Ryu Murakami

 3.8 Sterne bei 172 Bewertungen
Autor von In der Misosuppe, 69 und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ryu Murakami

Murakami wurde 1952 in Japan geboren und ist neben seiner Tätigkeit als Filmemacher einer der interessantesten, gesellschaftskritischsten japanischen Schriftsteller der Gegenwart. Er wurde mit dem wichtigsten japanischen Literaturpreis, dem "Akutagawa-Preis" ausgezeichnet. Im Jahr 2013 erschien sein Roman "Das Casting", die Romanvorlage des Miike Kultfilm Audition bei Septime.

Alle Bücher von Ryu Murakami

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In der Misosuppe

In der Misosuppe

 (87)
Erschienen am 23.11.2006
69

69

 (30)
Erschienen am 25.08.2004
Piercing

Piercing

 (21)
Erschienen am 09.02.2009
Das Casting

Das Casting

 (9)
Erschienen am 01.04.2013
Coin Locker Babys

Coin Locker Babys

 (7)
Erschienen am 15.06.2015
Blaue Linien auf transparenter Haut

Blaue Linien auf transparenter Haut

 (5)
Erschienen am 01.05.1989
Piercing

Piercing

 (5)
Erschienen am 01.01.2007
Audition

Audition

 (5)
Erschienen am 13.01.2010

Neue Rezensionen zu Ryu Murakami

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Rezension zu "In der Misosuppe" von Ryu Murakami

Muss man nicht gelesen haben
Rija21vor 2 Monaten

Am anfang sehr langweilig da muss man sich regelrecht durchbeißen beim lesen. Und es passieren auch nicht wirklich spannende dinge. 

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aus-erlesens avatar

Rezension zu "Das Casting" von Ryu Murakami

Endlich eine Castingshow mit unerwarteten Wendungen
aus-erlesenvor 6 Monaten

Sieben Jahre ist es her, dass Aoyama seine Frau verlor. Krebs. Seitdem ist der Dokumentarfilmer allein mit seinem Sohn Shige. Der ist mittlerweile schon fünfzehn und geht immer öfter eigene Wege. Und macht sich auch seine Gedanken. „Willst Du nicht wieder heiraten?“, platzt es eines Tages aus dem Teenager heraus. Aoyama wird plötzlich aus seiner Lethargie gerissen. Er trifft sich mit seinem ehemaligen Kollegen Yoshikawa. Der ist begeistert, das Aoyama wieder auf andere Gedanken kommen will. Er weiß allerdings auch, dass sein Freund besondere Ansprüche an die neue Neue stellen wird. Zwei kreative Medienmacher zusammen in einem Restaurant . klar, dass das was rauskommen muss. Yoshikawa fährt auch gleich die ganz großen Geschütze auf. Ein Casting. Für einen Film. Betrug entfährt es gleich Aoyama. Die Bedenken kann Yoshikawa sofort beiseiteschieben. Im Nu hat er einen Marketingplan parat. Werbung im Radio, er hat sogar schon die Zielgruppe und somit die Sendezeit im Kopf. So als wenn er den Plan schon seit Jahren in der Brieftasche mit sich herumträgt und nun endlich das zerknitterte Papier mit einem Taraaaa präsentieren kann. Naja, wenn’s gar nicht anders geht?!
Schon vor der eigentlichen Fleischbeschau, die für Aoyama den erhofften Segen bringen soll, fällt dem Witwer eine Dame besonders auf: Yamasaki Asami. Sie hat was. Sie wird es werden. Der neue Star! Dass das Casting eigentlicheinen anderen Grund hatte, wird er ihr schon irgendwann erklären können. 
Und siehe da. In der Fragerunde, in der sich so manche wie typische Casting-Touristen gebärden – von bis auf die Knie fallen bis hier zum Striptease ist alles dabei – erweist sich Yamasaki Asami als die einzige geeignete Kandidatin. Das Ballett war mal ihre Leidenschaft, ihr Ausweg aus der Schwiegervaterhölle. Doch eine Verletzung beendete jäh den Traum. Aoyama und Yamasaki Asami verbringen von nun an mehr Zeit miteinander. Der Altersunterschied von einer Generation ist nicht existent. Sie lernen sich kennen, und begehren. Aoyama ist ganz Gentleman und drängt die junge Frau zu gar nichts. Seine Geduld wird belohnt. In einem Hotelzimmer kommen sich die beiden endlich auch körperlich näher. Es wird für Aoyama eine Nacht, die er nicht vergessen wird.
Ryū Murakami legt dem Leser ein kleines Leckerli hin. Ein einsamer Witwer blüht durch eine kleine List, eine Notlüge wieder auf. Er hat Glück, denn selbiges klopft prompt an die Tür. Auch sie ist auf der Suche nach Liebe, Geborgenheit und Glück. Mit einem Karateschlag werden Held und Leser schwer getroffen. Was ist das? Woher kam das? Denn das Glück hat selbst einen Tritt in die Magengrube erhalten. Ein teuflisches Spiel, blutrot getränkt schwing sich auf alles bisher Gelesene in Frage zu stellen. Schon mit „Coin Locker Babys“ spaltete Ryū Murakami die japanische Literaturszene. Und zwar in erfolgreiche Autoren und ihn. Ryū Murakami ist eine Liga für sich. 

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Kaisus avatar

Rezension zu "Das Casting" von Ryu Murakami

Kurz & knackig!
Kaisuvor 2 Jahren

Solltest du die Verfilmung bereits kennen, so lösche bitte direkt einmal alles aus deiner Erinnerung, was dir dazu einfällt. Vor allem das Blut. Viel Blut. Einfach ausblenden. Vielleicht auch ein bisschen von der Brutalität. Reduziert sie auf ungefähr auf die Hälfte. Alles erledigt? Dann kannst du das Buch in die Hand nehmen und damit starten.
"Das Casting" hat viele Parallelen zum Film, was natürlich nicht verwunderlich ist. Immerhin ist es die Vorlage dazu. Dennoch geht es hier viel ruhiger zu und zerrt einen ganz langsam in den Strudel der Brutalität hinein, bis es einen auf den letzten Seiten komplett damit überrumpelt. Dabei ist es nicht einmal die Gewalt an sich, sondern die Nüchternheit, mit der der Autor sie beschreibt.  Da habe sogar ich innerlich aufgestöhnt.

Jetzt habe ich schon so viel drumherum erzählt, aber nicht worum es eigentlich geht. Also folgt nun erst einmal eine kurze inhaltliche  Zusammenfassung: 
Aoyama ist Witwer. Vor ein paar Jahren hat er seine Frau an Krebs verloren und zieht nun den gemeinsamen Sohn Shigehiko allein groß. Beruflich läuft  bei dem Dokumentarfilmer alles bestens und auch sonst gibt es keine nennenswerten Probleme. Doch Aoyama ist einsam. Er trauert lieber, als sich eine neue Frau zu suchen und so muss ihn erst sein Sohn energisch darauf hinweisen, damit er sich aufrafft und sich auf die Suche nach einer weiblichen Häfte macht. Nur wo finden im Alltag? Sein Freund Yoshikawa hat eine grandiose Idee: Warum nicht berufliches und privates mischen und ein Casting für eine Werbung ausschreiben. Aus dem sich der Witwer seine neue Frau heraussuchen kann.

Gesagt. Getan. Hunderte Frauen folgen dem Aufruf und wollen das neue Werbegesicht Japans werden. Die beiden Freunde treffen eine Vorauswahl und tatsächlich, eine junge Frau schafft es allein nur durch ihre Bewerbung Aoyama seine Trauer zu vergessen. Er ist sogar so besessen von ihr, dass ihn die anderen Frauen regelrecht langweilen und er der geheimnisvollen Asami entgegen fiebert. Kaum sieht er sie leibhaftig vor sich, ist es um ihn geschehen. Er ist geblendet von ihrer Art zu Reden und ihrer klassischen Schönheit. Doch es gibt einen Haken. Der Altersunterschied. Was sollte so ein junges Ding, schon von so einem alten Mann, wie ihm wollen. Erste Unterhaltungen beweisen jedoch das Gegenteil. Die Chemie stimmt eindeutig und eine zarte junge Liebesromanze entwickelt sich.

Dabei verfällt er ihr so sehr, dass er alle Anzeichen übersieht, die für den Außenstehenden offensichtlich sind. Asami verbirgt etwas und dieses etwas scheint nicht auf die rosa Wolke zu passen, auf der Aoyama gerade schwebt. Selbst als sie ihr wahres Ich zeigt, versteht er nicht und braucht erst die volle Dröhnung ihrer Boshaftigkeit, bis dass er im wahrsten Sinne des Wortes von seiner plüschigen Wolke herunterknallt.
Wenn das passiert, ist man auch als Leser schockiert von der dunklen Seite der jungen Frau. Kompromisslos zieht sie ihre "Arbeit" durch, ohne Rücksicht auf Verluste. Diese Ereignisse stellen einen krassen Kontrast zu den ersten Seiten dar. Was so leichtfüßig anfing, endet in einer Katastrophe.

Es ist vor allem der bissige Unterton, den man heraushört. Da ist der naive Aoyama, der Frauen lieben will und eine Begleitung braucht, sein energischer Freund Yoshikawa, der sich als ultimativer Frauenversteher sieht und die unscheinbare Asami, die einerseits das Klischee der sittsamen Frau darstellt und zugleich ihre Neigungen nicht zurückhält, sondern offen auslebt. Zwischendrin lässt der Autor immer wieder die Erfahrung und Weisheit, durch die Münder diverser Figuren sprechen. Aber Liebe macht bekanntlich blind und japanische Schönheiten sind eben nicht immer das, wonach sie auf den ersten Blick aussehen.

Das Buch hat man recht schnell gelesen, was bei knapp 200 Seiten auch kein Wunder ist. So ist es nicht die Detailverliebtheit, die überzeugt, sondern die Schonungslosigkeit der Realität, wenngleich sie etwas überspitz dargestellt wird. Das Ende selbst, kommt dann anders als erwartet. Dennoch passt es zu den Ereignissen und rundet alles gekonnt ab.
In ein bestimmtes Genre lässt sich die Geschichte meiner Meinung nach übrigens nicht stecken. Dem Thriller wird es nicht ganz gerecht, Psycho ist in einigen Punkten auf jeden Fall korrekt, Hardboiled ist es dann auch nicht wirklich, auch wenn es hart zur Sache geht. Am besten passt wirklich "gesellschaftskritischer Roman mit psychotisch brutalen Elementen".

Für mich war es das erste Buch von Ryo Murakami und es wird auch definitiv nicht das letzte sein. Sein Schreibstil ist sehr angenehm und ich mag derartige Wendungen in Geschichten, selbst wenn sie mir durch Verfilmungen schon bekannt sind. "Coin Locker Babies" habe ich als nächstes im Visier und das Buch ist mit seinen 600 Seiten ein richtiges Monstrum im Vergleich zu "Das Casting".

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Zusätzliche Informationen

Ryu Murakami wurde am 19. Februar 1952 in Sasebo (Japan) geboren.

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