Saša Stanišić Vor dem Fest

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Inhaltsangabe zu „Vor dem Fest“ von Saša Stanišić

Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2014Es ist die Nacht vor dem Fest im uckermärkischen Fürstenfelde. Das Dorf schläft. Bis auf den Fährmann – der ist tot. Und Frau Kranz, die nachtblinde Malerin, die ihr Dorf zum ersten Mal bei Nacht festhalten will. Ein Glöckner und sein Lehrling wollen die Glocken läuten, das Problem ist bloß: Die Glocken sind weg. Und Herr Schramm, ein ehemaliger Oberst der NVA, kann sich nicht entscheiden, ob er Zigaretten holen oder sich in den Kopf schießen soll. Alle haben sie eine Mission. Alle wollen sie etwas zu Ende bringen, bevor die Nacht vorüber ist.(6 CDs, Laufzeit: 8h 36)

Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die allerdings vom Inhalt bestimmt sind, ist es eine Wonne, ihm zuzuhören.

— 8ung
8ung

Sehr rund!

— extremehappy
extremehappy

"Berlin Alexanderplatz" auf Uckermärkisch

— Pongokater
Pongokater

Skurile Szenen eines uckermärkischen Dorfes. Für mich zu zusammenhangslos.

— black_horse
black_horse

Liebenswerte, morbide und skurrile Geschichten rund um ein Dorf, das sich auf ein Fest vorbereitet - grandios!

— Ginevra
Ginevra

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  • Nachtaktive Dorfbewohner

    Vor dem Fest
    8ung

    8ung

    05. November 2015 um 20:38

    Die Geschichte handelt von den Bewohnern des Dorfes Fürstenfelde in der Uckermark, die ihr jährliches Fest feiern wollen. In den letzten Stunden davor ist ein großer Teil der Einheimischen recht aktiv. Er erzählt in der zeitlichen Abfolge, wobei immer nur einige Personen im Mittelpunkt stehen, dann wechselt er zu anderen Dorfbewohnern. Irgendwann in dieser Nacht trifft jeder mit jedem zusammen. Herr Schramm, ehemals NVA-Offizier, wieder Single und lebensmüde, wird ständig daran gehindert, sich eine Kugel in den Kopf zu schießen. Alles hat er schon vorbereitet, um später genau so vorgefunden zu werden, wie er es im Tatort gesehen hat. Doch Herr Schramm ist hochgradig nikotinsüchtig. Gerade als er seine alte Dienstpistole ansetzen will, ruft die Sucht so stark, dass Herr Schramm alles stehen lässt und mit seinem geliebten Feldhäxler Mammut 6800, Baujahr 1994, 350 PS, lautstark zum Zigarettenholen fährt. Weiterlesen im Kulturmagazin 8ung.info -> Hörbuch-Tipp: Vor dem Fest – nachtaktive Dorfbewohner

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  • Jahrhundertwerk

    Vor dem Fest
    Pongokater

    Pongokater

    30. March 2015 um 19:17

    Kein Vergleich scheint mir zu hochgegriffen für dieses Werk. Das, was der aus Breslau stammende Arzt Alfred Döblin mit seinem Alexanderplatz-Roman für Berlin geschaffen hat, das gelang dem bosnischen Immigranten Sasa Stanisic mit "Vor dem Fest". Und das ist keine Ironie. Stanisic erzählt in döblinesker Mehrstimmigkeit über das Dorf "Fürstenfelde" (in Wahrheit Fürstenwerder) in der Uckermark, über seine Geschichte, seine vielen wunderbaren und sonderbaren Einwohner, seine Tiere. Ein Jahrhundertwerk.

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  • Eine magische Nacht voller Erinnerungen

    Vor dem Fest
    Ginevra

    Ginevra

    Ein Dorf namens Fürstenfelde in der Uckermark gerät in Bewegung: morgen findet das viel gerühmte "Annenfest" statt, wobei keiner mehr so genau weiß, welche Anna warum gefeiert wird. In der Dorfchronik finden sich zahlreiche Geschichten und Legenden rund um ebenso viele Mädchen namens Anna, und auch eine aktuelle Anna erlebt in dieser Nacht unvergessliche Stunden. Möglich ist aber auch, dass die Dorfchronik nur von der manisch-depressiven Archivarin Frau Schwermut erfunden wurde - zumindest geht im Dorf dieses Gerücht um. Jeder kennt hier jeden, es gibt Einheimische, Zugereiste und Heimkehrer. Vielleicht liegt es am Tod des einzigen Fährmanns, dass in dieser Nacht einige "Gespenster" der Vergangenheit umherspuken.Ein Ex-Offizier will sich das Leben nehmen, die junge Anna erleidet beim Joggen einen Asthmaanfall, der alte Glöckner will ein allerletztes Mal die Glocken läuten, zwei Rapper und ein unheimlicher Mann im Adidas-Anzug tauchen auf. Eine Fuchsfähe macht reiche Beute, aber die Hühner wird es nicht mehr lange geben, denn der alte Dittsche - ein Ex-Spitzel und begnadeter Latin-Tänzer - ist der einzige im Dorf, der sich noch der Hühnerzucht widmet. Dies alles und noch viel mehr geschieht dieser seltsamen Nacht. Sasa Stanisic, geb. 1978 im bosnischen Visegrad, lebt seit 1992 in Deutschland. Schon in der Schule wurde sein schriftstellerisches Talent erkannt und gefördert. Seit seinem Literaturstudium schreibt er Romane und Kurzgeschichten, die mehrfach ausgezeichnet wurden. Mir hat dieses vielgepriesene Buch richtig gut gefallen. Es hat mich zum Nachdenken, zum Mitfiebern, zum Gruseln, zum Lachen und zum Weinen gebracht. Alle Figuren, das gesamte Dorf einschließlich Dorfchronik sind frei erfunden - was ich für eine unglaubliche Meisterleistung des Autors halte. Man hat das Gefühl, mitten unter diesen skurrilen, liebenswerten, abgründigen, geheimnisvollen Menschen zu spazieren, sich mit ihnen auf das große Fest zu freuen, aber auch den Verfall der eigenen Heimat zu betrauern. Besonders genial fand ich die Einschübe aus der Fürstenfelder Dorfchronik, die Stanisic im Deutsch des 17. Jahrhunderts verfasst hat. In einer Fragerunde habe ich den Autor als äußerst sympathisch, humorvoll, schlagfertig kennengelernt - außerdem sehr an seinen Lesern interessiert. Ich habe mir die Print- und die gekürzte Hörversion besorgt und bin von beidem begeistert. Das Hörbuch enthält die wichtigsten Passagen und wird vom Autor selbst vorgelesen, manchmal sogar zweistimmig - wenn Mythen durchs Dorf geistern... für mich liest er in einem perfekten, eher gemächlichen Lesetempo, ein richtiger Hörgenuss eben. Fazit: wenn ein Buch 5 Sterne verdient hat, dann dieses! Eine absolute Lese- und Hörempfehlung für alle Lesebegeisterten mit Fantasie, Humor und Tiefgang...

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    • 2
    BrittaRoeder

    BrittaRoeder

    27. September 2014 um 01:12
  • Szenen eines uckermärkischen Dorfes

    Vor dem Fest
    black_horse

    black_horse

    26. September 2014 um 14:08

    In diesem vom Autor gelesenen Hörbuch wird die Nacht vor dem Annenfest im uckermärkischen Fürstenfeld zum Leben erweckt. Verschiedene mehr oder weniger schrullige Einwohner werden in abwechselnden Szenen beleuchtet. Die greise Malerin, die im dunklen Fluss steht und ein "Nachtbild" malen will, der Glöcknernachwuchs, der auf seine Prüfung hinfiebert, der ehemalige NVA-Oberst, der sich das Leben nehmen will, der einzelgängerische Ditsche mit seinen Hühnern, die Archivarin, die einen Einbruch bemerkt ... Dazwischen eine futtersuchende Füchsin und Rückblenden in ganz alte Zeiten. Ich weiß nicht, ob es an der recht monotonen Lesung lag, am gewöhnungsbedürftigen Akzent des Vorlesers, der teilweise so stark differierenden Sprache (Jugendslang vs. Altdeutsch). Es war schwer einen Handlungsstrang zu erkennen und damit anstrengend zu hören. Ich habe durchgehalten bis zum (abrupten) Schluss. Es gab einige Szenen, die mir ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert haben, aber die waren rar. Vielleicht ist es ja besser, das Buch zu lesen, das Hörbuch würde ich jedenfalls nicht empfehlen.

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  • Sasa Stanisic - Vor dem Fest

    Vor dem Fest
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    03. April 2014 um 07:34

    Fürstenfelde in der Uckermark. Das jährliche Dorffest steht an und in der Nacht davor sind die Bewohner des von der Welt abgeschnittenen Dörfchens auf den Beinen. Ein Schramm, ehemaliger NVA Oberst will seinem Leben ein Ende setzen, die junge Anna erleidet beim Joggen einen Asthmaanfall, Frau Kranz will das Dorf bei Nacht malen und unzählige andere bereiten sich auf den großen Tag vor. In das Geschehen verwebt sich die Historie, die Mythen und Sagen, die dem Dorf sein ganz eigenes Gesicht geben. Stansic zeichnet eine Momentaufnahme einer Gruppe von Bewohnern, die quasi überall in Deutschland zu Hause sein könnten. Persönliche Schicksale, die sich mit der Umgebung verbinden und durch sie bestimmt werden. Keine große Handlung, darum geht es hier nicht, sondern das Dasein an genau diesem Tag in seiner historischen nicht-Bedeutung, mal verzweifelt, mal depressiv, manchmal noch hoffnungsvoll, meist wenig vom Leben erwartend – so ist das ländliche Deutschland nun einmal und Sasa Stanisic hat es eingefangen. Die Hörversion vom Autor selbst gelesen hätte ein wenig mehr Modulation vertragen können, nichtsdestotrotz bringt sie ungefiltert vielleicht gerade darum das Banal-Alltägliche an einem außergewöhnlichen Tag hervor.

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