S. Craig Zahler Die Toten der North Ganson Street

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Inhaltsangabe zu „Die Toten der North Ganson Street“ von S. Craig Zahler

Die Bewohner nennen ihre Stadt Shitopia, weil es seit Langem nur bergab geht, die Kriminalitätsrate mit jedem Tag steigt und nicht einmal die Tauben sie lebenswert finden. Kein Detective tritt hier freiwillig seinen Dienst an. Hierhin wird man strafversetzt. Denn es ist die Hölle auf Erden.
Weil seine Vorgesetzten ihn für den Selbstmord eines Geschäftsmannes verantwortlich machen, muss Jules Bettinger das sonnige Arizona verlassen und mit seiner Familie ins eiskalte Missouri ziehen. Sein neuer Einsatzort ist Victory, doch die Stadt ist alles andere als ein Gewinn. Die Polizeibehörde ist sträflich unterbesetzt, auf jeden Ermittler kommen gefühlt siebenhundert Straftäter. Dennoch wird Bettinger von den neuen Kollegen alles andere als willkommen geheißen. Um mit ihnen warmzuwerden, bleibt ihm allerdings kaum Zeit: Einer nach dem anderen wird auf grausame Art ermordet …

Sarkasmus und schwarzer Humor, gespickt mit der Brutalität in den Straßen von Shitopia. Das ist nicht für jeden was.

— Kaisu

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    Die Toten der North Ganson Street

    Kaisu

    28. April 2017 um 11:18

    Inhalt: Die Bewohner nennen ihre Stadt Shitopia, weil es seit Langem nur bergab geht, die Kriminalitätsrate mit jedem Tag steigt und nicht einmal die Tauben sie lebenswert finden. Kein Detective tritt hier freiwillig seinen Dienst an. Hierhin wird man strafversetzt. Denn es ist die Hölle auf Erden. [Suhrkamp Verlag] Meine Meinung: Wenn ein Stadtteil „Shitopia“ genannt wird, wird das mit Sicherheit seine Gründe haben. Kommen dann noch ca. 700 Kriminelle auf einen Polizisten, dann ist die Vorfreude auf den neuen Job und eine unbekannte Stadt sicherlich riesig! Nicht. Jules Bettinger lässt das auch deutlich den Leser spüren. Trotzdem kneift er die Arschbacken zusammen und stellt sich der Herausforderung. Zarte weiße Blümchen und rosa Seidenpapier sucht man in dem Buch vergebens. Hier geht es rau und hart zur Sache. „Ist das Diner halbwegs erträglich?“ „Was?“, fragte Dominic, ohne hochzusehen. „Ist das Diner halbwegs erträglich? Claude’s?“ „Ekelhaft.“ „Wo geht man hier in der Gegend essen?“ „Claude’s.“ „Obwohl das Essen schlecht ist?“ „Es gibt zwei Gerichte, die einen nicht umbringen.“ (S.57) Auch wenn man Anfangs denkt: Auf was hab ich mich da eingelassen? Bei den Sprüchen, die hier gekloppt werden, kann doch nichts Gutes bei rum kommen. Nicht täuschen lassen. Die Story hat es in sich und bietet weit mehr als man vermuten mag. Positiv fand ich die direkte Art der Polizisten. Man muss hart sein, also ist man hart. Zumindest nach außen. Die Familie wird nicht mit reingezogen. Nicht bei den grausamen Morden die hier passieren und sich scheinbar gezielt gegen Polizisten richten. Da muss der weiche Kern gut verschlossen bleiben. „Sie leben in einer Postkartenidylle“, erwiderte Dominic. „Ich werde Sie mal richtig ins Bild setzen.“ (S.153) Zudem hat S.Craug Zahler eine wunderbare Bildsprache. Ich musste öfters schmunzeln, die Stirn vor Ekel kraus ziehen und gegen Ende kam das leise Herzklopfen, wenn man sich dem finalen Showdown nähert. Unterhaltung pur. Negatives gibt es eigentlich nichtt. Eher dezente Längen, die man hätte umschippern können und es gab 1-2 Momente wo man direkt spürte, was einen am Ende des Kapitels erwartet, da man den typischen Aufbau aus zig anderen Krimis und Thrillern kennt. Dennoch haute das jeweilige Ende ordentlich rein. Fazit: Mit dem sarkastischen und zeitgleich super sympathischen Schreibstil hat sich der Autor einen Bonuspunkt in meinem Leserherz verdient. Daher kann ich das Buch auch ohne Umschweife zu einem Lesetipp erklären!

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  • Nichts als dumpfe Gewalt

    Die Toten der North Ganson Street

    TheRavenking

    21. August 2016 um 12:57

    Die Bewohner nennen ihre Stadt Shitopia, weil es seit Langem nur bergab geht, die Kriminalitätsrate mit jedem Tag steigt und nicht einmal die Tauben sie lebenswert finden. Kein Detective tritt hier freiwillig seinen Dienst an. Hierhin wird man strafversetzt. Denn es ist die Hölle auf Erden. Weil seine Vorgesetzten ihn für den Selbstmord eines Geschäftsmannes verantwortlich machen, muss Jules Bettinger das sonnige Arizona verlassen und mit seiner Familie ins eiskalte Missouri ziehen. Sein neuer Einsatzort ist Victory, doch die Stadt ist alles andere als ein Gewinn. Die Polizeibehörde ist sträflich unterbesetzt, auf jeden Ermittler kommen gefühlt siebenhundert Straftäter. Dennoch wird Bettinger von den neuen Kollegen alles andere als willkommen geheißen. Um mit ihnen warmzuwerden, bleibt ihm allerdings kaum Zeit: Einer nach dem anderen wird auf grausame Art ermordet … Vor einigen Jahren las ich S. Craig Zahlers Drehbuch „The Brigands Of Rattleborge“ und war recht beeindruckt davon. Es war ein äußerst blutrünstiger, aber fesselnd erzählter Western mit einer, um Joe R. Lansdale zu zitieren: „unverwechselbaren Stimme“. So war es nur folgerichtig, dass ich nun auch Zahlers erstem in Deutschland veröffentlichtem Roman mit Interesse begegnen würde. Ähnlich wie True Detective Schöpfer Nic Pizzolato ist auch Zahler jemand, der versucht sowohl in Hollywood als auch in der literarischen Welt Fuß zu fassen. Allerdings gelang ihm dies, vermutlich wegen der extrem gewalttätigen Natur seiner Werke bisher nicht besonders gut. Immerhin erwarb kein geringerer als Superstar Leonardo Di Caprio die Rechte an dem vorliegenden Roman. Zusammen mit Jamie Foxx sollte er die Hauptrollen verkörpern, doch dann verschwand das Projekt kurz vor Drehbeginn in der berüchtigten „development hell“. Wegen eines beruflichen Schnitzers wird Detective Jules Bettinger aus dem sonnigen Arizona nach Missouri versetzt. Die Stadt Victory ist eine abstoßende Kloake voller kaputter und krimineller Gestalten. Bettinger, der zu Hause Frau und Kind hat, muss sich durch einen Dickicht von Hass und Gewalt kämpfen. Sein Partner ist ausgebrannt und verbittert, die Stadt ist fest im Griff der organisierten Kriminalität. Zunächst werden Prostituierte ermordet, dann gerät auch die Polizei selbst ins Fadenkreuz der Kriminellen. Gleich der Beginn dieses Buches ist schockierend, oder ich vermute mal, dass dies die ursprüngliche Intention des Autors war, den Leser aufzurütteln, ihm klarzumachen: Hey, das ist keine nette Geschichte über sonnige Gemüter, sondern ein schmutziger, gemeiner Alptraum über kranke, abstoßende Menschen. Ein paar Gangster überfallen einen Obdachlosen und foltern ihn, indem sie… Na ja, sagen wir mal, auf eine wirklich ausgefallene Art und Weise, auf die man so nicht unbedingt kommen würde. Manch einer könnte sich fragen, was genau in Herrn Zahlers Kopf vor sich geht, dass er sich wo etwas ausdenkt? Auf mich wirkte diese Zurschaustellung roher Gewalt allerdings eher übertrieben, fast schon parodistisch in ihrer Überzogenheit. Man merkt schnell: Subtilität ist nicht unbedingt die große Stärke des Autors. Zudem wurde der Gag mit der Dauer schal, nach der x-ten Atrozität hatte ich keine Lust mehr zu lachen, hier wäre weniger wirklich sehr viel mehr gewesen. Zahler türmt Abscheulichkeit auf Abscheulichkeit, ich hatte fast das Gefühl, als hätte er eine Liste mit Geschmacklosigkeiten erstellt, die man so noch nie in einem Buch zu lesen bekommen hat, und sich gesagt: Ha! Das packe ich jetzt alles in meinen Roman, damit ihr auch alle merkt wie mutig und subversiv ich bin! Sicher, es gibt einige großartige Bücher, die voller perverser, verstörender, gewalttätiger Szenen sind. Cormac McCarthys Blood Meridian, American Psycho, die Werke James Ellroys. Aber verglichen mit diesen Herren wirkt Zahler wie ein vorlauter Jugendlicher, der seine Idole übertrumpfen möchte, indem er noch lauter brüllt und alles bis zur Schmerzgrenze ausreizt. Wie sagte Philippe Djian so schön: „Stil zu haben, heißt aufzuhören, bevor es zu viel wird.“ Die Toten der North Ganson Street ist eine zutiefst unangenehme und letztendlich auch fürchterlich langweilige und nichtssagende Leseerfahrung. Der Unterschied zwischen diesem Werk und denen der genannten Autorengrößen ist etwa so groß wie der zwischen einem schaurig schönen Gemälde von Hieronymus Bosch und einer ungelenk dahingerotzten obszönen Zeichnung an der Wand einer schmutzigen Unterführung.

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