Saša Pavček

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Cover des Buches Mausi und die tanzenden Buchstaben (ISBN: 9783903408159)

Mausi und die tanzenden Buchstaben

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Erschienen am 15.09.2023

Neue Rezensionen zu Saša Pavček

Cover des Buches Mausi und die tanzenden Buchstaben (ISBN: 9783903408159)
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Rezension zu "Mausi und die tanzenden Buchstaben" von Saša Pavček

Ein wundervolles, sehr feinfühliges und toll sensibilisierendes Bilderbuch zum Thema LRS
Kinderbuchkistevor 5 Monaten

Auf euch wartet eine einfühlsame, intensive, Mut machende Geschichte zum Thema Legasthenie, Anderssein und Ausgrenzung

- in einer Schrift für legasthene Menschen gesetzt-

für Kinder ab 4 Jahren

Viele Menschen kennen es, da scheinen beim Lesen die Buchstaben "hin und her zu tanzen". Die Betroffenen würden es vermutlich etwas anders beschreiben, doch das "hin und her tanzen" beschreibt es für Kinder sehr schön und genau das erlebt die kleine Feldmaus in dieser feinfühligen, sensiblen Geschichte, die ganz wunderbar den Leidensweg vieler Menschen mit LRS (LeseRechtschreibSchwäche) beschreibt.

Es ist zwar eine fiktive Geschichte mit einer tierischen Protagonistin, doch das, was Mausi erlebt ist durchaus spiegelbar.
Die kleine Feldmaus hat es in mehrerlei Hinsicht schwer. Zum einen ist sie eine kleine braune Feldmaus unter meist grauen Stadtmäusen, die sich für etwas Besseres halten und dann hat sie auch noch Probleme beim Lesen und Scheiben, was dazu führt, dass sie von den ohnehin schon eingebildeten Stadtmäusen oft ausgelacht wird. "Die Buchstaben tanzen vor ihren Augen und ihr Pfötchen will nicht gehorchen."(Zitat) so beschreibt es Sasa Pavcek in dieser Geschichte.
Mausi versucht ihrer Lehrerin zu erklären, was ihr Problem ist
"Die Buchstaben wollen einfach nicht stillstehen, Frau Lehrerin. Wenn ich lese, springen sie."(Zitat)
Doch anstatt auf Verständnis zu stoßen, wird ihr von der Lehrerin unterstellt sie gäbe sich nicht genug Mühe, und ist verärgert, dass Mausi den Buchstaben die Schuld gibt. Zu allem Überfluss macht sich dann auch noch eine Stadtmaus über sie lustig. "Wie hoch springen sie denn?", stichelt eine Mitschülerin....."(Zitat)
Mausi ist mutig genug weiter zu versuchen, der Lehrerin zu erklären, dass sie sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben Probleme mit den sich bewegenden Buchstaben hat, doch vergebens. Sie muss sich sogar anhören, dass sie lügt und es daran liegt, dass sie nicht mitarbeitet.
Schon als Nichtbetoffener tut einem angesichts des unempathischen Wesens der Lehrerin das Herz weh, doch wie weh muss es erst Mausi tun. Betroffene Kinder können sich sehr gut in Mausi hineinversetzten und fühlen noch intensiver mit ihr als Nichtbetroffene. In dieser Geschichte fühlen sie sich verstanden und aufgehoben, was die Aufmerksamkeit auf alles was noch enorm erhöht, da sie ja erfahren möchten, wie es Mausi weiter ergeht.
Und als diese auch noch ihr korrigiertes Heft zurückbekommt, dass über und über rot ist, und die anderen Mäuse sie auf dem Schulhof verspotten ist die Katastrophe vollkommen.
Mausi findet das alles (zu Recht) gemein und ungerecht.
Nach Schulschluss will sie einfach nur schnell nach Hause. Ausgerechnet in dieser Situation wird sie von einem mitfühlenden Mitschüler angesprochen. Er will sie trösten, sagt ihr konkret, dass er sie mag und hebt sogar hervor, was Mausi in seinen Augen wirklich gut kann, doch Mausi ist so in ihrer Traurigkeit gefangen, dass sie ihn abblitzen lässt.
Und zuhause scheint die Situation erst einmal auch nicht viel besser zu sein, denn als die Mutter das über und über rote Heft sieht, fragt sie etwas unsensibel, ob Mausi nicht aufgepasst hat. Doch auch wenn das unsensibel ist, macht sich die Mäusemama Gedanken. Sie versucht der Sache auf den Grund zu gehen. Sie geht mit Mausi zum Arzt und als das ergebnislos ist zu einer Psychologin, die sie -zu Mausis Überraschung- versteht. Für sie ist sie keine Lügnerin, für sie ist sie nicht unaufmerksam. Einfühlsam erklärt sie der kleinen traurigen Maus, dass sie nicht dumm ist und auch keine Schuld daran hat, dass die Buchstaben tanzen. Sie machen viele Tests und tatsächlich findet die Psychologin heraus, was Mausi hat und wie sie ihr helfen kann. Mausi hat LRS- eine LeseRechtscheibSchwäche.
Ich gehe darauf nicht weiter ein, weil die Lösung, die für Mausi gefunden wird, nur ihr hilft und zuhörenden betroffenen Kindern nicht helfen wird. Muss es aber auch gar nicht, denn die Botschaft der Geschichte ist schlicht, dass es Hilfe gibt und man bereit sein sollte sich Hilfe zu holen und Hilfe anzunehmen.
Hilfe Annehmen ist dann auch Thema eines der letzte Geschichtensplitter in dieser Geschichte, denn da ist ja noch der kleine Mäuserich, der Mausi mag und ihr seine Hilfe anbot.
Und dann gibt es auch noch eine Veränderung bei den grauen, eingebildeten Stadtmaus-Mitschüler:innen. Wie mutig und kreativ Mausi ist, dass erleben wir zum Ende, denn da trixt sie eine modebewusste Katze aus.
Ihr seht, die Geschichte ist sehr vielfältig und ereignisreich, voller Gefühl und nicht zuletzt durch das mutige Ende auch sehr amüsant.
Betroffene Kinder finden hier vermutlich viel ihrer Leidensgeschichte, Sorgen, Ängste und Nöte wieder und nicht Betroffene werden sensibilisiert, so dass sie vielleicht die Empathie entwickeln, um auch zu helfen und nicht zu lachen und zu verspotten.
Eine kleine Anmerkung am Rande, Mausi tut sich nicht nur mit den Buchstaben schwer auch die Zahlen machen etwas Probleme. Dies wird nur in einem Satz erwähnt, bei dem es darum geht, dass Mausi Hilfe vom Mäuserich annimmt.
In der Geschichte stecken so viele wichtige Elemente, die man alle als Anknüpfungspunkte für Gespräche nutzen kann oder gerade mit etwas älteren Grundschulkinder einmal herauspicken, auflisten und analysieren könnte.
Die Geschichte macht Mut und durch die ausdrucksvollen Illustrationen, in denen der Fokus häufig auf der Maus liegt, ist alles auch ganz fantastisch nahbar und miterlebbar.
Bei aller Tragik ist diese Geschichte ein absolut schönes Leseerlebnis, da es so einfühlsam, nahbar und mutmachend ist.
Und es gibt noch etwas Wichtiges zu erwähnen. Die Schrifttype ist so gewählt, dass legasthene Menschen sie gut erlesen können. Das ist sowohl für betroffene Erwachsene, die gern ihren Kindern vorlesen möchten, eine Chance, als auch für Kinder, die so eine besondere Selberlese-Erfahrung machen können.

Das Buch hilft Betroffenen fördert aber auch die Sichtbarkeit des Themas, dass soooo viele betrifft. Es ist ein Plädoyer für Inklusion, Akzeptanz.





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