Sólveig Jónsdóttir

 3.5 Sterne bei 71 Bewertungen
Autorin von Ganze Tage im Café.

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Ganze Tage im Café

Ganze Tage im Café

 (71)
Erschienen am 20.01.2014

Neue Rezensionen zu Sólveig Jónsdóttir

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Rezension zu "Ganze Tage im Café" von Sólveig Jónsdóttir

Rezension zu "Ganze Tage im Cafe"
littleowlvor 4 Jahren

Dieser Roman erzählt aus der Perspektive von 4 völlig unterschiedlichen jungen Frauen vom Alltag in Reykjavik. Hervör ist unzufrieden mit ihrem Job in einem Cafe und wird von ihrem Gelegenheitslover verlassen. Der einzige Lichtblick in dieser Situation ist ihr bester Freund und Kollege Georg. Mia verbringt ihre Tage rat- und trostlos zwischen Umzugskartons seitdem ihr Freund sich von ihr getrennt hat. Silja trifft beim Nachhausekommen auf den One-Night-Stand ihres Ehemanns. Als sie daraufhin ziellos durch die Gegend fährt, gabelt sie den chaotischen, aber auch ziemlich süßen Engländer Liam auf. Dem "blonden Flittchen" wird Silja in Zukunft noch öfter begegnen, sie heißt Karen. Seit dem Tod ihres Bruders trinkt Karen zuviel und wacht ständig in fremden Betten auf.

Schon an der äußeren Form erkennt man das erste Problem dieses Romans: Durch die extrem langen Kapitel verliert man schnell den Bezug zu einem Handlungsstrang. Gerade, wenn man sich in eine Figur hineinversetzt hat, dann wird wieder herausgerissen und sieht sie 150 Seiten nicht wieder. Insgesamt haben mir die 4 Storys unterschiedlich gut gefallen.
Hervörs Geschichte sticht auf jeden Fall positiv hervor. Sie und Georg, ihr bester Freund (und vielleicht auch mehr) sind sehr sympathisch und gut ausgearbeitete Charaktere. Außerdem gibt es bei den beiden viele lustige und berührende Momente.
Mia bleibt von den 4 Frauen am blassesten. Sie ist die ganze Zeit damit beschäftigt, sich selbst zu bemitleiden, während die Geschichte vor sich hin dümpelt.
Die Handlung um Silja ist auch sehr lesenswert, aber weniger wegen ihr, sondern wegen dem liebenswerten Engländer Liam. Allein die erste Begegnung der beiden ist zum Schreien komisch und Liams Denglish einfach hinreissend.
Rachels Geschichte fällt in diesem Roman ein bisschen aus dem Rahmen, weil sie viel tragischer und düsterer ist als die anderen. Sie ist die Einzige mit echten psychischen Problemen und daher sollte man mit ihr am meisten mitfühlen. Ihre Komplexe und Ängste werden aber nicht gut genug dargestellt, sodass sie die meiste Zeit einfach nur unsympathisch rüberkommt.
Der Schreibstil allgemein ist nicht direkt schlecht, aber auch nichts Besonderes. Gut gefallen hat mir, dass Island aus der liebevollen Sicht der Einheimischen beschrieben wird. Wir erfahren viel über die isländische Lebensart und darüber, wie die Bewohner mit den extremen Wetterbedingungen umgehen.

Weniger wäre hier mal wieder mehr gewesen, Hervörs Geschichte zum Beispiel hätte schon für einen guten Roman gereicht.

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L

Rezension zu "Ganze Tage im Café" von Sólveig Jónsdóttir

Düster, wie Island, mit ein bisschen Happy End! Gut zu lesen und trotzdem sprachlich kreativ!
LottaLiebtvor 4 Jahren

Ich habe den Roman sehr gern gelesen und jede einzelne Story nachvollziehen können.

Im Gegensatz zu manch anderer "Frauenliteratur" ist dieses Buch auch sprachlich "lecker". So zwischen einfach und anspruchvoll und dadurch total super! (dieser Ausdruck ist widerum total einfach ;-))

Dadurch, dass mehrere Frauen beschrieben werden, kann sich jede einen Lieblingscharakter aussuchen. Die Männer sind nicht stereotyp, wie in anderen Frauenromanen nahezu immer, mit sich "unter dem T-Shirt abzeichnenden Muskeln" und einem "Jungenhaften Lächeln" und "zerzaustem Haar" .... würg.....
Der einzige, der Muskeln hat, ist ein ehemaliger Profi-Handballspieler und das ist dann ja auch nachvollziehbar.

Die Frauen sind auch recht unterschiedlich beschrieben. Wenn man davon absieht, dass alle saufen, u.a. auch rauchen und mit allerlei Männern ins Bett gehen. Das kann zwischendurch ein bisschen auf die Nerven gehen. Vor allem, wenn man weiß, dass es da draußen auch durchaus noch andere Frauen gibt.

Das Café ist, nicht wie man denken würde ein Treffpunkt für reichlich schnatternde Gänse, sondern ein Knotenpunkt in der Geschichte, in der alle Protagonisten einmal auftauchen.
Ich denke, in diesem Fall sollte die Autorin auf diejenigen sauer sein, die einen verwirrenden Klappentext und ein irritierendes Cover gestaltet haben.

Das Ende ist versönlich und absolut zufriedenstellend. Zum Teil offen, mit einer guten Aussicht.

Absolut gelungen, aber nicht genial, deshalb nicht alle Sterne. Aber wer ist schon genial?

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teetaesschens avatar

Rezension zu "Ganze Tage im Café" von Sólveig Jónsdóttir

multiperspektivischer Frauenroman aus Island
teetaesschenvor 4 Jahren


Aus den Perspektiven von vier Frauen, Karen, Hervör, Mia und Silja wird deren Alltag in Reykjavik geschildert. 
Karen, die bei ihren Großeltern lebt, trinkt zu viel und wacht immer wieder in fremden Betten auf. Hervör jobbt nach abgebrochenem Studium im Café und wird von ihrem Gelegenheitslover hingehalten. Mia, die von ihrem Freund verlassen wurde, sitzt seither zwischen Umzugskartons. Silja, die Ärztin, erwischt ihren Ehemann mit einem »blonden Flittchen«. 
Der Perspektivwechsel, der hier kapitelweise vorgenommen wird, bereichter die Story und lässt den Roman lebendig wirken. 
Ein wirklich schöner Frauenroman, ernsthaft, lustig, melancholisch und fröhlich, der sich in einem Rutsch runterlesen lässt.  

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Gespräche aus der Community

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Eltragalibross avatar

LESECHALLENGE: Rastlos in Reykjavík

Auch in diesem Jahr starten wir wieder in die monatlichen Lesechallenges und zum Jahresanfang gibt es einen erfrischenden Roman über die Liebe und das Leben. Ganze Tage im Café erzählt vom (un-)glücklichen Single-Dasein und dem Traum von der großen Liebe - aber was ist das Entscheidende, das wirklich im Leben zählt? Findet es gemeinsam mit uns und vier jungen Frauen im düsteren und kalten Reykjavík heraus.

Am liebsten verbringen die vier jungen Frauen ihre Tage im Café und ihre Nächte auf Partys und in Kneipen, denn Reykjavik im Winter ist dunkel und kalt, ihr Alltag turbulent und chaotisch. Karen, die bei ihren Großeltern lebt, trinkt zu viel und wacht immer wieder in fremden Betten auf. Hervör, nach abgebrochenem Studium, jobbt im Café und wird von ihrem Gelegenheitslover hingehalten. Mia, die von ihrem Freund verlassen wurde, sitzt seither zwischen Umzugskartons. Silja, die Ärztin, erwischt  ihren Ehemann mit einem „blonden Flittchen“.

==> Zur LESEPROBE

Über die Autorin:
Die isländische Autorin Sólveig Jónsdóttir wurde 1982 in Reykjavík geboren und studierte in Dublin und Edinburgh Politikwissenschaft. Ihr Debütrom "Ganze Tage im Café" war wochenlang auf der isländischen Bestsellerliste. Eine Verfilmung des Buches ist auch schon in Planung.

Wer alle Aufgaben dieser Challenge erfolgreich erfüllt und dazu auch noch die meisten Punkte ergattert, der erhält ein Buchpaket vom Insel Verlag und zusätzlich ein Kaffee-Set. Für die Plätze 2-10 warten wie immer Buchpakete mit folgenden Büchern aus dem Verlagsprogramm auf euch:

    Ihr wollt teilnehmen? Dann beantwortet uns bis einschließlich 08. Januar 2014 diese Frage:

    Wie würdet Ihr Euch den isländischen Winter um die Ohren schlagen? Gebt uns eure Tipps gegen die "Januardunkelheit"!

    Im Anschluss an die Lesechallenge wird es im Februar eine Blogtour zu "Ganze Tage im Café" geben!

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    Letzter Beitrag von  Daniliesingvor 4 Jahren
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