Sándor Márai Die Eifersüchtigen

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Inhaltsangabe zu „Die Eifersüchtigen“ von Sándor Márai

Die ungarischen Buddenbrooks. - Als der Vater im Sterben liegt, kehren Péter Garren und seine Geschwister in ihr Elternhaus zurück. Eifersüchtig beäugen sie sich, alte Streitigkeiten holen sie ein, und über allem liegt die Stimmung nervösen Wartens. Bedeutet das Ende des Patriarchen den Untergang ihrer Dynastie? – »Die Eifersüchtigen« gilt als ein Hauptwerk Sándor Márais, in dem er sein Lebensthema zusammenfasst. Atmosphärisch dicht und psychologisch meisterhaft erzählt es vom Verfall einer bürgerlichen Familie.

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  • Untergang einer Welt

    Die Eifersüchtigen

    leselea

    ...und etwas würde beginnen, das man nicht mehr hinausschieben konnte. Etwas Persönliches würde beginnen. Péter Garren war sechsunddreißig Jahre alt. Der Vater lag im Sterben. (S. 16f.) Gabór Garren, Vater von fünf Kindern und Patriarch der alteingesessenen Familie Garren, liegt im Sterben. Von weit und von nah kehren die Geschwister in die Stadt und das Haus ihrer Kindheit zurück, um den Vater in seinen letzten Stunden nahe sein zu können. Da ist Péter, der nun im fernen Karnak zuhause ist, für den mephistophelischen Emmánuel arbeitet, und sich mit Frau und Geliebte bequem eingerichtet hat; Tamás, der in Peru und in anderen Teilen der Welt versucht, sein Glück zu finden; Albert, der gierige Beamte, der trauern und gleichzeitig Urlaub machen kann; Edgar, der schön, jung und fordernd ist; und Anna, die einzige Schwester, die übersehen wird und doch alles zusammenhält. Alte Streitereien und Wunden treten wieder auf, unausgesprochene Regeln und Gesetze nehmen die Geschwister als Repräsentanten einer angesehenen Familie in die Pflicht. Und über allem schwebt die unbestimmte Gewissheit, dass mit dem Tod des Vaters auch eine ganze Ära zu Ende gehen wird… Wenn die Väter sterben, beginnt für jeden das andere Leben. (S. 417f.) Sándor Márai erzählt in seinem Roman Die Eifersüchtigen über – ja, worüber eigentlich? Diese Frage musste ich mir am Ende der Lektüre, die ich ohne Zweifel sehr genossen habe, selber stellen. Denn vordergründig passiert gar nicht so viel in diesem rund 555 Seiten langen Roman: Ein Vater liegt im Sterben, die Kinder kommen von weit her, man wartet und dann tritt der Tod ein. Das ist der Verlauf der Geschichte, wie er dem Leser von der ersten Seite an deutlich gemacht wird. Doch zwischendrin erzählt Márai noch von anderen Dingen: von diesem komplizierten Gerüst, das sich „Familie“ nennt, in dem jeder einen Platz hat und doch manchmal zu kurz kommt; von – so arbeitet es auch der Klappentext pointiert heraus – dem Verfall einer bürgerlichen Familie; von alten Traditionen und der nicht aufzuhaltenden Moderne; vom Untergang einer alten Zeit und vom Entstehen von etwas Neuartigem. Márai verwebt diese verschiedenen Erzählmuster miteinander. Er erzählt nicht linear, sein Ziel fest vor Augen, sondern nimmt Umwege, schweift ab, verliert sich. Das macht das Lesen nicht immer leicht, es ermüdet ab und an, und manchmal bleibt beim Leser das unbestimmte Gefühl zurück, nicht alles verstanden zu haben. Die Sprache Márais fordert ihr Übriges: In langen, verschachtelten Sätzen, angereichert mit vielen Bildern und Metaphern wird die Geschichte den Lesern präsentiert. Der Stil ist dabei durchaus vergleichbar mit dem anderer Werke des 20. Jahrhunderts: Den muss man zum einen mögen, zum anderen braucht man selbst als Freund dieser Schreibweise etwas Zeit, um sich in ihn hineinzufinden. Der Erzählton hat zudem etwas Unbestimmtes, etwas Mysteriöses. Mehrmals musste ich beim Lesen den Kopf schütteln und „sonderbar“ vor mich her murmeln, so unwirklich, beinahe mythisch kam das Erzählte daher. Man wähnt sich, auf der Suche eines Geheimnisses zu sein, als Leser etwas Verborgenes zu entdecken – und tatsächlich gärt es in Márais Geschichte unaufhörlich unter der Oberfläche, ohne dass es zum großen Knall kommt. Die Eifersüchtigen war mein erster Roman von Sándor Márai – doch nach dieser Lektüre sicherlich nicht der letzte! Mir hat das Lesen dieser nicht immer einfachen Geschichte große Freude bereitet, gerade weil der Roman mich an andere Werke dieser Zeit erinnert hat und zugleich doch einen ganz eigenen „Erzählsound“ besitzt. Für mich hat Márai mit Die Eifersüchtigen ein komplexes und verdichtetes Werk geschaffen, das Zeit und Konzentration fordert und auch mal die Bereitschaft, sich durch zugegebenermaßen langatmige Stellen zu lesen. Wer von solchen Büchern ein Freund ist, dem kann ich Die Eifersüchtigen nur aufs wärmste empfehlen! Aber jetzt ist die Welt da, ich muss neu anfangen. (S. 125)

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  • 'Wieso musste ich aus den sicheren Kreisen meines Lebens hinaustreten [...]'

    Die Eifersüchtigen

    sabatayn76

    'Wieso musste ich aus den sicheren Kreisen meines Lebens hinaustreten und zurückkehren in das neblige und furchtbare Bekannte, dem ich vor zwanzig Jahren für immer abgeschworen hatte?' Inhalt: Péter Garren arbeitet seit vielen Jahren für den dubiosen Emmánuel, führt eine Beziehung mit Edit, die er beinahe liebt, und hat eine Geliebte. Sein Leben läuft in recht geregelten Bahnen, obgleich er von Emmánuel in einem unsichtbaren Käfig gehalten wird, der über die Jahre hinweg einen Abgrund zwischen Péter und der Welt angelegt hat. Doch nun hat Péter einen Brief seiner Schwester erhalten, die ihn bittet, ans Krankenbett des Vaters zu kommen, da dieser im Sterben liegt. Péter lässt Emmánuel, Edit und seine Geliebte La zurück und macht sich auf den Weg in die alte Heimat und damit in eine für ihn längst vergangene Zeit. Dort wartet er zusammen mit seinen Geschwistern und Halbgeschwistern auf den Tod des Vaters. Das Warten wird begleitet vom Wiederaufleben alter Streitigkeiten und Konflikte sowie von der Ungewissheit, wie es nach dem Tod des Vaters mit der Familie weitergehen wird. Mein Eindruck: Ich habe schon sehr viel von Sándor Márai gelesen und zähle ihn zu meinen Lieblingsautoren. Umso enttäuschter war ich von 'Die Eifersüchtigen', denn die Eindringlichkeit, mit der Sándor Márai für gewöhnlich von Emotionen berichtet, und die Authentizität, durch die er den Leser in das Leben in der k. und k. Monarchie eintauchen lässt, erfährt der Leser auf den 550 Seiten meiner Meinung nach zu selten und weniger intensiv, als man das vom Autor kennt. 'Die Eifersüchtigen' ist sprachlich anspruchsvoll, die Sätze sind häufig lang, die Lektüre verlangt die volle Konzentration des Lesers. Die Romane von Sándor Márai verleiten mich normalerweise dazu, mir Stellen zu markieren oder herauszuschreiben, aber in 'Die Eifersüchtigen' hat mich sprachlich nichts so sehr beeindruckt, dass ich mir Sätze oder Phrasen anstreichen wollte, um sie später wieder und wieder zu lesen. Die Protagonisten blieben mir anfangs fremd, doch später zeigen sie die vom Autor gewohnte Tiefe. Besonders das Familienmilieu, in dem jeder jedem misstraut und in dem es nicht üblich ist, dass man Dinge anspricht, wurde emotional überzeugend geschildert und zeigt das psychologische Geschick des Autors. Leider waren mir diese Momente zu selten, und über weite Teile des Romans hinweg empfand ich 'Die Eifersüchtigen' als zu langatmig und zu handlungsarm. Mein Resümee: Ich bin etwas enttäuscht von diesem neu erschienenen Roman von Sándor Márai. Vor allem im Vergleich zu Romanen wie 'Die Glut', 'Das Vermächtnis der Eszter' oder 'Wandlungen einer Ehe' finde ich ihn deutlich schwächer. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten, was jedoch keinen Einfluss auf meine Bewertung hat.

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  • Tod des Vaters

    Die Eifersüchtigen

    serendipity3012

    08. November 2015 um 08:29

    Tod des Vaters Der alte Gábor Garren liegt im Sterben. Seine erwachsenen Kinder kommen nach Hause, teilweise von weit her, haben sich lange nicht gesehen und leben längst ihr eigenes Leben. Sie sind die Kinder dreier Mütter, sind so unterschiedlich wie diese und sie kommen nun zusammen in dem Wissen, dass sich etwas ändern wird, wenn auch nicht so ganz klar ist, was das genau sein wird und wie es mit der Familie Garren, einer im Ort hoch angesehenen Familie, nun weitergehen wird. „Die Eifersüchtigen“, so lautet der Titel des soeben neu im Piper Verlag aufgelegten Romans von Sándor Márai, der bereits 1937 in Ungarn und 1947 erstmals in Deutschland erschien. Die Eifersüchtigen, das sind die Kinder des alten Gábors, die sich misstrauisch beäugen, als sie nun wieder aufeinander treffen und zwischen denen viel Unausgesprochenes steht, das unter der Oberfläche brodelt, in dieser für alle schwierigen Situation. Sie befinden sich in einer seltsamen Wartehaltung: Sie wissen, dass der Vater bald sterben wird, sie warten darauf, ohne dass es ihnen bewusst ist. Es wäre ihnen lieber, dass die Möglichkeit dieses Todes weiter in einer fernen, unbestimmten Zukunft läge. Márai legt seine Geschichte breit an: Er konzentriert sich nicht allein auf die Situation im Hause des Vaters, stattdessen widmet er sich ausführlich dem ältesten Sohn Péter und seinem Leben im fernen Karnak, einem seltsamen Leben als Bediensteter eines zwielichtigen Geschäftsmannes und mit einer Frau, mit der er nicht verheiratet ist. Wir erfahren außerdem in einer längeren Rückblende von der Vergangenheit des Ortes, in dem die Garrens seit jeher gelebt haben und den eines Tages „die Fremden“ eingenommen haben, ohne dass die Einheimischen sich ausdrücklich zur Wehr gesetzt hätten. Man darf hier also keinen linearen oder zielgerichteten Handlungs- bzw. Erzählverlauf erwarten. „Die Eifersüchtigen“ besteht aus ausführlich beschreibenden Passagen, aus langen, teils verschachtelten Sätzen. Man liest einen dialogarmen Roman, in dem vordergründig nicht viel passiert. Alles gärt im Verborgenen, zwischen den Zeilen, auf einer weiteren Ebene. „Die Eifersüchtigen“ gehört zum Romanzyklus „Die Garrens“, bestehend aus „Die jungen Rebellen“, „Die Eifersüchtigen“ und „Die Beleidigten“. Márai sah den Zyklus als sein literarisches Vermächtnis. Insgesamt ist er dem Verfall der bürgerlichen Familie Garren gewidmet. „Die Eifersüchtigen“ lässt sich ohne weiteres losgelöst von den anderen beiden Romanen lesen. Ob die Lektüre im großen Zusammenhang eindringlicher ist? Womöglich. Als Ende der 90er Jahre Márais hierzulande wohl bekanntester Roman „Die Glut“ wieder entdeckt wurde, habe ich nicht nur diesen Roman, sondern auch noch einige weitere mit Begeisterung gelesen. Warum „Die Eifersüchtigen“ mich nicht in gleicher Weise fesseln konnte, weiß ich kaum zu sagen, auch, weil meine letzte Lektüre eines Romans des Autors schon eine Weile zurück liegt. Márais Rang und sein literarisches Können sind unbestritten. Trotzdem: Mir war „Die Eifersüchtigen“ etwas zu weitschweifig, lang hielt der Roman sich manches Mal dort auf, wo ich gern weitergehen wollte, zu sehr verlor er sich in Beschreibungen, als dass die Handlung voranschritt. An einigen Stellen hätte ich es gern etwas konkreter gehabt. Zudem häufen sich manches Mal Wiederholungen. All dies macht Márai seinen Rang nicht streitig, seine Sprache kommt auf den Punkt und seine Beschreibungen des Verfalls einer bürgerlichen Familie sind durchaus beeindruckend. Vielleicht muss man sich bereitwilliger auf den langsamen Erzählfluss und Márais Sprache einlassen, als es mir zum jetzigen Zeitpunkt möglich war? Seine Wege und Ausschweifungen mit mehr Vertrauen mitgehen? Ich freue mich schon auf andere Meinungen zu diesem Buch. Vielleicht kam es für mich ja einfach zur falschen Zeit.

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