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Mr. Rail

vor 7 Jahren

(28)

“Es war dunkel im Zimmer. Die Tastatur wurde lediglich durch das schwache Licht des Monitors angestrahlt. Im grünen Schimmer sah Sybilles halbleere Kaffeetasse gespenstisch aus.

Doch das bemerkte die Frau gar nicht, denn sie nahm die Augen nicht vom Bildschirm. Jede Zeile, die neu angezeigt wurde, fixierte sie in gespannter Erwartung, fast so, als wollte sie die gewünschten Worte heraufbeschwören. Zwischendurch nahm sie immer wieder einen Schluck Kaffee, der sie noch nervöser machte.

Sie war zu Hause. Sowohl räumlich als auch virtuell. Seit über drei Jahren war dieser Chat ihre Heimat. Vieles in ihrem realen Leben hatte sie an das virtuelle Dasein im Cyberspace angepasst.

Selbst in ihren sprachlichen Wortschatz waren Begriffe wie lol oder mombi eingeflossen.“

Es sind oft die reinen Zufälle im Leben, die dem geneigten Leser ein Buch in die Hand spülen. Man steht am Ufer des unüberschaubaren Literatur-Ozeans und mit der Flut landet ein Roman an, dessen Inhaltsangabe sofort Interesse weckt. Vom Autor hat man bisher noch nie gehört, was in meinem Fall allerdings nichts zu bedeuten hat, wusste ich doch bis zur Nobelpreisverleihung nichts von der Existenz Herta Müllers. Also frisch ans Lesen und keine Scheu vor der Überraschung, die mit sanftem Zwang zupackt.

Und groß ist sie – die Überraschung! Ich stelle fest, dass ich die Figuren aus dem Schattenraum mag, in die Handlung eintauche und in den unendlichen Weiten einer virtuellen Chat-Charade versinke. Nichts ist wie es scheint – niemand ist, wer er ist und mittendrin ein Computerspezialist, der in seiner Freizeit versucht, seiner Freundin zu helfen. Gina ist Polizistin und bittet Sven um Hilfe. Überlastung, fehlende Sachkompetenz und andere Schwerpunkte machen die Kripo rat- und hilflos im Versuch zwei Frauenmorde aufzuklären, die eine große Gemeinsamkeit aufweisen. Beide Opfer waren in den Wirren eines Erotik-Chats verstrickt und nun können vielleicht nur noch die Chatter selbst Auskunft darüber geben, auf wen sie sich eingelassen haben.

Sven registriert sich im Chat und es beginnt ein Verwirrspiel um groteske Lügen, verschleierte Identitäten und er gerät in den Strudel einer aberwitzigen Mordserie. Aber Sven wäre nicht Sven, wenn er nicht sogar in diesem Strudel denken würde, das Ruder in der Hand zu haben. Er denkt es zumindest, bis er auf die Chatterin “Löffelchen” stößt.

Der Krimi selbst, die Protagonisten und die Art, wie ich gepackt wurde haben mich veranlasst zu recherchieren. Ergebnis: hervorragende Rezensionen in unterschiedlichen Foren, mehrere Bücher und vieldiskutierte Geschichten. Grund genug, mich Sönke Brandschwert an die Fersen zu heften und ein Interview über Gott und die Welt für Lovelybooks zu führen!

http://blog.lovelybooks.de/2011/01/23/soenke-brandschwert-schattenraum-das-interview/

Autor: Sönke Brandschwert
Buch: Schattenraum
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