Sabina Altermatt

 3.8 Sterne bei 36 Bewertungen
Autorin von Bergwasser, Anna Catrina - Tochter von Ilanz und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Sabina Altermatt

Sabina Altermatt (*1966) ist in Chur geboren und aufgewachsen. Sie studierte Staatswissenschaften an der Hochschule St. Gallen. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin in Zürich und im Glarnerland. Sie schreibt Kolumnen, Kurzgeschichten, Hörspiele, Kinder- und Jugendbücher sowie (Kriminal-)Romane. Ende 2013 erschien ihr neuster Krimi »Bergwasser«. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien.

Alle Bücher von Sabina Altermatt

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Bergwasser

Bergwasser

 (21)
Erschienen am 10.12.2013
Alpenrauschen

Alpenrauschen

 (5)
Erschienen am 21.08.2009
Anna Catrina - Tochter von Ilanz

Anna Catrina - Tochter von Ilanz

 (5)
Erschienen am 12.10.2015
Jagdgeflüster

Jagdgeflüster

 (2)
Erschienen am 14.09.2015
Fallhöhe

Fallhöhe

 (1)
Erschienen am 01.08.2010
Verrat in Zürich West

Verrat in Zürich West

 (1)
Erschienen am 30.09.2005
Die Suche nach dem Weihnachtsstern

Die Suche nach dem Weihnachtsstern

 (1)
Erschienen am 01.09.2013
Ich bin gern ich!

Ich bin gern ich!

 (0)
Erschienen am 01.09.2016

Neue Rezensionen zu Sabina Altermatt

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Bergwasser" von Sabina Altermatt

Zutritt für Frauen verboten - die Welt der Tunnelbauer
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

Inhalt:

Schauplatz dieses Krimis ist die Tunnelbaustelle des St. Gotthard-Eisenbahntunnels (auch wenn sie nicht explizit genannt wird). Zentimeter für Zentimeter frisst sich die Tunnelvortriebsmaschine „Marta“ durch Fels und Stein. Doch dann, der Alptraum der Bauleitung (und der Projektgesellschaft) – ein Maschinenschaden. Zur Reparatur wird die Maschinenbauingenieurin Julia Janson aus Deutschland angefordert. Julia ist modern, tough und karrierebewusst, sehr zum Missfallen ihres Freundes Jan.

Auf der Baustelle wird Julia frostig empfangen. Sowohl die Bauarbeiter, die größtenteils Einheimische sind, als auch die Bauleitung sind skeptisch. Frauen haben ihrer Meinung nach im Tunnelbau nichts zu suchen, außer sie wären die Heilige Barbara oder die Tunnelbohrmaschine. Alles andern wäre Sakrileg, und daher zu verhindern.
Entsprechend unfair sind auch die Mittel, mit denen man versucht Julia von der Baustelle zu vertreiben. Als sich dann noch die (Arbeits)Unfälle häufen, ist klar, dass hier etwas vertuscht werden soll. Nur was?

„Marta“ verweigert abermals ihren Dienst – alles nur Zufall? Julia steht vor der Entscheidung herauszufinden, was wirklich hinter den ganzen Vorfällen steckt oder so schnell wie möglich das Weite zu suchen.

Erzählstil/Spannung/Charaktere:

Der Schreibstil ist flüssig, bildlich und spannend. Die technischen und die italienischen Ausdrücke sind gut eingebaut. Ich habe diesen Krimi recht flott verschlungen, weil er in eine Welt abtaucht, der trotz moderner Technik Aberglaube und Mythen nach wie vor weit verbreitet sind.

Tunnelbau – die Welt der starken, rauen und einsamen Männer. Frauen haben auch heute hier nur beschränkt Zutritt.

Die Geschichte war spannend vom Anfang bis zum Ende und hat einen interessanten Einblick in den Tunnelbau gegeben. Als Vermessungstechnikerin sind mir die beschriebenen Umstände recht gut bekannt. Die Situation im Tunnel kenne ich aus Erzählungen meines Mannes, der die Schlussvermessung im Ärmelkanaltunnel vorgenommen hat. Die Atmosphäre im Buch ist gut getroffen, sowohl was die Menschen als auch die Natur betrifft.

Ich habe unlängst - anlässlich der Eröffnung des St. Gotthard-Tunnels - eine Dokumentation über die Baustelle im Schweizer Fernsehen gesehen. Beeindruckend! 

Die Charaktere sind gut getroffen. Die Bösen sind nicht immer leicht auszumachen, da sie sich hinter freundlichen Masken verbergen. Das hat mir gut gefallen. Obwohl, ich bin relativ früh auf die richtige Fährte gestoßen.

Fazit:

Ein solider Krimi, der durch interessantes Fachwissen zum Thema Tunnelbau überzeugen kann und zudem die vorherrschende Männerdominanz und Schwierigkeiten von Frauen in diesem Beruf beleuchtet. 

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Svanvithes avatar

Rezension zu "Anna Catrina - Tochter von Ilanz" von Sabina Altermatt

Anna Catrina. Tochter von Ilanz
Svanvithevor 3 Jahren

Im Jahre 1677 ist im Schweizer Kanton Graubünden Anna Catrina schon in jungen Jahren vom Schicksal gebeutelt. Einen Vater hat sie nicht, und die Stelle der im Kindbett verstorbenen Mutter nimmt zunächst ihre Tante Elscha ein. Doch diese wird, nachdem sie die Tortouren einer Hexenbefragung überstanden hat, all ihrer Besitztümer beraubt und verbannt und muss die zehnjährige Anna Catrina allein zurücklassen. Nach sieben Jahren der Schufterei bei einem Bauern, der Anna Catrina nachstellt, findet sie ein Obdach und Arbeit bei ihrem Onkel, dem das Wirtshaus "Zum Löwen" in Ilanz gehört. Hier hilft sie in der Gaststube aus und muss sich der Zudringlichkeit der männlichen Gäste erwehren. Einer treibt es besonders heftig, und eines Nachts vergewaltigt er Anna Catrina. Ohne Beweise besteht keine Chance für die junge Frau, dass der Übertäter zur Rechenschaft gezogen wird. Vielmehr muss sie achtgeben, nicht selbst der Hurerei bezichtigt zu werden.

Als Anna Catrina die Möglichkeit erhält, bei einer sehr angesehenen Ilanzer Familie als Magd zu arbeiten, kann sie für eine Weile ihr Los verbessern. Sie findet in Barbla eine gute Freundin, verliebt sich in den Stuckateur Hans und bekommt einen Hinweis auf die Existenz ihres Vaters. Allerdings muss sie auch Ungerechtigkeiten ertragen...

Manchmal beschreitet eine Stadt eigenwillige Wege, um ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Sie erfindet beispielsweise eine fiktive Figur und lässt unter anderem eine Autorin dieser ein Gesicht und einen Hintergrund geben, in den historische Persönlichkeiten eingewoben werden. Die Stadt ist Ilanz im schweizerischen Graubünden, und Sabine Altermatt erzählt die Geschichte von Anna Catrina.

Die Autorin hat dafür einen fast karg zu nennenden, kaum Ansprüche an den Leser stellenden Schreibstil gewählt und versucht, diesen der Zeit und der Herkunft ihrer Protagonisten anzupassen. Dabei verwendet sie das eine oder andere Mal das in Graubünden gesprochene Rätoromanisch (Sursilvan).

Leider gelingt es ihr mit ihrer Erzählart nicht, den Leser dauerhaft für das Geschehen zu interessieren und ihn einzubinden. Ein Manko ist hierbei die auffallende Verwendung kurzer Sätze. Diese erscheinen oft als sehr schlicht, langweilig und folglich überflüssig.

"Anna sitzt auf der Bank vor ihrer Hütte. Glockengeläut. Der Trauerzug kommt nur schleppend vorwärts. Verschwindet hinter der Porta Bual. Zuvorderst geht der Pfarrer. Dann folgen die Männer mit dem Holzsarg. Er ist nicht sehr groß, der Sarg. Alle sind schwarz angezogen." (Seite 68)

"Von Haldenstein bis Ems durfte sie mit einem Fuhrwerk mitfahren. Sie hatte Glück. Ein alter Bauer. Auf der Fahrt war sie wieder etwas zu Kräften gekommen. Er hatte ihr ein Stück Brot mit auf den Weg gegeben. Das war bereits gegessen. Ein weiteres Fuhrwerk kam ihr entgegen. Sie trat zur Seite. Etwas vom Weg entfernt erblickte sie zwei Frauen. Eine war dabei, etwas zusammenzuräumen. Die andere stand da und blickte zum Knecht, der die Pferde vor den Wagen spannte. Sie blieb stehen und betrachtete die friedliche Szenerie." (Seite 188)

Wenn sie hingegen ihre Heldin sagen lässt: "Ich bin Eure Magd... Aber ich bin auch ein freier Mensch. Mein Privatleben geht nur mich etwas an." (Seite 186) oder diese an anderer Stelle "mitdiskutieren" will, wirkt das Ganze im Gegenzug sehr modern und unpassend.

Die Geschichte selbst offenbart nichts Neues. Die Autorin greift unter anderen Themen wie den Aberglauben in der Bevölkerung bei unerklärlichen Ereignissen und Todesfällen und die damit verbundene Hexenverfolgung auf, das Los der Frauen und die Unterschiede zwischen Arm und Reich und mischt diese mit dem Schicksal eines Mädchens, um dessen Herkunft sich ein Geheimnis rankt. Leider ist die Lösung von Beginn an vorhersehbar. Denn die Schar der Protagonisten bleibt überschaubar. Für diejenigen, die ungeachtet dessen den Überblick verlieren, hält der Roman ein Verzeichnis bereit, das außerdem Auskunft über historisch verbürgte Personen gibt.

Im Mittelpunkt steht natürlich Anna Catrina, eine schöne, lebensfrohe Frau mit dunklen Augen und kastanienbraunem Haar. Die Siebzehnjährige strahlt eine Ruhe aus, die ungewöhnlich für Jungfern ihres Alters ist und strebt danach, die ihr auferlegten Zwänge ablegen zu können. Dabei ist schon bemerkenswert, gleichzeitig aber auf Grund ihrer Herkunft unglaubwürdig, dass sie sich eigene Gedanken zu ihrem Dasein macht und sich Fragen stellt: Warum haben die Männer das Sagen und können sich einfach Frauen nehmen, wann und wie sie wollen? Sind Männer etwas Besseres als Frauen, obwohl beides Gottes Geschöpfe sind?

Anna Catrina bekommt das Gefühl der Ohnmacht, dass Frauen den Männern ausgeliefert sind, am eigenen Leib zu spüren. Doch wenngleich sie viel Ungemach ertragen muss, verliert sie nicht den Mut, verzeiht und meistert alles mit Bravur. Fast scheint sie von makellosem Charakter zu sein. Anna Catrina ist dem Leser sympathisch, viel Nähe kann er trotzdem nicht zu ihr aufbauen.

Insgesamt sind die Empfindungen in diesem Roman eher als schwierig einzuschätzen. Obschon es durchaus bewegende Momente gibt, gestaltet sich der Grundton der Schilderung vordergründig kühl und distanziert. Das ist bedauerlich, weil es den Leser hindert, mitzuleiden oder Freude zu erleben.

Sabine Altermatt überzeugt mit "Anna Catrina. Tochter von Ilanz" letzten Endes nicht. Das Cover ist ausgesprochen einladend, und zudem führen ein Glossar und die Liste romanischer Ausdrücke dazu, sich hinsichtlich diesbezüglicher unbekannter Ausdrücke und Formulierungen im Geschehen zurecht zu finden. Ein Stadtplan von Ilanz von 1677 ist eine weitere hilfreiche Ergänzung, erinnert in seiner Aufmachung jedoch an Pläne der heutigen Zeit.

Eines bewirkt der Roman allerdings: Die Begegnung mit Hortensia von Salis (1659 - 1715), einer Ärztin und Forscherin, Schriftstellerin und Publizistin, die als eine der ersten Feministinnen der Schweiz bezeichnet werden kann. Hier etwas ausführlicher "einzutauchen" - auch in Bezug auf die zitierten Schriften der "Camilla" - und eine Verbindung zur Denkweise von Anna Catrina zu ziehen, hätte einen reizvollen Aspekt in die Handlung gebracht.

So bleibt es leider ein Buch, das nur geringen bis keinen Nachhall beim Leser erzeugt.

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Sternenstaubfees avatar

Rezension zu "Anna Catrina - Tochter von Ilanz" von Sabina Altermatt

Auf der Suche nach ein bisschen Glück
Sternenstaubfeevor 3 Jahren

Ilanz im 17. Jahrhundert: Anna Catrina hatte keine leichte Kindheit. Ihre Mutter verstarb früh, ihren Vater hat Anna Catrina nie kennengelernt. Sie wächst dann bei ihrer Tante auf, doch die wird der Hexerei angeklagt und aus dem Dorf vertrieben. Zuletzt kommt Anna Catrina zu ihrem Onkel, der ein Wirtshaus führt. Um den armen Verhältnissen und den Aufdringlichkeiten der männlichen Gäste zu entkommen, nimmt Anna Catrina eine Stelle als Magd bei reichen Herrschaften an. Eines Tages bekommt sie einen Hinweis auf den Verbleib ihres Vaters. Anna Catrina möchte gerne mehr über ihn erfahren...

Mein Leseeindruck:

Zunächst habe ich mich vom Cover sehr angesprochen gefühlt; es hat mich einfach neugierig gemacht auf diese Geschichte.

Anna Catrina ist eine für ihre Zeit sehr starke Persönlichkeit, die viele Schicksalsschläge erdulden muss und sich trotzdem nicht unterkriegen lässt. Ich habe sie gerne eine Weile auf ihrem Weg begleitet.

Ein wenig habe ich gebraucht, um mich einzulesen, da der Schreibstil der Autorin schon besonders ist, aber nach kurzer Zeit war ich dann in der Geschichte drin und wurde immer mehr von ihr gefesselt.

Zum Teil schreibt Sabina Altermatt sehr nüchtern. Es gibt da eine Szene im Buch, die ich zweimal lesen musste, weil ich gar nicht glauben konnte, was ich da gelesen habe. Ich möchte nicht spoilern, aber es ist eine eigentlich sehr emotionale Szene, die hier in knappen zwei oder drei Sätzen nur beschrieben wird. Das ist kein Kritikpunkt, es ist einfach nur anders.

Zugleich schreibt die Autorin auch sehr leicht, sehr locker und angenehm. Ich war überrascht, wie schnell ich das Buch ausgelesen hatte.

Mir hat die Geschichte von Anna Catrina sehr gut gefallen. Interessant waren auch die verschiedenen Sichtweisen.

Wer gerne Historische Romane liest, sollte sich dieses Buch einmal näher anschauen. Die Geschichte ist sehr unterhaltsam und sticht durch ihre Besonderheit aus der breiten Masse heraus.

 

 

 

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Gespräche aus der Community

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Sabina_Altermatts avatar
Liebe Leserinnen und Leser

Ich lade euch ganz herzlich zur ersten Leserunde zu meinem vierten Kriminalroman »Bergwasser« ein.

Darum geht’s:
Die Ingenieurin Julia Jansen soll in den Schweizer Alpen Reparaturen an einer Tunnelbohrmaschine vornehmen. Als einzige Frau muss sie sich dabei nicht nur in einem von Männern dominierten Umfeld behaupten, sondern wird zudem zur Zielscheibe mysteriöser Gefahren, die im Berg lauern: Bei Julias Ankunft hat das Projekt bereits einen Maschinenführer das Leben gekostet.
Und was zunächst aussieht wie ein Unfall, ist erst der Anfang: Der Berg scheint sich gegen seine Angreifer zu wehren …

Es würde mich sehr freuen, wenn der eine oder die andere an der Verlosung mitmachen würde. Gerne bin ich auch bereit, mit euch über mein Buch zu diskutieren.

Herzlich
Sabina
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Sabina Altermatt wurde am 14. März 1966 in Chur (Schweiz) geboren.

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