Saïd Sayrafiezadeh Eis essen mit Che

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 5 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(2)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Eis essen mit Che“ von Saïd Sayrafiezadeh

"Unerschrocken, aufrichtig und anmutig." Colum McCann Saïd Sayrafiezadeh hat einen ungewöhnlichen Namen, und ungewöhnlich sind auch seine Eltern. Ausgerechnet im Herzland des Kapitalismus sehnen sie die kommunistische Neue Welt herbei. Um der Revolution willen verlässt der Vater die Familie. Mit zu wenig Liebe, Weintrauben und Skateboards wächst der Junge auf. Aber eines Tages wird er alle Güter und alle Liebe dieser Welt besitzen - am Tag der Weltrevolution. Eine authentische Lebensgeschichte, meisterhaft übersetzt von Bettina Abarbanell ("Die Korrekturen") und "geschrieben mit außerordentlicher Kraft und Haltung" (The New York Times). "Dieses Buch trifft den Leser in seinem Innersten." Paula Fox Zornig, urkomisch und herzzerreißend erzählt Saïd Sayrafiezadeh von seiner Kindheit und Jugend als „kleiner Revolutionär“. Seine jüdische Mutter Martha ist die Schwester eines erfolgreichen Romanciers. Auch sie will schreiben, doch sie gibt ihren Traum auf, als sie Mahmoud heiratet, einen Exil-Iraner. Dieser wird Mathematik- Professor, seine Frau bekommt drei Kinder. Das jüngste: Saïd. Doch das glühende Paar interessiert sich nicht für ein traditionelles Familienleben. Es findet seine Berufung im Sozialismus und will die Weltrevolution mitten im kapitalistischen Amerika anzetteln. Kurz nach Saïds Geburt verlässt der Vater die Familie um der Revolution willen. In ärmlichen Verhältnissen und voller Sehnsucht nach dem Vater wächst der Junge auf. Doch er weiß: Am Tag der Weltrevolution hat alles Leid ein Ende, und sein Vater kehrt zurück.

Stöbern in Romane

Die Lichter von Paris

Meine Empfehlung für die kommende graue Jahreszeit. Idealer Lesestoff!

DarkReader

Babylon

Interessant, aber doch verworren. Zu viel Abschweifungen und zu wenig schlüssig für meinen Geschmack.

miro76

Luisa und die Stunde der Kraniche

Ein faszinierender Roman mit vielen Facetten und mit einer sehr wankelmütigen Protagonistin.

Klusi

Der Sandmaler

Eine Reise wert...

LeenChavette

Die Hauptstadt

Eine Herzlungenmassage für Europa ... so empfand ich das lesen

Gwenliest

Engel sprechen Russisch

10 Jahre kommunistische Sowjetunion.- 10 Jahre kapitalistisches Russland. 10 Jahre Deutschland.

miss_mesmerized

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Eis essen mit Che" von Saïd Sayrafiezadeh

    Eis essen mit Che

    vielleichtsagerin

    12. January 2011 um 09:34

    Nachdem der letzte Satz gelesen und der Buchdeckel zu ist, steht fest: "Eis essen mit Che" ist die authentische Geschichte einer Kindheit zwischen trotzkistischer Ideologie und dem zutiefst menschlichen Bedürfnis nach Selbstfindung. Am Anfang fragt man sich aber: Seelenergüsse eines 40-Jährigen über dessen trotzkistische Kindheit in den USA der Reagan-Ära? Ist das der Stoff, aus dem packende Geschichten gemacht sind? Ich habe das Buch von einer Kollegin empfohlen bekommen, trotz anfänglicher Skepsis vorsichtig angetestet und in wenigen Tagen fertig gelesen. Und darum geht's: Martha Harris und Mahmoud Sayrafiezadeh lernen sich an der Universität kennen, heiraten bekommen Kinder - und treten in den späten 60ern der Socialist Workers Party bei. Sozialistische Ideologie und praktisches Engagement im Namen der Partei durchdringen alsbald das Denken und den Alltag der Sayrafiezadehs. Die Bereitschaft, im Kampf gegen den Kapitalismus private Opfer zu erbringen, ist enorm: Um die Parteibotschaft noch effizienter verbreiten zu können (und nebenbei wechselnde, attraktive Freundinnen zu haben), lässt M. Sayrafiezadeh seine Frau mit drei kleinen Kindern sitzen. Als ein paar Jahre später die zwei ältesten Geschwister zum Vater ziehen, bleiben Martha und Said zurück, emotional und wirtschaftlich auf sich alleine gestellt. Mit dem Weggang des Ehemanns entfaltet sich Marthas Engagement für die sozialistische Sache zur vollen, alarmierend schrillen Blüte, gilt es doch, das eheliche Fiasko irgendwie zu rechtfertigen. Die working mom nimmt in ihrer spärlichen Freizeit regelmäßig an Versammlungen und Tagungen teil, verkauft auf der Straße parteieigene Zeitschriften und erklärt gleichgültigen Passanten, was Kapitalismus ist. Für den kleinen Said bleibt Marthas an Obsession grenzende Passion nicht ohne praktische Folgen. Nicht nur, dass er es auf dem Gebiet der Selbsbeschäftigung zu einer gewissen Meisterschaft bringt. Auch muss er auf viele und keineswegs extravagante Sachen im Namen der Konsumkritik verzichten. Mutter und Sohn leben in Armut, ernähren sich hauptsächlich von Reis und TK-Erbsen, wohnen in schäbigen Apartments ... Nicht, weil sie sich kein besseres Leben leisten könnten, sondern weil es so will. Auch ohne den ideologischen Überbau verfügen Saids Memoiren über ausreichend Substanz, um weiterlesen zu wollen: Sie erzählen die Geschichte eines einsamen Jungen, dem es große Probleme bereitet, eine angemessene Briefanrede für den idealistisch überhöhten Vater zu finden, der vor allem durch eines glänzt: Abwesenheit. Sie erzählen die Geschichte einer verlassenen Ehefrau und psychisch instabilen Mutter, deren gesunder Menschenverstand von ideologischem Fanatismus gelähmt wird. Und sie erzählen noch eine ganze Menge mehr, etwa von der Lebens- und Liebestragödie der Martha Harris, Schwester des mittlerweile verstorbenen Schriftstellers Mark Harris. Klugerweise verzichtet der Autor auf eine anklagende Aufzählung des Erlittenen und setzt stattdessen auf eine lose Schilderung des Erlebten, das zuweilen einer gewissen abstrusen Komik nicht entbehrt. Sayrafiezadeh schreibt aus der gereiften Perspektive eines Erwachsenen, einfach, nicht dramatisierend, nahezu emotionslos und gnadenlos ehrlich .. WICHTIG: "Eis essen mit Che" wird hierzulande fälschlicherweise als Roman vermarktet. In Wahrheit handelt es sich bei dem Buch aber um Memoiren. Dadurch gewinnen die geschilderten Ereignisse in meinen Augen eine ganz andere Qualität. Fazit: Komisch, traurig und auf jeden Fall bewegend. Ausführlichere Rezension mit Hintergrundinfos und Zitaten habe ich in meinem Blog unter http://vielleichtsagerin.blogspot.com/2010/12/said-sayrafiezadeh-when-skateboards.html#more gepostet.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks