S. Yates Pilgertipps & Packliste Jakobsweg: Was mit muss und was zu Hause bleiben kann.

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Inhaltsangabe zu „Pilgertipps & Packliste Jakobsweg: Was mit muss und was zu Hause bleiben kann.“ von S. Yates

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  • "Und so addieren sich auch im Rucksack die Gramme schnell zu Kilos auf."

    Pilgertipps & Packliste Jakobsweg: Was mit muss und was zu Hause bleiben kann.
    R_Manthey

    R_Manthey

    30. July 2015 um 12:08

    Die meisten Pilger, die sich auf den Jakobsweg begeben, haben wohl noch nie zuvor einen solchen Fußmarsch mit Gepäck absolviert. Deswegen besitzen sie auch kaum eine gefühlte Vorstellung von den Schmerzen, die auf sie zukommen. Wenn ich raten müsste, dann würde ich vorhersagen, dass man in den meisten Rucksäcken mehr als die Hälfte des Inhalts nicht wirklich braucht. Weil Erfahrungen fehlen und weil man Angst hat, dass man in irgendwelche Schwierigkeiten kommt und dann etwas nicht parat hat, packt man fast immer viel mehr ein als man am Ende braucht. Das ist bei einer solchen Wanderung nicht anders als bei einer beliebigen anderen Reise. Doch auf dem Pilgerweg muss man seinen Rucksack über Tage und viele Kilometer oft in großer Hitze selbst schleppen. Jedes Gramm, das man sinnlos trägt, wird man schnell verfluchen, weil es den Schmerz erhöht, den man nach den ersten Tagen im untrainierten Körper spüren wird. Aus diesem Grunde sind Ratgeber von Menschen willkommen, die über genügend Erfahrungen verfügen, um anderen wertvolle Tipps zu vermitteln. Die Autorin dieser kleinen Broschüre wanderte bereits nach eigenen Angaben über 6000 km auf europäischen Pilgerpfaden und war außerdem in Pilgerherbergen als Helferin tätig. Was man aus ihrem Text mitnehmen kann, sind erstens Vorstellungen, was einem auf dem Pilgerweg und in den Herbergen erwartet und zweitens Hinweise für die zweckmäßige Ausrüstung. Aus meiner Sicht würde ich die Hinweise zur Ausrüstung als Resultat des gesunden Menschenverstandes und einer gewissen Wander-Erfahrung unter ähnlichen topografischen und klimatischen Verhältnissen bezeichnen. Eigentlich könnte man auf die meisten Ratschläge mit ein wenig Vernunft und eigener Erfahrung auch selbst kommen. Glaubt man allerdings der Autorin und anderen Ratgebern, dann scheint es damit bei vielen Pilgern nicht weit her zu sein. Konkrete Tipps zu bestimmten Ausrüstungsgegenständen gibt die Autorin absichtlich nicht. Nur bei ihren Wanderschuhen wird sie konkret und nennt eine Marke. Diese gute Erfahrung kann ich an dieser Stelle nur aus vollem Herzen bestätigen. Interessant werden die Tipps von Frau Yates immer dann, wenn sie sie in Zusammenhang zu den Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten bringt. In diesem Sinne lohnt sich die Anschaffung des Buches bestimmt, wenn man sich tatsächlich auf den Jakobsweg machen möchte. Am Ende der Broschüre findet man zahlreiche konkrete Hinweise und Links zu Seiten, die nützlich für eine solche Tour sein können. Der Text gliedert sich in drei Teile und einen Anhang. Zunächst gibt die Autorin einige "allgemeine Pilgerinformationen" weiter, daran schließen sich "allgemeine Überlegungen zur Ausrüstungsbeschaffung" an. Der letzte Abschnitt behandelt dann die Ausrüstung etwas konkreter. Man merkt dem Text leider an, dass er keinen Lektor gesehen hat. Das ist zwar für den Inhalt unwesentlich, hat aber wenigstens mir das Lesen nicht besonders angenehm gemacht. Neben der nicht immer glücklichen Formatierung fallen auch einige ungewöhnliche Satzzeichen auf, die man aus dem SMS-Kauderwelsch kennt oder so noch nie oder selten gesehen hat. Ein Lektor hätte sicher auch einige merkwürdige Formulierungen gestrichen ("Viel wenig macht ein viel!", S. 27), überflüssige Wiederholungen bemerkt, den Text gestrafft und ihn übersichtlicher gemacht. Wer sich auf den Pilgerweg machen möchte, findet in dieser Broschüre viele wichtige Hinweise, insbesondere dann, wenn er noch nie vorher eine solche Wanderung unternommen hat oder noch nie unter solchen klimatischen Verhältnissen gewandert ist. Praktische Erfahrungen anderer zahlen sich immer auf, egal, ob man ihnen nun folgen kann oder möchte. In diesem Sinne empfiehlt es sich durchaus, diese Broschüre vor der Pilgerfahrt lesen.

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