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Uwes-Leselounge

vor 2 Monaten

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Die einzige Tochter und Erbin des Hauses Impyrean, Sidonia, soll laut dem Willen ihrer Eltern nicht schutzlos aufwachsen. Deshalb bekommt sie Nemesis, eine Diabolic, zur Seite gestellt. Nemesis wird auf Sidonia geprägt und beide wachsen gemeinsam, wie Geschwister auf. Nemesis würde sie mit ihrem Leben beschützen, komme was wolle, denn Gefühle sind den Diabolics fremd. Einzig ihre Loyalität und das Wohlergehen gegenüber dem Geprägten zählen für sie. Sidonias Vater zieht durch diverse Aktivitäten immer mehr den Zorn des Kaisers auf sich und rückt so auch seine Familie ins Blickfeld. Deshalb ist es kaum verwunderlich, als Sidonias Eltern eine Nachricht erhalten, welche ihre Tochter an den kaiserlichen Hof bestellt. Ihnen schwant Böses und deshalb beschließen sie an Stelle von Sidonia Nemesis zu schicken, da niemand weiß, wie ihre Tochter in Wirklichkeit aussieht. Obwohl dies für Nemesis bedeutet Sidonia zurück zulassen, ist sie der Meinung, das Richtige zu tun. In ihren Augen ist Sidonia zu weich und zartbesaitet, um dort zu leben.

Am kaiserlichen Hof, dem sogenannten Chrysanthemum angekommen, merkt Nemesis schnell, dass das Leben hier voller Gefahren und Intrigen ist und sieht sich in ihren Vermutungen hinsichtlich Sidonia bestätigt. Doch auch Nemesis muss aufpassen, sich nicht als Diabolic zu verraten. Dies wird noch schwieriger, als sie auf Tyrus, den Neffen des Kaisers, trifft. Eine explosive Mischung aus Kraft, Zorn und unbändigem Willen und jeder Menge Machtspielchen beginnt, in der Autorin S. J. Kincaid in einer atemberaubenden Kulisse die Geschichte erzählt.

Ich war sehr neugierig auf "Diabolic - Vom Zorn geküsst" und hatte große Erwartungen, vielleicht zu Große. Denn gerade zum Beginn bzw. die ersten knapp 150 Seiten, fand ich nicht so wirklich Zugang zur Geschichte und den Charakteren. Vieles zog sich für mich in die Länge und erst als Nemesis schließlich am kaiserlichen Hof eintraf, war ich ebenfalls angekommen.

Der Weltenentwurf und die Tatsache, dass die gesamte Story in einem Zusammenschluß von Raumschiffen spielt, haben mir gefallen. Dazu beigetragen haben hier der bildliche Schreibstil der Autorin und die Idee rund um die Diabolics. Mit zunehmendem Lesefortschritt nahm auch die Spannung immer mehr zu und es gefiel mir, wie sich Nemesis und Tyrus annäherten.

Nemesis spürt zwar Empfindungen wie z. B. Schmerz oder Verlust, aber Liebe kann sie nicht zulassen, denn dies wäre eine Schwäche. Schwäche macht verletzlich und angreifbar. Nemesis kam mir distanziert und kühl vor, nur herangezüchtet, um dem "einen Menschen" zu dienen. Dies machte mich traurig, da das für mich eine Existenz ist, die das Leben nicht gerade lebenswert macht. Und doch konnte sie mich eins ums andere Mal überraschen und ich mochte sie irgendwie. Mit jeder weiteren Seite wuchs sie mir immer mehr ans Herz, nahm sie doch eine Entwicklung, die ich ihr nicht zugetraut hätte.

Ein Charakter, der mir ebenfalls gut gefallen hat, war Nemesis Freundin Neveni. Eine treue Seele und ich hoffe, dass wir im 2. Band noch einiges von ihr lesen werden.

Sidonia ist in behüteten Verhältnissen aufgewachsen und hat nur Nemesis als Freundin, weshalb sie sich sehr auf sie verlässt. Sie ist dünnhäutig und kann sich nicht wirklich durchsetzen, was sich des Öfteren auch im "virtuellen Raum", mittels Avataren, bemerkbar macht. Aber als es darauf ankommt, beweist sie Mut und Stärke.

Tyrus, der Neffe des Kaisers, Thronfolger und gleichzeitig Hofnarr oder ganz banal gesagt, der Idiot in der Familie, machte mich neugierig. Ich wollte wissen, was hinter seinem Verhalten steckt. Es war toll zu lesen, wie Nemesis und Tyrus sich belauerten, um doch einzusehen, dass sie, um ihre eigenen Ziele zu erreichen, einander Vertrauen und zusammenarbeiten müssen.

Eine sehr manipulative und immer auf ihren eigenen Vorteil bedachte Person, ist Cygna Tyrus Großmutter. Bei dieser Frau lief es mir eiskalt den Rücken herunter. Diese Frau kann kein Herz haben und durch ihre Adern fließt wohl nur Eis anstatt Blut.

So verwebt die Autorin geschickt die einzelnen Intrigen, gepaart mit einiger Brutalität, zu einem großen Finale und einem Ende, welches ich so nicht erwartet habe.

FAZIT: S. J. Kincaid ist mit "Diabolic - Vom Zorn geküsst" eine Geschichte mit jeder Menge Gefühlen, wie Zorn, Wut, Angst, Verlust, Liebe und Aufopferung sowie Intrigen auf höchsten Niveau, gelungen. Auch wenn das Buch für mich zu Beginn so seine Länge hatte, habe ich es gerne gelesen, denn es hat ein geniales Setting und interessante Charaktere. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und vergebe knappe 4 von 5 Nosinggläser.

Autor: S.J. Kincaid
Buch: Diabolic
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