Sabina Berman

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Alle Bücher von Sabina Berman

Sabina BermanDie Frau, die ins Innerste der Welt tauchte
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Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte
Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte
 (7)
Erschienen am 10.03.2011
Sabina BermanPuro teatro
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Puro teatro
Puro teatro
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Erschienen am 31.12.2005
Sabina BermanLa Bobe
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La Bobe
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Erschienen am 31.05.2006
Sabina BermanDemocracia Cultural/ Cultural Democracy
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Democracia Cultural/ Cultural Democracy
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Erschienen am 02.05.2006
Sabina BermanThe Women Who Dived Into the Heart of the World
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Sabina BermanUn soplo en el corazon de la patria / A Murmur In the Heart of the Country
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Sabina BermanThe Woman Who Dived into the Heart of the World
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Sabina BermanEl dios de Darwin
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El dios de Darwin
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Erschienen am 18.02.2014

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Rezension zu "Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte" von Sabina Berman

Eine Autistin, die die Welt erkundet
Cattievor 4 Jahren

Ich hatte noch nichts von dem Buch gehört, doch ich bin froh, dass ich "Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte" aus der Buchhandlung mitgenommen habe.

Story:
Als Isabelle zurück nach Mexiko geht, um ihr Erbe anzutreten und die Thunfischfabrik der Familie weiterzuleiten, hat sie eigtnlich nicht damit gerechnet, dass ihre Schwester ihr auch ein Kind hinterlassen hat. Karen ist Autistin und wurde von ihrer Mutter bislang wie ein Tier gehalten. Doch mit viel Geduld schafft Isabelle es, Karen hervorzulocken. Sie hat ihren eigenen Kopf und "besondere Fähigkeiten", wie sie es selber nennt. Und mit Karens Plänen gerät die komplette Thunfisch-Fischerei/Produktion aus den Fugen.

Charaktere:
Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem die Hauptperson Autistin ist, aber ich finde, dass dies ein Thema ist, dass öfter in Büchern erwähnt werden sollte, um den Lesern zu zeigen, dass Autisten Menschen sind wie wir auch und um zu zeigen, wie sie selber und man als Mitmensch mit ihnen umgehen kann. 
Karen ist mir auf ihre Art ans Herz gewachsen und ich konnte ihre Handlungen und Reaktionen nachvollziehen, da das Buch aus ihrer Sicht geschrieben ist. Ihre EIgenarten gehören ebenso zu ihr wie ihre Stärken und Schwächen.
Ihre Tante Isabelle bewundere ich dafür, dass sie aus dem verwahrlosten Kind, dass Karen war, eine beeindruckende Frau herausgeholt hat.

Schreibstil:
Sabina Bermans Schreibstil hat mir gut gefallen. Ihr Geschick, alles sehr realistisch darzustellen, aber dabei nichts zu beschönigen ist beeindruckend. Auch wenn ich die ganze Thunfisch-Fischerei/Tötung sehr schrecklich finde, ist es doch die Realität und die sollte man so darstellen, wie sie ist. 
Ich mag Erzählungen wie es in diesem Bcuh der Fall ist. Die Geschichte läuft nicht auf einen Höhepunkt oder ein bestimmtes Ereignis hin, sondern erzählt vom Leben, von den Menschen und ihren Handlungen.

Ich gebe 5 von 5 Thunfischdosen für das Buch und kann es nur empfehlen. Es ist wirklich lesenswert und ich habe auch eine Menge über den Autismus gelernt und verstehe jetzt (hoffentlich) ein wenig mehr, wie es betroffenen Menschen geht.

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Rezension zu "Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte" von Sabina Berman

Rezension zu "Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte" von Sabina Berman
WinfriedStanzickvor 6 Jahren

Sabina Berman ist eine der anerkanntesten Schriftstellerinnen Mexikos. Sie hat jüdische Wurzeln und kam 1955 zur Welt als Tochter osteuropäischer jüdischer Emigranten.

In dem hier vorliegenden Roman, dem ersten, der auf Deutsch erscheint, erzählt sie die Geschichte eines uralten Familienbetriebs, einer Thunfischfabrik der Familie Consuelo. Isabelle Consuelo hat sie geerbt und sie kommt nach langen Jahren aus den USA zurück, um die Fabrik fortzuführen. Aus ihrer Perspektive wird die Geschichte erzählt, wie die Fabrik modernisiert wird, um sich in einer globalisierten Welt und einem total veränderten Weltmarkt behaupten zu können.

Doch da ist auch Karen Nieto, ein Findelkind, das gleich zu Beginn des Romans eingeführt und beschrieben wird:
„Ein mageres Mädchen, in einem weiten, weißen T-Shirt, das im Wind flattert, mit angewinkelten Beinen, die Knie gegen die Brust. Ein Mädchen, das gegen Wind und Meer anflüstert:
Ich.
Ich.
Da erhebt sich eine große Welle und bricht, und in dem Getöse weiß das Mädchen nicht mehr von sich, verschwindet für sich, ist nicht mehr. Wo ist dieses Ich geblieben? Dieses zerbrechliche Gebilde aus Worten hat sich verflüchtigt, und ein gewaltiges Nicht-Ich hat seinen Platz eingenommen: das Meer.

Karen Nieto ist eine Autistin. Sie verfügt über ein außergewöhnliches Gedächtnis und zeichnet ganz hervorragend. Da ihr IQ sehr niedrig ist, landet sie in einer Schule für geistig Behinderte. Irgendwann erkennt ihre Tante Isabelle, die sich ihrer angenommen hat, ihre Begabung und stellt einen Privatlehrer für Karen ein, der sie entsprechend fördert. Für Sabina Berman ist Karen eine Art Gegen- Symbol für eine Welt, die immer noch geprägt ist durch Descartes` Diktum „Ich denke, also bin ich“ mit dem Karen in späteren Jahren so hart ins Gericht gehen wird, dass sie sogar seine Bücher verbrennen möchte.

Die Figur, das Denken und das Wesen von Karen Nieto sind eine literarisch gelungenen Kritik an dem Standarddenken unserer Zeit, das im Roman repräsentiert wird durch zwei Männem, denen Karen Nieto auf ihrem Weg begegnet. Da ist zum einen der Wissenschaftler Huntington, einem Spezialisten für Schlachthofe für humanes Töten, bei dem Karen studieren wird, und später dann ein Mann namens Gould, der Karens geniale Erkenntnisse zu Geld machen will.

Während und nach ihrem Zoologiestudium entwickelt Karen eine absolut umweltverträgliche und stressfreie Fangmethode für Thunfische und verhilft so der Firma ihrer Tante Isabelle zur Rettung. Karen ist für Sabina Berman eine Figur, mit deren Leben und dessen Schilderung sie die Zerstörungskraft instrumentellen Denkens entlarvt, das nur nach Erfolg, Anerkennung und Macht giert. Dem stellt sie die Autistin Karen gegenüber, die in der Lage ist, einfach zu sein, das Leben um sie herum, gerade auch das der nichtmenschlichen Natur, wahrzunehmen und zu spüren.

Es ist ein vielschichtiger Roman, der Tierschützer ansprechen, aber auch verstören wird. Ein Roman, der erzählt von eigenwilligen Frauen, die sich anders verhalten, als ihre Umwelt es erwartet. Ein Buch, das dem Leser die Augen öffnen möchte für die Vielschichtigkeit des Seins auf dieser wunderbaren Welt.

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