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DianaE

vor 4 Monaten

(6)

S.J. Kincaid – Diabolic – Vom Zorn geküsst


Jeder sieht in ihr nur eine genmodifizierte Kreatur, einen Killer der ohne zu zögern seinen Besitzer beschützt. Ein Killer ohne Gefühle, ohne eigene Meinung, ohne einen anderen Lebenssinn.

Nemesis war noch sehr jung als sie auf Sidonia, die Senatorentochter von Imperian, geprägt wurde. Um sie zu beschützen muss Nemesis an den Kaiserhof, denn Kaiser Randevald sind die Machenschaften des Senators ein Dorn im Auge.

Dort angekommen muss Nemesis alias Donia den Anfeindungen begegnen, denn die „bessere“ Gesellschaft will sie für die Fehler ihres Vater büßen lassen. Auch der Sucessor Primus Tyrus, der Neffe des Kaisers, scheint in seiner eigenen Welt zu leben.

Je länger Nemesis dort ist umso mehr wird sie in den Machenschaften der Grandiloquay verstrickt. Freund und Feind kann man nicht länger unterscheiden und um zu überleben müssen Bündnisse geschlossen werden, die lebensgefährlich sein können.


Ich bedanke mich herzlich für das Rezensionsexemplar über das ich mich sehr gefreut habe. Natürlich beeinflusst dies meine ehrliche Meinung nicht.


Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen, nach einer kurzen Zeit wird das Buch zum richtigen Pageturner, denn man will unbedingt wissen, wie es weiter geht.

Die Handlung selbst ist temporeich, kreativ und komplex, es gibt Überraschungen und nicht vorhersehbare Wendungen, was die Story spannend macht.

Die Grundstimmung des Buches ist eher düster, wird aber auch immer wieder durch emotionale und humorvolle Szenen aufgelockert.

Der Spannungsbogen wurde überwiegend im gesamten Buch aufrecht erhalten, sodass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte.


Ich konnte mich sehr gut in die Gefühlswelt der Hauptperson, Nemesis, rein versetzen, die mir sofort sympathisch, etwas distanziert und gut ausgearbeitet erschien. Hierbei handelt es sich um eine Diabolic, die nur für ihre Besitzerin lebt und sie um jeden Preis, auch um ihr eigenes Leben, beschützen will. Am Anfang wirkt sie distanziert und kalt, aber im Verlaufe des Buches macht sie eine Wandlung durch, und steht vor einigen Entscheidungen, die sie zu ihrem persönlichen Wohl fällen muss. Da sie plötzlich auf sich allein gestellt ist, ist es interessant mitzuerleben, wie sie sich entwickelt.

Tyrus, der um zu überleben eine ganz besondere Strategie entwickelt hat, hat sich genau so entwickelt, wie ich es vermutet habe, und dieser Charakter gefiel mir besonders gut, da er so komplex und facettenreich war. Wir erfahren erst sehr spät mehr über ihn, aber wenn wir dann einen Blick hinter seine Fassade werfen ist dieser Charakter sehr faszinierend.

Sidonia, die Senatorentochter, war mir persönlich zu übertrieben, vor allem in ihren Reaktionen Nemesis gegenüber. Sie will, das Nemesis unabhängig ist, sie will nur das Beste für ihre Diabolic, sieht sie als Mensch und hat sie tief in ihr Herz geschlossen, was eigentlich sehr schön ist, dennoch konnte ich mich mit ihr nur wenig anfreunden, obwohl ich ihre Beweggründe durchaus verstand.


Auch die weiteren Charaktere waren mir je nach Rollenverteilung sympathisch/unsympathisch, gut ausgearbeitet und haben die Geschichte insgesamt gut abgerundet.

Alle Charaktere sind detailreich beschrieben, glaubhaft dargestellt, facettenreich, wirken lebendig und es machte mir beim Lesen Spaß, mit ihnen Zeit in ihrer Welt zu verbringen.

Die Handlungsorte sind bildhaft beschrieben, was mich noch besser in die Geschichte hinein finden ließ.


Dieses Buch war mitreißend und bereitete mir Freude beim Lesen.

Der Roman ist in der Ich-Perspektive/aus der Sicht von Nemesis geschrieben.

Obwohl die Handlung in diesem Buch abgeschlossen ist, könnte ich mir eine Fortsetzung zu diesem Buch gut vorstellen.


Ein Fantasy-Erlebnis, das die Langeweile vertreibt und ein paar schöne und spannende Lesestunden garantiert, trotzdem gibt es auch ein paar Kritikpunkte:

Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und obwohl es sich hierbei um ein sehr dickes Buch handelt, hätte man die letzten 4 Wochen etwas ausführlicher gestalten können.

Auch wenn es sich hier um eine Fiktion handelt war ich mit einigen Szenen nicht so glücklich, die gerade auf Rauschmittelmissbrauch beruhen. Natürlich kann man anführen, das genau diese Szenen „die schlechte Gesellschaft“ verdeutlichen sollen, mir persönlich war es dann doch zu viel.


Das Cover ist ein Blickfang, zwar ist es in düsteren Farben gehalten und nicht besonders aussagekräftig für die Story, dennoch sind hier die Grundzüge der Diabolic sichtbar, und mir gefällt es gut.


Fazit: spannende, clevere Fantasy-Story


Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4 Sterne.

Autor: S.J. Kincaid
Buch: Diabolic
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