Sönke Neitzel Abgehört

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Inhaltsangabe zu „Abgehört“ von Sönke Neitzel

Was dachte die deutsche Generalität während des Zweiten Weltkriegs über Hitler, die Kriegslage und die Siegesaussichten? Was wusste sie über die Kriegsverbrechen? Sönke Neitzel hat die Abhörprotokolle deutscher Stabsoffiziere in britischer Kriegsgefangenschaft ausgewertet und gewährt erstmals unmittelbaren Einblick in das Wissen und Denken der Wehrmachtführung.

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  • Rezension zu "Abgehört" von Sönke Neitzel

    Abgehört
    Sokrates

    Sokrates

    24. April 2011 um 09:24

    Das Buch enthält mehr als 100 Abhörprotokolle, die Sönke Neitzel in Großbritannien für sein Buch eingesehen und ausgewertet hat. Noch im Krieg befanden sich bei den Briten deutsche Wehrmachtsoffiziere in Kriegsgefangenschaft. Da sich fast alle Kriegsgefangenen in Sicherheit wähnten, sprachen sie untereinander, in ihren Doppelzimmern oder in den Gemeinschaftsräumen recht frei über militärische Strategien, ihre persönliche Einstellung zu Hitler und den Krieg, ihr Wissen über Verbrechen der eigenen Truppe im Laufe des Krieges. ---- Sönke Neitzel hat sein Buch in zwei Teile gegliedert; seiner Arbeit voran, stellt er eine allgemeine Einführung, die auch beinhaltet, wie es zur Einrichtung dieses "Kriegsgefangenenlagers" kam, wie man dort lebte, wie sich grob der Tagesablauf abspielt. Und: dass (fast) alle Räumlichkeiten mehrfach verwanzt waren, um so sämtliche Gespräche der Offiziere abhören zu können. Aussageprotokolle, Tagebuchaufzeichnungen und ähnliche Hinterlassenschaften waren von den Beteiligten oftmals bewusst falsch verfasst und gaben nicht deren tatsächliche Meinung wider. Der erste Teil beinhaltet auch eine Auswertung der Abhörprotokolle, die letztlich das bestätigt, was man sich in Anbetracht der bekannten komplexen Vernetzungen des Krieges hat bereits denken können (und mittlerweile durch andere Quellen ebenfalls bestätigt wurde): Die überwiegende Zahl der Wehrmachtsoffiziere ging konform mit dem Dritten Reich, unterstützte es, befürwortete seine Ziele und Intentionen. Nur sehr wenige Offiziere rückten in der Gefangenschaft ab vom nationalsozialistischen Gedankengut, verstanden ihre anfängliche Sympatie für eine "Verirrung". Der Krieg wurde auch nicht von allen als verloren und sinnlos angesehen; viele glaubten noch an einen Sieg der Deutschen. Die Kenntnis von Verbrechen der Wehrmacht und der Nationalsozialisten im Allgemeinen konnte nicht bei allen Kriegsgefangenen ausdrücklich nachgewiesen werden; bei manchen schon. Eine Verallgemeinerung kann also auch hier nicht gemacht werden, jeder Einzelfall muss immer betrachtet werden. ---- Geschichtswissenschaftlich halte ich diese Publikation für sehr wichtig und interessant; sie schließt Lücken, die unerlässlich sind für eine bessere Interpretation und einem besseren Verständnis der Vor- und Kriegssituation und zum Funktionieren des NS-Staates. Da das Buch zu 3/4 aus Abhörprotokollen besteht, bleiben als interpretierender, erklärender Teil nur das Vorwort und die kurze Einschätzung Neitzels'. Wer dieses Buch gerne lesen möchte, der beachte dies; es ist m.E. eher eine wissenschaftliche Fachpublikation. Wer als historisch-interessierter Laie lieber eine Auswertung der gezogenen Erkenntnisse lesen möchte, der suche besser nach anderer Literatur als dieser.

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