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MelE

vor 2 Jahren

(11)

"Eisige Schwestern" ist gleichermaßen Drama, Psychothriller und Geistergeschichte und konnte mich deshalb sehr fesseln. Unvorhersehbar und  voller Überraschungen konnte ich mich komplett auf die Story einlassen, die wenn man das Cover des Thrillers näher betrachtet, schon aussagt, um was es letztendlich gehen wird. Wir haben eine Story voller Schuldgefühle, die eine Familie entzweit, regelrecht auseinander brechen lässt. Für Kirstie, die ihren Zwilling verloren hat, so verwirrend, dass sie selbst nicht mehr weiß, welches der Mädchen sie ist und sich selbst als ihre verstorbene Zwillingsschwester ausgibt. Vielleicht ist es auch tatsächlich Kirstie, die verstorben ist? Nach und nach kommen wir als Leser dem Geheimnis auf die Spur und auch wenn die Story zwischenzeitlich förmlich dahinplätschert, nimmt sie am Ende mächtig an Fahrt auf und gibt dem Thriller den Kick, den ich anfangs vermisst habe. Was als Familiendrama beginnt, nimmt irgendwann eine Wendung, die eines Thrillers würdig ist. Natürlich erfüllt er einige Klischees, die aber dennoch einen gewissen Sog auf mich ausüben konnten. Leichter Grusel und das Paranormales runden ab und gaben mir eine gewisse Zufriedenheit am Ende, wobei ich nur Mutmaßungen anstellen konnte, denn eine wirkliche Auflösung gibt es nicht. Das Ende ist nicht offen, sondern regelrecht gespenstisch.

Letztendlich lesen wir mit "Eisige Schwestern"einen Psychothriller, der emotional noch zu überbieten wäre, aber dennoch klar macht, wie zerrissen Eltern, Mütter insbesondere sind, wenn sie sich erstens schuldig fühlen am Tode ihres Kindes und dieses vielleicht auch hätten verhindern können, wenn sie nicht so selbstsüchtig gewesen wären. Es ist eine Art Verdrängung, die sich irgendwann mit einem riesigen Knall entlädt und überraschen konnte. Das Drama innerhalb der Hinterbliebenen - Verwaiste Eltern und Schwestern ist wirklich hart und eine Offenbarung, wie sehr es auch psychisch belastet. Innerlich zerrissen kann Kristie nur durch eine List, sich der Liebe ihrer Mutter sicher sein. Schmerzlich und Bewegend, welche Auswirkungen dieses annimmt und in mir macht sich leichte Verbitterung, Unglaube und auch ein klein wenig Wut breit. Letztendlich muss Kristie / Lydia ihren Schmerz alleine bekämpfen und kann sich dabei niemanden wirklich offenbaren. Sie mutiert zur Außenseiterin und ihr Verhalten ist definitiv beängstigend.

Fazit: Großartiges Drama, welches in einem echten Psychothriller endet. Schade nur, dass sich der Spannungsaufbau nicht sofort entdecken ließ, sondern erst zum Ende hin erwacht und mich sprachlos zurücklassen konnte. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an einen Thriller, der einfach nur spooky ist und mich mit der Frage zurücklässt, was Wirklichkeit war und was Fiktion. Ein genialer Schreibstil und eine Emotionalität die fast schon erschlägt, lassen "Eisige Schwestern" zu einem ganz besonderen Buch werden, welches mich bestens unterhalten hat.

Autor: S. K. Tremayne
Buch: Eisige Schwestern
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