Sönke Zander

 3,5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor*in von Trauertage, Die Irrfahrten des Herrn Adomait und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Sönke Zander hat bereits einiges an Werken publiziert, wissenschaftliche Arbeiten, Theaterstücke, einen Erzähl- und einen Lyrik­band. Seine Schulzeit verbrachte er in Berch­tesgaden. Nach einem Intermezzo bei der Seefischerei war er Lehrer auf der Schwä­bischen Alb und in Schwäbisch Gmünd, später wissenschaftlicher Assistent für Didaktik der deutschen Sprache an der Uni Bremen und dann Lehrer in Nordenham, wo er schon lange lebt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Sönke Zander

Cover des Buches Die Irrfahrten des Herrn Adomait (ISBN: 9783866857407)

Die Irrfahrten des Herrn Adomait

(1)
Erschienen am 22.01.2020
Cover des Buches Trauertage (ISBN: 9783866859159)

Trauertage

(1)
Erschienen am 21.09.2022
Cover des Buches alles in vierzehn Zeilen (ISBN: 9783866858800)

alles in vierzehn Zeilen

(0)
Erschienen am 10.02.2022
Cover des Buches Auch das Meer ist nicht unendlich (ISBN: 9783866857612)

Auch das Meer ist nicht unendlich

(0)
Erschienen am 25.06.2024

Neue Rezensionen zu Sönke Zander

Cover des Buches Trauertage (ISBN: 9783866859159)
Trishen77s avatar

Rezension zu "Trauertage" von Sönke Zander

Trishen77
Lyristix

ie Einträge in Sönke Zanders lyrischem Tagebuch reichen vom 25.02. bis zum 04.08.2022 und sind komplett in Sonetten verfasst. Es kein Dokument AUS dem Krieg in der Ukraine, sondern ein Blick auf den Krieg, hauptsächlich im Kontext der medialen Berichterstattung und der Debatten in Deutschland, sowie der Kindheit des Autors, der 1940 geboren wurde, also noch den Zweiten Weltkrieg miterlebte.

Dennoch gibt sich der Band sehr involviert und ist bemüht, dies durch Bezüge auf größere Zusammenhänge und die Biographie des Autors glaubhaft zu machen. Ich will dem Autor seine Anteilnahme auch keineswegs absprechen, zumal er seine Warte mitunter klug reflektiert. Doch obwohl ich manche seiner Ansichten teile, manche seiner Verlautbarungen gut finde, ist da ein tiefes Unbehagen: inwieweit spricht hier jemand für sich, inwieweit für/über andere? Diese Gedichte mussten wohl geschrieben werden - aber was bedeutet es, sie zu veröffentlichen? Wie lesen wir (hier auf Instagram) sie, wie lesen sie Betroffene?

Man merkt den Gedichten an, dass sie, bei aller Klarheit, versuchen, nicht zu sehr in einen Sprech zu verfallen und trotz deutlicher Positionen und Meinungen nicht wie Parolen zu klingen, vielschichtiger zu sein. Von einigen Ausnahmen abgesehen, sind es dennoch: Ansagen, Aufrufe, Anklagen. Kleine Manifeste. Schreie der Wut, Schreie der Verzweiflung. Nichts menschlicher als das (angesichts des (Un)Menschlichen).

Alles in allem beschäftigt mich nach der Lektüre nicht so sehr der Band selbst, sondern vielmehr die Frage: wie wird über Krieg geschrieben, über Gewalt? Sind die Ergebnisse Dokumente der Anteilnahme? Der eigenen Angst, des möglichen Ausgeliefertseins? Der Scham, verschont zu sein, nicht betroffen zu sein? Der Hoffnung verschont zu bleiben?

Sie können manches/alles davon zugleich sein. Und sind es vielleicht auch.

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