S. Craig Zahler

 3.5 Sterne bei 10 Bewertungen

Alle Bücher von S. Craig Zahler

S. Craig ZahlerWie Schatten über totem Land
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Wie Schatten über totem Land
Wie Schatten über totem Land
 (5)
Erschienen am 15.12.2017
S. Craig ZahlerDie Toten der North Ganson Street
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Die Toten der North Ganson Street
Die Toten der North Ganson Street
 (5)
Erschienen am 08.08.2016
S. Craig ZahlerMean Business on North Ganson Street
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Mean Business on North Ganson Street
Mean Business on North Ganson Street
 (0)
Erschienen am 30.09.2014

Neue Rezensionen zu S. Craig Zahler

Neu
Flaventuss avatar

Rezension zu "Wie Schatten über totem Land" von S. Craig Zahler

Überraschend gut erzählt
Flaventusvor 6 Monaten

In diesem überaus (und überraschend) gut geschriebenen Western mit ausgeprägten Horrorelementen wird der schon oft gestellten Frage nachgegangen: Wie weit darf man gehen, um ein Leben zu retten?

 

Nicht neu

Im Grunde genommen ist die erzählte Story nicht neu. Eine Familie reitet zu Beginn des 19. Jahrhunderts im us-amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet aus, um zwei entführte und zur Prostitution gezwungenen Schwestern zu retten. Der Leser wird viele Elemente wiedererkennen, denn zahlreiche Filme und Bücher erzählen eine ähnliche Geschichte.

Das, was diesen Roman dennoch lesens- und empfehlenswert macht, ist die Art und Weise, wie Zahler diese Geschichte zu erzählen vermag.

 

Für das Genre überraschend

Zahler verwendet eine verspielte Sprache, wie ich sie in einem Western mit markanten Horroreinschlägen bis dato nur selten zu Gesicht bekommen habe. Dieses Spiel mit der Sprache ist hier gekonnt in Szene gesetzt, dass ich fast vergessen könnte, dass sich das Buch zuweilen arg brutal und bluttriefend präsentiert.

Gleichermaßen setzt Zahler gekonnt das Stilmittel der Rückblende ein. Im fließenden Text und innerhalb der Erzählung schleichen sich immer wieder Rückblenden zu den früheren Ereignissen der Protagonisten ein, die der Handlung Leben verleihen und den Spannungsbogen der Erzählung erhöhen.

Das Buch zeigt, dass es nicht wahnwitzige Wendungen in der Geschichte geben muss, damit Spannung aufkommt. Ein linear erzählte Geschichte kann ebenso spannend sein, so wie dieses Buch zeigt. Neben den schon erwähnten zum Teil recht explizit beschriebenen Gewaltszenen dürfen in einem solchen Buch natürlich die Actionszenen nicht fehlen, die der Geschichte einen runden Schliff verleihen.

 

Fazit

Ich persönlich bin von der Klasse der Erzählung, die ich mit diesem Buch präsentiert bekommen habe, überrascht worden. Das Spiel mit der Sprache, die gut ausgearbeiteten Charaktere und der interessante Erzählstil haben mir ein Leseerlebnis beschert, das ich allen (erwachsenen) Lesern nur empfehlen kann. Natürlich darf dieser der ein oder anderen expliziten Gewaltdarstellung nicht abgeneigt sein. Dann ist eine überraschend gute Leseerfahrung beinahe garantiert.


Diese und andere Buchbesprechungen finden sich auf meinem Bücherblog.

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KruemelGizmos avatar

Rezension zu "Wie Schatten über totem Land" von S. Craig Zahler

Rezension zu Wie Schatten über totem Land
KruemelGizmovor 7 Monaten

1902 – in Catacumbas, Mexiko werden die entführten Plugford-Schwestern zur Prostitution gezwungen. Um sie zu befreien zieht eine Gruppe unterschiedlichster Charakter nach Mexiko und finden sich in einer Hölle wieder, in der sich die schlimmsten menschlichen Abgründe auftun…

 

Wie Schatten über totem Land („Catacumbas“) stammt aus der Feder von S. Craig Zahler.

 

Die Plugford-Schwestern wurden entführt und werden in Catacumbas in Mexiko zur Prostitution gezwungen. Ihr Vater, ihre Brüder, Patch-up, der im Buch immer wieder rassistisch als „Neger“ oder schlimmeres bezeichnet wird aber eigentlich zur Familie gehört, der Indianer Deep Lakes und Long Clay, der Revolverheld machen sich auf den Weg sie zu befreien. Da keiner von ihnen spanisch spricht heuern sie Nathaniel Stromler an, der nicht ahnt worauf er sich bei dieser Rettungsmission einlässt und in eine Geschichte hineingezogen wird, die sein Leben und sein Wesen für immer verändern wird.

 

Wie Schatten über totem Land war der erste Western den ich gelesen habe, aber der Klappentext sprach mich irgendwie an und so wollte ich dieses für mich neue Genre mal ausprobieren. Bei diesem Buch handelt es sich nicht um eine klassische Westerngeschichte und so konnte mich dieses Buch doch zum größten Teil sehr schnell für sich einnehmen.

Die Geschichte ist brutal und schonungslos und nimmt bei den Beschreibungen oftmals kein Blatt vor den Mund, manche Szenen waren für mich persönlich dann auch fast zu viel und ich musste schnell darüber hinweg lesen, es ist auf jeden Fall kein Buch für zartbesaitete Leser.

 

Die unterschiedlichen Charaktere, die hier zusammengewürfelt wurden, waren sehr interessant und reichten vom eiskalten, gewissenlosen Revolverhelden bis zum Gentleman, der Gewalt ablehnt. Teilweise machen die Charaktere Entwicklungen durch, die der schrecklichen Situation geschuldet sind, und ihr Leben nachhaltig verändern, was einzelnen Protagonisten mehr Tiefe verlieh.

 

Die Rettungsmission endet in einem brutalen, gewalttätigen und actionreichen Showdown, bei dem auch schonungslos alle möglichen menschlichen Grausamkeiten ausgelebt werden um ein Ziel zu erreichen. Das Ende hält auch nicht wirklich ein Happy End für den Leser bereit, was ich nach der doch sehr düsteren Geschichte als sehr passend empfand.

 

Mein Fazit:

Mein erster Western, spannend geschrieben aber manchmal auch fast ein wenig zu brutal für mich persönlich.

Kommentare: 8
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yellowdogs avatar

Rezension zu "Wie Schatten über totem Land" von S. Craig Zahler

Prosa, stechend wie Skorpione in der Kehle!
yellowdogvor 7 Monaten

Die Ausgangsidee dieses düsteren Romans ist nicht unbekannt, z.B. The Missing oder The Searchers, aber immer wieder spannend. Es ist 1902. Zwei Schwestern wurden entführt.
Es startet besonders drastisch mit dem Leid der entführten Frauen. Interessant wird es, wenn die verschiedenen Protagonisten des Romans in den kommenden Kapiteln wechselnd vorgestellt werden und sich das Rettungsteam formiert, dass dann bald die Grenze nach Mexiko überschreitet. Ziel ist Catacumbas.
Der Originaltitel Wraiths of the Broken Land ist vielleicht noch passender als der Deutsche.

Der Dandy Nathaniel Stromler ist eine zentrale Figur. Er taugt als neutrale Figur, da er eigentlich nichts mit dem Vorfall der Entführung zu tun hat und die Truppe nur anfangs als Übersetzer begleitet.
In der Gruppe sind auch der Vater und die Brüder der entführten Frauen dabei sowie Long Clay, ein Revolvermann, dann noch der schwarze Patch-Up und der Indianer Deep Lakes.

Von Anfang an ist eine starke Atmosphäre beim Lesen zu spüren, die bildhaft erzeugt wird und an Filme erinnert.
Der Roman hat harte, fast unmenschliche Szenen, aber die tragenden Figuren sind nicht alle abgestumpft.
Bei der Ausbildung des Plots streift der Autor einige wichtige Themen der beschriebenen Zeit und Kultur, z.B. die Distanz zwischen US-Amerikaner und den Mexikanern.
Die Abschnitte mit dem mexikanischen Balladensänger Humberto haben mir auch gut gefallen, auch wenn er früh aus dem Buch scheiden muss.
Als einzigen Kritikpunkt möchte ich äußern, das die späten, finalen Kampfesszenen etwas statisch ausfallen.

Literarisch ist vielleicht Joe R.Lansdale ein guter Vergleich, aber der Autor S.Craig Zahler ist jünger, eine andere Generation. Er schreibt ausdrucksstark und scheut auch das Extreme nicht.

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