trotzdem die Konsekvensen sein ganzes Leben ertragen muss. Wie ich schon sagte,hat mir der Schreibstil gut gefallen.Was mich aber leicht verwirrt hat,ist Mary`s Geschichte,die parallel  erzählt wird.Es ist sehr schwer zusammenhänge zu erkennen,und (weil zwischen den Geschichten 30 Jahre liegen) man muss sich beim lesen immer wieder "umstellen"...bis sich die Erzählstränge dann irgendwann verbinden.   Fazit: Ein tiefgründiges Roman über Entscheidungen und Konsekvensen ,Enttäuschungen und Hoffnung-einfach  über das Leben.Lesenswert!

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  • Streben nach ein bisschen mehr

    Voran, voran, immer weiter voran

    Sikal

    12. June 2015 um 13:44

    Die beiden unterschiedlichen Brüder Chic und Buddy Waldbeeser verlieren bereits als Kind ihren Vater durch dessen Freitod. Die Mutter will ihr eigenes Leben leben und so müssen die beiden Jungs relativ früh selbst Verantwortung übernehmen – doch das gelingt mehr schlecht als recht. Buddy zieht es mal hier und mal dort hin, immer auf der Suche und niemals angekommen. Chic ist beeindruckt von der willensstarken Diane und heiratet sie bald, sein Wunsch nach Familie, Hund, Haus und Job ist bei ihm vorrangig. Bereits zu Beginn zeichnen sich problembehaftete Beziehungen bei beiden Brüdern ab. Als Buddys Frau Lijy plötzlich ein Kind erwartet und mit Chic ein Geheimnis teilt, kommt es zu einem Zerwürfnis zwischen den Brüdern. Erst später merken sie, wie wichtig Familie ist und dass man nicht nur in der Vergangenheit leben darf. Immer voran geht es mit dem Leben, ob man will oder auch mal nicht… Ryan Bartelmay erzählt in seinem Debüt „Voran, voran, immer weiter voran“ von einer Familie, die ein ziemlich normales Leben führt, in dem es zwar auf und ab geht, das Schicksal zuschlägt und trotzdem der Weg weiter bestritten wird. Die Charaktere leben ihren Alltag, ertragen alles was das Leben bereit hält und ändern nichts an ihrem Tun. Irgendwie plätschert alles so dahin – auch die Lebensjahre - und man möchte die Protagonisten schütteln damit sie aus ihrem emotionalen Loch steigen, endlich mal die Dinge in die Hand nehmen und ihre sozialen Kontakte ordnen. Die Charaktere verfallen in eine Lethargie und haben absolut keine intrinsische Motivation um weiterzumachen, sie lassen es einfach laufen und versuchen das zu tun, was andere erwarten (kann man ja ähnlich auch im eigenen Umfeld öfter beobachten). Das Buch liest sich leicht und flüssig, der Schreibstil ist sehr ruhig und die mit Bedacht gewählten Worte wirken nachhaltig. Es regt zum Nachdenken über das eigene Leben an und macht bewusst, dass Entscheidungen nicht geändert werden können und man sich damit auseinandersetzen muss – ob man will oder nicht.

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  • Voran, voran, immer weiter voran

    Voran, voran, immer weiter voran

    Engel1974

    01. June 2015 um 17:50

    "Voran, voran, immer weiter voran" von Ryan Bartelmay wurde im Genere "Literatur" eingestuft. Inhalt: "Amerikanischer Mittelwesten, Anfang der 1950er-Jahre: Chic Waldbeeser hat gerade seine Highschool-Liebe Diane geheiratet und sieht hoffnungsfroh in eine Zukunft als Familienvater und Eigenheimbesitzer. Sein Bruder Buddy ist ein ruheloser Geist, dem es schwerfällt, seinen Platz im Leben zu finden und sesshaft zu werden, und der nicht weiß, dass seine Frau Lijy ihr eigenes Geheimnis hütet. Über fünfzig Jahre hinweg werden die beiden Brüder versuchen, trotz aller Schicksalsschläge und Niederlagen immer weiterzumachen. Und Chic wird im Alter noch eine letzte Chance bekommen, sein Glück zu finden. In der Tradition von John Williams Stoner erzählt dieser epische Roman von zwischenmenschlichen Missverständnissen, die mit der Zeit zu unüberwindlichen Barrieren werden, vom Mittelmaß und den kleinen und großen Dramen des Lebens. Mit einer lakonischen und eingängigen Sprache macht Ryan Bartelmay uns zu Zeugen einer sich über ein halbes Jahrhundert entfaltenden Familiengeschichte." (Zitat: Klapptext) Erzählt wird hier von der Unabwendbarkeit des Lebens und seiner Schicksale. Der Schreibstil ist sehr teilweise doch sehr langartmig und lässt den Leser sehr viel Nachdenken. Manche Stellen wirken sogar regelrecht deprimierend und trostlos. Fazit: leider etwas trostlos, deprimierend und langartmig

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  • Es muss immer weitergehen

    Voran, voran, immer weiter voran

    anushka

    Amerika, 1950er Jahre: Chic Waldbeeser ist noch sehr jung als er seine Frau Diane kennenlernt und heiratet. Schon auf der Hochzeit beginnt sein merkwürdiges Verhältnis zur Frau seines Bruders, Lijy, deren Nackenmassage Chic missversteht. Und während sich für Chic als verheirateter Mann mit Frau, bald auch einem Kind und einem soliden Job alles zum Besten wenden sollte, erwartet man für seinen manchmal psychisch recht labil wirkenden Bruder genau das Gegenteil. Doch dann kommt alles anders ... Jahrzehnte später trifft die ehemalige Billardturnierspielerin Mary in einem Kasino auf Chic, in das er immer mit einem Bus eines Altenheims gebracht wird.Mary wirft sich diesem alleinstehenden alten Mann an den Hals, der immer und überall hin eine grüne Sporttasche einer Highschool mit sich trägt.  Was ist in der Zwischenzeit mit Chic geschehen? Und bekommt er noch einmal eine Chance, sein Leben zu ändern? Chic ist gutmütig und lässt sich von der Frau seines Bruders, Lijy, eine Entscheidung aufzwängen, die sein gesamtes Leben beeinflussen wird. Von da an hüten die beiden ein gemeinsames Geheimnis und Chic erfährt dafür nie die Dankbarkeit, der er verdient glaubt. Stattdessen wendet sich sein Leben zum Schlechteren und seine unbeholfenen Versuche, etwas zu ändern, machen es eher noch schlimmer. Jahrzehntelang fühlt er sich ungeliebt und neidet dem Bruder, der früher viel ungefestigter wirkte, zunehmend sein erfolgreiches Leben. Chic ist ein einfach gestrickter Mensch und hat in einer amerikanischen Kleinstadt nicht viele Möglichkeiten, sich zu verwirklichen. Letztlich greift er zur Lyrik um sein Leben zu verarbeiten und gelangt als Erkenntnis zum zentralen Satz dieses Buch: "Voran, voran, immer weiter voran". Allerdings erzählen alle Schicksale und Geschichten (Chic, Mary, Chics Bruder, etc.) davon, dass das Leben immer weitergeht bzw. gehen muss. Präsentiert in einer Szene zwischen Chic und einer Bibliothekarin legt der Autor dar, dass dieser Gedanke eigentlich gar nicht düster sei, sondern eher hoffnungsvoll. Dadurch scheint Chic sich letztlich auch mit dem Verlauf seines Lebens versöhnen zu können, während es dem Leser schon als tragisch anmuten kann. "Voran, voran, immer weiter voran" ist nicht DER amerikanische Roman, als den ich ihn mir zunächst vorgestellt hatte. Stattdessen ist er eine einfache Familiengeschichte über 50 Jahre hinweg davon, dass nicht immer derjenige, der es möglicherweise mehr verdient hat, letztlich das perfekte Leben bekommt, das er sich vorgestellt hat. Es geht um verpasste Möglichkeiten und zu späte Erkenntnisse und immer wieder geht es in diesem Buch vor allem um Entscheidungen und deren Auswirkungen. Jahrelanger Groll führt dazu, dass sich Menschen entzweien, die eigentlich (zumindest) glauben, sich zu lieben. Doch die Gefühle werden erst offenbar, wenn es zu spät ist und die Hinterbliebenen dann ein Leben lang Reue mit sich herumtragen. Ein wenig gefehlt hat mir die Bindung an die Figuren des Romans, die einem nie wirklich nahe gebracht werden. Die Einblicke in das Seelenleben gehen nie so tief, als dass man intensiv mitfühlen könnte. Auch eine stärkere Greifbarkeit der Tristesse der Orte im Mittleren Westen Amerikas, die ja ebenfalls einen Einfluss auf die Figuren und ihre Möglichkeiten hat, fehlte mir etwas. Alles in allem ist dies ein Roman, der von der Unabwendbarkeit des Lebens und seiner Schicksale, aber auch von den Fehlern normaler Menschen erzählt. Das Buch ist ruhig, aber tiefgründig. Es ist eher ungeeignet für ein reines Unterhaltungsbedürfnis beim Lesen, dafür jedoch sehr gut passend für Leser, die Nachdenkliches suchen.

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