Sándor Márai Die Möwe

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Inhaltsangabe zu „Die Möwe“ von Sándor Márai

Die dramatische Begegnung zwischen einem Ministerialbeamten und einer geheimnisvollen jungen Frau: Warum sucht sie ihn gerade jetzt auf, da er eine schicksalhafte Entscheidung für sein Land getroffen hat? Und weshalb kommt sie ihm so seltsam vertraut vor? – Mit diesem Roman gelang dem großen ungarischen Schriftsteller Sándor Márai ein Meisterwerk über Sehnsucht und Vergänglichkeit.

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  • Schicksalshaft und großartig!

    Die Möwe

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. August 2015 um 11:49

    “…und diese Paare müssen sich treffen, sie können einander nicht ausweichen…” Das Buch des ungarischen Autors Sándor Márai befindet sich schon länger in meinem Buchbestand. Als ich es kaufte, fühlte ich mich für dieses Buch noch nicht bereit. Die Entscheidung, es später zu lesen, war die richtige. Márais Protagonist ist Ministerialbeamter, der in Zeiten eines herannahendes Krieges eine verhängnisvolle Entscheidung für sein Land zu treffen hat. Ausgerechnet in diesen Wirren tritt eine Frau in sein Leben, die ihm seltsam vertraut erscheint, denn sie trägt das Gesicht seiner verstorbenen Geliebten. Unbekannt und doch bekannt, lädt er die junge Frau aus dem Norden in die Oper ein. Eine lange Nacht folgt, in der der Namenlose Sehnsüchte heraufbeschwört, die für sein Alter und seine Stellung ungemäß erscheinen und denen er lange zuvor entsagt hat. Philosophische Wortgeflechte, fieberhaft und leidenschaftlich formuliert, durchziehen den gesamten Roman. Sätze, angefüllt vom Bekenntnis des schmerzlichen Verlustes, längst vergangenen Leidenschaften, aber auch das unausweichliche Schicksal finden sich in den Dialogen und Monologen der beiden sich seltsam verbunden fühlenden Figuren. Schicksale, die sich bis zur Herkunft einer Jahrtausende alten gemeinsamen, finnougrischen Familie erstrecken, machen den Ministerialbeamten und die finnische Fremde zu “Verwandten”. Die Struktur des Textes macht es schier unmöglich, den sich auf 187 Seiten erstreckenden Roman aus der Hand zu legen. Wogend wie das Meer greift ein Satz den vorhergehenden in einer Wellenbewegung, doch genauso stürmisch greift der Einbruch der “EInzigen Welle” in das geordneten Leben des Ministerialbeamten ein. In einem Wechselspiel aus Inbrunst und Sanftheit eröffnet Márai seine Geschichte dem Leser und verankert sie an den beiden Figuren, die ein Strudel des Schicksals zueinander geführt hat. Ein leidenschaftliches, philosophisches Stück Literatur.

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  • Rezension zu "Die Möwe" von Sándor Márai

    Die Möwe

    emeraldeye

    28. June 2011 um 16:07

    Zwei fremde Menschen begegnen sich! Nicht zufällig, denn Aino Lainen, eine finnische Lehrerin, sucht den ungarischen Minister, der namenlos bleibt, auf, um um Asyl zu bitten. Der Minister, der gerade eine schicksalshafte Entscheidung für sein Land getroffen hat (die Erzählung spielt mitten im 2. Weltkrieg), ist schockiert, als er die junge Frau zum ersten Mal sieht. Sie ist seiner ehemaligen Geliebten Ilona, die sich mit Blausäure das Leben genommen hat, zum Verwechseln ähnlich. Aufgewühlt von alten schmerzhaften Erinnerungen läßt er sie nicht mehr gehen, sondern lädt sie ein, ihn am Abend in die Oper zu begleiten. Danach gehen sie in seine Wohnung. Nur für zehn Minuten "wie es sich in Romanen und in unserer Lage gehört, wenn eine Dame zum ersten Mal in der Nacht in die Wohnung eines Fremden geht." Aus diesen zehn Minuten wird eine ganze Nacht. Aino Lainen erzählt von ihrem bisherigen Leben, das in den letzten Jahren eine Flucht durch ganz Europa gewesen ist. Der Minister ist nicht der erste Mann mit Einfluß, den sie um Hilfe bittet. Nur andeutungsweise schildert sie, was sie getan hat, um Sicherheit und Arbeit zu bekommen. Der Minister ist hin-und hergerissen von seinen Gefühlen, die zu einem Großteil aus der Schuld bestehen, die er sich am Tod von Ilona gibt und der abgrundtiefen Verwunderung darüber, dass Aino Lainen, die "Einzige Welle", wie die Reinkarnation seiner toten Freundin aussieht. Zeitweilig verliert er den Sinn für die Realität und bedrängt die junge Finnin mit unbeantwortbaren Fragen. Sogar der Gedanke, dass sie eine Spionin sein könnte, setzt sich kurzzeitig in ihm fest. Doch letztlich ist er bereit, ihr alles zu glauben, was sie ihm sagt. Aino sieht ein Bild von Ilona und ist eine Weile tief verunsichert, weil sie sich nicht erklären kann, was geschieht. Doch sie fängt sich schnell wieder und versucht, die Gefühle des Ministers zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Es entsteht ein Wechselspiel aus Nähe und Distanz, aus Anziehung und Abstoßung. Doch als der Minister Aino bittet, bei ihm zu bleiben, ist das Spiel vorbei. Sie geht! Jedoch nicht, ohne dem Mann die Hoffnung zu geben, dass sie sich wiedersehen werden. "Wenn es ein Gesetz zwischen uns gibt, so wird dieses Gesetz auch in Zukunft gelten". Es ist "die größte, die einzige Höflichkeit", wenn er sie auf ihren Weg entläßt, ihretwegen und seinetwegen. Es bleibt offen, was aus Aino Lainen wird. Kammerspielartige Szenarien sind das Markenzeichen des schriftstellerischen Werkes von Sandor Marai. Ob in "Die Glut" oder in "Die Nacht vor der Scheidung" und eben auch in "Die Möwe", immer stehen sich zwei mehr oder weniger desillusionierte Menschen gegenüber, die ihre Seelen, ihre tiefsten, geheimsten Gedanken und Gefühle voreinander offen legen. Schmerzhafte Erkenntnisprozesse werden durchlebt, meistens in den Stunden der Nacht. Befreiung, Läuterung, Erlösung ist stets nahe und bleibt doch fast unerreichbar. Was aus den Protagonisten wird, wenn sie ihre Abgründe im Dunkeln durchschritten haben, ist kein Thema für Marai. Es zählt nur der Moment. Raffiniert bindet er Hinweise auf die radikalen Veränderungen durch Krieg und Tod ein, ohne sie jemals direkt zu erwähnen. Diese Bedrohungen sind durch alle Ebenen der Handlung spürbar. Sie sind das Einzige, das unverändert bleibt, während die Protagonisten zwischen Schein und Sein schwanken und einander umkreisen. Doch genau dieses Umkreisen, das sich in endlosen inneren und äußeren Monologen und Dialogen ausdrückt, ermüdet und langweilt auch. Nur Reden führt auf Dauer zu nichts und genau das ist die Schwäche insbesondere von "Die Möwe" Aino Lainen sagt am Ende des Romans: "Wir haben uns getroffen und wir haben uns verabschiedet." Das ist alles!

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